Nationalelf droht eine bittere Kulisse
Dem DFB droht in Leipzig ein Zuschauerfiasko
Nationalelf in der Krise: Die Elf von Bundestrainer Jogi Löw sorgt nicht mehr automatisch für ein volles Stadion. (Quelle: Pressefoto Baumann/imago)

Schon zuletzt hatte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft große Probleme, die Stadien zu füllen. Doch der Vorverkauf für das Testspiel gegen Russland läuft besonders schleppend.

In den Duellen zuvor gegen Frankreich (in München), Saudi-Arabien (in Leverkusen), Brasilien (in Berlin) und Spanien (in Düsseldorf) waren die Arenen stets ausverkauft. Warum wird ein Heimspiel der deutschen Nationalmannschaft also höchstwahrscheinlich erstmals seit einem Jahr wieder nicht die volle Stadion-Auslastung erreichen können?

Das schwächste Länderspieljahr in der DFB-Geschichte mit dem historischen WM-Aus in der Vorrunde und sechs Niederlagen hat seine Spuren hinterlassen: Beim Testspiel in Leipzig gegen Russland am kommenden Donnerstag (20.45 Uhr, im Liveticker bei t-online.de) droht ein Zuschauerfiasko.

Bislang wurden noch nicht einmal 25.000 Tickets abgesetzt, obwohl das Stadion für 42.000 Zuschauer Platz bietet. Auch die Schalker Arena ist für das Nations-League-Spiel gegen die Niederlande am Montag, 19. November, noch nicht ausverkauft. Dabei ist die Ausgangslage brisant: Sollten die Holländer zuvor am 16. November gegen Weltmeister Frankreich verlieren, könnte die DFB-Auswahl den Abstieg aus der höchsten Spielklasse A mit einem Sieg im direkten Duell doch noch abwenden.

Es könnte eines der größtes Zuschauer-Debakel werden, das die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren erlebt hat. Am 15. November spielt der DFB in Leipzig gegen Russland – und das offenbar vor nicht einmal 30.000 Zuschauern.

Mit welchem Kader Bundestrainer Jogi Löw diese Schmach verhindern will, gibt er am Freitagmittag bekannt. Dann könnte er weitere Signale der Erneuerung senden. Als Kandidaten gelten u. a. Bremens Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein und Linksverteidiger Marcel Halstenberg von RB Leipzig.

Vor dem Testspiel in Leipzig wird die Auswahl erneut “bewusst einen Schritt auf unsere zahlreichen Fans zugehen”, wie Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff sagte. Am Dienstag besuchen die Spieler eine Schule sowie drei Vereine – und versuchen, noch einige neue Zuschauer zu gewinnen.

Wie der Kicker erfahren hat, wurden bisher knapp 25.000 Tickets verkauft. Im Leipziger Stadion, in das 42.000 Zuschauer passen, drohen also viele Plätze leer zu bleiben.

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Wenigstens hält sich der DFB weiterhin an seine Ankündigung, wieder mehr Fannähe zu zeigen: Nach dem öffentlichen Training im Oktober in Berlin werden die Nationalspieler zwei Tage vor dem Russland-Spiel eine Schule und drei Amateurvereine im Leipziger Umland besuchen.

Der DFB hat sich auch in Leipzig Maßnahmen für mehr Fannähe ausgedacht. Trotzdem drohen beim Testspiel gegen Russland zahlreiche leere Plätze.

Am 15. November wird die deutsche Nationalmannschaft ein Freundschaftsspiel gegen Russland bestreiten. Allerdings sind eine Woche vor Anpfiff noch nicht einmal 25.000 Tickets verkauft wurden. Und das, obwohl der Vorverkauf schon mehrere Wochen vorher begann.

Die deutsche Nationalmannschaft kämpft weiterhin gegen Zuschauerschwund bei ihren Heimspielen. Für das schon am kommenden Donnerstag angesetzte Testspiel gegen Russland wurden noch nicht einmal 25.000 der rund 42.000 Tickets abgesetzt, obwohl der Vorverkauf schon vor Monaten begann. Es droht ein Zuschauerfiasko.

Schon beim jüngsten Heim-Testspiel am 9. September, dem 2:1 gegen Peru in Sinsheim, hatte der DFB erst im letzten Moment ausverkauft melden können, obwohl nur 25.494 Tickets verfügbar waren. Die Voraussetzungen sind jetzt sehr ähnlich: Die Leistungen der Nationalelf haben sich seitdem kaum gebessert, Karten kosten auch in Leipzig zwischen 25 und 80 Euro, und die Partie beginnt erneut um 20.45 Uhr an einem Vor-Schultag. Da hilft es wenig, dass Tickets für Kinder “bis einschließlich sechs Jahren” nur zehn Euro kosten.

Immerhin hält sich der DFB weiterhin an seine Ankündigung, wieder mehr Fannähe zu zeigen: Nach dem öffentlichen Training im Oktober in Berlin werden die Nationalspieler zwei Tage vor dem Russland-Spiel eine Schule und drei Amateurvereine in der Leipziger Region besuchen. “Die Begegnungen und die Nähe zu den Menschen wollen wir weiterführen”, sagt Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, “und drehen diesmal den Spieß um: Wir warten nicht, bis sie zu uns kommen und uns beim Training zuschauen, wir kommen zu ihnen.”

Ob das den Ticketverkauf noch einmal entscheidend ankurbelt? Die Kulisse beim bisher letzten Länderspiel in Leipzig bleibt wohl so oder so unerreicht und zeigt, wie groß das Zuschauer-Problem in den letzten Jahren geworden ist: Damals, am 11. Oktober 2015, war die Arena bei einem EM-Qualifikationsspiel mit 43.630 Zuschauern ausverkauft gewesen – gegen Georgien.

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