Andreas Buck: FCK-Botschafter zu sein \
Beccas Ziel mit dem FCK: In die Bundesliga zurückkehren
3. Liga | 1. FC Kaiserslautern Andreas Buck: FCK-Botschafter zu sein "macht keinen Sinn mehr" teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen per Mail teilen In einem emotionalen Statement hat sich Ex-Vorstand Andreas Buck zu den Ereignissen beim 1. FC Kaiserslautern geäußert und mitgeteilt, dass eine Tätigkeit als “Markenbotschafter” keinen Sinn mehr mache.

Nachdem durch die Entscheidung für das Angebot des luxemburgischen Investors Flavio Becca nun scheinbar Ruhe und Stabilität beim 1. FC Kaiserslautern einzukehren schien, meldete sich Ex-Vorstand Andreas Buck nun auf seiner Facebookseite zu Wort und stellte seine Sicht der Vorgänge dar.

Über diese Entwicklung zeigte sich vor allem der FCK-Kreditgeber Quattrex “verwundert”. Unter anderem deswegen, weil der Vereinswert von ursprünglich 120 Millionen Euro quasi über Nacht auf 30 Millionen reduziert wurde. Das Stuttgarter Unternehmen, einst von Wolfgang Dietrich, dem heutigen Präsidenten des VfB Stuttgart gegründet, setzte im Lauf dieser Woche nun den Beirat unter Druck. Quattrex drohte damit, seine Zusagen über neue Kredite von drei bis vier Millionen Euro nicht erfüllen zu wollen, werde das Angebot der regionalen Investoren angenommen. Das Unternehmen sah wohl nur durch den Einstieg von Becca gewährleistet, langfristig sein Geld wieder zu bekommen. Quattrex hat dem FCK in den vergangenen Jahren schon Kredite in Höhe von sechs Millionen Euro gegeben. Das Geschäftsmodell der Firma sieht vor, klammen Fußballvereinen Geld zu leihen und dafür Zinsen zu kassieren. Quattrex hat unter anderem die Zweitligisten Union Berlin und Heidenheim und eben dem FCK in der Vergangenheit Kredite gegeben.

Aufgrund der Richtung, die der Verein eingeschlagen hat, macht es keinen Sinn, als “Markenbotschafter” tätig zu sein. Ich wüsste gar nicht, welche Werte ich vermitteln sollte.

Die regionale Unternehmergruppe kämpfte bis zuletzt, bot auch an, die Lücke von drei bis vier Millionen Euro zu schließen, die der Rückzug von Quattrex und seinen Partnern bedeutet hätte. Doch die Zeit drängte, die Lizenz muss bis 28. Mai beim DFB abgesichert sein. Im Beirat fand schließlich die Offerte von Becca eine 3:2-Mehrheit. “Wir haben nun aus unserer Sicht die größtmögliche Planungssicherheit”, sagt FCK-Sportgeschäftsführer Martin Bader am Freitagmorgen der SZ. Er könne Kritiker verstehen, die sagen, Beccas Forderung nach Ablösung Littigs sei eine Einmischung in die Vereinsdemokratie, schließlich sei Littig von den Mitgliedern gewählt worden. Doch auch die regionale Unternehmergruppe habe Forderungen gestellt, zum Beispiel einen Platz im Beirat und die Verringerung des Vereinswerts.

So sei entgegen der Aussagen von FCK-Finanzvorstand Michael Klatt das Angebot von Becca keineswegs konkreter, sondern enthalte weder ein sportliches Konzept noch sei es hinsichtlich des Darlehens vollens ausgestaltet gewesen.

Außerdem äußerte er sich zum in den Raum gestellten Rücktritt von Gerry Ehrmann, der Ablehung des Angebotes der regionalen Investorengruppe sowie dem Rücktritt von Michael Littig als Aufsichtsratsvorsitzendem.

Die Drittliga-Lizenz des FCK ist in Gefahr, doch die hat der Klub nun wohl schon am Donnerstag gesichert. Der Beirat der FCK-Kapitalgesellschaft hat den Einstieg des luxemburgischen Milliardärs Flavio Becca mit 3:2-Stimmen zugestimmt und damit zunächst den Schlusspunkt unter eine zum Teil öffentlich ausgetragene Schlammschlacht um die Zukunft des klammen Klubs gesetzt. Dass Becca nun doch den Zuschlag bekam, nachdem er vor einer Woche von einer regionalen Unternehmer-Gruppe ausgestochen schien, ist die neueste Pointe eines Streits, der seit Monaten im Beirat tobte.

Littig hatte sich kurz zuvor ebenfalls auf Facebook zu Wort gemeldet und sich für die Unterstützung in den letzten Tagen durch die Fans bedankt.

Am Donnerstag hat sich eine Mehrheit des Beirats beim 1. FC Kaiserslautern für die langfristige Zusammenarbeit mit dem Unternehmer Flavio Becca ausgesprochen. Der Luxemburger äußerte sich am Freitag das erste Mal in einer Mitteilung des Klubs und sprach über seine ambitionierten Ziele mit den Roten Teufeln.

Wie der FCK mitteilte, wurden die Eckpunkte einer Zusammenarbeit in mehreren Gesprächsrunden zwischen Becca, den FCK-Geschäftsführern Michael Klatt und Martin Bader sowie dem Beiratsvorsitzenden Patrick Banf festgelegt. Diese sehen zunächst die Sicherung der Lizenz für die kommende Spielzeit vor. “Darüber hinaus sind sich alle Parteien einig, dass zum Erreichen der sportlichen Ziele weiterer Kapitalbedarf notwendig ist”, heißt es in einem Statement des Vereins.

Auch am noch wertvolleren Gelände der ehemaligen Nähmaschinen-Weltmarke Pfaff in direkter Nachbarschaft zur Technischen Universität Kaiserslautern soll Becca Interesse haben, berichtet der SWR. Milliardär Becca will zudem auch die städtische Fritz-Walter-Stadion GmbH übernehmen. Ob er auch deren 65 Millionen Euro Schulden übernehmen wird, ist unklar. Der Name soll weiter Fritz-Walter-Stadion sein. Die Arena ist für die Stadt Kaiserslautern seit vielen Jahren eine immense finanzielle Belastung.

Darin äußert sich auch Becca das erste Mal öffentlich. “Mein Ziel war es nie, hier ausschließlich den Feuerwehrmann zu spielen, sondern langfristig den Verein zu begleiten mit dem Ziel, in die 1. Bundesliga zurück zu kehren”, sagte der Unternehmer. Dafür habe er mit den Verantwortlichen “ein schlüssiges Konzept entwickelt, das sowohl im sportlichen als auch im betriebswirtschaftlichen Bereich den FCK zurück in die Erfolgsspur führen kann”.

Medienberichten zufolge könnte Becca aber noch sehr viel mehr antreiben als nur der FCK selbst – nämlich um eine finanzielle Größenordnung, die weit über den Wert eines Drittligisten hinausgeht. Es geht um wertvolle Immobilien im Zuge der Kaiserslauterner Stadtentwicklung, um Investitionen in einer Größenordnung von 200 Millionen Euro, heißt es. Allein das rund 15 Hektar große umgebaute Gelände rund um das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg ist städtebaulich höchst lukrativ.   

Er habe in den vergangenen Tagen festgestellt, “dass persönliche Eitelkeiten und Grabenkämpfe die Zukunft des Vereins sehr stark gefährdet haben. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass Ruhe und Geschlossenheit unabdingbare Voraussetzungen für den sportlichen Erfolg sind”, so Becca weiter. Es werde eine große Herausforderung, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen, doch er sei von dem erarbeiteten Konzept überzeugt.

Gemeinsam mit dem ehemaligen FCK-Geschäftsführer Wilfried de Buhr bildet der bisherige Aufsichtsrat damit das zweiköpfige Gremium an der Spitze des rund 18.000 Mitglieder zählenden Vereins. Kind folgt auf Ex-Profi Andreas Buck, der sein Amt in der Vorwoche aus beruflichen Gründen niedergelegt hatte und künftig als Markenbotschafter für den Klub tätig sein wird. Die Profi-Abteilung mit dem Lizenzspielerbereich ist beim FCK seit dem vergangenen Jahr ausgegliedert.

Welche Maßnahmen dieses Konzept im Detail vorsieht, erklärte der FCK nicht. In einem ersten Angebot hatte Becca einen Kredit in Aussicht gestellt, zugleich aber auch den Rücktritt von Beirat Michael Littig verlangt. Littig hatte Anfang Mai ein alternatives Konzept mit regionalen Investoren vorgelegt, trat aber nach der Beiratssitzung und dem Beschluss pro Becca von allen Ämtern zurück.

Ja. Das war die Grundvoraussetzung von Becca für seinen Einstieg. Bei den Verhandlungen waren Geschäftsführer Sport Martin Bader, Geschäftsführer Finanzen Michael Klatt und der Aufsichtsratsvorsitzende Patrick Banf Beccas Verhandlungspartner. Der Luxemburger hatte sich gewünscht, dass dies auch in Zukunft so bleibe – während Littig zurücktreten sollte. Bader, Klatt und Banf bleiben nun während der Zeit des Investments im Amt, also für fünf Jahre.

Banf verwies derweil auf Beccas Erfahrungen im Sport als Investor. “Er hat in vielen Sportarten, im Rad-, Motorsport, aber auch im Fußball, über lange Jahre gezeigt, wie man nachhaltig erfolgreich sein kann”, sagte der Beiratsvorsitzende. Becca engagiert sich unter anderem beim luxemburgischen Klub F91 Düdelingen.

FCK-Torwarttrainer Gerry Ehrmann begrüßte den Entschluss. “Endlich ist eine Entscheidung getroffen worden. Das ist das Beste für den Verein, und nur darum geht es. Ich war von Anfang an für diese Lösung, weil sie alternativlos war”, sagt das Vereins-Urgestein im Gespräch mit SPORT1. “Ich bin natürlich erleichtert. Jetzt herrscht Klarheit. Hätten wir das vor zwei Wochen gemacht, wären wir heute weiter.” 

Lesen Sie hier ein Interview mit Michael Klatt, kaufmännischer Geschäftsführer beim 1. FC Kaiserslautern, über die gegenwärtige Lage bei den Roten Teufeln.

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