Flensburg auf Titelkurs, aber Kiel bleibt dran - NDR.de
Handball-Bundesliga: THW Kiel erzwingt Meister-Showdown nach Sieg
Die SG Flensburg-Handewitt steht kurz vor der Titelverteidigung in der Handball-Bundesliga. Der Spitzenreiter bezwang am Mittwoch in eigener Halle die Füchse Berlin mit 26:18 (14:8) und geht mit zwei Punkten Vorsprung gegenüber Verfolger THW Kiel ins Saisonfinale am Pfingstsonntag. Die Kieler gaben sich ebenfalls keine Blöße und gewannen beim TBV Lemgo mit 34:26 (17:11). “Die Jungs sind gut drauf. Die Mannschaft zeigt keine Nervosität und deswegen stehen wir da, wo wir stehen. Das macht mich stolz”, sagte SG-Trainer Maik Machulla im NDR Interview.

Der SG würde in der Auswärtspartie am 9. Juni (15 Uhr) beim Bergischen HC ein Remis reichen, um die Schale in Empfang zu nehmen. “Wir werden das Spiel angehen, wie jedes andere auch, ohne übermäßig den Druck zu erhöhen”, so Machulla. Der THW erwartet zeitgleich die TSV Hannover-Burgdorf. Ein Sieg ist für die Kieler Pflicht. Verlieren die Flensburger beim BHC, wären die “Zebras” aufgrund der besseren Tordifferenz Meister.

Handball-Meister SG Flensburg-Handewitt steuert zielstrebig auf die Titelverteidigung zu. Nach dem Sieg gegen Berlin fehlt dem Team von Trainer Maik Machulla nur noch ein Punkt.

Tore HSG Wetzlar: Holst 8/6, Cavor 4, Björnsen 3, Forsel Schefvert 2, A. Hermann 2, Rubin 2, Torbrügge 2, Ivanisevic 1, Lindskog 1, Mirkulovski 1 Stuttgart: M. Häfner 4, Schagen 4/4, Baumgarten 3, M. Schweikardt 3, Von Deschwanden 3, Schimmelbauer 2, D. Schmidt 2, Pfattheicher 1, Späth 1 Schiedsrichterinnen: Tanja Schilha (Meckenbeuren)/Maike Merz (Meckenbeuren) Zuschauer: 4279 Strafminuten: 4 / 10 Disqualifikation: – / –

Tore SG Flensburg-Handewitt: Wanne 7/4, Röd 6, Svan 4, Gottfridsson 3, Lauge Schmidt 3, Golla 1, Johannessen 1, Zachariassen 1Füchse Berlin: Drux 5, Elisson 4, Zachrisson 3, Marsenic 2, Holm 1, Lindberg 1, Reissky 1, E. Schmidt 1Zuschauer: 6.300

Tore SC Magdeburg: Bezjak 6, Christiansen 4, Musche 4, M. Damgaard 2, O¦Sullivan 2, R. Weber 2/1, Chrapkowski 1, Musa 1, Pettersson 1 SG BBM Bietigheim: Trost 4, J. Link 3, Schäfer 3/1, Claus 2, Rentschler 2, Asmuth 1, Emanuel 1, Haller 1, Marcec 1, Oehler 1 Schiedsrichter: Marcus Hurst (Oberursel)/Mirko Krag (Frankfurt/M.) Zuschauer: 6600 Strafminuten: 2 / 6 Disqualifikation: – / Rönningen (37./3. Zeitstrafe)

Die SG ging gegen die Füchse von Beginn an konzentriert zu Werke. Dem Druck der Machulla-Mannschaft hatten die Berliner wenig entgegenzusetzen. Der Sechs-Tore-Vorsprung nach 30 Minuten war verdient. Auch nach dem Seitenwechsel hielt die SG das Tempo hoch. Die Fans der Flensburger frohlockten bereits und skandierten: “Die Nummer eins im Land sind wir.” Und ihr Team spielte auch meisterlich. Acht Minuten vor dem Ende war die SG auf sieben Tore enteilt (23:16) – die Vorentscheidung.

Tore Rhein-Neckar Löwen: Groetzki 5, Sigurdsson 5, Schmid 4/1, Guardiola 3, Fäth 2, Taleski 2, Larsen 1, Lipovina 1, Radivojevic 1, Röller 1, Tollbring 1/1 Die Eulen Ludwigshafen: Feld 6, Salger 5, Dietrich 4, Falk 3, Scholz 3, Bührer 2, Haider 2, Spiler 2, Dippe 1, Stüber 1 Schiedsrichter: Fabian vom Dorff (Kaarst)/Christian vom Dorff (Kaarst) Zuschauer: 9225 Strafminuten: – / 4 Disqualifikation: – / –

Bester Werfer bei den Flensburgern, für die Kapitän Tobias Karlsson bei seinem letzten Auftritt in der “Hölle Nord” sein 500. Pflichtspiel bestritt, war Hampus Wanne mit sieben Toren. Die Zuschauer waren schon vor der Schlusssirene zwei Schritte weiter. “Deutscher Meister wird nur die SG”, sangen sie. Und es fällt in der Tat schwer, in dieser Form an einen Ausrutscher der Flensburger im letzten Spiel zu glauben.

Emotional wurde es aber auch schon in der SG-Halle. Karlsson, der nach zehn Jahren in Flensburg aufhört und nach Schweden zurückgeht, und auch Rasmus Lauge (wechselt zu Veszprem) wurden mit stehen Ovationen verabschiedet.

Tore TBV Lemgo: Ebner 7, Zieker 5, Baijens 4, Hornke 4/2, Klimek 4, Guardiola Villaplana 1, Theuerkauf 1THW Kiel: Ekberg 6/2, Duvnjak 5, L. Nilsson 5, Weinhold 5, M. Landin 4, Wiencek 4, Zarabec 3Zuschauer: 4.790

Tore VfL Gummersbach: Herzig 5, Schukow 4, Sommer 4/1, Martinovic 3, A. Becker 2, Norouzi Nezhad 2, Baumgärtner 1, Schröter 1 Frisch Auf Göppingen: Schiller 7/3, Bagersted 4, Zelenovic 4, Kneule 3, Kozina 2, Rentschler 2/2, Sörensen 2, Heymann 1, Sliskovic 1 Schiedsrichter: Nils Blümel (Berlin)/Jörg Loppaschewski (Berlin) Zuschauer: 4132 Strafminuten: 10 / 6 Disqualifikation: – / –

Den Kielern war kein Vorwurf zu machen. Sie erledigten die “Hausaufgabe” in Lemgo nach anfänglichen Schwierigkeiten souverän. Die Gastgeber machten zu viele leichte Fehler, um dem THW gefährlich zu werden. Die Sechs-Tore-Führung der Schleswig-Holsteiner zu Pause ging vollkommen in Ordnung. Wären die “Zebras” mit ihren Chancen nicht so fahrlässig umgegangen, hätten sie schon deutlich höher führen können. In Bedrängnis kam das Team von Trainer Alfred Gislason, bei dem Niclas Ekberg mit acht Treffern bester Werfer war, trotzdem nicht mehr. Lemgo hatte nicht die Mittel, um den THW in der zweiten Hälfte doch noch vorzeitig aus dem Titelrennen zu kegeln.

Tore HC Erlangen: Büdel 8/3, Schröder 4, Kellner 3, von Gruchalla 3, Overby 2, Schäffer 2, N. Link 1, Theilinger 1 MT Melsungen: Reichmann 9/7, Sidorowicz 4, Allendorf 3, Birkefeldt 3, F. Lemke 2, Mikkelsen 2, P. Müller 1, Schneider 1 Schiedsrichter: Christoph Maier (Steinbach)/Michael Kilp (Oberursel) Zuschauer: 4538 Strafminuten: 6 / 6 Disqualifikation: – / Reichmann (52.)

“Die Wahrscheinlichkeit, noch Meister zu werden, ist sehr gering. Trotzem bleibt ein Fünkchen Hoffnung. Wenns klappt, freuen wir uns wahnsinnig. Wenn nicht, sind wir auch zufrieden, weil wir eine richtig gute Saison gespielt haben”, sagte THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler.

Wer wird deutscher Handball-Meister, Flensburg oder Kiel? Bundestrainer Christian Prokop im Interview über das spannende Saisonfinale und seine Trainerkollegen Alfred Gislason und Maik Machulla. mehr

Update Die Entscheidung in der HBL fällt erst am letzten Spieltag. Kiel und Flensburg erledigen ihre Aufgaben über weite Strecken souverän.

Spannend bleibt auch der Kampf um die letzten beiden Startplätze im EHF-Pokal, auf die noch vier Teams hoffen. Die besten Karten hat die MT Melsungen, die in letzter Sekunde zu einem 25:24 (11:16) beim HC Erlangen kam. Der Tabellenfünfte hat 40:26 Punkte auf dem Konto. Dahinter lauern Berlin, der Bergische HC (beide 38:28) und Göppingen (36:30).

Der deutsche Handball-Rekordchampion THW Kiel hat die vorzeitige Meisterschaft des Titelverteidigers SG Flensburg-Handewitt verhindert.(Tabelle der Handball-Bundesliga)

Tore TBV Lemgo Lippe: Ebner 7, Zieker 5, Baijens 4, Hornke 4/2, Klimek 4, Guardiola Villaplana 1, Theuerkauf 1 THW Kiel: Ekberg 6/2, Duvnjak 5, L. Nilsson 5, Weinhold 5, M. Landin 4, Wiencek 4, Zarabec 3 Schiedsrichter: Stefan Schneider (Barleben)/Colin Hartmann (Magdeburg) Zuschauer: 4790 Strafminuten: 2 / – Disqualifikation: – / –

Das Team von Trainer Alfred Gislason gewann 34:26 (17:11) beim TBV Lemgo Lippe und hat vor dem letzten Spieltag mit 60:6 Zählern weiterhin zwei Punkte Rückstand auf den Tabellenführer. Bester Werfer der Kieler war Niclas Ekberg mit acht Treffern.

Die SG Flensburg-Handewitt ist nur noch einen Schritt von der Titelverteidigung in der Handball-Bundesliga entfernt. Der Tabellenführer gewann am 33. Spieltag gegen die Füchse Berlin mit 26:18 (14:8) und geht mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung vor Rekordmeister THW Kiel ins Saisonfinale am Pfingstsonntag.

Video: Flensburg gewinnt ohne Probleme gegen die Füchse | Sportschau

Die Flensburger gaben sich ihrerseits ebenfalls keine Blöße und besiegten die Füchse Berlin vor eigenem Publikum 26:18 (14:8). Das Team von Trainer Maik Machulla braucht nun beim Saisonabschluss am 9. Juni beim Bergischen HC einen Punkt, um die dritte Meisterschaft aus eigener Kraft perfekt zu machen. Kiel empfängt am letzten Spieltag die TSV Hannover-Burgdorf.

Der DHB-Pokalsieger und EHF-Cup-Gewinner aus Kiel hatte in Lemgo ebenfalls keine Probleme. Niclas Ekberg war mit acht Toren bester Schütze für den souverän agierenden THW, der zum Saisonabschluss die TSV Hannover-Burgdorf empfängt.

“Wir freuen uns auf das nächste Spiel. Es ist ein Finale, so gehen wir es an. Wir sind immer die Mannschaft gewesen, die gejagt wurde”, sagte Machulla bei Sky: “Die Mannschaft zeigt mental eine unglaubliche Leistung.”

Am Tabellenende kommt es am letzten Spieltag zu einem “Abstiegsendspiel” zwischen “Altmeister” VfL Gummersbach und der SG BBM Bietigheim.

Der Verfolger wahrte am Mittwoch mit einem 34:26 (17:11)-Sieg beim TBV Lemgo seine kleine Titelchance im Fernduell mit dem Nordrivalen.

Gummersbach verlor gegen FA Göppingen 22:26 (13:14), Bietigheim unterlag trotz Halbzeitführung dem Tabellendritten SC Magdeburg 19:23 (13:9). Beide Teams haben vor dem Duell in Bietigheim 13:53 Punkte, Gummersbach allerdings die bessere Tordifferenz. 

Ihre Chancen auf den Klassenerhalt wahrten die Eulen Ludwigshafen. Der Tabellenletzte gewann überraschend bei den Rhein-Neckar Löwen 29:26 (15:11). Ludwigshafen muss mit 12:54 Punkten nun am letzten Spieltag gegen GWD Minden gewinnen und auf ein Unentschieden im Duell zwischen Bietigheim und Gummersbach hoffen.

Die Löwen bleiben nach der Niederlage im letzten Heimspiel des scheidenden Trainers Nicolaj Jacobsen Vierter.