THW Kiel erhöht mit Schützenfest Druck auf Flensburg - NDR.de
HBL: THW Kiel – TSV GWD Minden LIVE im TV, Stream, Ticker
Pflicht grandios erfüllt und damit den Druck auf den Rivalen wieder erhöht – der THW Kiel ist am Sonntag, zum Abschluss des 32. Spieltages in der Handball-Bundesliga, zu Hause zu einem souveränen 39:19 (19:9) gegen den TSV GWD Minden gekommen. Dank des Erfolges vor 10.285 Zuschauern in der ausverkauften Arena rückte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason mit jetzt 58:6 Punkten wieder bis auf zwei Zähler an den Titelverteidiger und Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt (60:4) heran.

Der THW Kiel bleibt dran im Kampf um die deutsche Handball-Meisterschaft. Gegen Minden besserten die Kieler mit dem 39:19-Sieg auch noch ihr Torekonto auf.

In der 2. Liga sicherten sich der HBW Balingen-Weilstetten und die HSG Nordhorn-Lingen vorzeitig den Aufstieg. Die beiden Erstplatzierten haben zwei Spieltage vor Saisonschluss sechs beziehungsweise fünf Punkte Vorsprung vor dem Tabellendritten HSC 2000 Coburg, der durch eine 23:32-Heimniederlage gegen den ASV Hamm-Westfalen seine letzte Aufstiegschance verspielte.

Handball – Kiel feiert Kantersieg gegen Minden

Tore Kiel: Nilsson (9), Dahmke (7), Pekeler (5), Rahmel (4), Ekberg (3/3), Weinhold (3), Duvnjak (3), Reinkind (2), Firnhaber (2), Wiencek (1)Tore Minden: Korte (4), Gullerud (3), Rambo (3), Michalczik (2), Gulliksen (2), Manssin (1), Savvas (1), Staar (1), Zvizej (1), Cederholm (1)Zuschauer: 10.285

Der Kampf um die Meisterschale spitzt sich somit zu. Am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr) empfängt die SG die fünftplatzierten Füchse Berlin, der THW gastiert gleichzeitig beim Tabellenzehnten TBV Lemgo Lippe. Und am abschließenden Spieltag (9. Juni, 15 Uhr) steht Flensburg vor der anspruchsvollen Aufgabe beim EHF-Cup-Kandidaten Bergischer HC, während Kiel in eigener Halle gegen die TSV Hannover-Burgdorf (Rang 14) spielt. Flensburg benötigt für die Titelverteidigung mindestens einen Sieg und ein Remis. Auf die Tordifferenz kann die SG nicht setzen. Kiel weist nach dem klaren Heimsieg nun +200 Treffer vor, bei Flensburg sind es +179. “So ein kleiner Funke Hoffnung ist im Kopf noch drin”, sagte THW-Spieler Rune Dahme dem NDR.

Die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel machen die Handball-Meisterschaft unter sich aus. Wer hat die besseren Chancen? Das Restprogramm. mehr

Am Tabellenende vertagten die Eulen Ludwigshafen den drohenden Abstieg. Trotz des 23:22 (9:14)-Sieges gegen den Bergischen HC sind die Chancen des Tabellenletzten auf die Rettung bei drei Zählern Rückstand auf die punktgleichen Rivalen SG BBM Bietigheim und VfL Gummersbach weiter gering.

Ganze sieben Minuten lang durften die Mindener und Flensburger auf eine Überraschung der Grün-Weißen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt hoffen. Dann zogen die “Zebras”, die mit einer 3-2-1-Deckung und Andreas Wolff im Tor begannen, dem Team aus dem untereren Tabellenmittelfeld davon. Nach zwei Würfen ins leere Gehäuse der Gäste hieß es nach zwölf Minuten 8:4. Minden enttäuschte auf ganzer Linie, vor allem der sonst so treffsichere Christoffer Rambo war nur ein Schatten seiner selbst. Über 13:5 und 17:7 erhöhten die “Zebras” bis zur Pause auf 19:9. Und damit war GWD noch gut bedient. Torwart Kim Sonne Hansen verhinderte mit mehreren starken Paraden einen weitaus höheren Rückstand.

Die Füchse Berlin gewannen mit 34:33 (20:14) gegen die Rhein-Neckar Löwen und verbesserten sich zwei Spiele vor Saisonende mit 38:26 Punkten auf Rang fünf. Die Mannheimer fielen mit 50:14 Zählern hinter den punktgleichen SC Magdeburg auf Platz vier zurück.

Kiel machte auch im zweiten Abschnitt so weiter, warf Tor um Tor und baute die Führung weiter aus. Ole Rahmel erzielte in der 45. Minute per Tempo-Gegenstoß das 33:11. Erst in der Schlussphase ließen es die Gastgeber etwas gemächlicher angehen. Durch einen 4:0-Lauf verkürzte Minden auf 18:37 (57.) Am Ende waren es 20 Treffer Unterschied. Erfolgreichster Kieler war Lukas Nilsson mit neun Toren.

Der THW Kiel kämpft in der Handball-Bundesliga um die letzte Chance in Sachen Meisterschaft. Gegen den TSV GWD Minden heißt es: Verlieren verboten.

Vor einer Woche feierten die Norddeutschen den Titel im EHF-Pokal und bereiteten so ihrem scheidenden Erfolgstrainer Alfred Gislason schon mal einen rauschenden Abschied.

Die Füchse Berlin sind der Europapokal-Teilnahme unterdessen ein Stück näher gekommen. Das Team von Trainer Velimir Petkovic gewann am 32. Spieltag gegen die Rhein-Neckar Löwen 34:33 (20:14) und verbesserte sich auf den fünften Tabellenplatz. Die Löwen, die als Vierter bereits die Teilnahme am EHF-Cup sicher haben, mussten nach zuvor vier Siegen in Folge wieder eine Niederlage hinnehmen.

“Die Reaktion der Zuschauer war wie ein Abschiedsgeschenk für mich und meine Arbeit. Das war ein extrem bewegender Moment”, sagte Gislason nach dem 26:22 (16:10) im “Finale to Huus” gegen Cup-Verteidiger Füchse Berlin.

Tore für Kiel: Nilsson (9), Dahmke (7), Pekeler (5), Rahmel (4), Ekberg (3/3), Weinhold (3), Duvnjak (3), Reinkind (2), Firnhaber (2), Wiencek (1) Tore für Minden: Korte (4), Gullerud (3), Rambo (3), Michalczik (2), Gulliksen (2), Manssin (1), Savvas (1), Staar (1), Zvizej (1), Cederholm (1) Zuschauer: 10.285

Doch aller Euphorie zum Trotz: Die Kieler tun gut daran, sich möglichst schnell wieder aufs Wesentliche zu konzentrieren: Den Titelkampf in der Handball-Bundesliga. Am Sonntag treffen die Kieler auf den TSV GWD Minden. (Handball-Bundesliga: THW Kiel – TSV GWD Minden, 16 Uhr im LIVETICKER)

Patzen die Kieler, ist die Meisterschaft quasi entschieden. Denn Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt liegt vier Punkte vor den Kielern. Die Flensburger haben 32 von 34 Spielen absolviert, die Kieler eins weniger. Das Team von Gislason braucht den Sieg, um wieder auf zwei Punkte Rückstand zu verkürzen.

Unterschätzen sollten die Kieler den Gegner aus Minden auf jeden Fall nicht. “Im Hinspiel lagen wir in der zweiten Halbzeit zurück, konnten erst am Ende einen noch deutlich Sieg einfahren”, erinnerte sich Keeper Andreas Wolff. “Deshalb müssen wir Sonntag voll da sein, alles in diese Begegnung investieren.”

Im Kampf gegen den Abstieg feierte der Tabellenvorletzte SG BBM Bietigheim am Samstag beim 25:23 (13:10) gegen den TBV Lemgo Lippe einen eminent wichtigen Erfolg. Mit 13:51 Punkten schloss der Aufsteiger zu Altmeister VfL Gummersbach auf, der am letzten Spieltag in Bietigheim antreten muss.

Zuvor empfangen die Füchse Berlin im Verfolger-Duell die Rhein-Neckar Löwen. Die Füchse brauchen den Sieg, um sich Platz fünf von der MT Melsungen wiederzuholen. Die Löwen kämpfen mit dem SC Magdeburg um Platz drei. (Handball-Bundesliga: Füchse Berlin – SG Flensburg-Handewitt, 13.30 Uhr im LIVETICKER)

Zeitgleich mit den Kielern empfangen Die Eulen Ludwigshafen den Bergischen HC. (Handball-Bundesliga: Die Eulen Ludwigshafen – Bergischer HC, 16 Uhr im LIVETICKER)