Holstein Kiel: Von Abschieden und Neuaufbau - Sportbuzzer
Lee eröffnet: Kiel besiegt Dresden klar und deutlich
Mit Kenneth Kronholm, Kingsley Schindler und David Kinsombi verlassen Holstein Kiel wichtige Identifikationsfiguren der letzten Jahre. Ganz klar: Die KSV steht vor einem Umbruch.

Sonntagnachmittag, ein Hauch von Abschied weht durch das Holstein-Stadion. Vorm Anpfiff des letzten Saison-Heimspiels von Holstein Kiel gegen Dynamo Dresden in der Zweiten Fußball-Bundesliga werden gleich sechs scheidende Profis von der KSV geehrt. Die Leihspieler Masaya Okugawa, Mathias Honsak und Lászlo Bénes, dazu Kapitän David Kinsombi, Kingsley Schindler – und natürlich Kult-Keeper Kenneth Kronholm, der mit Sprechchören gefeiert wird und sich mit dem Mikro an die Ränge wendet (Danke für die letzten fünf Jahre. Ich werde euch nie vergessen). Sie alle also winken ein letztes Mal ihren Fans zu. Fußball wird danach auch noch gespielt, die KSV gewinnt mit 3:0.

0:3-Klatsche bei Holstein Kiel: Dynamo enttäuscht auf der ganzen Linie

Aber das ist zunächst noch nebensächlich. Umbruch, Abschied. Auch für den Trainer? Der sich anbahnende Wechsel von Tim Walter nach Stuttgart jedenfalls ist unter den 12712 Zuschauern ein großes Thema. Auf der Westkurve äußern die Ultras klar ihre Meinung. Ihr habt Holstein nicht verdient – Söldner vom Hof jagen – das Banner ist unmissverständlich. Und auch die akustische Reaktion der Fans, die nicht nur Kinsombi, der zum HSV geht, niederpfeifen, sondern auch beim Verkünden der Mannschaftsaufstellung im Moment der Nennung von Walters Namen buhen.

Bei Sonne satt beide Teams zunächst darum bemüht, keine Fehler zu machen. Dynamo patzte allerdings zuerst: Nach Fehlpass von Ebert stapft Lee auf Wiegers zu, doch der kriegt noch die Fingerspitzen an den Ball (17.).

Dynamo Dresden geht an der Ostsee bei Holstein Kiel baden!

Holstein Kiel hat sich im letzten Heimspiel der Saison mit einem Sieg von seinen Fans verabschiedet. Die Störche bezwangen Dynamo Dresden mit 3:0 und fuhren einen insgesamt verdienten Dreier ein.

Die Gäste wie von Trainer Cristian Fiel angedeutet mit einigen personellen Veränderungen. Im Vergleich zum Pauli-Spiel (2:1) standen mit Duljevic, Röser, Möschl und Löwe vier Neue in der Start-Elf.

Kiels Coach Tim Walter nahm nach dem 0:2 gegen Duisburg eine Veränderung in seiner Startelf vor: Benes wurde durch Meffert ersetzt, der nach abgesessener Gelbsperre wieder spielberechtigt war.

69. Minute: Nach einer Ecke entwischt Meffert Abwehrchef Ballas und schiebt mit der Hacke ein (69.). 77. Minute: Erneut pennt Dresden nach einer Ecke, Wahl sagt mit dem 3:0 Danke.

Dresdens Trainer Christian Fiel tauschte im Vergleich zum 2:1 gegen St. Pauli viermal Personal aus: Löwe, Möschl, Röser und Duljevic ersetzten Wahlqvist (Bank), Burnic, Koné (beide Gelb-Sperre) und Berko (Verletzung im Sprunggelenk).

Zwei Chancen gibt´s vor der Pause aber doch noch: Duljevic spritzt in einen Abschlag von Keeper Reimann (32.), Röser versucht´s mit der Hacke (40.) – jeweils knapp daneben.

Nach verhaltenem Beginn mit ausgeglichenen Spielanteilen hatte Kiel in der 17. Minute plötzlich das 1:0 auf dem Fuß: Ebert spielte einen haarsträubenden Fehlpass ins Zentrum vor die Füße von Okugawa. Der Japaner tauchte zentral vor dem Kasten auf, wurde im entscheidenden Moment aber von Ballas gestört. Sein Schuss – von Dynamo-Keeper Wiegers noch leicht abgefälscht – trudelte Richtung Tor und wurde schließlich geklärt. Zwei Minuten später hatte der 23-Jährige erneut die Führung auf dem Fuß, schlug aber nach einer scharfen Flanke ein Luftloch. Van den Bergh brachte die Kugel ein zweites Mal vor den Kasten und fand Lee, der es besser machte und aus kurzer Distanz zum 1:0 traf (19.).

Dynamo tat sich in der zweiten Halbzeit schwer, überhaupt mal in die gegnerische Hälfte vorzustoßen, Kiel wollte dagegen früh den Deckel draufmachen – und tat das auch. Jonas Meffert (69.) ließ elegant einen Eckball ins lange Eck abtropfen und erzielte somit das 2:0 für die Gastgeber. Per Kopf erhöhte Hauke Wahl (77.) nach einem erneuten Eckball zum 3:0.

Trotz Führung liefen die Hausherren den Gegner weiter früh und entschlossen an und stellten die Gäste damit vor Probleme. Zwingende Möglichkeiten blieben in der Folge allerdings auf beiden Seiten Mangelware. Dresden kam dem Ausgleich nur zweimal nahe: Atiks Freistoß flog deutlich über den Kasten (25.), weitaus gefährlicher war Rösers Direktabnahme aus kurzer Distanz, die das Tor knapp verfehlte (40.).

Zwei Minuten später klingelte es dann aber: Dynamo lief nach einem eigenen Eckball in einen Konter. Okugawa hatte nach einer Flanke von Jannik Dehm schon die Führung auf dem Schlappen, verpasste aber. Besser machte es dagegen Jae Sung Lee (19.), der die zweite Hereingäbe von der anderen Seite unter die Latte ballerte.

2. Liga, 33. Spieltag Duisburg – Heidenheim 3:4 (1:2)   Köln – Regensburg 3:5 (0:3)   St. Pauli – Bochum 0:0 (0:0)   Union – Magdeburg 3:0 (2:0)   Aue – Fürth 1:1 (1:1)   Paderborn – HSV 4:1 (1:0)   Kiel – Dresden 3:0 (1:0)   Sandhausen – Bielefeld 0:3 (0:2)   Ingolstadt – Darmstadt 3:0 (2:0) Die aktuelle Tabelle Nach der Pause störte Kiel die Gäste weiter früh und suchte selbst die Chance, nach Ballgewinn zum Abschluss zu kommen. Dresden, das trotzdem immer wieder flach von hinten aufzubauen versuchte, kam kaum gefährlich vor das Kieler Tor. Dafür hatten die Störche weitere Möglichkeiten: Lee hätte den Vorsprung beinahe ausgebaut, drückte eine Flanke aus kurzer Distanz aber neben den Kasten (56.). Honsaks Kopfball war nicht platziert genug (64.). Schließlich war es Meffert, der eine Eckball-Hereingabe von Mühling mit dem Fuß vorbei an Wiegers in die Maschen lenkte (69.).

In der ersten Viertelstunde galt es auf beiden Seiten, gemächlich ins Spiel zu finden. Dynamo startete nach neun Minuten die erste Angriffswelle. SGD-Keeper Patrick Wiegers (15.) war nach einem Freistoß Kieler Störche das erste Mal gefordert, faustete den Ball aus der Gefahrenzone.

Die Gäste, bei denen Hartmann (Sehnenanriss, letzter Einsatz im Januar) und Hamalainen (Rückenprobleme, letzter Einsatz im Februar) nach langer Verletzungspause im Laufe der zweiten Hälfte ihr Comeback gaben, fehlte es an Ideen und Tempo, um in dieser Phase überhaupt zu Chancen zu kommen. So machte Kiel schließlich erneut nach einer Ecke den Deckel drauf: Mühlings Hereingabe, von Meffert noch leicht verlängert, fand am rechten Pfosten Wahl, der per Kopf auf 3:0 stellte (77.). Lee (80.) und Honsak (86.) hätten den verdienten Sieg der Gastgeber sogar noch höher gestalten können. Am Ende blieb es beim 3:0 für die KSV.

Kiel gastiert am Sonntag (15.30 Uhr) in Bielefeld. Für Dresden geht es gleichzeitig im finalen Spiel der Saison gegen Paderborn weiter.

Die Mentalität, auch das letzte Auswärtsspiel unbedingt gewinnen zu wollen, schien bei Dynamo nicht vorhanden zu sein. Pech hatte Haris Duljevic (32.), der Torhüter Dominik Reimann attackierte und einen Abschlag blockte. Der Ball sprang aber ein paar Meter neben das Tor.

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