Handball: THW Kiel gewinnt EHF-Pokalfinale gegen Füchse Berlin - SPIEGEL ONLINE
Handball, EHF-Cup: THW Kiel und Füchse Berlin im Finale
15 Jahre nach seinem bislang letzten Triumph hat der THW Kiel den EHF-Pokal geholt. Im deutschen Finale besiegte das Team Titelverteidiger Füchse Berlin souverän.

Der THW Kiel ist zum vierten Mal in seiner Vereinsgeschichte EHF-Pokalsieger. Die Kieler setzten sich vor heimischem Publikum 26:22 (16:10) gegen die Füchse Berlin durch, die noch im Vorjahr den Titel gegen Saint-Raphaël Var Handball gewonnen hatten. Bester Werfer bei den Kielern war Niclas Ekberg, der sieben Treffer beisteuerte.

Video starten, abbrechen mit Escape Bayers Bosz: “Wir wissen nicht, was Hertha macht | 17.05.2019 | 00:31 Min. Der BVB, seine Fans und das letzte Fünkchen Hoffnung | 17.05.2019 | 01:28 Min. Laura Dahlmeier – eine goldene Blitzkarriere | 17.05.2019 | 00:35 Min. Bayerns Kovac: “Ich muss nicht Millionen verdienen” | 17.05.2019 | 00:21 Min. Hondo-Anwalt Lehner: “Man sollte nicht die ganze Wahrheit erwarten” | 17.05.2019 | 06:23:00 Min. Katar – erster Stadion-Neubau für WM 2022 eröffnet | 17.05.2019 | 01:34 Min. Deutschlands Eishockey-Cracks wollen die “Großen” ärgern | 17.05.2019 | 01:32 Min. BBL: Bayern München startet als Top-Favorit in die Playoffs | 17.05.2019 | 01:50 Min. Flensburg siegt gegen Melsungen | 17.05.2019 | 01:36 Min. Sportschau in 100 Sekunden Sportschau. 17.05.2019. 02:00 Min.. Das Erste.

Nach einem ausgeglichenen Beginn erspielte sich der THW ab der 20. Minute nach und nach Vorteile und bis zur Pause eine komfortable 16:10-Führung. Großen Anteil daran hatte Kiels Torwart Niklas Landin, der 29 Prozent der Bälle, die auf sein Tor kamen, abwehren konnte. Silvio Heinevetter und Malte Semisch, die sich im Tor der Füchse abwechselten, brachten es zusammen nur auf elf Prozent. Ekberg und Steffen Weinhold waren für die Füchse-Abwehr schwer zu stoppen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kam Heinevetter, der die Füche im Sommer verlassen wird, allerdings stärker in die Partie und ermöglichte seinem Team mit guten Paraden eine kurze Aufholjagd. Diese beendete Magnus Landin jedoch schnell mit einem sehenswerten Kempa-Trick, der Kiel den ersten Treffer nach der Pause brachte (35. Minute).

Im zweiten Halbfinale kamen die Füchse gleich gut in die Partie, lagen schnell 2:0 in Führung. Porto brauchte fast sieben Minuten, um seinen ersten Treffer zu erzielen. Aber auch der Bundesligist leistete sich gegen die massive portugiesische Deckung viele Fehlwürfe. Dass die Berliner nicht in Rückstand gerieten, hatten sie vor allem den Paraden von Keeper Silvio Heinevetter zu verdanken. Porto ließ in der ersten Hälfte gleich drei Siebenmeter ungenutzt. Nach der Pause fanden die Füchse, für die Paul Drux mit sechs Toren glänzte, mit variablem Angriffsspiel offensiv mehr Lücken. So konnten die Berliner ihre Führung halten. Kam Porto einmal bis auf zwei Tore heran, hatte der Titelverteidiger immer eine Antwort. “Wir sind sehr zufrieden und haben uns verdient für das Finale qualifiziert. Jetzt sind wir Außenseiter gegen Kiel, aber keinesfalls chancenlos”, sagte Füchse-Manager Bob Hanning.

Die Füchse um Paul Drux wirkten im späteren Spielverlauf zeitweise müde, auch Topscorer Hans Lindberg strahlte nicht seine gewohnte Gefahr aus. Beim THW glänzte nun Andreas Wolff, der sich ab der Pause im Tor mit Niklas Landin abwechselte und dazu beitrug, dass Kiel seine Führung bis zum Ende konstant halten konnte.

Für den THW Kiel und seinen scheidenden Trainer Alfred Gíslason ist es nach dem Gewinn des deutschen Pokals der zweite Titel der Saison. In der Liga liegt das Team bei drei ausstehenden Spielen zwei Punkte hinter dem großen Rivalen SG Flensburg-Handewitt.

Holstebro und Favorit Kiel lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Die Dänen gingen mit viel Tempo zu Werke und hatten in Sebastian Leth Frandsen einen starken Rückhalt im Tor. Die Kieler hielten dagegen, traten allerdings nicht so souverän auf wie erwartet. Während Niclas Landin seinem dänischen Torwart-Kollegen in nichts nachstand, krankte das THW-Spiel offensiv vor allem an Nikola Bilyk. Der österreichische Rückraumschütze versenkte nur drei von neun Versuchen. Hätte Holstebro seine Gegenstöße konsequenter zu Ende gespielt und nicht acht technische Fehler gemacht, wäre auch eine dänische Führung zur Pause drin gewesen. Doch so retteten die Schleswig-Holsteiner einen Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine.

Bereits früher am Abend hatte der FC Porto 28:26 (14:16) gegen Tvis Holstebro gewonnen und sich damit Platz drei im Wettbewerb gesichert. Schon vor dem Finale war klar, dass zum 14. Mal in den vergangenen 15 Jahren ein Team aus der Bundesliga den Wettbewerb gewinnen würde.

Nach der Pause reagierte Gislason und brachte den zunächst geschonten Spielmacher Domagoj Duvnjak. Das gab den Hausherren spürbar mehr Selbstverständnis in ihren Aktionen. Mit knapp 10.000 frenetischen Fans im Rücken traten die “Zebras” nun zielstrebiger auf. Rune Dahmke und Steffen Weinhold trafen jeweils bei Unterzahlspiel der Gäste ins leere Tor der Dänen und nach knapp 45 Minuten führte Kiel klar mit 23:18. Holstebro verlor in der Folge den Faden und auch den Mut gegen konzentriert verteidigende Schleswig-Holsteiner. So kam der THW, der in Niclas Ekberg (sechs Tore) seinen besten Werfer hatte, immer wieder zu leichten Treffern und ließ sich auf dem Weg ins EHF-Cup-Finale nicht mehr aufhalten.

Update Im EHF-Cup kommt es zum deutschen Endspiel! Der THW Kiel und die Füchse Berlin setzten sich in den Halbfinal-Spielen durch und stürmen ins Finale.

Die Zebras im deutschen “Finale to Huus”, Alfred Gislason vor perfektem Europacup-Abschied: Handball-Rekordmeister THW Kiel greift beim Final Four um den EHF-Pokal nach seiner ersten internationalen Trophäe seit dem Champions-League-Triumph von 2012.

Die Mannschaft des scheidenden Trainers Gislason besiegte das dänische Team von TTH Holstebro im Halbfinale souverän mit 32:26 (16:14) und kann am Samstag vor heimischem Publikum gegen Cup-Verteidiger Füchse Berlin ihren zweiten Titel der Saison einfahren.

“Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Schwierigkeiten, haben uns dann aber verdient durchgesetzt. Wir waren sehr konzentriert”, sagte Gislason. Bester Torschütze der Kieler, die im April den DHB-Pokal gewonnen hatten, war in der mit 10.011 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena Niclas Ekberg mit sechs Treffern.

Elf Meisterschaften holt Serdarusic mit Kiel an die Förde. Weitere Erfolge mit dem THW: EHF-Pokalsieg 1998, 2002 und 2004; Supercup-Sieg 1995, 1998, 2005 und 2007; DHB-Pokalsieg 1998, 1999, 2000, 2007 und 2008; Champions-League-Finale 2000 und 2008. Und: der Triumph in der Königsklasse 2007.

THW-Gegner im Finale ist Berlin, das den FC Porto am späten Freitagabend mit 24:20 (12:8) besiegte. Der EHF-Cup-Sieger von 2015 und 2018 hatte seine besten Akteure in Nationalspieler Paul Drux (6 Tore) und Keeper Silvio Heinevetter, der die Portugiesen mit etlichen spektakulären Paraden entnervte.

Kiels Ex-Europameister Hendrik Pekeler meinte mit Blick auf Finale, das das achte rein deutsche Endspiel in der Cup-Geschichte sein wird: “Wir sind hier angetreten, um den Pokal zu holen. Da ist es egal, wer im Finale der Gegner ist. Jetzt wollen wir den Pott.” Den wollen die Berliner allerdings auch. Füchse-Manager Bob Hanning meinte: “Wir sind sehr zufrieden und haben uns verdient für das Finale qualifiziert. Jetzt sind wir Außenseiter gegen Kiel, aber keinesfalls chancenlos.”

Für die Kieler geht es um den vierten Erfolg im EHF-Cup nach 1998, 2002 und 2004. Gislason, der seine ruhmreiche Karriere als Vereinstrainer nach elf Jahren beim THW im Sommer beendet, winkt in seinem letzten internationalen Spiel mit den Zebras sein 20. und vielleicht letzter Titel mit den Norddeutschen.

“Mit dem EHF-Pokalsieg 2001 mit dem SC Magdeburg startete meine Trainer-Karriere vor 18 Jahren richtig durch”, sagte Gislason vor der Partie: “Deshalb wäre es das i-Tüpfelchen, wenn meine Karriere im Vereinshandball auch mit dem gewonnenen EHF-Pokal enden würde.” Zumal ihm diese Trophäe in seiner großen Titelsammlung mit dem THW als letzte noch fehlt.

Schon am Freitag überließ der Isländer nichts dem Zufall – und präsentierte sich einmal mehr als ausgebuffter Taktiker, in dem er seinen Kapitän Domagoj Duvnjak und Nationalspieler Steffen Weinhold zunächst draußen ließ und für Samstag schonte. Seine Rechnung ging auf: Kiel feierte einen zu keiner Zeit gefährdeten Erfolg – es war der wettbewerbsübergreifend 17. Pflichtspielsieg in Folge.

Zwar stotterte der THW-Motor fünf Tage nach dem umjubelten 20:18 im Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt in der Anfangsphase gewaltig. Doch ab der ersten Führung nach zehn Minuten durch Hendrik Pekeler (5:4) gaben die Hausherren ihren Vorsprung nicht mehr aus der Hand.

Richtig ins Rollen kamen die Kieler im zweiten Durchgang, als mit Spielmacher Duvnjak, Weinhold und Miha Zarabec die vermeintlich erste Garde im Rückraum ran durfte. Spätestens beim 27:22 (49.) durch Weinhold war die Partie entschieden.

Der EHF-Pokal ist hinter der Königsklasse der zweitwichtigste Europacup-Wettbewerb im Handball – und ist seit jeher fest in den deutscher Hand: In den vergangenen 15 Jahren gewann 14-mal ein Team aus der Bundesliga. Das wird auch diesmal der Fall sein.