Köln: Mutter (30) setzt zwei Babys aus - zwei Jahre Haft auf Bewährung
Mutter (30) setzte zwei neugeborene Kinder aus: Bewährungsstrafe
Köln – Sie soll heimlich zwei Kinder zur Welt gebracht und sie ausgesetzt haben: Vor dem Landgericht Köln muss sich deshalb eine 30 Jahre alte Frau verantworten.

Im Prozess gegen die 30-Jährige aus Hürth bei Köln wegen zweifacher Kindesaussetzung wird am Montag (26. November) gegen 11 Uhr das Urteil erwartet.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Deutschen vor, ihre im Oktober 2011 geborene Tochter sowie ihren im Juni 2013 geborenen Sohn ausgesetzt zu haben.

Das Mädchen war auf einem Parkplatz in Hürth-Berrenrath gefunden worden, der Junge in einem Park unter einem Viadukt im niederländischen Roermond. Der Prozess fand weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Laut eines Gerichtssprechers hat die Staatsanwaltschaft zwei Jahre Gefängnis auf Bewährung gefordert. Die Angeklagte sei der Aussetzung von Kindern mit gefährlicher Körperverletzung schuldig.

Weil sie zwei Säuglinge kurz nach der Geburt draußen abgelegt und ihrem Schicksal überlassen hat, ist die 30-jährige Mutter der Kinder zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Im Fall der 2011 geborenen Tochter verurteilte das Gericht die Deutsche wegen Kindesaussetzung und gefährlicher Körperverletzung. Den Fall im Jahr 2013 wertete das Gericht nur als gefährliche Körperverletzung.

Sie legte zwei Säuglinge kurz nach der Geburt einfach draußen ab und überließ sie ihrem Schicksal. Das Landgericht Köln verurteilte eine 30-jährige Mutter zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung. Die Frau hatte im Oktober 2011 und im Juni 2013 jeweils ein Kind heimlich zur Welt gebracht und es kurz danach ausgesetzt.

Im Fall der 2011 geborenen Tochter verurteilte das Gericht die Deutsche wegen Kindesaussetzung und gefährlicher Körperverletzung. Sie hatte das Kind auf einem Parkplatz in Hürth bei Köln ausgesetzt. Dort, so das Gericht, sei das Neugeborene nur durch “glückliche Umstände” rechtzeitig und nur leicht unterkühlt gefunden worden. Auf dem Parkplatz habe eine “konkrete Gefahr für Leib und Leben des Neugeborenen” bestanden. Aus diesem Grund sei in diesem Fall eine Verurteilung wegen Aussetzung eines Kindes unumgänglich gewesen.

Anders bewerteten die Richter hingegen den zweiten Fall. Im Juni 2013 brachte die Frau einen Jungen heimlich zur Welt, den sie einen Tag später auf einer Rasenfläche im niederländischen Roermond ablegte. Die Stelle sei von Radfahrern und Fußgängern stark frequentiert gewesen, der Junge schnell und wohlbehalten gefunden worden. Darum habe in diesem Fall keine konkrete Gefahr für Leib und Leben bestanden. Wegen der Unterkühlung des Neugeborenen habe sich die Angeklagte aber einer gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht.

Zum Motiv der Frau hieß es in der Urteilsbegründung, dass sie nach “mehreren schweren Schicksalsschlägen” in ihrer Familie und im Freundeskreis “den Halt im Leben verloren” habe. Sie habe sich außerstande gesehen, sich um die Kinder zu kümmern. Eine Babyklappe habe sie in ihrer Not nicht gefunden.