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Handball-Bundesliga – noch jede Menge Spannung
(sid). Aufgeben? Keine Option. Druck machen? Bis zur letzten Sekunde. Im Handball-Krimi um den Titel setzt der THW Kiel auf seine eigene Serie und hofft im Fernduell mit der SG Flensburg/Handewitt auf einen Patzer des Nordrivalen kurz vor Schluss.

"Normalerweise können wir nicht mehr mit der Meisterschaft rechnen, dafür spielt Flensburg zu stabil", sagte Kiels Trainer Alfred Gislason bei Sky, bevor sich der Kampf um die deutsche Meisterschaft an diesem Mittwoch zuspitzt: "Was wir aber tun können – unsere eigenen Spiele gewinnen und bis zuletzt Druck ausüben."

Spiele gewinnen und Druck ausüben, das macht der Rekordmeister aus Kiel Woche für Woche. Seit Mitte September kassierten die Zebras von Gislason nur eine Pleite in der Liga – und dennoch sind sie im Finale der Meisterschaft nur der Jäger. Von der Tabellenspitze grüßt seit Monaten Flensburg, entsprechend selbstbewusst präsentiert sich der Titelverteidiger vor den noch ausstehenden und alles entscheidenden 120 Minuten der Saison. "Wir gehen gestärkt und mit geradem Rücken in die letzten Partien", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Stand: 28.05.2019 13:03 Uhr Prokop zum Titelrennen: “Noch nichts entschieden” Bundestrainer Christian Prokop blickt dem Saisonfinale gespannt entgegen. Holt die SG Flensburg-Handewitt ihre dritte deutsche Meisterschaft oder gewinnt der THW Kiel seinen 21. Titel? Das Saisonfinale in der Handball-Bundesliga ist noch einmal spannend geworden. Bundestrainer Christian Prokop im Interview über den Endspurt der Topteams aus Schleswig-Holstein, seine beiden Trainerkollegen und worauf es nun für beide Mannschaften ankommt.

Handball-Bundesliga : SG Flensburg-Handewitt: Der Meistertitel zum Greifen nah | shz.de

Zwei Punkte liegt Kiel hinter Flensburg, hat aber das deutlich bessere Torverhältnis. "So ein kleiner Funke Hoffnung ist im Kopf noch drin", sagte Kiels Rune Dahmke, Europameister von 2016, dem NDR. Am Mittwoch müssen Gislason und Co. nun beim Tabellenzehnten TBV Lemgo Lippe ran, Flensburg hat parallel mit dem Europapokalanwärter Füchse Berlin (beide 18.30 Uhr/Sky) die deutlich kniffligere Aufgabe. In der eigenen Halle ließ die Mannschaft von Trainer Maik Machulla bisher aber nicht einen einzigen Punkt liegen.

Prokop: Ich glaube, dass jeder gut beraten ist, auf sich zu schauen und seine Stärken durchzubringen. Flensburg hat nicht umsonst nur vier Minuspunkte. Weil sie sich weniger nach dem Gegner gerichtet, sondern ihr Konzept gut durchgebracht haben. Die Kieler haben sich nach Startschwierigkeiten super gefangen und eine absolute Top-Serie hingelegt. Und sie haben mit Torwart Niklas Landin einen herausragenden Mann für die entscheidenden Spiele.

"Natürlich hat jeder von uns die Hoffnung, dass Flensburg noch irgendwo Punkte lässt, aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen", sagte THW-Torwart Andreas Wolff, der auf keinen Fall will, dass für Kiel im Kampf um den Titel schon in Lemgo alles vorbei ist und auf ein Herzschlag-Finale am letzten Spieltag hofft.

Prokop: Maik Machulla hat in Flensburg nach dem Abgang von Ljubomir Vranjes ein schweres Erbe angetreten. Er macht das mit sehr viel Empathie, findet aber auch seinen eigenen Weg. Er hat nicht gleich alles über den Haufen geworfen, sondern in meinen Augen langsam und geduldig entscheidende Dinge zum Positiven weiterentwickelt. Das trägt nun Früchte, mit einer ganz attraktiven Spielweise.

Am 9. Juni gastiert Flensburg dann beim Bergischen HC, Kiel spielt zu Hause gegen die TSV Hannover-Burgdorf. "Wenn wir jetzt jede Begegnung gewinnen und Flensburg verliert ein Spiel, dann sind wir mit dem Torverhältnis deutscher Meister", sagte Wolff. Aufgeben gilt für die Kieler nicht.

Prokop: Das ist schon anspruchsvoll, aber durchaus lösbar für die SG. Gerade nach dem Zeichen, das sie zu Hause gegen Melsungen gesetzt haben. Wenn sie auf sich schauen, haben sie sehr gute Chancen auf die Titelverteidigung, was eine enorme Überraschung wäre. Ich persönlich hatte vor der Saison auf den THW gesetzt. Am Ende hat es der verdient, der oben steht.

Meisterschaft, Abstieg, Europapokal-Teilnahme: Zwei Spieltage vor Saisonende sind in der Handball-Bundesliga noch alle Entscheidungen offen.

Über Alfred Gislason wurde schon viel gesagt. Er ist einer der erfolgreichsten unserer Zunft. Man wird ihn in der Bundesliga sicherlich vermissen. Seine Art, seine Persönlichkeit, das wird keiner so schnell ausfüllen können. Ich persönlich schätze an Alfred am meisten, dass er so viel erreicht hat, dabei aber immer bodenständig und ehrgeizig geblieben ist.

Mit einem Kantersieg hat der THW Kiel den Druck auf die SG Flensburg-Handewitt im Fernduell um den Titel erhöht. Der Tabellenzweite kam am vergangenen Wochenende zu einem 39:19 gegen GWD Minden und liegt weiter zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter.

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Durch das Schützenfest haben die Kieler nun eine um 21 Treffer bessere Tordifferenz. Gewinnt das Team von Trainer Alfred Gislason auch die ausstehenden zwei Saisonspiele, darf sich der Titelverteidiger aus Flensburg gegen die Füchse Berlin und beim starken Aufsteiger Bergischer HC keinen Ausrutscher leisten.

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“Wir versuchen, einfach unsere Spiele zu gewinnen und schauen dann, was am Ende passiert. Normalerweise können wir nicht mit dem Meisterschaftstitel rechnen, denn Flensburg spielt eine sehr stabile Saison”, sagt Gislason. Der THW muss im Liga-Endspurt  zunächst in Lemgo antreten und dann gegen Hannover-Burgdorf ran. “Natürlich hat jeder von uns die Hoffnung, dass Flensburg noch irgendwo Punkte lässt. Wenn wir jetzt jede Begegnung gewinnen und Flensburg verliert ein Spiel, dann sind wir mit dem Torverhältnis deutscher Meister”, rechnet Torwart Andreas Wolf vor.

Audio starten, abbrechen mit Escape Handball – Füchse schlagen Rhein-Neckar Löwen Sportschau. 26.05.2019. 00:55 Min.. ARD. Von Nikolaus Hillman (RBB).

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Die Flensburger haben das Problem, dass Berlin und auch der Bergische HC noch um den Einzug in den EHF-Pokal spielen und jeden Punkt brauchen. Die Berliner haben erst zuletzt das Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen gewonnen. “Wir haben jetzt noch einmal Selbstvertrauen getankt”, sagte Nationalspieler Paul Drux. Und Manager Bob Hanning erklärte mit Blick auf  das Gastspiel in Flensburg: “Aber auch dort sind wir nicht chancenlos”. Am letzten Spieltag geht es dann noch daheim gegen Wetzlar. “Ich hoffe wir haben dann ein Endspiel um Europa”, so Hanning weiter.

Hinter dem Tabellenfünften aus Berlin lauern die punktgleichen Melsunger und nur zwei Punkte dahinter der Bergische HC. Melsungen muss noch nach Erlangen und spielt dann gegen Lemgo und hat damit das vermeintlich leichteste Restprogramm. Der Bergische HC reist vor dem Heimspiel gegen Flensburg nach Minden. Göppingen hat als Achter bei vier Punkten Rückstand nur noch theoretische Chancen. Die Plätze zwei bis sechs berechtigen zum Start im EHF-Pokal. Fix dabei sind bisher nur Flensburg oder Kiel sowie Magdeburg und die Rhein-Neckar-Löwen.

Spannung pur auch im Tabellenkeller. Der Drittletzte aus Gummersbach (gegen Göppingen) und der Vorletzte aus Bietigheim (in Magdeburg) liefern sich am vorletzten Spieltag ein Fernduell um den letzten freien Ligaplatz, bevor sie dann zum Showdown im direkten Duell in Bietigheim aufeinandertreffen. In Sachen Torverhältnis liegt Gummersbach 20 Tore vorne. Vor allem für den VfL wäre der Abstieg ein Desaster. Der VfL ist seit der Bundesligagründung 1967 noch nie abgestiegen.

Hoffnung auf den Klassenerhalt haben sogar noch die Eulen Ludwigshafen. Der Abstand des Tabellenletzten auf das Duo beträgt aber drei Punkte. Und die Aufgabe bei den Rhein-Neckar Löwen ist am 33. Spieltag nicht gerade leicht.