Ingolstadt: Zu früh gefreut - Zahlreiche Fans verfolgen das Relegationsspiel des FCI im Freien und erhalten einen späten Dämpfer - donaukurier.de
Oral: Das war zu billig
Doch von allzu großer Fußballstimmung in der Stadt war am Freitagabend ohnehin nicht viel zu spüren. Es scheint, die Ingolstädter warten ab, was im Rückspiel noch passiert. Bis zu dem späten Treffer lief eigentlich alles nach Plan – sowohl für die elf Schanzer auf dem Rasen als auch für die Fans vor den Fernsehern auf den Terrassen und in den Biergärten in Ingolstadt. Unter ihnen auch Christian aus München und Wolfgang aus Ingolstadt, die sich das erste Relegationsspiel zwischen Wiesbaden und Ingolstadt im Mo angeschaut haben. Als sie mit dem DK reden, steht es noch 2:0 für den FCI. "Das haben wir nur gehofft nach dem Saisonverlauf", räumen beide ein. Christian hielt das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt noch für "gefährlich" für die Schanzer, wie er sagte. "Das verleitet vielleicht dazu, dass sie sich im Rückspiel zu sehr ausruhen", findet er. Dazu wird es nun wohl nicht mehr kommen. Kurze Zeit später bebt der Biergarten, als nach einer Ecke von Pledl das 3:0 in der Luft liegt. "Einer geht noch, einer geht noch rein", skandiert ein Fan aus voller Brust. Gediegener ließen es die Zuschauer im Corso Italia angehen. Als kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit Elfmeter für Ingolstadt gepfiffen wird, klatscht Kellner Giorgio verhalten Beifall. Von einem der Tische, die zu diesem Zeitpunkt bei Weitem nicht alle voll besetzt sind, ist ein leiser Freudenjauchzer zu hören. Erst als die Ingolstädter das Tempo deutlich anziehen und sich die eine oder andere Chance erspielen, fiebern vor allem die jüngeren Fans auf der Terrasse sichtlich mit. "3:0", fleht Giorgio es herbei. Ein Gast klatscht sich bei jedem Angriff der Schanzer wie besessen auf den Schenkel. Paul aus Ingolstadt ist mit Freunden da. Die deutliche Führung der Ingolstädter überrasche ihn, sagt er und ergänzt: "Ich rechne noch mit einem Aufbäumen der Wiesbadener im Rückspiel. " Dann sei er im Stadion dabei. Es wird wohl spannend werden.

Der FC Ingolstadt hat mit einem 2:1-Erfolg über den SV Wehen Wiesbaden am Freitagabend den ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Zwei Blitztore von Lezcano sorgten dafür, dass die Schanzer letztlich die Nase vorne hatten, jedoch hatte der Ingolstädter Sieg aufgrund von Wiesbadens Kyereh einen faden Beigeschmack.

Die letzten Sekunden der sechsminütigen Nachspielzeit in einem zerfahrenen zweiten Durchgang liefen. Der SV Wehen Wiesbaden verzeichnete seinen zweiten Torschuss und der schlug dann auch noch hinter FCI-Keeper Tschauner ein. “Natürlich muss man sich ärgern. Wir haben im ganzen Spiel fast gar nichts zugelassen. Kurz vor Schluss noch ein Gegentor zu kassieren, ist schon doof”, kommentierte Tomas Oral.

Die Schanzer verteidigten über nahezu die gesamte Spielzeit souverän und wurden für eine kleine Nachlässigkeit konsequent bestraft. Neumann verteidigte gegen Dittgen etwas zu nachlässig und daraus entstand der Treffer zum 1:2. “Hinten muss einer mitgehen, das war zu billig”, monierte Oral. Trotz des vermeidbaren Gegentreffers hob der FCI-Trainer die Leistung seiner Mannschaft hervor, die sich heute sehr gut präsentiert hatte.

In manchen Phasen der Partie war an der Seitenlinie ebenso viel Betrieb wie auf dem Spielfeld. Vor allem Wiesbadens Cheftrainer Rüdiger Rehm stimmte häufiger nicht mit den Entscheidungen des Unparteiischen Guido Winkmann überein und ging oftmals in den intensiven Dialog mit dem vierten Offiziellen. Tomas Oral kritisierte das Verhalten seines Kollegen: “Von der gegnerischen Bank sind immer wieder Karten gefordert und Sachen reingerufen worden. Das ist nicht akzeptabel, das macht man einfach nicht.”

Bereits nach dem gewonnenen Hinspiel gab der 46-Jährige Aufschluss über sein Vorhaben für das alles entscheidende Rückspiel in Ingolstadt am 28. Mai (LIVE! ab 18.15 Uhr auf kicker.de): “Wir spielen auf keinen Fall auf Unentschieden, wir müssen unbedingt ein Tor machen.”

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