Bundesgerichtshof verhandelt über frei lebende Wisente
Wisente im Sauerland: Bundesgerichtshof entscheidet über Schicksal
Nach Ansicht von Waldbauern haben die mächtigen Wisente auf ihrem Boden nichts zu suchen und richten nur Schäden an. Artenschützer dagegen sind begeistert von der Freiheit der Tiere. Die Positionen sind unversöhnlich. Jetzt entscheidet der Bundesgerichtshof.

Gut fünf Jahre nach der Auswilderung von Wisenten im Sauerland erreicht ein Streit zwischen Waldbauern und einem Artenschutzverein den Bundesgerichtshof (BGH). In einem Revisionsverfahren müssen die Richter in Karlsruhe entscheiden, wie es mit dem Projekt weitergeht.

2013 waren die ersten acht der mächtigen Wildtiere im Rothaargebirge ausgesetzt worden. Schnell gab es Nachwuchs, und die Herde wechselte auch in benachbarte Wälder des Sauerlandes. Dort richteten die Tiere Schäden in den Buchenwäldern an. Zum Frust der Waldbauern. Die Herde, die nach Schätzungen des Vereins etwas mehr als 20 Tiere und nach Schätzung der Waldbauern mehr als 30 Tiere hat, soll aus dem Gebiet wieder verschwinden.

Mehrere Waldbesitzer wollen durchsetzen, dass die Wisente ihren Grund nicht mehr betreten. Mehrere Verfahren sind an Gerichten anhängig. Die Streitparteien warten jetzt auf eine Entscheidung des BGH. Laut Vorinstanz, dem Oberlandesgericht Hamm, ließe sich die Forderung der Waldbesitzer nur sicherstellen, wenn die Tiere eingefangen und umgesiedelt würden.

Doch sie gelten heute als herrenlos. Somit stehen sie unter besonderem Schutz und dürfen nicht einfach gejagt oder gefangen werden. "Die Gruppe bewegt sich frei in den Wäldern. Wir haben keinen Überblick mehr. Genauso war es ja auch geplant", sagt Michael Emmrich vom Verein Wisent-Welt-Wittgenstein.

Damit die Vorstellung des OLG umgesetzt werden kann, müsste ausgerechnet der Verein, der die Wisente ausgewildert hat und für deren Freiheit ist, eine Ausnahmegenehmigung zum Einfangen bei den Behörden beantragen. Das OLG hat angesichts dieser paradoxen Situation eine Revision zum BGH zugelassen. "Jetzt muss Karlsruhe den Knoten durchschlagen", sagt der Anwalt eines Waldbauern, Dieter Schulz. Er hofft, dass der Streit nicht auch noch vor den Europäischen Gerichtshof geht und sich damit noch weitere Jahre hinziehen wird.

Der BGH verhandelt an diesem Freitag ab 9.00 Uhr den Fall. Ob anschließend noch am selben Tag ein Urteil verkündet wird oder zu einem späteren Termin, ist offen.

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Wenn die Eigentum und die Existenz von Leuten zerstören muss man ja mal Handel es wird ja auch bei Wildschweinen gemacht

und wir sollten froh sein die Tiere wieder bei uns zu haben. Die Waldbauern könnten für die Schäden durch die Wisente entschädigt werden denn letzten Endes geht es doch nur um Kohle.

Ich frage mich manchmal, ob die Wiederansiedlung solcher Wildtiere überhaupt sinnvoll ist. Wölfe brauchen z.B. riesen Reviere, die es in Deutschland so kaum gibt. Es wird nicht lange dauern, bis die Rudel die Siedlungsgebiete für sich entdecken. Das gleiche gilt auch für den Bären. Wisente brauchen ebenfalls große Streif- und Weidegebiete. In unseren dicht genutzten Landschaft haben die Tiere schlicht keinen Platz. Selbst stillgelegte Übungsplätze (z.B. Münsingen 69Km²) sind für die Tiere schlicht zu klein. Das ganze macht in meinen Augen wenig Sinn. Es ist, wie so viele Grüne Projekte, einfach nicht zu ende gedacht.

Töten Inder einen menschenfressenden Tiger oder Afrikaner einen Elefanten, der regelmäßig Dörfer zerstört, steht Europa und halb Deutschland vor Empörung Kopf. Aber selbst mit wilden Tieren auskommen? Eine Zumutung! Ob Wolf oder Wisent, Hühner klauender Bussard oder was auch immer. WIR dürfen mit dem groben Besen ausräumen, Existenzberechtigung nur für Menschen und deren finanzielle Interessen.

wenn irgendwelche Ökovereine Tiere aussetzen, damit diese sich ansiedeln, dann sind diese Vereine auch für die Konsequenzen haftbar. Diese ganzen Ökoheinis sind doch meist eh nur scheinheilige Selbstdarsteller, denn die setzen Wolf, Wisent etc. ja meist nicht im eigenen Vorgarten aus. Aber hauptsache der moralisch-ökologische Übermensch kann sich dann aus seiner Großstadt-Wohnung hübsche Fotos mit Tieren anschauen, mit den Konsequenzen müssen andere leben.

setzen sie heimlich um,aber mit den Konsequenzen müssen sich dann anderer herum plagen.Leider kann man in unserem dicht zersiedelten Land viele Dinge nicht durchführen,weil es auf Grund der unterschiedlichen Interessenlagen zu Problemen führt.Der Artenschutzverein hat das alles angezettelt,deshalb muss er auch für alles gerade stehen und in die Pflicht genommen werden.Sollen die Artenschützer sich doch Wälder pachten und die Tiere da unterbringen,sie können doch aber nicht erwarten,dass sich die Waldbesitzer über solche wild west Aktionen freuen

ja es war der Mensch der über Jahrzehnte die Tiere aus ihren bekannten Regionen vertrieben haben und nun Jahre später sind sie wieder da und dann passsen sie auch nciht mehr. Ob nun Wisent oder Wolf, verwundert es nicht das die Tiere auch in die Städte kommen und dort herumlaufen als wäre es normal? Wisente sind in ihrer Artenvielfalt dezimiert, spezielle Sorten eh schon ausgestorben und wir Menschen tun alles dafür das es immer so weiter geht.

kaufen Sie sich doch Land und züchten die Tiere, um die Art zu erhalten. Aber ich und die meisten Deutschen brauchen keine angesiedelten Wildtiere, die uns das Leben schwer machen, damit ein kleiner Personenkreis sich selbst beweihräuchern kann (meist weit entfernt in Städten).

Vielleicht ist in NRW die Errungenschaft und nutzen eines ZAUNES unbekannt. Einfach mal googeln und man kann lernen, wie man damit ein Gebiet abgrenzen kann.

Aufgrund der Antworten lese ich, dass es noch Aufklärungsbedarf gibt. Selbstverständlich soll nicht der Wald eingezäunt werden, sondern die Weide für die Wisente.

Die Waldbauern leben von den Wäldern und die Schälschäden sind teilweise immens, nur dass sich mittlerweile niemand mehr dafür zuständig hält. Da werden jahrzehnte alte Bäume dem Verfall preisgegeben , nur um der Ideologie einiger Idealisten gerecht zu werden, aber Hauptsache, man hat etwas für die Artenvielfalt getan. So ein Projekt wäre sicherlich in den deutlich dünner besiedelten östlichen Bundesländern wesentlich leichter umzusetzen.

als wenn die Natur dereinst für Waldbauern erschaffen worden wäre, als wenn Fichten und andere Nadelgehölze im Sauerland schon immer die vorherrschende Vegetation gestellt hätten.Allerdings sind Wisent, Wolf & Co tatsächlich von der Natur in diesen Lebenraum Wald geschaffen worden und erfüllen/erfüllten eine wichtige Aufgabe im System Wald.Waldbauern sollte umschulen, genau wie Bergleute einst…

Säbelzahntiger zu gründen , selbige dann aus Genmaterial wieder zu reproduzieren und im Sauerland aus zu wildern.Damit würde die Zahl der Wisente vermutlich auf natürliche Weise reduziert, die Zahl der Wanderer leider aber auch.

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Mehrere Waldbesitzer wollen durchsetzen, dass die Wisente ihren Grund nicht mehr betreten. Mehrere Verfahren sind an Gerichten anhängig. Die Streitparteien warten jetzt auf eine Entscheidung des BGH. Laut Vorinstanz, dem Oberlandesgericht Hamm, ließe sich die Forderung der Waldbesitzer nur sicherstellen, wenn die Tiere eingefangen und umgesiedelt würden. Doch sie gelten heute als herrenlos. Somit stehen sie unter besonderem Schutz und dürfen nicht einfach gejagt oder gefangen werden. Die Gruppe bewegt sich frei in den Wäldern. Wir haben keinen Überblick mehr. Genauso war es ja auch geplant, sagt Michael Emmrich vom Verein Wisent-Welt-Wittgenstein. Zudem sei es dem Verein finanziell nicht möglich, die Tiere einzufangen oder einzuzäunen. Günstiger wäre es, die Tiere abzuschießen – doch das kommt für den Verein nicht in Frage.