Köln: Bis zum nächsten Erwachen - kicker online
1. FC Köln: Markus Ritterbach und Toni Schumacher machen den Weg frei
Der Mitgliederrat des 1. FC Köln hat entschieden, die beiden Vize-Präsidenten Toni Schumacher und Markus Ritterbach nicht mehr für die Vorstandswahl zu nominieren. Ein Kommentar von kicker-Redakteur Frank Lußem.

Die interessantesten Fragen rund um den 1. FC Köln sind die, die in den vergangenen zwei Monaten nicht gestellt wurden. Beispielsweise jene, warum Vize-Präsident Markus Ritterbach nicht seinen Stuhl räumen musste, nachdem er eine Nachricht durchgesteckt hatte, die vom damaligen Präsidenten Werner Spinner kam, der im Handstreich die gesamte sportliche Führung ablösen wollte?

Oder die, warum nach außen kolportiert wurde, beide Vize-Präsidenten sähen keine Grundlage mehr in einer weiteren Zusammenarbeit mit Spinner. Toni Schumacher nämlich hatte vom ersten Augenblick an deutlich erklärt, kein Problem damit zu haben, Spinner weiter zu unterstützen. Der aber musste gehen, auf ihm entlud sich der Druck der Gremien. Ritterbach blieb und hielt anschließend als perfekter Sündenbock her, den Verrat hatte man sich zunutze gemacht, den “Verräter” in die Defensive gedrängt.

1. FC Köln: Keine Kampf-Wahl! Toni Schumacher hört als Köln-Vize auf

Der Verzicht auf eine erneute Kandidatur von Toni Schumacher und Markus Ritterbach ist angesichts der Ränkespiele in diesem Verein verständlich. Nun müssen es jene richten, die der Mitgliederrat nach bemerkenswerter kurzer Zeit auswählte. Der FC soll in Zukunft von einem ehemaligen Firmenchef, einem Anwalt und einem Fondsmanager geführt werden.

Man kann Werner Wolf, Eckhard Sauren und Jürgen Sieger nur Glück und Geschick wünschen im Spannungsfeld von Tradition und Moderne. Die Banner “Vorstand raus” werden aus der Südkurve verschwinden, aber vernichtet werden sie nicht. Befindlichkeiten werden groß geschrieben in Köln, das sollte sich das kommende Präsidium gut merken und vorsichtig sein mit vorschnellen Wahlversprechen und unklarem Kurs gegenüber der “aktiven Fan-Szene”.

Dass mit Toni Schumacher der letzte Rest an Fußball-Kompetenz aus dem Vorstand verschwindet, muss man bedauern. In einer Zeit, in der fast jeder Verein sich die Erfahrung der “Alten” sichert, entledigt man sich in Köln dieser. Sehenden Auges, denn seit Tagen wird von den zukünftigen Bossen vermehrt darauf hingewiesen, dass man einen Klub wie den FC auch führen könne, ohne gegen den Ball getreten zu haben.

Seis drum. In Köln hat man schon häufig gewusst, wie man es besser macht. Bis zum nächsten Erwachen.

Kontakt | Jobs | Impressum | Links | Nutzungsbedingungen | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung | zur mobilen Ansicht wechseln

Jetzt ist es endgültig: Toni Schumacher (65) ist nur noch bis September Vize-Boss beim 1. FC Köln. Der Tünn wird sich NICHT mit einem eigenen Vorstands-Team den Mitgliedern erneut zur Wahl stellen.

Schumacher war nach dem letzten Saisonspiel gegen Regensburg (3:5) vom Mitgliederrat darüber informiert worden, dass er und sein aktueller Mit-Vize-Boss Markus Ritterbach (55) nicht mehr zur Wahl vorgeschlagen werden.

Jetzt zieht Schumacher selbst einen Schluss-Strich und beendet die Überlegungen, mit einem eigenen Team anzutreten.

Der Mitgliederrat des 1. FC Köln schiebt Vize-Boss Toni Schumacher (65) ab. Der Tünn wird nicht für den neuen Vorstand vorgeschlagen.

4 Monate bis zur Vorstands-Wahl in Köln. Bei der Vorstellung des Wunsch-Trios kam raus, warum man Toni Schumacher nicht mehr will.

Auf der Vereins-Homepage richten sich Schumacher und Ritterbach an die Fans, schreiben u.a. Uns haben jedenfalls zahlreiche Briefe, E-Mails, Anrufe und persönliche Nachrichten von FC Mitgliedern und Fanclubs erreicht, die uns zu diesem Weg ermutigen und dabei unterstützen wollen. Dafür möchten wir uns von Herzen bedanken. Dennoch haben wir uns nach Abwägung aller Argumente entschieden, im September nicht zu kandidieren. Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Alle Fans und Mitglieder, die mit uns diesen Schritt gegangen wären und die wir nun enttäuschen, bitten wir dafür um Verständnis.

Schumacher und Ritterbach hatten überlegt, ob sie sich einer Kampfkandidatur stellen sollen. Zunächst mit CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (66), der gerne Köln-Präsident geworden wäre. Allerdings will Bosbach keine Kampfkandidatur und hätte nur auf Vorschlag des Mitgliederrates kandidiert.

Zuletzt hatten Schumacher und Ritterbach dann diskutiert mit einem anderen Kandidaten anzutreten – jetzt verzichten sie ganz. Wunsch-Vorstand des Mitgliederrates ist das Team um Dr. Werner Wolf (62) mit seinen Vertretern Dr. Jürgen Sieger (66) und Eckhard Sauren (47). Das Trio hat sich bereits vorgestellt (BILD berichtete).

Der Hass, das Misstrauen, die Unwahrheiten, die auch in der Kampagne gegen uns in den vergangenen Wochen teilweise zum Ausdruck gekommen sind, würden weitergehen. Unsere Gespräche haben gezeigt: Dies wäre keinem neuen Mitglied in unserem Vorstandsteam zuzumuten. Wir beide haben in den vergangenen Wochen eisern geschwiegen und mehr als einmal die Faust in der Tasche geballt, statt unsere Sicht der Dinge öffentlich auszubreiten und noch mehr Unruhe in den Verein zu bringen. In einem Wahlkampf wäre dies nicht möglich, da müsste man Klartext reden. Zusammengefasst wünschen wir dem FC und uns sehnlichst, dass diese Form der Auseinandersetzungen rund um unseren Verein endlich endet. Wenn die Tatsache dazu beiträgt, dass wir nicht mehr kandidieren, dann ist es uns das wert.