Diesel-Fahrverbote in Köln und Bonn
Verwaltungsgericht beschließt Fahrverbote in Köln und Bonn
Köln und Bonn müssen wegen hoher Luftverschmutzung ab April 2019 Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge einführen, entschied das Kölner Verwaltungsgericht. Die Regierung Nordrhein-Westfalens will Berufung einlegen.

Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge werden im nächsten Jahr auch in Köln und Bonn eingeführt. Dies entschied das Kölner Verwaltungsgericht nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe.

"Bei der Verhandlung machte Richter Michael Huschens früh klar, dass er den Grad der Verschmutzung für inakzeptabel hält. Schon seit 2010 gälten die EU-Grenzwerte und würden seither gerissen…"…es ist schon lange klar, dass all die Gesundheitsschädungen mit Langzeitfolgen durch Feinstaub unsere Bevölkerung schwächen. Wenn durch Millionen Tonnen weiterer CO² und anderer Abgase sich die Erderwärmung weiter beschleunigt, die Auswirkungen für unser Klima noch dramatischer werden. Das der Erhalt unserer Umwelt durch die Profitgier der Energiekonzerne, Autoindustrie und anderer Partizipanten in Gefahr ist. Bis die letzten Öl-, Kohle- und Gasreserven ebenso teuer wie umweltschädlich verfeuert worden sind,wollen Lobbyisten aus Politik und Wirtschaft weiterhin den milliardenschweren Gewinn, der sich die nächsten Jahre noch aus der Verstromung der Bodenschätze ergibt, reinholen. Jetzt muss endlich jeder gezwungen werden, seine Sicht der Dinge und Gewohnheiten zu ändern. Und es stehen aus neuester Forschung Alternativen bereit – Neutrino-Energy wäre die Lösung vieler Komplikationen und vor allem Emissionsfreie Energy als UNENDLICHE RESSOURCE für die mobile, dezentrale Haushaltsenergie und für die Elektromobilität. Dazu liegen spannende internationale Forschungsergebnisse und Patente der Berliner Neutrino Energy Group bereit. Chinesische Investoren sind schon im Rennen bzgl. eines neuen PI-Kleinfahrzeugs, das mit unendlicher Reichweite fahren kann, quasi aus der Luft Tanken würde, angetrieben von Tag und Nacht milliardenfach strömenden Neutrinos, welche emissionsfreie Energie abgeben. Damit wird ein Meilenstein in der Elektromobilität gesetzt werden. Die Deutsche Autoindustrie und Energiewirtschaft müssen per Gesetz aufgefordert werden, jetzt endlich Umzudenken und zu Handeln.

In Köln betrifft das Verbot die gesamte grüne Umweltzone, in Bonn zwei besonders belastete Straßen. Es gilt ab April 2019 für Dieselfahrzeuge mit Euro-4-Motoren oder älteren Motoren sowie für Benziner der Klassen Euro 1 und 2. Ab September 2019 muss das Verbot demnach auch Dieselautos der Klasse 5 umfassen.

Verkehrsminister Scheuer muss eingestehen, dass die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung, einschließlich des Dieselkonzepts vom Oktober, in den hochbelasteten Städten absehbar nicht zur Einhaltung der Grenzwerte führen werden, sagte Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn dem Handelsblatt. Deshalb werden weitere Gerichte absehbar Fahrverbote verhängen, solange nicht endlich Hardware-Nachrüstungen gegenüber den Herstellern durchgesetzt werden, so Kühn.

Luftverschmutzung: Gericht ordnet Dieselfahrverbote in Köln und Bonn an

Kölner Verwaltungsgericht entscheidet Diesel-Fahrverbote für Köln und Bonn tagesschau 20:00 Uhr, 08.11.2018, Kirsten Girschick, ARD Berlin

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Durch eine Abfrage unter dem Fahrzeugkennzeichen im Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamtes (ZEVIS) wird auch fahrzeugindividuell die Einhaltung etwaiger Verkehrsbeschränkungen überprüft werden können, heißt es in dem Dokument, das dem Handelsblatt vorliegt. Hierfür wird die Bundesregierung die datenschutzrechtlich erforderlichen Rechtsgrundlagen schaffen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte auf eine Änderung der Luftreinhaltepläne in beiden Städten geklagt. In Köln wird der EU-Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) deutlich überschritten: Statt der erlaubten 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert waren es 2017 bis zu 62 Mikrogramm. In Bonn lag der Wert bei bis zu 47 Mikrogramm. Aus Sicht der DUH sind Fahrverbote das einzig wirkungsvolle Mittel, um die Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen.

KölnDie Deutsche Umwelthilfe (DUH) verbucht einen weiteren Erfolg im Kampf gegen die Luftverschmutzung in den Städten: Die Städte Köln und Bonn müssen wegen hoher Luftverschmutzung ab April 2019 Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge einführen. Das hat das Kölner Verwaltungsgericht am Donnerstag nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe an diesem Donnerstag entschieden.

Vertreter der zuständigen Bezirksregierung hatten vor Gericht hingegen betont, dass in Köln geplante Maßnahmen wie eine bessere Ampelführung oder Baumaßnahmen Früchte tragen und den Schadstoffgehalt drücken würden. Im Gegensatz zu Köln liegt für Bonn schon ein neuer Luftreinhalteplan öffentlich vor. Dieser sieht eine Verbesserung des Nahverkehrs sowie ein verbilligtes Jahresticket für Busse und Bahnen für Neukunden vor.

Der Vorsitzende Richter des Kölner Verwaltungsgerichts, Micheal Huschens, schätzte die Maßnahmen jedoch als nicht ausreichend ein und erklärte den Grad der Luftverschmutzung für inakzeptabel. Nach den Wortmeldungen der Behördenvertreter antwortete er: “Sie haben sehr oft das Futur gebraucht: werden, wird, ist zu erwarten.” Es gehe aber um die Gegenwart und realistische, schnell wirkungsvolle Maßnahmen – und nicht um “Zukunftsmusik”.

Der Richter hielt den Kurs der Behörde zur Luftqualität in Köln und Bonn für zu lasch. Nach den Wortmeldungen der Behördenvertreter sagte er: Sie haben sehr oft das Futur gebraucht: werden, wird, ist zu erwarten. Es gehe aber um die Gegenwart und realistische, schnell wirkungsvolle Maßnahmen – und nicht um Zukunftsmusik.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will Berufung gegen das Urteil einlegen. Die Fahrverbote hätten “ganz erhebliche Auswirkungen für Anwohner, Pendler und den gesamten Wirtschaftsstandort der Stadt Köln”, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Das Gericht habe die Frage der Verhältnismäßigkeit einer derart weitreichenden Entscheidung nicht dargelegt, meinte die CDU-Politikerin: “Aus diesem Grund werden wir selbstverständlich in Berufung gehen.”

Die DUH hatte auf eine Änderung der Luftreinhaltepläne in Köln und Bonn geklagt. In Köln wird der EU-Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) deutlich überschritten. Statt der erlaubten 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert waren es 2017 bis zu 62 Mikrogramm. In Bonn lag der Wert bei bis zu 47 Mikrogramm.

Die DUH zeigte sich hoch erfreut über die Fahrverbote. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts sei ein “voller Erfolg”, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Umwelthilfe habe alles durchgesetzt, was sie habe erreichen wollen. Es sei aber ein “harter Kampf” gewesen, weil die nordrhein-westfälische Landesregierung ein “großes Herz” für die Autoindustrie habe.

Resch zeigte sich zuversichtlich, dass die Umwelthilfe sich auch mit weiteren Klagen auf Fahrverbote durchsetzt. Er wisse nicht, wie sich eine Landesregierung in den noch ausstehenden Verfahren noch Hoffnungen machen könne, so der DUH-Geschäftsführer.

Eine besondere Kennzeichnung von Fahrzeugen, die von Diesel-Fahrverboten nicht betroffen sind, lehnt die Bundesregierung ab. Eine Regelung für eine einheitliche Kennzeichnung wie die Blaue Plakette halte man angesichts der geplanten Zugriffsmöglichkeit auf ZEVIS für nicht erforderlich, heißt es in der Regierungsantwort.

Die DUH führt derzeit Verfahren in rund 30 Städten. In den kommenden Wochen stehen weitere Entscheidungen an. Gerichte ordneten außer in Köln und Bonn bereits Fahrverbote in weiteren Städten an, darunter in Hamburg, Stuttgart, Frankfurt und Berlin, falls die Grenzwerte nicht anderweitig gesenkt werden können.

Geklagt hatte die DUH. Sie führt derzeit Verfahren in etwa 30 Städten. Gerichte haben bereits Fahrverbote unter anderem schon in Stuttgart, Aachen, Frankfurt und Berlin angeordnet, falls die Grenzwerte nicht anderweitig gesenkt werden können. Bis zum Jahresende stehen noch weitere Verhandlungen an anderen Gerichten an.

Deutschlandweit verhandeln Verwaltungsgerichte über Diesel-Fahrverbote. Frank Bräutigam erklärt die Knackpunkte in der komplexen rechtlichen Auseinandersetzung. | mehr

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte auf eine Änderung der Luftreinhaltepläne in Köln und Bonn geklagt. In der Domstadt wird der EU-Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) deutlich überschritten – statt der erlaubten 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert waren es 2017 bis zu 62 Mikrogramm. In Bonn lag der Wert bei bis zu 47 Mikrogramm. Aus Sicht der DUH sind Fahrverbote das einzig wirkungsvolle Mittel, um die Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen.

"Dafür jetzt und in alle Zukunft ein Wagen aus ausländischer Produktion und bei der Wahl ein Kreuz bei der FDP oder der AFD? Klar, das ist die Lösung." Nein, nur eben kein VW mehr, da ich durch den Verlust beim Wiederverkaufswert direkt geschädigt wurde. Und ja, ich lebe im Ausland, nutze aber sehr wohl die Briefwahl zur Abrechnung. Das ist die einzige Macht, die ich als Verbraucher habe und die einzige Sprache, die Konzerne und Politiker verstehen….

Das Urteil ist eine weitere Niederlage für die Bundesregierung. Deren ausdrückliches Ziel ist es, Fahrverbote zu vermeiden. Bereits für andere Großstädte – darunter Berlin – hatten Gerichte solche Maßnahmen angeordnet oder ermöglicht. Auch aus deren Sicht ist es mit anderen Mitteln nicht möglich, die Stickoxidbelastung der Luft zügig zu reduzieren.

Köln/Bonn – Ab 1. April soll es Diesel-Fahrverbote in Bonn und Köln geben! Das hat das Verwaltungsgericht Köln am Donnerstag entschieden und folgte damit der Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen die Luftreinhaltepläne der beiden Städte.

In Bonn wurde 2017 im Jahresmittel an zwei Stellen und in Köln an fünf Stellen der Stickoxid-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten.

Auf die Millionenstadt Köln und die Nachbarstadt Bonn kommen nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln weitreichende Fahrverbote für ältere Dieselautos zu. Ab April nächsten Jahres müsse Köln in der bestehenden Grünen Umweltzone ein Fahrverbot einführen, urteilte das Gericht. Dies betreffe Dieselautos mit Euro-4-Motoren.

Laut Richter Michael Huschens müssen beide Städte und die Bezirksregierung Köln bis 31. März ihre Luftreinhaltepläne offenlegen bzw. abändern. Für Köln sieht die Kammer ein flächenbezogenes Fahrverbot vor, das in zwei Stufen erfolgt.

Von September 2019 an müsse das Verbot auch Dieselfahrzeuge mit Euro-5-Motoren erfassen. Ziel sei es, die Grenzwerte für Stickstoffdioxid einzuhalten. Im benachbarten Bonn müssen dem Urteil zufolge zwei vielbefahrene Straßen für ältere Dieselautos ab April 2019 gesperrt werden. Gegen die Urteile kann Berufung eingelegt werden.

► Ab 1. April 2019 gilt dann in Köln ein Fahrverbot für alle Diesel bis Schadstoffklasse Euro 4 – und zwar im Bereich der bereits geltenden grünen Umweltzone für Feinstaub. Ab 1. September 2019 gibt es eine Verschärfung: Dann dürfen keine Diesel bis Schadstoffklasse Euro 5 mehr in die grüne Umweltzone.

Mit viel zu klein dimensionierten Reinigungssystemen sparte die Autoindustrie Milliarden Euro beim Fahrzeugbau – auf Kosten der Gesundheit von Stadtbewohnern. Derartig manipulierte Dieselautos sind in hohem Maß mit für die schlechte Luftqualität in vielen deutschen Städten verantwortlich.

► In Bonn gilt ab 1. April ein streckenbezogenes Fahrverbot an zwei Stellen. Im Bereich Belderberg dürfen Diesel bis Euro 4 nicht mehr fahren. Nahverkehrsbusse müssen zügiger von den Verkehrsbetrieben mit Filtern nachgerüstet werden. Im Bereich Reuterstraße dürfen Diesel bis Euro 5 nicht mehr fahren. Auch neu entstehende Problemstellen durch Ausweichverkehre der Verbotsbereiche müssen kontrolliert und dafür ggf. Einschränkungen erlassen werden.

Greifen die Richter am Donnerstag mit Diesel-Fahrverboten durch? BILD sagt, wo sie drohen, und warum die Handwerkskammer sauer ist.

Die Urteile sind eine Folge des Abgasskandals. Autohersteller verkauften millionenfach Dieselfahrzeuge, die ihre Abgase lediglich bei offiziellen Tests auf dem Prüfstand effektiv reinigen. Im normalen Verkehrsgeschehen arbeiten ihre Abgasreinigungsanlagen dagegen völlig unzureichend.

Bei der Verhandlung machte Richter Michael Huschens früh klar, dass er den Grad der Verschmutzung für inakzeptabel hält. Schon seit 2010 gälten die EU-Grenzwerte und würden seither gerissen – das Kind liegt seit neun Jahren im Brunnen, sagte der Richter. Und je länger es im Brunnen liege, desto härtere Maßnahmen müssten ergriffen werden. Dabei verwies Huschens auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Februar, das Diesel-Fahrverbote für grundsätzlich zulässig erklärt hatte. Die Deutsche Umwelthilfe führt derzeit Verfahren in rund 30 Städten. Gerichte haben Fahrverbote unter anderem schon in Stuttgart, Aachen, Frankfurt und Berlin angeordnet, falls die Grenzwerte nicht anderweitig gesenkt werden können.

Die DUH setzt mit dem Urteil ihre Erfolgsserie vor Gericht fort. In Stuttgart und Berlin sollen Einschränkungen für Fahrer älterer Dieselautos 2019 kommen. In Mainz muss die Verwaltung solche Maßnahmen im Herbst 2019 ergreifen, wenn sich die Situation vorher nicht bessert.

Keine Aussage traf das Kölner Gericht zu Ausnahmen und wie und von wem das Verbot kontrolliert und durchgesetzt werden soll. Das Land NRW, die Bezirksregierung Köln und die Städte können in Berufung gegen das Urteil gehen.

Die Bundesregierung hat die – zumindest zum Teil – illegalen Machenschaften lange gedeckt oder sah weg. Sie geriet ab Herbst 2015 jedoch durch Ermittlungen in den USA und wachsende Kritik von Umweltschützern wie der DUH zusehends unter Druck.

► NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU): Es handelt sich um einen massiven Eingriff in die Verkehrsstruktur der Stadt Köln mit ganz erheblichen Auswirkungen für Anwohner, Pendler und den gesamten Wirtschaftsstandort der Stadt Köln. Das Gericht hat die Frage der Verhältnismäßigkeit einer derart weitreichenden Entscheidung nicht dargelegt. Aus diesem Grund werden wir selbstverständlich in Berufung gehen.

Die Autohersteller weigern sich jedoch, die dreckigen Autos zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten. Bis heute bauen sie derartige Modelle sogar weiter. Zudem blockieren Opel, BMW und Co. die Nachrüstung mit besseren Katalysatoren.

► Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH): Wir freuen uns sehr über die klaren Worte, die das Gericht gefunden hat. Da muss Köln jetzt mal nicht mit kölscher, sondern mit preußischer Geschwindigkeit arbeiten.

Die Städte Köln und Bonn müssen wegen hoher Luftverschmutzung ab April 2019 Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge einführen. Dies entschied das Kölner Verwaltungsgericht nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe.

► Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU): Ein harter Schlag für die Bevölkerung und den Wirtschaftsstandort. Jetzt haben wir den ,worst case. Wenn Hardware-Nachrüstungen der Autohersteller rechtzeitig vorgenommen worden wären, hätten wir das Problem nicht. Die Stadtverwaltung wolle nun mit Arbeitgebern sowie Verkehrs-, Umwelt- und Wirtschaftsverbänden in einen Dialog treten, wie mit der Situation umzugehen sei.

► Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD): Wir werden weiterhin an dem Ziel arbeiten, die Fahrverbote zu vermeiden.

► Gunnar Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH mit Sitz in Köln: Wir glauben nicht, dass Fahrverbote in den Städten die richtige Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität sind. Wir müssen stärker nach vorne denken und die Luftqualität in den Städten mit konkreten Maßnahmen und Konzepten nachhaltig verbessern. Wir arbeiten darum eng mit der Stadt Köln und anderen Kommunen zusammen, um für die Autofahrer faire und angemessene Lösungen zu finden, die Dieselfahrverbote vermeiden. Man denke dabei u.a. an alternative Antriebsformen wie Batterie-elektrische und Hybrid-Fahrzeuge sowie an Car- und Bikesharing.