Relegation - Lezcano lässt Ingolstadt hoffen - Süddeutsche.de
Relegation: Zweitligist Ingolstadt nach 2:1 in Wiesbaden fast gerettet
Ingolstadts Torschütze Dario Lezcano (r) jubelt mit Ingolstadts Thomas Pledl (l) und Ingolstadts Stefan Kutschke über das Elfmeter-Tor zum 0:2.

Der Angreifer trifft im beim 2:1 im Hinspiel gegen Wiesbaden doppelt und bringt die Schanzer damit dem Klassenerhalt näher. Zverev erreicht das Finale in Genf und Messi gewinnt den goldenen Schuh.

2. Bundesliga, Relegation: Dario Lezcano hat dem FC Ingolstadt gute Aussichten auf den Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga verschafft und die Aufstiegsträume des SV Wehen Wiesbaden fast schon zerstört. Der Stürmer des Zweitliga-16. traf am Freitag im Relegationshinspiel beim hessischen Drittligisten in der 1. und 47. Minute (Foulelfmeter) zum 2:1 (1:0)-Sieg der Schanzer, die die Rettung im Rückspiel am kommenden Dienstag vor heimischer Kulisse perfekt machen können. Wiesbaden gibt der späte Anschlusstreffer durch Daniel Kofi Kyereh (90.+6) Hoffnung.

SVWW-Coach Rüdiger Rehm rotiert nach dem 3:2-Sieg beim KFC Uerdingen am letzten Spieltag der 3. Liga auf sieben (!) Positionen: Kolke steht anstatt Watkowiak (Bank) zwischen den Pfosten. Darüber hinaus ersetzen Kuhn, Mockenhaupt, Mintzel, Shipnoski, Schönfeld und Dittgen die auf der Bank Platz nehmenden Wachs, Modica, Hansch und Kyereh sowie die nicht berücksichtigten Reddemann und Diawusie.

Die Partie vor 7698 Zuschauern begann für den unterklassigen Herausforderer mit einem Schock: Nach nur 35 Sekunden schob Lezcano aus kurzer Distanz den Ball völlig freistehend zur frühen Führung für den Favoriten ins lange Eck. Die Hessen, die von 2007 bis 2009 in der 2. Liga gespielt hatten, ließen sich davon zunächst aber nicht beeindrucken und wären fast zum schnellen Ausgleich gekommen. Ein artistischer Fallrückzieher von Torjäger Manuel Schäffler, der von 2012 bis 2014 für den FCI spielte, landete jedoch nur auf dem statt im Netz.

Zuletzt eigneten sich die Schanzer aber ordentlich Selbstvertrauen an. Vier der letzten fünf Spiele konnte Ingolstadt gewinnen. Das reichte jedoch nicht, um es vom Relegationsplatz zu schaffen. Der FCI steht somit zum zweiten Mal nach neun Jahren in der Relegation. 2010 schafften die Schanzer gegen Hansa Rostock den Aufstieg in die 2. Liga.

Die Hausherren machten ordentlich Druck und ließen den Zweitligisten kaum zur Entfaltung kommen. Allerdings konnte sich die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm trotz klarer Feldvorteile keine weiteren Chancen erspielen. Die Gäste, die eigentlich als ein Aufstiegsanwärter in die Saison gestartet waren, boten in der Offensive 45 Minuten lang eine enttäuschende Vorstellung.

Es ist erst das siebte Aufeinandertreffen der beiden Vereine im Rahmen eines Pflichtspiels. 2008/09 stand man sich in der 2. Bundesliga gegenüber, 2009/10 in der 3. Liga und 2006/07 in der Regionalliga Süd. Drei der Partien entschieden die Schanzer für sich, zwei endeten Remis und einmal setzte sich Wiesbaden durch.

Nach dem Wechsel wurde der Außenseiter aber gleich beim ersten Angriff erneut von den Ingolstädtern überrumpelt. Wehens Torwart Markus Kolke ließ einen Schuss von Almog Cohen abprallen und holte den nachsetzenden Lezcano anschließend von den Beinen. Der Gefoulte trat selbst an den Punkt und verwandelte flach ins Eck. Der zweite Rückschlag raubte Wehen Wiesbaden den Schwung. Mit zunehmender Spielzeit schwand auch der Glaube an eine Wende. Ingolstadt kontrollierte nun das Geschehen, musste in der Nachspielzeit aber dennoch den Anschlusstreffer hinnehmen.

Die Wiesbadener Brita-Arena wird wohl ausverkauft, 1000-1200 Gästefans werden erwartet. Somit ist eine würdige Atmosphäre gewährleistet. Nicht nur deshalb steht der FCI vor einer großen Aufgabe. Das Team von Rüdiger Rehm gewann die letzten fünf Spiele vor heimischer Kulisse – mit einem Torverhältnis von 10:0.

Die Versteigerung ist für die Zeit während Wimbledon geplant. Das Auktionshaus beteuert aber: Man wolle dem ehemaligen Weltklasse-Tennisspieler keinesfalls "maximale Peinlichkeit bereiten".   Von Barbara Klimke

Nach einer Horrorsaison, in die Ingolstadt mit hohen Erwartungen und dem dritthöchsten Etat der Liga gegangen war, ist man beim FCI froh über die Relegation: Es ist eine Riesenfreude für mich. Vor einigen Wochen hatten nur ganz wenige den Glauben, dass wir in diese Situation kommen können, so Trainer Oral.

ATP Genf, Alexander Zverev: Der Deutsche hat bei seiner Generalprobe für die am Sonntag beginnenden French Open nach einem weiteren Arbeitssieg das Finale erreicht. Der Weltranglistenfünfte aus Hamburg setzte sich beim Vorbereitungsturnier in Genf gegen den Argentinier Federico Delbonis mit viel Mühe 7:5, 6:7 (6:8), 6:3 durch und greift am Samstag gegen Nicolas Jarry (Chile) nach seinem ersten Titel in dieser Saison. “Ich bin glücklich über den Sieg und über den Einzug ins Finale”, sagte Zverev. Delbonis habe “auf Sand schon einige starke Spieler geschlagen, er kommt auf dem Untergrund gut zurecht. Gegen ihn zu gewinnen, ist ein guter Sieg”, betonte der Hamburger.

Ingolstadt geht gleich in der Anfangsminute in Führung! Nach einem langen Ball setzen sich die Schanzer fest. Mrowca kann eine Flanke von Kittel nicht sauber klären. Pledl schnappt sich den Ball und bringt den Pass vor dem Tor an den Mann. Lezcano schießt aus kurzer Distanz ein.

Allerdings spielte Zverev auch am Freitag gegen Delbonis, Nummer 84 der Weltrangliste, nicht konstant genug, um kommende Woche wirklich zuversichtlich ins zweite Major des Jahres in Paris zu gehen. Starken Passagen wie zu Beginn des Matches ließ der 22-Jährige Schwächeperioden folgen. Im ersten Satz lag Zverev schnell mit 5:1 in Führung – dann verlor er vier Spiele nacheinander. Erst ein Doppelfehler von Delbonis besiegelte Zverevs Satzgewinn. Das hätte der deutschen Nummer eins Auftrieb geben können, doch stattdessen haderte und gestikulierte Zverev immer wieder. Darunter litt sein Spiel und die Konzentration. Den zweiten Satz gab Zverev im Tiebreak ab, obwohl er zwischenzeitlich mit einem Break geführt hatte. Besser machte es Zverev im dritten Satz, er verwandelte letztlich seinen ersten Matchball nach 2:41 Stunden.

Wiesbaden ist auch in der Anfangsminute der zweiten Hälfte unter enormem Druck. Kolke kann den Ball nicht festhalten. Der Schlussmann eilt der Kugel hinterher, doch Lezcano kommt ihm zuvor. Kolke reißt den Torschützen zu Boden – der Unparteiische zeigt auf den Punkt.

Bislang hatte Zverev einzig in Acapulco/Mexiko das Endspiel erreicht, dort verlor er jedoch Anfang März gegen Nick Kyrgios (Australien). In den folgenden Monaten lief es für Zverev deutlich schlechter, jüngst hatte er beim Masters in Rom gleich zum Auftakt verloren. Daher entschied sich Zverev für das Turnier in Genf: Der Hamburger wollte vor allem weitere Spielpraxis auf Sand und das nötige Selbstvertrauen sammeln. Im vergangenen Jahr hatte Zverev bei den French Open das Viertelfinale und damit sein bis heute bestes Grand-Slam-Resultat erreicht.

Wiesbaden macht überraschend noch den Anschlusstreffer kurz vor dem Schlusspfiff. Neumann verteidigt zu fahrlässig, Dittgen zieht an ihm vorbei und bringt den Ball halbhoch an den langen Pfosten. Dort läuft Kyereh ein und drückt die Kugel über die Linie.

Goldener Schuh, Lionel Messi: Lionel Messi hat als erster Fußballer zum sechsten Mal den “Goldenen Schuh” für Europas besten Torjäger gewonnen. Der fünfmalige Weltfußballer erzielte für den FC Barcelona beim Titelgewinn in La Liga 36 Tore und verwies mit 72 Punkten Kylian Mbappe (33 Tore/66 Punkte) auf Rang zwei. Dem französischen Weltmeister reichte am Freitag sein Treffer für Paris St. Germain gegen Stade Reims (1:3) nicht, um Messi noch einzuholen. Messi gewann die Trophäe schon zum dritten Mal in Folge, erstmals war die Auszeichnung 2010 an den Argentinier gegangen. Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski (Bayern München) belegte mit 22 Toren und 44 Punkten den fünften Platz. Zur Ermittlung der Rangliste wird die Anzahl der Tore mit einem Faktor multipliziert, der sich nach der Liga-Stärke richtet. Die fünf großen Ligen in Deutschland, Spanien, England, Italien und Frankreich erhalten dabei den Faktor zwei.

Dario Lezcano (1. und 47./Foulelfmeter) traf doppelt für den Tabellen-16. der regulären Zweitliga-Saison, der sich nach der Verpflichtung von Trainer Tomas Oral den Relegationsplatz mit 16 Punkten aus sieben Spielen hart erarbeitet hatte. Daniel-Kofi Kyereh (90.+6) ließ Wehen mit einem Treffer tief in der Nachspielzeit zumindest noch etwas hoffen."Über das späte Gegentor müssen wir uns ärgern, das ist schon doof. Wir haben im ganzen Spiel fast nichts zugelassen, die Mannschaft hat sich gut präsentiert. Im Rückspiel werden wir auf gar keinen Fall auf Unentschieden spielen", sagte Oral im ZDF. Sein Gegenüber Rüdiger Rehm meinte zu den Gegentoren: "Das waren zwei brutale Nackenschläge. Aber wir sind noch da. Jetzt hoffen wir, dass wir in Ingolstadt zuschlagen."

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Vor allem über die Flügel spielten sich die Wiesbadener, die zuletzt 2009 zweitklassig gespielt hatten, mehrfach nahe an den Strafraum der Schanzer, wo die Abwehr des FCI aber zumeist sicher stand. Auf der anderen Spielfeldseite scheiterte Lezcano kurz vor dem Pausenpfiff noch mit einem Heber (45.), ehe er kurz nach dem Seitenwechsel das Foul von Wiesbadens Torwart Markus Kolke im Strafraum dankbar annahm. Sekunden vor Spielende erzielte Kyereh zumindest das 1:2.

Der Klassenerhalt ist für Zweitligist FC Ingolstadt zum Greifen nah. Der FCI schlägt den SV Wehen Wiesbaden im Relegations-Hinspiel dank zweier Blitz-Aktionen auswärts mit 2:1.

Dem FC Ingolstadt winkt nach seiner weitestgehend katastrophalen Saison in der 2. Fußball-Bundesliga der versöhnliche Abschluss. Die Schanzer gewannen das Relegations-Hinspiel beim Drittliga-Dritten SV Wehen Wiesbaden 2:1 (1:0) und haben den Klassenerhalt im Rückspiel am kommenden Dienstag (18.15/ZDF und Eurosport-Player) vor eigenem Publikum dicht vor Augen.

Bereits nach 32 Sekunden klingelt es das erste Mal im Wiesbadener Kasten: Kittel flankt in den Strafraum auf Pledl, der legt vor dem Tor rüber zu Dario Leczano und der Mann aus Paraguay schiebt den Ball zur frühen Ingolstadt-Führung über die Linie.

Die Wiesbadener ließen sich von dem Rückstand nach nur 31 Sekunden zunächst kaum beeindrucken. Ingolstadts Torwart Philipp Tschauner musste in der 34. Minute in höchster Not vor Wehens Top-Torjäger Manuel Schäffler (16 Saisontore) retten. Vor allem in der ersten Halbzeit war vor 7698 Zuschauern nur selten ein Klassenunterschied zu erkennen.

Union Berlin oder SC Paderborn – wer steigt direkt auf? Die Eisern müssen gewinnen – Paderborn darf nicht verlieren.

Wehen kann sich von dem Schock schnell erholen, hat nur eine Minute später die Chance auf den direkten Ausgleich. Aber Torjäger Schäffler setzt den Ball per Fallrückzieher knapp neben das FCI-Tor (2.).

Eine niederschmetternde Saison könnte für die Ingolstädter doch noch ein glückliches Ende finden: Beim Relegationshinspiel in Wiesbaden stellt der Zweitliga-16. die Weichen in Richtung Klassenerhalt. Ein später Gegentreffer schmerzt trotzdem.

Besser machts dann Ingolstadts Top-Stürmer Lezcano im zweiten Durchgang – und wieder gehts blitzschnell!

▶︎ 46. Minute: Kurz nach Wiederanpfiff foult Wehen-Keeper Kolke Lezcano im Strafraum, Schiri Winkmann zeigt sofort auf den Punkt. Der Südamerikaner tritt selbst an und verwandelt sicher links unten zum 2:0 (47.) für Ingolstadt.

Immerhin: Kurz vor Schluss gelingt Wiesbaden noch der Anschlusstreffer durch Kyereh (90.+6), eine Resthoffnung auf den Aufstieg in die 2. Liga bleibt so am Leben.

Wehen-Trainer Rüdiger Rehm nach dem Spiel am ZDF-Mikro: Wir sind noch da, das Momentum war am Ende auf unserer Seite.

Allerdings: Durch den Auswärtserfolg hat der FCI einen großen Schritt Richtung Rettung gemacht. Im Rückspiel am Dienstag (18.15 Uhr/ live im ZDF und Eurosport Player) wollen die Ingolstädter den Klassenerhalt nun endgültig perfekt machen.

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