Polizei sucht mutmaßlichen Kinderschänder - Aktenzeichen XY ungelöst | Kassel - hna.de
Polizei fahndet: Vater soll Tochter zum Missbrauch angeboten haben
In einem Verdachtsfall des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes ermittelt die Kasseler Kripo. Nun soll ein Foto helfen, das die Polizei veröffentlicht hat.

Seit 2016 wird in diesem Fall bereits ermittelt. Möglicherweise ist ein behindertes Mädchen vom eigenen Vater missbraucht und im Internet von ihm angeboten worden.

Jetzt veröffentlicht die Polizei das Foto eines Mädchens und eines Mannes, deren Identität nach wie vor unbekannt sind. Es ist auch völlig unklar, wo die beiden leben. Es gab aber im Laufe der Ermittlungen Hinweise auf die Stadt Kassel.

Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz und Andreas Thöne, Pressesprecher Staatsanwaltschaft, hatte ein Unbekannter in Chats eines Kleinanzeigenportals im Internet anderen Nutzern gegenüber angegeben, seine geistig behinderte Tochter sexuell zu missbrauchen und auch anderen ein Treffen zum gemeinsamen sexuellen Missbrauch in Aussicht gestellt.

In einem Fall übersandte der mutmaßliche Täter im Vorfeld eines beabsichtigten Treffens auch ein Foto von sich und seiner Tochter, das die Ermittler jetzt veröffentlichen. Ob es anschließend tatsächlich zu dem Treffen und einem Missbrauch kam, ist derzeit nicht bekannt.

Ein Mitarbeiter des Kleinanzeigenportals war auf eine im Jahr 2016 geschaltete Anzeige mit der Bezeichnung „FKK, Freundschaften und mehr“ aufmerksam geworden. Dort hatte ein Nutzer, der sich als „Gerd“ oder „Jonas“ ausgab, geschildert, dass er seine Tochter seit ihrem sechsten Lebensjahr sexuell missbrauche. Er sei alleinerziehend, die Mutter des Kindes, das er mal „Anja“, mal „Saskia“ nannte, sei nach der Geburt gestorben. 

Das Kind soll damals, im Jahr 2016, zwölf Jahre alt gewesen sein und müsste heute demnach 15 Jahre alt sein. Neben der Anmeldung in dem Kleinanzeigenportal war der mutmaßliche Täter offenbar auch in Flirtportalen aktiv und wählte dort die Profilnamen „RubensLiebhabER“ und „RubensFan55“.

Wie die daraufhin sofort eingeleiteten Ermittlungen ergaben, handelt es sich bei den zu dem Nutzer hinterlegten Namen „Gerd Mahler“ und „Gerd Meistermann“ und angegebener Adressen in Kassel-Bad Wilhelmshöhe um falsche Identitäten. Der Tatverdächtige, der in einem seiner Online-Profile auch Hannover als seine Heimatstadt angab, verschleiere seine Identität offenbar gezielt.

Sämtliche bisherige intensive Ermittlungen zur Identifizierung des Mannes oder des Kindes führten nicht zum Erfolg. Zudem seit es derzeit nicht eindeutig nachvollziehbar, ob es sich um den auf dem Foto zu sehenden Mann tatsächlich um den Verfasser der besagten Chat-Nachrichten handelt und ob die darin geschilderten Handlungen der Wahrheit entsprechen. „Die Auswertung aller bisherigen Erkenntnisse legt einen über Jahre andauernden sexuellen Missbrauch des Kindes jedoch nahe“, so Mänz und Thöne.

Beschreibung: Das im Internet von dem Unbekannten an andere übersandte Foto zeigt einen sommerlich gekleideten Mann, auf dessen Schoß ein Mädchen sitzt. Dabei soll es sich um seine geistig behinderte Tochter handeln, die seit ihrer Geburt am „Fetalen Alkoholsyndrom“ leide. Das Bild dürfte nach Einschätzung der Ermittler etwa drei Jahre alt sein.

Der Mann ist schätzungsweise 40 bis 50 Jahre alt, hat lockige dunkle Haare, die nach hinten lang und eventuell zum Pferdeschwanz gebunden sind. Er trägt ein grünliches Basecap und ein hellblaues T-Shirt. Das auf dem Bild zu sehende Kind hat rötliche, nach hinten gebundene Haare. Das Mädchen von kräftiger Statur trägt eine Brille mit ovalen Gläsern sowie ein Schlüsselbund um den Hals und ist mit einem roten Shirt bekleidet.

Am Mittwochabend wird auch in der Fernsehsendung Aktenzeichen XY (ZDF, 20.15 Uhr) über den Fall berichtet. Die Ermittler des Kommissariats 12 der Kasseler Kripo erhoffen sich dadurch, entscheidende Hinweise zu bekommen.

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Kassel – Es ist so unfassbar und so widerlich: Ein Vater behauptet, seine geistig behinderte Tochter sexuell zu missbrauchen, prahlt damit in einem Kleinanzeigen-Portal im Internet! Jetzt suchen Staatsanwaltschaft und Polizei per Öffentlichkeits-Fahndung nach dem Kinderschänder.Seinen Chat-Partnern bot der Unbekannte sogar Treffen zum gemeinsamen sexuellen Missbrauch an, verschickt ein Foto von sich und seiner Tochter. Als Wohnort gibt er Kassel-Wilhelmshöhe an. Ob es anschließend zum Treffen gekommen ist, ist noch unklar.Der Mann hatte als Gerd oder Jonas 2016 eine Anzeige aufgegeben, in der er schildert, dass er seine Tochter seit ihrem 6. Lebensjahr sexuell missbrauche, die Mutter tot sei. Dass das Ganze aufflog, ist einem Mitarbeiter des Internet-Portals zu verdanken.

Sämtliche bisherige intensive Ermittlungen zur Identifizierung des Mannes oder des Kindes führten bislang nicht zum Erfolg, schreibt die Polizei.

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Deshalb jetzt die Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann, den die Ermittler zwischen 40 und 50 Jahre alt schätzen. Das Mädchen müsse heute 15 Jahre alt sein. Das Foto des Mannes könnte in einer Gartenlaube oder in einem Keller entstanden sein, sagte Peter Keyser von der Kriminalpolizei Kassel am Mittwochabend in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY. Das Bild dürfte drei Jahre alt sein.

Ob es sich bei dem Mann auf dem Foto tatsächlich um den Verfasser der Chat-Nachrichten handelt und ob die darin geschilderten Handlungen der Wahrheit entsprechen, ist derzeit laut Polizei nicht eindeutig nachvollziehbar. Die Auswertung aller bisherigen Erkenntnisse legt einen über Jahre andauernden sexuellen Missbrauch des Kindes jedoch nahe.

Kripo und Staatsanwaltschaft bitten um Hilfe aus der Bevölkerung: Wer kennt diesen Mann oder das Mädchen? Polizei Kassel: 0561 – 9100.