Rotes Kreuz ruft weiter zum Blutspenden auf
Verseuchtes Wasser: Jetzt wurden Chemikalien in Blutproben entdeckt
Vorerntemonitoring für Mittelbaden Spargel und Getreide am stärksten PFC-belastet teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen auf Google+ teilen per Mail teilen Getreide und Spargel sind in Mittelbaden am stärksten mit PFC-Chemikalien belastet. Zu diesem Ergebnis kommt das Regierungspräsidium in Karlsruhe zum Abschluss der diesjährigen Ernte-Untersuchungen.

Beim so genannten Vorerntemonitoring werden Agrarprodukte von mit der Chemikalie PFC belasteten Flächen in Mittel- und Nordbaden auf Rückstände untersucht. Bereits zu Beginn der Untersuchungen fanden sich höhere Werte bei Spargel, Wintergerste und Winterweizen. Belastete Ware wurde vernichtet – die Äcker mussten anderweitig genutzt werden. In Kartoffeln beispielsweise lagerte sich PFC hingegen nicht ab.

Die Abkürzung PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien. Diese machen Oberflächen wasserabweisend und werden zum Beispiel in Kaffeebechern oder in Outdoor-Bekleidung verwendet. Sie zerfallen in der Natur nicht. Bei der Entsorgung müssen die Chemikalien bei sehr hohen Temperaturen verbrannt werden. Nur das kann sie zerstören.

Zwischenzeitlich ist der Umfang der PFC-belasteten Flächen in Nord- und Mittelbaden auf insgesamt 881 Hektar angewachsen. Davon liegen 644 Hektar im Raum Rastatt/Baden-Baden, verteilt auf etwa 200 Quadratkilometer. Detaillierte Ergebnisse des Vorerntemonitorings finden sich ab sofort auf der Internetseite des Karlsruher Regierungspräsidiums.

PFC-Skandal in Mittelbaden Rotes Kreuz ruft weiter zum Blutspenden auf Derzeit darf Blutplasma aus Mittelbaden nicht verwendet werden. Grund sind möglicherweise erhöhte PFC-Werte. Blutspenden sind allerdings vom Deutschen Roten Kreuz weiterhin erwünscht.  mehr…

Stuttgart – Nach dem Skandal um mit PFC verseuchte Ackerflächen hat der DRK-Blutspendedienst die direkte Verwendung von Blutplasma aus der Region Mittelbaden am Patienten vorläufig gesperrt.

Dies sagte eine Sprecherin des DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen am Donnerstag in Frankfurt/Main und bestätigte einen SWR-Fernsehbericht.

Diese Maßnahme erfolge solange bis eine abschließende Bewertung des Risikos in der Region durch eine Expertenkommission erfolgt sei. (TAG24 berichtete)

Eine Routineuntersuchung der Blutprodukte auf PFC erfolgt nicht. In Blutproben von Anwohnern waren höhere Werte der Chemikalie nachgewiesen worden, die über das Trinkwasser in das Blut kam.

Personen, die Gemüse und Obst aus den betroffenen Gebieten verzehrten, wiesen hingegen kaum höhere Werte auf als Menschen außerhalb der belasteten Gebiete. (TAG24 berichtete)

Insgesamt liegen die Werte nicht über denen in anderen Bundesländern, wie das Gesundheitsministerium Anfang Oktober mitteilte.

Die Sprecherin des Blutspendedienstes erklärte weiter, es gebe keinen wissenschaftlich belegbaren oder behördlich festgelegten Messwert, ab dem von einer besonderen Gesundheitsgefährdung ausgegangen werden könnte.

Die Anreicherung im menschlichen Organismus erfolge über eine langfristige Zuführung wie etwa täglich über das Trinkwasser.

“Eine Bluttransfusion erfolgt in der Regel aus einem akuten Anlass und nicht über einen langfristigen Zeitraum. Eine akute Gefahr für den Blutempfänger ist deshalb auszuschließen.” (TAG24 berichtete)