Kommunal- und Europawahl in Thüringen: Wähler in Jena offenbar an Stimmabgabe gehindert - MDR
Unregelmäßigkeiten bei Wahl in Thüringen: Wie viele Wähler wurden weggeschickt?
Bei der Europa- und Kommunalwahl am Sonntag in Thüringen sind Berichten zufolge Wähler an der Stimmabgabe gehindert worden. Wähler berichteten am Abend in sozialen Netzwerken, dass sie in Jena um 18 Uhr keinen Einlass mehr ins Wahllokal erhalten hätten, obwohl seit längerer Zeit dort angestanden hätten.

Konkret ging es dabei um das Wahllokal 38 in Wenigenjena. Hier seien 50 bis 60 wartende Personen nicht mehr eingelassen worden, als das Wahllokal vorschriftsmäßig um 18 Uhr geschlossen wurde. In anderen Wahllokalen sollen Wartende auch nach 18 Uhr noch eingelassen worden sein – vorausgesetzt, sie standen schon vor diesem Zeitpunkt vor dem Wahllokal an.

Thüringens Landeswahlleiter Günter Krombholz sagte am frühen Sonntagabend im MDR THÜRINGEN JOURNAL, alle vor Wahllokalen Wartenden hätten auch noch nach 18 Uhr ihre Stimme abgeben können, wenn sie vor diesem Zeitpunkt bereits angestanden hätten.

Am 26. Mai 2019 wählen die Thüringer neue Kreistage, Stadträte, Gemeinde- und Ortschaftsräte. Außerdem werden in 15 Kommunen hauptamtliche Bürgermeister gesucht. MDR THÜRINGEN informiert über alles Wichtige zur Wahl.

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Ich war zwei mal in der Grete-Unrein-Schule in Jena-West. Die Schlange war beide Male so lang, dass ich es gelassen habe. Ich stelle mich doch nicht Stunden an. Ich möchte gern wissen, wieviele Bürger aus Jena waren gestern nicht wählen weil sie es aus diesem Grund nicht konnten.

Ein Ergebnis im 20-Prozent-Bereich ist in Jena bereits eine Herausforderung, denn die Universtitätsstadt zählt zu den am härtesten umkämpften Städten Thüringens. Auch 2019 sorgten die Wähler für deutliche Zahlensprünge.

Nach dem Fund einer scharfen Fliegerbombe ist in Erfurt ein Wohnviertel am westlichen Stadtrand evakuiert worden. Im Lauf des Nachmittags konnten Experten den 127 Kilo schweren Sprengkörper entschärfen.

Knapp 200 Menschen mussten in Erfurt ihre Häuser verlassen, bevor die 127 Kilo schwere Bombe entschärft werden konnte.

Die Grünen sind bei der Kommunalwahl in Weimar stärkste Kraft geworden. Jeweils sieben Sitze gewannen CDU, das Bürgerbündnis Weimarwerk und Die Linke. Die SPD stellt sechs Stadträte, die erstmals angetretene AfD fünf.

In Erfurt kann sich die CDU Hoffnungen machen, trotz deutlicher Verluste bei der Kommunalwahl stärkste Fraktion im Stadtrat zu werden. Der Grund: Die SPD, bisher Nummer 1, verliert noch deutlicher.

Unerwartete Schulferien für die Regelschüler und Gymnasiasten der Evangelischen Schule in Mühlhausen: Ein Rohrbruch setzte das Schulgebäude am Wochenende unter Wasser.

In Eisenach ist Die Linke bei der Wahl des Stadtrats trotz Verlusten stärkste Kraft geworden. Die CDU, bisher Nummer 1, muss sich mit Rang 2 begnügen. Jeweils vier Stadträte stellen künftig SPD, AfD, Grüne und NPD.

In 42 Thüringer Gemeinden waren die Wähler am Sonntag auch zur Wahl eines Bürgermeisters aufgerufen. Insgesamt 74 Bewerber traten an. Wer in welcher Gemeinde gewonnen hat, sehen Sie hier im Überblick.

Jena. Nicht jeder, der in Jena wählen wollte, hat gewählt. Bei den Wahlpartys der Parteien war das überall ein Thema: Menschen, die gegen 18 Uhr nicht mehr ins Wahllokal kamen. Das wurde in Jena offenbar unterschiedlich gehandhabt.

Zum Beispiel an der Angerküche (Wahllokal 2 und 4). Als kurz vor 18 Uhr noch etwa 150 Menschen vorm Haus standen, stellten sich zwei Wahlvorstände an das Ende der Schlange. So konnte jeder, der sich bis dahin eingereiht hatte, wählen. Die letzten Wähler erhielten 18.50 Uhr ihre Stimmzettel. Schlangen gab es in der Angerküche den ganzen Tag.

Anders an der Gaststätte vor den Fuchslöchern (Wahllokal 38). Hier standen noch etwa 50 bis 60 Menschen vor der Tür, die weggeschickt worden, was bei CDU und Linken ein großes Thema war. Als gegen 18.20 Uhr sämtliche im Lokal verbliebenen Wähler herauskamen, wurde willkürlich – so beschrieben es Augenzeugen – , noch mal Menschen hereingelassen.

Auch Aileen Peschke fühlte sich um ihr Wahlrecht betrogen, wie sie der Zeitung berichtete. Obwohl etwa 100 Menschen vor dem Christlichen-Gymnasium (Wahlbezirk 28) gestanden hätten, schlossen die Türen pünktlich 18 Uhr. Was sie besonders ärgerlich fand: Ich war um 11 und um 13.30 Uhr bereits im Wahllokal. Wegen der langen Wartezeiten, sagte man mir, dass ich später kommen solle. Um 17 Uhr war ich erneut dort und habe eine Stunde vergebens gewartet. Eine weitere Leserin schilderte, dass im Christlichen Gymnasium sich die Türen zu einem Klassenraum trotz Schlange 18.08 Uhr schlossen. Wer nicht freiwillig gehe, der wird hinausbegleitet, so habe es geheißen, sagte sie.

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Wahlleiter Olaf Schroth sagte, dass die Wartezeiten nicht in allen Wahllokalen so lang waren, wie von den Lesern beschrieben. Der Grund sei einfach gewesen, dass wegen des Umfangs der Stimmzettel viele Menschen viel Zeit beim Ausfüllen gebraucht hätten. Zu der Nachricht, dass Menschen am Ende nicht mehr in die Lokale gelassen wurden, sagte Rathaus-Sprecherin Roswitha Putz , dass immer gewährleistet werden müsse, dass die Wahl geheim durchgeführt werden könne.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter haben sich Nutzer über eine angeblich zu frühe Schließung eines Wahllokales in Jena beschwert. Potenzielle Wähler in einer Warteschlange seien bereits 45 Minuten vor der Schließung des Wahllokals weggeschickt worden. Die Pressestelle des Bundeswahlleiters antwortete, dass den genauen Umständen nachgegangen werde.