Walter Lübcke mit Kopfschuss getötet - Geschmacklose Kommentare im Netz - fnp.de
CDU-Politiker Walter Lübcke starb durch Kopfschuss aus nächster Nähe
Nach dem gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke übernimmt eine Soko. Ein Sanitäter soll den Tatort laut Medienberichten "manipuliert" haben.

Der Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ist am Sonntag tot in seinem Haus aufgefunden worden. Die Leiche weist Schussverletzungen auf. Was wir momentan wissen: 

“Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen”, sagte Lübcke damals in einer Bürgerversammlung an die Adresse von Rechtsextremen, die die Veranstaltung störten. Im Nachgang seiner Aussage hatte Lübcke dann zahlreiche Drohungen erhalten – auch Morddrohungen. Er erstattete Anzeige und erhielt Polizeischutz. Bislang gebe es aber keine Hinweise auf einen Zusammenhang, hieß es am Montagabend seitens der Ermittler.

Update, 5. Juni, 6.30 Uhr: Nachdem die Soko "Liemecke" am Dienstag die Ermittlungen im Fall des getöteten Walter Lübcke übernommen hat, berichten "Bild" und "Spiegel" nun über neue Details. Laut "Bild" haben die Ermittler am Tatort "Manipulationen" entdeckt, Informationen von den Behörden gibt es dazu bisher keine. Wie der "Spiegel" erfahren haben will, veränderte ein Sanitäter die Stelle, an der der Politiker gefunden wurde. Der Sanitäter soll ein Bekannter von Lübcke sein, beim "Spiegel" mutmaßt man, er habe möglicherweise einige Bereiche gesäubert, um Angehörigen den Anblick zu ersparen. Wie genau der Sanitäter den Tatort "manipulierte" ist unterdessen nicht geklärt, nach Angaben des "Spiegel" wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht dazu äußern.

Der Kasseler CDU-Regierungspräsident Walter Lübcke ist erschossen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten am Montagabend Medienberichte, der 65-Jährige sei aus nächster Nähe vor seinem Wohnhaus in Wolfhagen-Istha getötet worden. Eine 20-köpfige Sonderkommission ermittelt demnach in alle Richtungen gegen Unbekannt. Eine offensichtliche Motivlage gebe es bislang nicht. Ein Hinweistelefon ist eingerichtet.

Update, 4. Juni, 16.31 Uhr: Die Soko "Liemecke" hat am Dienstag die Ermittlungen im Fall des getöteten Walter Lübcke übernommen. Die 20-köpfige Sonderkommission des Landeskriminalamts wurde nach dem „Liemeckebach“ benannt, der durch Wolfhagen-Istha fließt. Sie wird von Ermittlern des Polizeipräsidiums Nordhessen unterstützt. Das teilte Andreas Thöne, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, hna.de mit.

Lübcke sei in der Nacht zu Sonntag gegen 0.35 Uhr auf der Terrasse von einem Angehörigen gefunden worden. Reanimationsversuche seien gescheitert, Lübcke gegen 2.35 Uhr im Krankenhaus verstorben. Laut Obduktion habe eine Schussverletzung am Kopf zum Tod geführt. Es sei das Projektil einer Kurzwaffe gefunden worden, die Tatwaffe selbst bislang nicht. Für Suizid gebe es keinerlei Anhaltspunkte.

Im Rahmen der Ermittlungen prüft die Staatsanwaltschaft Kassel auch die Hasskommentare im Netz, in denen Rechtsextreme den getöteten Regierungspräsidenten, der sich mit seiner Haltung gegenüber Flüchtlingen im rechten Lager viele Feinde gemacht hat, verhöhnen. Die Ermittler prüfen jeden einzelnen Kommentar auf „strafrechtliche Relevanz“, so Thöne. Beleidigung, Störung des öffentlichen Friedens und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten kämen als Delikte in Betracht.

Jahrgang 1977. Studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Münster. Freie Mitarbeit und Praktika unter anderem bei der “Rheinischen Post”, der Deutschen Presse-Agentur, dem Westdeutschen Rundfunk, “Bild” und SPIEGEL. Volontierte beim Norddeutschen Rundfunk und schrieb anschließend als Redakteur erst für SPIEGEL ONLINE, dann für “Bild am Sonntag”. Seit April 2007 wieder bei SPIEGEL ONLINE, von Januar 2009 bis Februar 2011 stellvertretender Ressortleiter Panorama, anschließend Korrespondent in Düsseldorf. Seit Mai 2014 Chefreporter. Seit Juli 2017 zudem Leiter des Teams Hintergrund und Recherche.

Pressekonferenz: LKA und Staatsanwalt nennen Details im Fall Walter Lübcke

Update, 4. Juni, 13.39 Uhr: Der Stellvertretende Regierungspräsident Kassels, Hermann-Josef Klüber, bestätigte laut tagesschau.de, dass Lübcke in den vergangenen Jahren immer wieder von bestimmten Gruppen bedroht worden sei. Eine davon seien die sogenannten Reichsbürger, "die sich vielfach in unverschämten Schreiben an uns wenden und auch Drohungen gegen den Präsidenten ausrichten". 

Jahrgang 1984, geboren in Nordhessen (Witzenhausen), Studium der Geschichte, Politik, Journalistik an der Universität Gießen, Leipzig und ein Jahr in den USA (Athens, Ohio). Ab September 2011 Volontariat bei der “Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen” in Kassel – 2013 Burns-Stipendiat beim “Miami Herald”. Danach Lokalredakteur in der Stadtredaktion Kassel, von 2014 bis 2016 landespolitischer Reporter in Wiesbaden. McCloy-Journalistenstipendium in den USA. Seit September 2016 Redakteur in der Politikredaktion von SPIEGEL ONLINE.

Auch nach Lübckes Tod kommt es noch zu geschmacklosen Kommentaren und Verhöhnungen im Netz von einschlägiger Seite. Rechtsextreme zeigen offene Freude über die Tat. In den sozialen Medien finden sich zahlreiche Grenzüberschreitungen: "Die Drecksau hat den Gnadenschuss bekommen! RESPEKT!", schreibt etwa ein "Franz Brandwein" auf YouTube. Auf Facebook kommentiert ein Nutzer "Selbst schuld, kein Mitleid, so wird es Merkel und den anderen auch ergehen".

Laut “Bild”-Zeitung bemerkten Ermittler bei ihren Untersuchungen am Tatort “Manipulationen”. Die Behörden äußerten sich dazu bisher nicht. Nach SPIEGEL-Informationen veränderte ein Sanitäter die Stelle, an der Lübcke gefunden wurde. Er soll auch ein Bekannter des Opfers sein. Wie genau er den Tatort “manipulierte”, ist nicht geklärt. Der Verdacht liegt nahe, dass er einige Bereiche säuberte, um Angehörigen den schrecklichen Anblick zu ersparen. Die Kasseler Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern.

Kasseler Regierungspräsident : Rechtsextreme verhöhnen Getöteten | tagesschau.de

Auch der AfD-Kreisverband Dithmarschen verirrte sich weit unter die Gürtellinie und kommentierte auf Facebook: "Mord???? Er wollte nicht mit dem Fallschirm springen…". Eine geschmacklose Anspielung auf den Freitod des FDP-Politikers Jürgen Möllemann im Jahr 2003. Lesen Sie hier den Kommentar unserer Redakteurin Katja Thorwarth über die Verunglimpfung eines Toten durch die AfD und über neue rechte Verschwörungstheorien auf fr.de*.

Noch ist unklar, wer den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke aus nächster Nähe erschossen hat. Klar ist dagegen, dass sein gewaltsamer Tod auf abscheuliche Weise im Netz gefeiert wird. Bekannt ist diese Szene aus Wirrköpfen aber auch Terroristen, die diesen Rechtsstaat ablehnen und bekämpfen. Lübcke hatte 2015 auf einer Veranstaltung über eine Flüchtlingseinrichtung gesagt, wer mit den hiesigen Werten nichts anfangen könne, sei frei, Deutschland jederzeit zu verlassen. Klare Worte des Regierungspräsidenten und früheren CDU-Landtagsabgeordneten, die man auch in seiner Partei nur selten hört. Lübcke stand zeitweise wegen Morddrohungen unter Polizeischutz. Es gibt gute Gründe, die damalige Flüchtlingspolitik zu kritisieren. Aber wie kann man so verroht sein, einen Politiker, einen Menschen, noch im Tod nicht nur zu verhöhnen, sondern ein Schwerverbrechen auch noch zum Anlass für weitere Drohungen zu nehmen?

Update, 4. Juni, 10.37 Uhr: Bei der Pressekonferenz am gestrigen Abend drehten sich viele Fragen um das Jahr 2015, als Lübcke nach einem Info-Abend zur Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Lohfelden Morddrohungen erhalten hatte. Bei der Veranstaltung hatte er erklärt, dass man für die Werte in diesem Land eintreten müsse: „Wer diese Werte nicht vertritt, kann jederzeit dieses Land verlassen". 

Gut, dass nun einer der Generalanwälte am Europäischen Gerichtshof die Ansicht vertreten hat, Facebook könne gezwungen werden, auch sinngleiche Kommentare einer rechtswidrigen Bemerkung im Netz ausfindig zu machen. Wenn die Luxemburger Richter dem folgen, was nahe liegt, so ist das ein weiterer Schritt, um die globalen amerikanischen Internetgiganten zurück in den europäischen Rechtsraum zu zwingen, den sie immer noch nicht recht ernst nehmen. Das müssen sie aber, wenn sie weiterhin hier Geschäfte machen wollen. Auch hier zeigt sich in schwierigen Zeiten für die Europäische Union ein gemeinsamer Grund, den es zu verteidigen gilt.

Sabine Thurau, Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamts (LKA), sagte, man habe bisher keine Hinweise darauf, dass das Motiv des Täters im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise und den damaligen Äußerungen des Regierungspräsidenten stehe. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte sie. Bislang gebe es noch keine Erkenntnisse auf einen Tatverdächtigen oder über ein Motiv, wie hna.de* berichtet. 

Solche Hetze darf nicht ohne Folgen bleiben. Nicht nur für die Täter. Ohne Plattformen wie Youtube und Facebook wären sie kaum wahrnehmbar. Solche Netzwerke machen oft aus Einzelgängern erst Gruppen – bis hin zu Kameradschaften übelster Form. Das mag sozial nennen, wer will.

Kassel: CDU-Politiker Walter Lübcke erschossen – glauben nicht an Suizid

Das LKA habe am Sonntag die Ermittlungen übernommen. Das geschehe immer dann, wenn eine Person des öffentlichen Lebens Opfer eines Tötungsdelikts geworden ist. Eine Gefährdung Lübckes habe es zuletzt aber nicht gegeben. Seine Familie werde aktuell betreut. Ob sie sich derzeit im Haus in Istha befindet, dazu gab es keine Angaben.

Update, 5. Juni, 6.30 Uhr: Nachdem die Soko "Liemecke" am Dienstag die Ermittlungen im Fall des getöteten Walter Lübcke übernommen hat, berichten "Bild" und "Spiegel" nun über neue Details. Laut "Bild" haben die Ermittler am Tatort "Manipulationen" entdeckt, Informationen von den Behörden gibt es dazu bisher keine. Wie der "Spiegel" erfahren haben will, veränderte ein Sanitäter die Stelle, an der der Politiker gefunden wurde. Der Sanitäter soll ein Bekannter von Lübcke sein, beim "Spiegel" mutmaßt man, er habe möglicherweise einige Bereiche gesäubert, um Angehörigen den Anblick zu ersparen. Wie genau der Sanitäter den Tatort "manipulierte" ist unterdessen nicht geklärt, nach Angaben des "Spiegel" wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht dazu äußern.

Update, 3. Juni, 17.56 Uhr: In einer Pressekonferenz haben Beamte des Landeskriminalamts über den Stand der Ermittlungen informiert. Demnach stehe fest, dass Walter Lübcke durch einen Kopfschuss getötet wurde. Der Schuss sei von einer Kurzwaffe aus nächster Nähe abgefeuert worden, teilten Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Kassel mit. Nach derzeitigem Stand schließen die Ermittler einen Suizid aus.

Update, 3. Juni, 6.39 Uhr:  Nach dem überraschenden Tod von Walter Lübcke trauert die Politik um den ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten. "Ich trauere um einen langjährigen Weggefährten", teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) über Twitter mit. Lübcke sei ein bodenständiger Mensch gewesen, der sich mit Weitblick und ganzer Kraft für die Menschen in Nordhessen eingesetzt habe. "Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei seinen Angehörigen", erklärte Bouffier. 

Ermittelt werde mit Hochdruck in alle Richtungen. „Wir haben noch keine Hinweise auf Täter und vor allem noch nichts zum Motiv“, sagte LKA-Chefin Sabine Thurau. Eine 20-köpfige Sonderkommission bearbeitet den Fall. 

Im Rahmen der Ermittlungen prüft die Staatsanwaltschaft Kassel auch die Hasskommentare im Netz, in denen Rechtsextreme den getöteten Regierungspräsidenten, der sich mit seiner Haltung gegenüber Flüchtlingen im rechten Lager viele Feinde gemacht hat, verhöhnen. Die Ermittler prüfen jeden einzelnen Kommentar auf „strafrechtliche Relevanz“, so Thöne. Beleidigung, Störung des öffentlichen Friedens und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten kämen als Delikte in Betracht.

Der Fall Lübcke: Was passierte zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr?

Der CDU-Politiker war von einem Angehörigen in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 0:30 Uhr auf der Terrasse seines Hauses gefunden worden. Die versuchte Reanimation des 65-Jährigen sei erfolglos gewesen. Lübcke sei in eine Klinik in Wolfhagen gebracht worden, wo um 2:35 Uhr sein Tod festgestellt wurde. 

Es werde geprüft, ob es strafrechtlich relevante Inhalte in den Botschaften gegen Lübcke gebe und ob sie möglicherweise im Zusammenhang mit der Tat stünden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Kassel dem hr. Der 65-Jährige war in der Nacht auf Sonntag auf seinem Grundstück in Wolfhagen (Kassel) durch einen Kopfschuss getötet worden.

Die Beamten wollten keine weiteren Angaben machen, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden. 

Update, 3. Juni, 13.32 Uhr: Der überraschende Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (65) gibt weiter Rätsel auf. Momentan ist sein Wohnhaus am Ortsrand des Dorfes Wolfhagen-Istha im Landkreis Kassel komplett abgesperrt. Beamte des hessischen Landeskriminalamts sind in die Ermittlungen eingeschaltet. Für 17:30 Uhr ist eine Pressekonferenz angekündigt, in der über den aktuellen Stand der Ermittlungen zu informieren. 

Auch nach seinem Tod tauchten in sozialen Medien Hass-Kommentare auf, die den Regierungspräsidenten verhöhnten. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, dass die Ermittler Kommentare über soziale Medien gegebenenfalls “auf strafrechtliche Relevanz überprüfen werden”.

Der frühere CDU-Politiker war in der Nacht zu Sonntag an seinem Haus tot aufgefunden worden. Nach Berichten mehrerer Medien und nach Informationen der dpa war an der Leiche des 65-Jährigen eine Schusswunde entdeckt worden. Eine Waffe jedoch sei nicht am Tatort entdeckt worden, berichtet die „HNA“.   

04.06.19 – Landeskriminalamt und Kriminalpolizei ermitteln wegen Mordes! Der mysteriöse Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (†65) lässt auch 48 Stunden später viele Fragen offen. Fakt ist: Er wurde erschossen. Erstmals gibt es am Montagabend um 17:30 Uhr ein offizielles Statement der Ermittler im Justizzentrum Kassel.

Lübcke hatte zehn Jahre lang das Regierungspräsidium Kassel geleitet. Sein Tod hatte Bestürzung ausgelöst: „Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte“, hatten unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Michael Boddenberg, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, erklärt. 

Ermittlungen zu erschossenem Regierungspräsidenten dauern an

Update, 3. Juni, 11.58 Uhr: Nach dem überraschenden Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Auch am Montag waren noch Polizeibeamte am Haus des früheren CDU-Politikers. Die Todesumstände waren am Vormittag allerdings weiter unklar. 

Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft haben die 20-köpfige Sonderkommission “Liemecke” eingerichtet. Für Hinweise aus der Bevölkerung wurden die Rufnummer 0561/9104444 und eine E-Mail-Adresse (wolfhagen@polizei-hinweise.de) eingerichtet. Derzeit richtet sich das Verfahren gegen Unbekannt. Um die Strafverfolgung nicht zu gefährden, bitten die Ermittler, nicht zu Spekulationen beizutragen.

Tod von Walter Lübcke: Trauer in Istha und im Regierungspräsidium in Kassel | Wolfhagen

Die Chefin des hessischen Landeskriminalamts, Sabine Thurau, will nach Angaben eines LKA-Sprechers zusammen mit den Ermittlern am Nachmittag in Kassel über den aktuellen Stand in dem Fall informieren. 

Update, 3. Juni, 6.39 Uhr:  Nach dem überraschenden Tod von Walter Lübcke trauert die Politik um den ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten. "Ich trauere um einen langjährigen Weggefährten", teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) über Twitter mit. Lübcke sei ein bodenständiger Mensch gewesen, der sich mit Weitblick und ganzer Kraft für die Menschen in Nordhessen eingesetzt habe. "Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei seinen Angehörigen", erklärte Bouffier. 

2015 hatte Lübcke nach Medienberichten zeitweise wegen Morddrohungen unter Personenschutz gestanden. Vorausgegangen war eine Informationsveranstaltung über eine Erstaufnahmeeinrichtung, bei der Lübcke sich durch Anhänger einer Kasseler “Pegida”-Sektion provoziert sah und ihnen entgegnete, sie könnten Deutschland verlassen, wenn sie beispielsweise mit christlichen Werten nichts anfangen könnten. Ein Video, das diesen verbalen Schlagabtausch zeigt, wird derzeit wieder in den sozialen Medien verbreitet und hasserfüllt kommentiert.

Auch die Grünen, Koalitionspartner der CDU in Hessen, trauern: "Für uns alle ist das ein Schock", sagte der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Mathias Wagner, am Sonntag. "Walter Lübcke war ein Netzwerker über die Parteigrenzen hinweg."

Auch nach dessen Tod wird Lübcke im Netz von Rechtsextremen beleidigt und verhöhnt, viele zeigen offen Freude über die Tat. “Die Drecksau hat den Gnadenschuss bekommen ! RESPEKT !”, schreibt der Nutzer “Franz Brandwein” auf YouTube. “Iceman DJ” ergänzt: “Eine widerliche Ratte weniger. Fehlen noch die anderen.” Und auf Facebook hieß es beispielsweise: “Selbst schuld, kein Mitleid, so wird es Merkel und den anderen auch ergehen.”

Kasseler Regierungspräsident: Ermittlungen deuten auf Kopfschuss

Für Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) ist der Tod Lübckes ein "irrer Verlust für die Region". Auf Instagram schrieb er: Lübcke sei die idealtypische Verkörperung eines Nordhessen gewesen: "fleißig, bodenständig, zuverlässig." Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) trauert um einen "Weggefährten, Freund, Politiker und Familienvater".

Erstmeldung, 2. Juni, 20.53 Uhr: Kassel/Wiesbaden – Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ist am Sonntag überraschen gestorben. Noch ist vieles unklar, das hessische Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen. Darüber, in welche Richtung die Untersuchungen gehen, wollten weder die zuständige Staatsanwaltschaft noch das LKA Auskunft geben. 

Wolfhagen. Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ist an einem Schuss in den Kopf gestorben, der von einer Kurzwaffe aus der Nähe abgefeuert worden ist. Das haben Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Kassel mitgeteilt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben sich keine Hinweise auf einen Suizid ergeben, sie geht daher von einem Tötungsdelikt aus und ermittelt gegen Unbekannt.

Kasseler Regierungspräsident – Gewaltsamer Tod von Walter Lübcke erschüttert Öffentlichkeit

Laut eines Medienberichts der HNA wurde Lübcke am Sonntag tot im Garten seines Wohnhauses* in Wolfhagen-Istha aufgefunden. Nach sicheren Informationen der HNA wies Lübcke am Kopf eine Schusswunde auf. Eine Waffe wurde nicht gefunden. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Am Sonntag kreiste fast den ganzen Tag ein Polizeihubschrauber über Lübckes Anwesen, der Bereich um das Wohnhaus wurde weiträumig abgesperrt.

Der 65-jährige Lübcke ist der Staatsanwaltschaft zufolge in der Nacht zum Sonntag auf der Terrasse seines Wohnhauses im Landkreis Kassel von einem Angehörigen gefunden worden. Reanimationsversuche seien erfolglos geblieben, sein Tod sei dann gegen 2.30 Uhr in einem Krankenhaus festgestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft kündigte an, am Montag nähere Informationen an die Öffentlichkeit zu geben. 

Sein überraschender Tod hatte am Sonntag Bestürzung ausgelöst: Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte, hatten unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Michael Boddenberg, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, erklärt.

Eine Rolle könnte nach Informationen der HNA auch ein Mann spielen, den Walter Lübcke womöglich im Umfeld der derzeitigen Kirmes unweit seines Wohnhauses in Istha getroffen haben soll. Das Landeskriminalamt in Wiesbaden wollte am Sonntag zu den Ermittlungen keine Auskünfte geben. Auch die federführende Kasseler Staatsanwaltschaft schwieg.

Dr. Walter Lübcke wurde 65 Jahre alt. Seit zehn Jahren stand der Christdemokrat an der Spitze des Kasseler Regierungspräsidiums. Offiziell hatte seine Dienstzeit am 31. März geendet. Doch auf Wunsch des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier hatte er verlängert.

Walter Lübcke war promovierter Wirtschaftswissenschaftler. Er galt als bodenständiger Macher und Mann des klaren Wortes.

Regierungspräsident Walter Lübcke durch Kopfschuss getötet

Er selbst sagte einmal über sich, er sei „Generalist“. Seine Mitarbeiter hätten es ihm leicht gemacht. Er wisse, dass er sich auf sie verlassen könne. Seine Bilanz als Regierungspräsident lautete: „Es waren zehn gute Jahre. Dr. Walter Lübcke hinterlässt Ehefrau und zwei erwachsene Söhne.

Tote und Schwerverletzte bei Unfällen auf Hessens Straßen am Wochenende: Drei Motorradfahrer sind am Wochenende bei Verkehrsunfällen in Hessen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt – darunter auch Kleinkinder.

Polizei findet Verletzten auf der Straße – die Blutspur führt zum mutmaßlichen Tatort: In Limburg haben Polizisten in der Nacht einen Mann mit einer Verletzung am Oberschenkel aufgegriffen. Die Blutspur führte die Beamten an den Tatort.