Konstanz: Kein Konstanzer Seenachtfest mehr ab dem kommenden Jahr? Die Pläne der Stadt polarisieren die Menschen - SÜDKURIER Online
Wegen Klimanotstand: Seenachtfest vor dem Aus | Friedrichshafen | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Aktuell
Ein Ende des Konstanzer Seenachtfests nach 2019? Über die Gespräche der Stadt, die sie hierüber mit dem Veranstalter Full Moon führt, wusste man in Kreuzlingen offenbar nicht viel. Für ein umso größeres Echo, kontroverse Diskussionen und Verstimmungen im Gastgewerbe sorgt die Nachricht dagegen in Konstanz.

Am Montag hatte der SÜDKURIER exklusiv berichtet, dass das Fest nach den Plänen der Stadt ab 2020 wohl nicht mehr im derzeitigen Format stattfinden soll.

Wegen Klimaschutz – Klimanotstand killt das Konstanzer Seenachtsfest

Konstanz zieht Konsequenzen Wegen Klimanotstand: Seenachtfest vor dem Aus teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen per Mail teilen Die Stadt Konstanz will das Seenachtfest in seiner bisherigen Form abschaffen. Es passe nicht mehr nach Konstanz, so Oberbürgermeister Burchardt.

In Konstanz könnte das Seenachtfest in diesem Jahr in seiner bisherigen Form zum letzten Mal stattfinden. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt am Dienstagmorgen gegenüber dem SWR. Derzeit fänden Gespräche zwischen der Stadt und dem privaten Veranstalter statt, den Vertrag vorzeitig aufzuheben. Hintergrund der Überlegungen ist der Gemeinderats-Beschluss zum Klimanotstand. Zum Seenachtfest gehört auch ein riesiges Feuerwerk auf dem Bodensee – das passe so nicht mehr zu Konstanz.

Zuvor hatte der “Südkurier” darüber berichtet. Demnach soll das Fest in diesem Jahr noch einmal in leicht abgespeckter Form und danach gar nicht mehr stattfinden. Ein sommerliches Fest, bei dem ein 80.000 Euro teures Feuerwerk verballert werde, passe nicht mehr nach Konstanz und in die Zeit, sagte Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) gegenüber der Zeitung. Er wolle sich für ein kleineres Seenachtfest einsetzen. Der Organisator aus Stuttgart, die Event-Agentur “Full Moon”, unterstützt dem Blatt zufolge die Bemühungen um den Klimaschutz.

Die ersten Reaktionen sind ganz unterschiedlich. Bei einer SWR-Umfrage am Dienstag in Konstanz waren einige Passanten dafür, das Fest aus Umwelt- und Kostengründen abzuschaffen. Andere würden dies bedauern, weil das Seenachtfest Tradition sei.

Im Internet reichen die Reaktionen von “längst überfällig – es gibt zeitgemäßere Unterhaltung” bis “Ob das ausbleibende Feuerwerk es wirklich rausreißt, bleibt abzuwarten. Konstanz hat sicher massivere Probleme als ein Feuerwerk.” Viele schreiben auch, dass sie das Fest ohnehin nicht besuchten und offen seien für etwas Neues. Aber es gibt auch kritische Stimmen. Manche sagen, Konstanz schaffe sich selbst ab. Ein anderer Nutzer im Netz schreibt: “Alle die jetzt super schreien, sollten auch an Silvester auf Feuerwerk verzichten. Das wird dann ein ruhiges Silvester.”

Der Gemeinderat in Konstanz hatte Anfang Mai den Klimanotstand ausgerufen. Die Stadträte stimmten einstimmig für den Beschluss, den die “Fridays-for-Future”-Bewegung eingebracht hatte. Den Klimanotstand auszurufen, sei ein symbolischer Akt, so Oberbürgermeister Uli Burchardt damals. Er verpflichte aber auch zum Handeln, zum Beispiel zu klimaneutralem Bauen. Vor diesem umweltpolitischen Hintergrund wird nun auch das traditionelle Seenachtfest in Konstanz hinterfragt.

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