Kinder dürfen in Ingolstadt wieder Lasertag spielen - BR24
Trendsport aus den USA: Spaß oder Krieg: Wie gefährlich ist Lasertag?
An Lasertag scheiden sich die Geister. Heute befasst sich ein Münchner Gericht damit. Aber: Wie schädlich ist das Spiel für Kinder? Eine Umfrage unter Eltern, Experten und Spielern.

Trendspiel oder reine Ballerei? Lasertag wird in Deutschland immer beliebter – und kritisch beäugt. Quelle: dpa Das Wichtigste in Kürze Lasertag-Spielarenen sind im Trend.Die Altersfreigabe von Lasertag-Anlagen ist nicht gesetzlich geregelt und von Bundesland zu Bundesland anders.Die Meinungen, ob eine Partie Lasertag nun als "Kriegsspiel" und als agressionsfördernd angesehen werden sollte, gehen sehr weit auseinander. Lothar Wegner, Fachreferent für Gewaltprävention und stellvertretender Geschäftsführer Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Baden-Württemberg

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"Das Problem ist: Die Forschungslage zum Thema ist eher unbefriedigend. Es gibt durchaus Studien, die das Spiel negativ sehen, andere aber beurteilen es auch positiv. Die meisten Kinder schaffen es, sich zu distanzieren und das Ganze als Spiel sehen. Die Eltern wiederum sehen es zum großen Teil als Wettkampf, nur wenige speichern es unter 'Kampf' ab. Durch die Einteilung in Gruppen sind Teamgeist und Bewegungsfreude gefordert – wie bei jedem Spiel. Die Einhaltung von Regeln sollte durch Technik gesichert sein. Wer beispielsweise rennt, obwohl es verboten ist, bei dem sollte sich automatisch die Weste ausschalten oder so. Das ermöglicht ein faires Spiel. Es sollte natürlich immer jemand vom Personal in der Halle sein. Und wenn Kinder Angst bekommen, muss es ein Signal für den Ausstieg geben. Wenn das alles gewährleistet ist, sehe ich für die Freigabe auch ab 12 Jahren kein Problem."  

Früher spielten Kinder Indianer und Cowboy. Heute wollen viele von ihnen lieber in Lasertag-Hallen aufeinander schießen. Bayern sieht darin eine Gefahr für die Entwicklung der Heranwachsenden. Nun entscheidet das Verwaltungsgericht.

So sieht das auch Stefan Dickhäuser. Er ist der erste Vorsitzende des 2016 gegründeten Lasertagverbandes Deutschland, der rund 30 Mitgliedsbetriebe vertritt. Bayern gilt als besonders streng, sagt er und verweist auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Würzburg aus dem Jahr 2016. Darin hieß es, von dem fraglichen Spiel gehe eine Gefährdung für das geistige und seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen aus. Diese Entscheidung habe viel Beachtung gefunden und so auch Einfluss auf die nun in Bayern geltende Regelung gehabt.

Sport oder Ballerspiel? Am Lasertag scheiden sich die Geister. Nun befasst sich das Verwaltungsgericht in München mit dem beliebten Freizeitvertreib. Der Inhaber einer Lasertag-Arena zieht vor Gericht, weil das Jugendamt ihm untersagt hat, Kinder unter 14 Jahren in seiner Arena Lasertag spielen zu lassen – aus Jugendschutzgründen.

Leidet das seelische Wohl von Kindern, wenn sie Lasertag spielen? Darüber verhandelt ein Gericht in Bayern. (Foto: dpa)20. März 2019Deutsche Presse-Agentur Britta Schultejans Sport oder Ballerspiel? Am Lasertag scheiden sich die Geister. Nun befasst sich das Verwaltungsgericht in München an diesem Mittwoch mit dem beliebten Freizeitvertreib. Der Inhaber einer Lasertag-Arena zieht vor Gericht, weil das Jugendamt ihm untersagt hat, Kinder unter 14 Jahren in seiner Arena Lasertag spielen zu lassen — aus Jugendschutzgründen.

Vor zwei Jahren hat Herbert Schmid seine Videothek zugemacht und stattdessen eine Lasertag-Arena eröffnet. "Das ist kein Ballerspiel", betont er. "Sondern Sport, Spiel, Spannung. Gerade bei Kindern ist das kein Kriegsspiel." Es sei doch viel besser, wenn Kinder sich bewegen und nicht nur auf dem Sofa sitzen "und am Handy oder Tablet rumfummeln". Beim Lasertag treten meist zwei Teams gegeneinander an. Ziel ist es, mit dem Lasertrahl Sensoren auf speziellen Westen zu treffen, die die Spieler tragen.

Vor zwei Jahren hat Herbert Schmid seine Videothek zugemacht und stattdessen eine Lasertag-Arena eröffnet. Das ist kein Ballerspiel, betont er. Sondern Sport, Spiel, Spannung. Gerade bei Kindern ist das kein Kriegsspiel. Es sei doch viel besser, wenn Kinder sich bewegen und nicht nur auf dem Sofa sitzen und am Handy oder Tablet rumfummeln. Beim Lasertag treten meist zwei Teams gegeneinander an. Ziel ist es, mit dem Lasertrahl Sensoren auf speziellen Westen zu treffen, die die Spieler tragen.

Seit Schmid vom Jugendamt den Bescheid bekam, dass Kinder unter 14 bei ihm nicht spielen dürfen, sei sein Umsatz erheblich eingebrochen. "Familien sind die Hauptzielgruppe", sagt Schmid. "Gerade die Mütter waren begeistert darüber, wie die Kinder sich dabei freuen – und wie erschöpft sie waren." Alle fänden es toll – "nur das Jugendamt nicht".

Schmid darf inzwischen zwar sogar spezielle Spiele für Kinder ab zwölf Jahren anbieten — aber dabei dürfen die Kinder nicht aufeinander schießen, sondern nur auf Sonderziele. Das ist ja, als wenn man Kindern Wasserpistolen für eine Wasserschlacht in die Hand gibt und ihnen dann sagt, dass sie nur auf den Boden schießen dürfen. Das ist doch bescheuert.

Nach Angaben des bayerischen Landesjugendamtes gibt es keine spezielle gesetzliche Regelung zu Lasertag im Jugendschutzgesetz (JuSchG). Allerdings können die Behörden Gewerbebetrieben Anordnungen zu Altersbegrenzungen erteilen, wenn sie das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern oder Jugendlichen in Gefahr sehen. "Der Jugendschutz hat in Bayern einen hohen Stellenwert", betont eine Sprecherin. Es bestehe "weitestgehend Konsens, dass diese Anlagen allein durch ihr Konzept des spielerischen bewaffneten Konflikts die Entwicklung von dort spielenden Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen können". Seit dem 1. September 2016 gilt eine Leitlinie, wonach Laserspiele im Regelfall für Kinder und Jugendliche unter 16 nicht freigegeben werden. "Hat das Laserspiel einen evident militaristischen Charakter, so sollte allen Minderjährigen der Zutritt verwehrt werden."

Seit Schmid vom Jugendamt den Bescheid bekam, dass Kinder unter 14 bei ihm nicht spielen dürfen, sei sein Umsatz erheblich eingebrochen. Familien sind die Hauptzielgruppe, sagt Schmid. Gerade die Mütter waren begeistert darüber, wie die Kinder sich dabei freuen — und wie erschöpft sie waren. Alle fänden es toll — nur das Jugendamt nicht.

Schmid darf inzwischen zwar sogar spezielle Spiele für Kinder ab zwölf Jahren anbieten – aber dabei dürfen die Kinder nicht aufeinander schießen, sondern nur auf Sonderziele. "Das ist ja, als wenn man Kindern Wasserpistolen für eine Wasserschlacht in die Hand gibt und ihnen dann sagt, dass sie nur auf den Boden schießen dürfen. Das ist doch bescheuert." Schmid stört vor allem, dass es keine einheitliche Regelung gebe. "Jeder Landkreis, jedes Jugendamt entscheidet da anders", sagt er. "Und in anderen Bundesländern ist das längst nicht so streng wie in Bayern."

Das ist der neue Polizeipräsident von RavensburgRavensburgVon Frank Hautumm und Schwäbische ZeitungEr war der Wunschkandidat vieler in der Region, besonders aber in Ravensburg: Uwe Stürmer wird am 1. Januar 2020 wie erwartet Leiter des neuen Polizeipräsidiums Ravensburg. Das hat das Innenministerium Baden-Württemberg am Freitagnachmittag mitgeteilt.

So sieht das auch Stefan Dickhäuser. Er ist der erste Vorsitzende des 2016 gegründeten Lasertagverbandes Deutschland, der rund 30 Mitgliedsbetriebe vertritt. "Bayern gilt als besonders streng", sagt er und verweist auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Würzburg aus dem Jahr 2016. Darin hieß es, von dem fraglichen Spiel gehe "eine Gefährdung für das geistige und seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen aus". Diese Entscheidung habe viel Beachtung gefunden und so auch Einfluss auf die nun in Bayern geltende Regelung gehabt. Grundsätzlich entscheiden die jeweiligen Jugendämter immer im Einzelfall.

Denn wegen Bauarbeiten im Rahmen des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm muss die Autobahn 8 in Fahrtrichtung München komplett gesperrt werden. Aber auch Reisende, die deshalb auf den Zug ausweichen wollen, haben es vermutlich nicht besser: Die Bahnstrecke Stuttgart-Ulm muss gesperrt werden. Reisende müssen auf Schienenersatzverkehr ausweichen.

"Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland, aber auch von Stadt zu Stadt verschieden", sagt Dickhäuser. Nach Angaben des Landesjugendamtes gab es 2015 insgesamt 24 Lasertag-Anlagen in Bayern, aktuellere Zahlen gibt es nicht. Deutschlandweit sind es nach Angaben Dickhäusers derzeit rund 240 – und etwa 600 Teams und Spielgemeinschaften, die "regelmäßig Lasertag als Sport ausführen". Seine Forderung: "Kinder sollten Lasertag spielen dürfen. Im kompletten europäischen Ausland ist das kein Problem."