Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermittelt gegen den Karlsruher SC wegen der Pyro-Aktion nach dem Spiel gegen die Würzburger Kickers am Samstag.

Der Kontrollausschuss des DFB hat ein Ermittlungsverfahren gegen den KSC eingeleitet und den Verein zu einer Stellungnahme aufgefordert. Mit den Bengalos war am Samstag dem Abschied vom Wildparkstadion gedacht worden. Pyrotechnik ist in Stadien jedoch verboten.

Auch der Karlsruher SC bestätigte in einer Mitteilung am Mittwochnachmittag: “Im Laufe des heutigen Tages wurde der Karlsruher SC vom DFB um eine Stellungnahme zum Meisterschaftsspiel zwischen dem KSC und dem FC Würzburger Kickers gebeten. Hierzu informiert der KSC: Die Veranstaltung des Meisterschaftsspiels des KSC gegen die Würzburger Kickers am vergangenen Samstag wurde nach der Pressekonferenz mit einer Durchsage des Stadionsprechers formal und ordnungsgemäß beendet. Danach fand im Wildparkstadion eine neue Veranstaltung Abschied Wildparkstadion statt. Diese Veranstaltung war eine separate Veranstaltung. Veranstalter war der Verein Supporters Karlsruhe 1986 e.V.. Zu dieser wurde zwischen den Supporters Karlsruhe 1986 e.V. und den Behörden Branddirektion, Polizei, Bauordnungsamt, Ordnungs- und Bürgeramt sowie dem städtischen Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark behördliches Einvernehmen hergestellt und alle erforderlichen Genehmigungen erteilt.”

Am späten Mittwochnachmittag verbreitete der KSC eine Pressemitteilung und bestätigte darin, dass der Verein vom DFB zu einer Stellungnahme aufgefordert worden sei. „Die Veranstaltung des Meisterschaftsspiels des KSC gegen die Würzburger Kickers am vergangenen Samstag wurde nach der Pressekonferenz mit einer Durchsage des Stadionsprechers formal und ordnungsgemäß beendet“, hieß es.

Nach 63 Jahren nahmen die Anhänger am Samstag nach dem Spiel gegen die Würzburger Kicker Abschied vom altehrwürdigen Wildparkstadion, das ab diesem Montag bis zum Jahr 2022 umgebaut wird. Zur Feier des Tages hatte der KSC die Würzburger Kickers mit 2:1 (1:0) bezwungen. Doch die Pyroshow könnte ein Nachspiel haben. “Wie der DFB auf Anfrage von liga3-online.de mitteilte, hat der Kontrollausschuss am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen den KSC eingeleitet”, heißt es auf dem Portal.

Anschließend habe die neue, separate Veranstaltung Abschied Wildparkstadion stattgefunden. Veranstalter seien die Supporters Karlsruhe 1986 gewesen. Über diese Aktion wurden laut Mitteilung Branddirektion, Polizei, Bauordnungsamt, Ordnungs- und Bürgeramt sowie der städtische Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark informiert; „alle erforderlichen Genehmigungen“ seien erteilt worden.

Karlsruhe. Laut dem Portal liga3-online.de ermittelt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegen den Karlsruher SC wegen der Pyro-Show am Samstag. Der Verein dürfte nicht ungeschoren davon kommen, obwohl der Einsatz der Pyrotechnik diesmal einem guten Zweck dienen sollte. 

Die Behauptung, der KSC habe in der Sache die Rechnung mit dem DFB nicht gemacht, lässt sich nicht aufstellen. Rolf Ulrich, der bei den Karlsruhern für den Spielbetrieb zuständige Geschäftsführer, versicherte auf Nachfrage dieser Zeitung am Mittwochabend, einen DFB-Vertreter im Vorfeld von den Absichten des KSC unterrichtet zu haben – ohne allerdings vorab Verbindlichkeit zur DFB-Sicht erhalten zu haben. Daneben hatte Ulrich mit dem Stadionsprecher einen Wortlaut abgestimmt, an den sich jener dann auch hielt. Die von Martin Wacker verlesene Erklärung verfolgte die Absicht, die Liga-Veranstaltung als in jenem Moment beendete und das Nachfolgende als neues Event zu definieren. Die Frage, die der Kontrollausschuss zu klären hat: Hat sich der KSC trotz in der Sache nur bester Absichten – Feiern mit seinen Fans – eines Verstoßes schuldig gemacht?

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Für den KSC könnte es teuer werden, sollte die Pyroshow in den Zuständigkeitsbereich des Deutschen Fußball-Bundes gefallen sein: „Legt man den zu Saisonbeginn eingeführten Strafenkatalog zu Grunde, wonach jede abgebrannte Pyro-Fackel eine Strafe von 350 Euro nach sich zieht, würde sich im Falle des KSC bei rund 180 gezündeten Bengalos eine Strafe von insgesamt 63.000 Euro ergeben – zumindest, wenn der standardisierte Strafenkatalog tatsächlich Anwendung finden sollte“, hatte liga3.online am Mittwoch verbreitet. Ulrich widersprach dieser Darstellung, denn so viele Bengalos seien am Samstag nicht gezündet worden. Angaben zur tatsächlichen Anzahl machte er nicht.

Im Februar 2015 hatte es in Erfurt einen ähnlichen Fall gegeben. Damals sei zum Abschied vom Steigerwaldstadion ebenfalls eine Pyroshow gezündet worden. Nach Angaben von liga3.online.de verhängte der DFB deswegen eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro. Diese sei nach einem Einspruch der Erfurter auf 15.000 Euro reduziert worden.

Auch die Verantwortlichen aus Thüringen waren laut dem Online-Portal davon ausgegangen, dass es sich bei der Pyroshow um eine eigene Veranstaltung gehandelt hatte. Allerdings sei der Verein in diesem Fall laut DFB vor dem Spiel explizit auf die Unrechtmäßigkeit der Aktion hingewiesen worden.

Auch die Supporters reagierten zwischenzeitlich mit einer Erklärung: Da wir als Verein nicht dem Deutschen Fußball-Bund angeschlossen sind, weisen wir jegliche Einmischung und Ermittlung des Fußballverbandes bzgl. unserer Veranstaltung entschieden zurück! Wir sind überrascht, dass der Verband hier bewusst eine Konfrontation mit dem KSC sucht, heißt es in der Stellungnahme. Einzig allein wir als Veranstalter wären der richtige Adressat für Fragen des Verbandes, denen gegenüber wir wiederum aufgrund deren Nichtzuständigkeit nicht aussagepflichtig sind.

Ermittlungen wegen Pyroshow KSC und Stadt Karlsruhe wehren sich gegen DFB teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen auf Google+ teilen per Mail teilen Nach der Pyroshow, die zum Abschied vom Wildparkstadion abgebrannt wurde, hat der DFB ein Ermittlungsverfahren gegen den KSC eingeleitet. Doch der wehrt sich – und hat Rückendeckung von der Stadt und den Fans.

Wie der KSC bekannt gab, war das Spiel gegen die Würzburger Kickers am vergangenen Samstag nach einer Durchsage des Stadionsprechers ordnungsgemäß beendet worden. Erst danach habe die neue Veranstaltung mit dem Namen “Abschied Wildparkstadion” stattgefunden, bei der es mit städtischer Genehmigung zum Abbrennen der Pyrotechnik gekommen war. In diesem Zusammenhang stellen die KSC-Supporters klar, dass diese Abschiedsveranstaltung nach dem Spiel allein von ihnen organisiert wurden.

Da die Supporters Karlsruhe als Verein nicht dem Deutschen Fußball-Bund angeschlossen sind, weisen sie jegliche Einmischung und Ermittlung des Fußballverbandes bezüglich der Veranstaltung entschieden zurück. Man sei überrascht, dass der Verband hier bewusst eine Konfrontation mit dem KSC sucht. Einzig allein die Supporters als Veranstalter wären der richtige Adressat für Fragen des Verbandes gewesen, so der Karlsruher Fan-Dachverband in einer Stellungnahme.

Im Rahmen dieser Abschiedsveranstaltung für das Wildparkstadion kam es tatsächlich im Finale der Veranstaltung zum organisierten Abbrennen von Handfackeln im Stadioninnenraum. Auch hierfür lag die notwendige Genehmigung vor, so die Supporters. Die Fackelträger waren im Vorfeld eingewiesen und die Standposition jedes einzelnen festgelegt.

Die Supporters wollen die weiteren Schritte des Verbandes beobachten und gegebenenfalls gerichtlich dagegen vorgehen. Laut dem neuen DFB-Strafenkatalog wird das Abbrennen einer einzelnen Pyrofackel in der 3. Liga mit 350 Euro bestraft, die Strafe könnte für den KSC deshalb in die Zehntausende gehen. Ein ähnlicher Fall endete für den Verein Rot-Weiß Erfurt 2015 mit einer Strafe von 20.000 Euro.

Der KSC hat die Trennung von Fußballspiel und Abschiedsveranstaltung dem SWR gegenüber noch einmal unterstrichen. Und das Ordnungsamt Karlsruhe stellte am Donnerstag klar, dass das Pyro-Spektakel im Vorfeld angemeldet und von städtischer Seite genehmigt worden sei.