Deutsches EHF-Cup-Finale: Kiel trifft auf Berlin - NDR.de
Deutsches EHF-Cup-Finale: Kiel trifft auf Berlin
Nach zwei packenden Halbfinalpartien im EHF-Pokal können sich Handballfans auf ein hochkarätiges deutsch-deutsches Finale freuen: Auf die Titelverteidiger aus Berlin trifft am Samstag der deutsche Rekordmeister THW Kiel.

Handball-Rekordmeister THW Kiel greift beim Final Four um den EHF-Pokal nach seiner ersten internationalen Trophäe seit dem Champions-League-Triumph von 2012. Die Mannschaft des scheidenden Trainers Alfred Gislason besiegte das dänische Team von TTH Holstebro im Halbfinale souverän mit 32:26 (16:14) und kann am Samstag vor heimischem Publikum gegen Cup-Verteidiger Füchse Berlin ihren zweiten Titel der Saison einfahren.

"Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Schwierigkeiten, haben uns dann aber verdient durchgesetzt. Wir waren sehr konzentriert", sagte Gislason. Bester Torschütze der Kieler, die im April den DHB-Pokal gewonnen hatten, war in der mit 10.011 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena Niclas Ekberg mit sechs Treffern.

Schon am Freitag überließ der Isländer nichts dem Zufall – und präsentierte sich einmal mehr als ausgebuffter Taktiker, in dem er seinen Kapitän Domagoj Duvnjak und Nationalspieler Steffen Weinhold zunächst draußen ließ und für Samstag schonte. Seine Rechnung ging auf: Kiel feierte einen zu keiner Zeit gefährdeten Erfolg – es war der wettbewerbsübergreifend 17. Pflichtspielsieg in Folge.

Handball: Berlin macht deutsches EHF-Pokalfinale perfekt

THW-Gegner im Finale ist Berlin, das den FC Porto mit 24:20 (12:8) besiegte. Der EHF-Cup-Sieger von 2015 und 2018 hatte seine besten Akteure in Nationalspieler Paul Drux (6 Tore) und Keeper Silvio Heinevetter, der die Portugiesen mit etlichen spektakulären Paraden entnervte. Kiels Ex-Europameister Hendrik Pekeler meinte mit Blick auf Finale, das das achte rein deutsche Endspiel in der Cup-Geschichte sein wird: "Wir sind hier angetreten, um den Pokal zu holen. Da ist es egal, wer im Finale der Gegner ist. Jetzt wollen wir den Pott." Den wollen die Berliner allerdings auch. Füchse-Manager Bob Hanning sagte: "Wir sind sehr zufrieden und haben uns verdient für das Finale qualifiziert. Jetzt sind wir Außenseiter gegen Kiel, aber keinesfalls chancenlos."

“Mit dem EHF-Pokalsieg 2001 mit dem SC Magdeburg startete meine Trainer-Karriere vor 18 Jahren richtig durch”, sagte Gislason vor der Partie: “Deshalb wäre es das i-Tüpfelchen, wenn meine Karriere im Vereinshandball auch mit dem gewonnenen EHF-Pokal enden würde.” Zumal ihm diese Trophäe in seiner großen Titelsammlung mit dem THW als letzte noch fehlt.

Für die Kieler geht es um den vierten Erfolg im EHF-Cup nach 1998, 2002 und 2004. Gislason, der seine ruhmreiche Karriere als Vereinstrainer nach elf Jahren beim THW im Sommer beendet, winkt in seinem letzten internationalen Spiel mit den Zebras sein 20. und vielleicht letzter Titel mit den Norddeutschen. "Mit dem EHF-Pokalsieg 2001 mit dem SC Magdeburg startete meine Trainer-Karriere vor 18 Jahren richtig durch", sagte Gislason vor der Partie: "Deshalb wäre es das i-Tüpfelchen, wenn meine Karriere im Vereinshandball auch mit dem gewonnenen EHF-Pokal enden würde." Zumal ihm diese Trophäe in seiner großen Titelsammlung mit dem THW als letzte noch fehlt.

“Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Schwierigkeiten, haben uns dann aber verdient durchgesetzt. Wir waren sehr konzentriert”, sagte Gislason. Bester Torschütze der Kieler, die im April den DHB-Pokal gewonnen hatten, war in der mit 10.011 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena Niclas Ekberg mit sechs Treffern.

Schon im Halbfinale überließ der Isländer nichts dem Zufall und präsentierte sich einmal mehr als ausgebuffter Taktiker, in dem er seinen Kapitän Domagoj Duvnjak und Nationalspieler Steffen Weinhold zunächst draußen ließ und schonte. Seine Rechnung ging auf: Kiel feierte einen zu keiner Zeit gefährdeten Erfolg, es war der wettbewerbsübergreifend 17. Pflichtspielsieg in Folge. Zwar stotterte der THW-Motor fünf Tage nach dem umjubelten 20:18 im Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt in der Anfangsphase gewaltig. Doch ab der ersten Führung nach zehn Minuten durch Hendrik Pekeler (5:4) gaben die Hausherren ihren Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Richtig ins Rollen kamen die Kieler im zweiten Durchgang, als mit Spielmacher Duvnjak, Weinhold und Miha Zarabec die vermeintlich erste Garde im Rückraum ran durfte. Spätestens beim 27:22 (49.) durch Weinhold war die Partie entschieden.

Für die Kieler geht es um den vierten Erfolg im EHF-Cup nach 1998, 2002 und 2004. Gislason, der seine ruhmreiche Karriere als Vereinstrainer nach elf Jahren beim THW im Sommer beendet, winkt in seinem letzten internationalen Spiel mit den Zebras sein 20. und vielleicht letzter Titel mit den Norddeutschen.

Das Finale um den EHF-Pokal wird am Samstag um 20.45 Uhr angepfiffen. Zuvor (18.00 Uhr) spielen Team Tvis Holstebro und der FC Porto um den dritten Platz. Der EHF-Pokal ist hinter der Königsklasse der zweitwichtigste Europacup-Wettbewerb im Handball und ist seit jeher fest in den deutscher Hand: In den vergangenen 15 Jahren gewann 14-mal ein Team aus der Bundesliga.

THW-Gegner im Finale ist Berlin, das den FC Porto am späten Freitagabend mit 24:20 (12:8) besiegte. Der EHF-Cup-Sieger von 2015 und 2018 hatte seine besten Akteure in Nationalspieler Paul Drux (6 Tore) und Keeper Silvio Heinevetter, der die Portugiesen mit etlichen spektakulären Paraden entnervte.

Es war ein hartes Stück Arbeit, aber letztlich hat sich der THW Kiel ins Finale des EHF-Cups gekämpft. Der deutsche Handball-Rekordmeister schaltete am Freitagabend in eigener Halle den dänischen Club TTH Holstebro mit 32:26 (16:14) aus und greift nach seiner ersten internationalen Trophäe seit dem Champions-League-Triumph von 2012. “Jetzt wollen wir den Pott”, sagte Kreisläufer Hendrik Pekeler. Auf dem Weg zum möglichen vierten Erfolg im zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb treffen die “Zebras” am Sonnabend (20.45 Uhr) im Endspiel auf die Füchse Berlin. Der Titelverteidiger bezwang im zweiten Semifinale den portugiesischen Meister FC Porto mit 24:20 (12:8).

Finale! In eigener Halle hat sich der THW Kiel gegen TTH Holstebro im Halbfinale des EHF-Cups durchgesetzt.

Allerdings kommen die Gäste zunächst besser ins Spiel. Sie führen beim Favoriten zwischenzeitlich sogar mit zwei Toren.

Der EHF-Pokal ist hinter der Königsklasse der zweitwichtigste Europacup-Wettbewerb im Handball – und ist seit jeher fest in den deutscher Hand: In den vergangenen 15 Jahren gewann 14-mal ein Team aus der Bundesliga. Das wird auch diesmal der Fall sein.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit stehen zwischen den “Zebras” und einer deutlichen Führung vor allem unnötige technische Fehler.

Die Zebras im deutschen “Finale to Huus”, Alfred Gislason vor perfektem Europacup-Abschied: Handball-Rekordmeister THW Kiel greift beim Final Four um den EHF-Pokal nach seiner ersten internationalen Trophäe seit dem Champions-League-Triumph von 2012.

Am Ende gewinnt der THW klar mit 32:26 und darf sich auf das Finale gegen die Füchse Berlin oder den FC Porto freuen.

Richtig ins Rollen kamen die Kieler im zweiten Durchgang, als mit Spielmacher Duvnjak, Weinhold und Miha Zarabec die vermeintlich erste Garde im Rückraum ran durfte. Spätestens beim 27:22 (49.) durch Weinhold war die Partie entschieden.

THW-Trainer Alfred Gislason zeigte sich zufrieden: “Wir hatten in der ersten Halbzeit einige Schwierigkeiten, haben uns dann aber verdient durchgesetzt. Wir waren sehr konzentriert.” Kiels Coach, der seine erfolgreiche Karriere als Vereinstrainer nach elf Jahren beim THW im Sommer beendet, winkt nun in seinem letzten internationalen Spiel mit den “Zebras” sein 20. und vielleicht letzter Titel mit den Norddeutschen. “Mit dem EHF-Pokalsieg 2001 mit dem SC Magdeburg startete meine Trainer-Karriere vor 18 Jahren richtig durch”, sagte Gislason vor der Partie: “Deshalb wäre es das i-Tüpfelchen, wenn meine Karriere im Vereinshandball auch mit dem gewonnenen EHF-Pokal enden würde.” Zumal ihm diese Trophäe in seiner großen Titelsammlung mit dem THW als letzte noch fehlt.

Update Im EHF-Cup kommt es zum deutschen Endspiel! Der THW Kiel und die Füchse Berlin setzten sich in den Halbfinal-Spielen durch und stürmen ins Finale.

Trainer Alfred Gislason hat mit dem THW Kiel Titel um Titel gesammelt – im EHF-Pokal folgt nun womöglich der letzte als Vereinstrainer. Der Rekordmeister verliert ein Unikum. mehr

Holstebro und Favorit Kiel lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Die Dänen gingen mit viel Tempo zu Werke und hatten in Sebastian Leth Frandsen einen starken Rückhalt im Tor. Die Kieler hielten dagegen, traten allerdings nicht so souverän auf wie erwartet. Während Niclas Landin seinem dänischen Torwart-Kollegen in nichts nachstand, krankte das THW-Spiel offensiv vor allem an Nikola Bilyk. Der österreichische Rückraumschütze versenkte nur drei von neun Versuchen. Hätte Holstebro seine Gegenstöße konsequenter zu Ende gespielt und nicht acht technische Fehler gemacht, wäre auch eine dänische Führung zur Pause drin gewesen. Doch so retteten die Schleswig-Holsteiner einen Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine.

Tore Holstebro: Bramming 7, Smits 5, Balling Christensen 3, Mortensen 3, Porup 3, Svavarsson 3, Nielsen 1, Östlund 1THW Kiel: Ekberg 6, L. Nilsson 4, Pekeler 4, Weinhold 4, Bilyk 3, Dahmke 3, Duvnjak 2, Zarabec 2, M. Landin 1, Rahmel 1, Reinkind 1, Wiencek 1Strafminuten: 10 / 2

Nach der Pause reagierte Gislason und brachte den zunächst geschonten Spielmacher Domagoj Duvnjak. Das gab den Hausherren spürbar mehr Selbstverständnis in ihren Aktionen. Mit knapp 10.000 frenetischen Fans im Rücken traten die “Zebras” nun zielstrebiger auf. Rune Dahmke und Steffen Weinhold trafen jeweils bei Unterzahlspiel der Gäste ins leere Tor der Dänen und nach knapp 45 Minuten führte Kiel klar mit 23:18. Holstebro verlor in der Folge den Faden und auch den Mut gegen konzentriert verteidigende Schleswig-Holsteiner. So kam der THW, der in Niclas Ekberg (sechs Tore) seinen besten Werfer hatte, immer wieder zu leichten Treffern und ließ sich auf dem Weg ins EHF-Cup-Finale nicht mehr aufhalten.

Tore Füchse Berlin: Drux 6, Lindberg 5, Wiede 4, Elisson 3, Zachrisson 3, Koch 2, Marsenic 1´FC Porto: Alves 6, Iturriza Alvarez 5, Rodrigues Areia 2, Sousa Martins Silva 2, Amador Salina 1, Branquinho 1, Magalhaes 1, Mbengue 1, Soares Martins 1Strafminuten: 4 / 8

Porto spielte fast die gesamte Partie im Angriff mit einem zusätzlichen Feldspieler für den Torwart. Dichter als auf zwei Treffer Differenz ließen die Berliner ihren Gegner in der zweiten Halbzeit aber dennoch nicht herankommen.

Im zweiten Halbfinale kamen die Füchse gleich gut in die Partie, lagen schnell 2:0 in Führung. Porto brauchte fast sieben Minuten, um seinen ersten Treffer zu erzielen. Aber auch der Bundesligist leistete sich gegen die massive portugiesische Deckung viele Fehlwürfe. Dass die Berliner nicht in Rückstand gerieten, hatten sie vor allem den Paraden von Keeper Silvio Heinevetter zu verdanken. Porto ließ in der ersten Hälfte gleich drei Siebenmeter ungenutzt. Nach der Pause fanden die Füchse, für die Paul Drux mit sechs Toren glänzte, mit variablem Angriffsspiel offensiv mehr Lücken. So konnten die Berliner ihre Führung halten. Kam Porto einmal bis auf zwei Tore heran, hatte der Titelverteidiger immer eine Antwort. “Wir sind sehr zufrieden und haben uns verdient für das Finale qualifiziert. Jetzt sind wir Außenseiter gegen Kiel, aber keinesfalls chancenlos”, sagte Füchse-Manager Bob Hanning.

Der hinter der Königsklasse zweitwichtigste Europacup-Wettbewerb im Handball wird seit vielen Jahren von deutschen Klubs dominiert: In den vergangenen 15 Jahren gewann 14-mal ein Team aus der Bundesliga.

Kein Handballclub in Deutschland hat so viele Trophäen einheimsen können wie der THW Kiel. Die Siegesfeiern auf dem Rathausplatz geraten schon fast zu einer Dauerveranstaltung.

Den ersten Titel holt der THW noch auf dem Feld: 1948 wird Kiel Meister. Auch in der Halle sind die “Zebras” früh erfolgreich. 1957, 1962 und 1963 feiern sie – angeführt von Handball-Idol Hein Dahlinger – die Meistschaft. Die Ostseehalle gilt schon damals als “Handball-Tempel”.

Das Finale findet am Samstag statt (20.45 Uhr/Stream: Dazn). Um 18 Uhr spielen Holstebro und Porto um Platz drei.

Es folgen 31 Jahre ohne Titel. Auch Uwe Schwenker kann daran als aktiver Profi nichts ändern. Er wird nach dem Ende seiner Karriere Manager und leitet die Erfolgsära der Schleswig-Holsteiner ein.

1993 holt Schwenker Zvonimir “Noka” Serdarusic als Trainer nach Kiel. Fortan eilten die “Zebras” von Titel zu Titel.

Das lange Warten hat 1994 ein Ende: Serdarusic und Spielmacher Magnus Wislander dirigieren den THW zur Meisterschaft.

Elf Meisterschaften holt Serdarusic mit Kiel an die Förde. Weitere Erfolge mit dem THW: EHF-Pokalsieg 1998, 2002 und 2004; Supercup-Sieg 1995, 1998, 2005 und 2007; DHB-Pokalsieg 1998, 1999, 2000, 2007 und 2008; Champions-League-Finale 2000 und 2008. Und: der Triumph in der Königsklasse 2007.

Immer wieder beweist der Verein einen guten Riecher und verpflichtet Ausnahmespieler – wie zum Beispiel Nikola Karabatic. Der Serbe mit französischer Staatsbürgerschaft spielt von 2005 bis 2009 für die “Zebras”.

Doch einer überragt sie alle: Magnus Wislander, Handballer des Jahrhunderts. Von 1990 bis 2002 spielt der Schwede in Kiel. Nach seinem Karriereende vergibt der THW die Nummer zwei ihm zu Ehren an keinen anderen Spieler mehr.

Das Maskottchen der “Zebras”: Hein Daddel, benannt nach dem früheren Nationalspieler Hein Dahlinger.

2. Juni 2007, ein absoluter Glanzpunkt in der THW-Historie: Die “Zebras” feiern mit dem Triple aus Champions League, Meisterschaft und Pokalsieg eine grandiose Saison.

Der Club ist auf dem Höhepunkt angekommen – und belohnt auch die treuen Fans: Die Ostseehalle, die 10.250 Zuschauer fasst, ist fast immer ausverkauft.

Nach dem Gewinn der Meisterschaft lassen sich die Spieler in Königsmänteln mit Zebra-Kragen durch die Stadt kutschieren. Hier sind es Pelle Linders (v.l.), Kim Andersson, Nikola Karabatic und Thierry Omeyer.

Vollständig machen konnten die Kieler das Triple mit einem Sieg am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Nordhorn. Bis dahin hatte sich die Mannschaft ein packendes Saisonrennen mit dem HSV und Flensburg geliefert.

Aber der größte Triumph ist der Sieg im Champions-League-Finale gegen den Dauerrivalen SG Flensburg-Handewitt.

2000 hatte der Däne Nikolaj Jacobsen noch vergeblich gefleht: Sein THW zieht im Endspiel der Königsklasse gegen den FC Barcelona knapp den Kürzeren.

Sieben Jahre später setzt sich Kiel zum ersten Mal die Krone des europäischen Handballs auf – und wird dafür mit einem angemessen großen Pokal belohnt.

Dagegen nimmt sich der DHB-Pokal ausgesprochen klein aus. Doch die Freude über den Cupgewinn ist bei Henrik Lundström (v.l.), Kim Andersson, Vid Kavticnik und Nikola Karabatic trotzdem groß.

2008 schreiben die Schleswig-Holsteiner die Erfolgsgeschichte nahtlos fort: Beim Final Four in Hamburg sichern sie sich mit einem Sieg über den HSV zum fünften Mal in der Clubgeschichte den DHB-Pokal. Auch die deutsche Meisterschaft geht erneut nach Kiel.

Nur in der Champions League gelingt die Titelverteidigung nicht. Filip Jicha und Co. gewinnen zwar das Hinspiel beim spanischen Spitzenclub Ciudad Real knapp, ziehen aber vor heimischer Kulisse mit sechs Toren den Kürzeren.

Doch die heile Kieler Welt bröckelt. Serdarusic und Schwenker zerstreiten sich, der Erfolgscoach wird entlassen. Anschließend werden Vorwürfe laut, dass Schwenker und Serdarusic beim Champions-League-Sieg gegen Flensburg die Schiedsrichter bestochen hätten. Die einstigen “Könige von Kiel” (Der Spiegel) müssen sich vor Gericht verantworten. Sie werden freigesprochen.

Schwenker räumt nach Bekanntwerden der Vorwürfe am 7. April 2009 seinen Manager-Posten. Zuvor gelingt ihm ein weiterer Glücksgriff. Schwenker holt im Sommer 2008 Coach Alfred Gislason vom SC Magdeburg an die Förde. Die THW-Erfolgsgeschichte geht weiter.

National ist an dem Gislason-Team in dessen erster Saison in Kiel kein Vorbeikommen. In Hamburg gewinnt der THW zum dritten Mal in Folge den DHB-Pokal.

Auch in der Bundesliga beherrschen die Kieler einmal mehr die Konkurrenz nach Belieben und sichern sich bereits fünf Spieltage vor Saisonschluss die 15. deutsche Meisterschaft.

Erneut scheitern die Kieler jedoch im Champions-League-Finale an Ciudad Real. Ein Fünf-Tore-Polster aus dem Hinspiel reicht nicht. In Spanien kassieren die Schleswig-Holsteiner eine bittere 27:33-Pleite und müssen sich wieder mit dem zweiten Platz in der Königsklasse zufrieden geben.

Rückraum-Star Nikola Karabatic bricht nach der Saison seine Zelte an der Kieler Förde ab und wechselt zu Montpellier HB in seine französische Heimat. Vid Kavticnik folgt seinem Freund und Teamkollegen.

Zudem müssen die Kieler in Zukunft ohne Kapitän Stefan Lövgren auskommen. Mit dem Abschied des 38-jährigen Schweden, der seine Karriere beendet, geht beim THW eine Ära zu Ende.

Doch auch ohne Lövgren setzt sich die Kieler Erfolgsgeschichte fort. Beim erstmals ausgetragenen Final-Four-Turnier um die Champions League in Köln steht der THW am 30. Mai 2010 gegen Barcelona im Finale.

Und nach dramatischen 60 Minuten steht es 36:34 für die Schleswig-Holsteiner. Der zweite Triumph in der europäischen Königsklasse ist perfekt.

Am letzten Bundesliga-Spieltag der Saison 2009/2010 feiern die Kieler zudem zum sechsten Mal in Folge die Meisterschaft. Das grandiose i-Tüpfelchen auf eine Saison, die alles andere als vielversprechend begonnen hatte.

In der Saison 2010/2011 werden die “Zebras” zwar nicht Meister, sichern sich aber zum siebten Mal den DHB-Pokal, …

… zudem gelingt erstmals der Sieg bei der Vereins-WM: Im Finale in Doha in Katar siegt der THW gegen den spanischen Spitzenclub Ciudad Real.

In der Spielzeit 2011/2012 schreiben die “Zebras” Geschichte. Bereits am 29. Bundesliga-Spieltag sichern sich die Schleswig-Holsteiner die 17. Meisterschaft. Nach einem 32:27 gegen Magdeburg ist dem THW der Titel nicht mehr zu nehmen. Am Ende gelingt sogar eine perfekte Saison mit 68:0 Punkten.

Außerdem gewinnen die “Zebras” zum zweiten Mal in Folge den DHB-Pokal. Im Finale bezwingen die Schleswig-Holsteiner den Landesrivalen SG Flensburg-Handewitt.

Die Krönung der Gigantensaison 2011/2012 erfolgt Ende Mai mit dem Gewinn der Champions League. Der THW bezwingt im Finale Atletico Madrid und holt zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Triple.

Rund 20.000 Fans feiern die Überflieger auf dem Kieler Rathausmarkt, die alle drei Trophäen im Gepäck haben.

In der Saison 2012/2013 verteidigt der THW zunächst seinen Titel im DHB-Pokal: Im Finale bezwingen sie den ewigen Rivalen Flensburg-Handewitt mit 33:30 …

… das gelingt ihnen auch in der Meisterschaft: Nach einem begeisternden 31:25-Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen steht der 18. Triumph fest.

Meisterschaft Nummer 19 folgt ein Jahr später. Obwohl viele Stars Kiel verlassen haben, holt sich der THW erneut den Titel – in einem Herzschlagfinale ist er letztlich zwei Treffer besser als die RN Löwen.

Meisterschaft Nummer 20 holt sich der THW im Jahr 2015. Wieder haben die Löwen als Zweiter das Nachsehen.

Nach einem titellosen Jahr 2016 holt sich der THW 2017 wieder einen “Pott”. In Hamburg küren sich die “Zebras” zum zehnten Mal zum deutschen Pokalsieger, durch einen Finalerfolg gegen Erzrivale Flensburg. Titel Nummer elf folgt 2019. Dieses Mal schlagen die “Zebras” den SC Magdeburg.