Kasseler Regenrekord: In zehn Stunden so viel Wasser wie normalerweise in einem Monat | Kassel - HNA.de
Starkregen überschwemmt Kassels Osten komplett
In der Nacht von Montag auf Dienstag fiel in Kassel 63,4 Liter Regen pro Quadratmeter. Normalerweise regnet es so viel in einem ganzen Monat.

Eine vergleichbare Tagesregenmenge ist in den letzten zehn Jahren in Kassel nicht niedergegangen. Starke Überschwemmungen waren die Folge. Nach Auskunft des Meteorologen Jürgen Schmidt vom Wetterdienst Wetterkontor wurden die 63,4 Liter an der Messstation Kassel, die in Schauenburg-Elgershausen steht, in den zehn Stunden zwischen Montag, 20 Uhr, und Dienstag, 6 Uhr, gemessen. Im 30-jährigen Monatsmittel sind es mit 68 Litern nur unwesentlich mehr. „Das war ein relativ punktuelles Starkregenereignis“, sagt Diplom-Meteorologe Schmidt.

Am 25. Juli 2017 habe es den bis dato stärksten Regenfall der letzten zehn Jahre in Kassel gegeben. Mit 53,4 Litern pro Quadratmeter sei es aber doch weniger gewesen als Anfang dieser Woche.

„Wir hatten es mit einer Tiefdrucklage zu tun, die dafür gesorgt hat, dass das Niederschlagsgebiet über Kassel nur sehr langsam weiterzog und viel Niederschlag abladen konnte“, so Schmidt.

Im Landkreis Kassel hatte der Starkregen vor allem Kaufungen und Lohfelden getroffen. Dort konnten die trockenen Böden laut Feuerwehr die Wassermassen nicht richtig aufnehmen, weshalb es zu Verschlammungen kam. 

Auch in Südniedersachsen hat das Unwetter deutliche Spuren hinterlassen. In den Landkreisen Northeim und Göttingen flutete das Wasser Straßen und Keller. Bei Hann. Münden rutschte sogar Geröll auf die Straße.

Geboren 1980. Ich arbeite seit 2008 für die HNA. Seit 2011 in der Lokalredaktion Kassel. Kasselaner.

Die genannten brauchen sich gar nicht äußern. Mit ein wenig Intelligenz kann es jeder selbst erkennen.

Guter Mann, was wollen Sie damit ausdrücken? Dass man doch im Mittel eine angenehme Temperatur hat, wenn man den Kopf in den Backofen steckt und die Füße ins Eisfach?

Die genannten brauchen sich gar nicht äußern. Mit ein wenig Intelligenz kann es jeder selbst erkennen.

Starke Unwetter durch Tief Axel” hatten am Dienstagmorgen Teile von Nord- und Osthessen unter Wasser gesetzt. Flüsse und Bäche traten über die Ufer, Gullideckel wurden hochgedrückt. Besonders traf es die östlichen Kasseler Stadtteile Bettenhausen und Forstfeld sowie die Landkreiskommunen Lohfelden, Kaufungen, Niestetal und Helsa. Die Losse verwandelte Dörfer und Fulda-Auen in eine Seenlandschaft.

Von Montag auf Dienstag war der Wasserstand der Losse von 90 Zentimeter auf 2,50 Meter gestiegen. Damit war Kassels Osten am Dienstag der erste Ort in Hessen, wo die Hochwassermeldestufe 3 überschritten wurde. Sie wird ausgerufen, wenn bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet und überörtliche Verkehrsverbindungen gesperrt werden.So war die Autobahn 44 aufgrund einer Fahrbahnüberflutung zwischen Kreuz Kassel-West und Dreieck Kassel-Süd dicht. Am Autobahndreieck Kassel-Süd wurde die Verbindung von der A7 aus Süden kommend zur A44 in Richtung Dortmund ebenfalls gesperrt.Im Verlaufe des Morgens wurde es eher schlimmer als besser: Das Wasser stieg, überflutete Gärten, riss Warnbaken und Mülltonnen mit, drückte Gullideckel hoch. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, die Polizei sperrte immer wieder Straßen, die unpassierbar geworden waren.

Stundenlang waren die Sirenen der Einsatzfahrzeuge im östlichen Teil der Stadt Kassel zu hören. In Lohfelden versuchten Einsatzkräfte einen Kindergarten mit Sandsäcken zu schützen. Im Minutentakt stiegen Autofahrer am Kasseler Müllheizkraft aus, um Fotos zu machen. Dort hatte die Losse die Fulda-Auen in eine Seenlandschaft verwandelt. “Da kriegt man schon Angst, wenn man das sieht”, sagte Jörg Schmelzer, der gerade auf dem Weg zur Arbeit war. Wenn das Wasser weiter steige, wisse er nicht, ob er am Abend nach Hause komme.