Audi-Absatz in Europa halbiert
Absatz von Audi und VW knickt ein: VW-Absatz fällt deutlich – Sorgen um China
Viele Audi-Modelle haben noch immer keine Zulassung nach dem neuen Abgasstandard WLTP – und das hat drastische Folgen. Auch die VW-Verkäufe gehen deutlich zurück.

Freitag, 09.11.2018   13:03 Uhr Drucken Nutzungsrechte Feedback if (typeof ADI != undefined) ADI.writeAdScript(integrationteaser_1); Audi hat im Oktober in Europa nur halb so viele Autos verkauft wie vor einem Jahr, weil viele Modelle immer noch keine Zulassung nach dem neuen Abgasteststandard WLTP haben. Aber bis Jahresende werde das Modellangebot wieder komplett sein. Für das Gesamtjahr rechne Audi mit einem Absatz auf Vorjahresniveau, sagte der kommissarische Vorstandschef Bram Schot.

Im Oktober lieferte Audi weltweit 117.600 Fahrzeuge aus – ein Minus von 26 Prozent. In Europa wurden gerade mal 32.000 Autos verkauft – 53 Prozent weniger als vor einem Jahr. Immerhin habe die Ingolstädter VW-Tochter ihr Angebot von Modellen mit der jetzt europaweit vorgeschriebenen WLTP-Zulassung seit September von 34 auf rund 70 verdoppelt. “Bis zum Jahresende erwarten wir in allen Modellreihen ein passendes Angebot für unsere Kunden”, sagte Schot.

In China wuchs die Nachfrage im Oktober weiter, dort verkaufte Audi 57.000 Autos oder gut fünf Prozent mehr. In den USA dagegen drückten die anstehenden Modellwechsel die Verkäufe um 17 Prozent auf 19.000.

Weltweit hat Audi seit Jahresbeginn mehr als 1,5 Millionen Autos verkauft und liegt damit 0,9 Prozent unter Vorjahr. Vor der Umstellung auf den WLTP-Standard hatte Audi noch besonders viele Autos nach dem bis August gültigen NEFZ-Standard gebaut und verkauft und sich so ein Polster geschaffen. Im August waren die Verkäufe in Europa 22 Prozent nach oben geschossen.

Konkurrent Mercedes-Benz kämpft mit ähnlichen Problemen, schaffte aber bereits im Oktober die Wende. BMW legt seine Absatzzahlen nächste Woche vor.

Auch die Auslieferungen der Volkswagen-Kernmarke VW waren im Oktober weiter rückläufig. Weltweit sank der VW-Absatz um 6,2 Prozent auf 516.900 Fahrzeuge. Grund dafür war nach Unternehmensangaben in erster Linie die anhaltende Kaufzurückhaltung in China. Die Verunsicherung der chinesischen Verbraucher aufgrund des Handelskonflikts mit den USA ließ den Absatz in dem für VW wichtigen Markt um 9,8 Prozent auf 274.100 Autos sinken.

Audi hat wegen des Dieselskandals mit massivem Gegenwind zu kämpfen. Zwischenzeitlich nahm die Justiz sogar den damals noch amtierenden Audi-Chef Rupert Stadler in Untersuchungshaft. Ende Oktober kam Stadler wieder frei. Die Geschäfte bei Audi führt inzwischen allerdings Interimschef Bram Schot.

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Dämpfer für Volkswagen: Die Auslieferungen der Volkswagen -Kernmarke VW sind im Oktober weiter zurückgegangen. Weltweit sank der Absatz um 6,2 Prozent auf 516.900 Fahrzeuge, wie der Autobauer am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Grund dafür war in erster Linie die schwache Kauflust in China. Die Verunsicherung der chinesischen Verbraucher aufgrund des Handelskonflikts mit den USA ließ den Absatz in dem für VW wichtigen Markt um 9,8 Prozent auf 274 100 Autos sinken.

Auch die Verkäufe in Europa wurden im Oktober weiterhin von der Umstellung auf den neuen Abgasstandard WLTP beeinträchtigt, wenn auch nicht mehr so stark wie im September. “Wir erwarten, dass sich diese Erholung im November und Dezember fortsetzt”, sagte Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. Europaweit verbuchte VW einen Rückgang von 7,1 Prozent auf 122 000 Fahrzeuge. Besonders deutlich fiel das Minus mit 11,7 Prozent erneut in Deutschland aus. Positive Impulse verzeichnet VW nach eigenen Angaben in Russland und Brasilien.

Auf die ersten zehn Monate des Jahres gerechnet liegt VW aber immer noch im Plus. Mit 5,14 Millionen Fahrzeugen verkaufte VW 1,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Laut Volkswagen entspricht dies einem neuen Spitzenwert.

Modellwechsel und die Umstellung auf den neuen Abgas- und Verbrauchsprüfstandard WLTP haben auch der VW-Tochter Audi Börsen-Chart zeigen einen weiteren tiefroten Absatzmonat beschert. Im Oktober verkaufte die Volkswagen -Tochter mit weltweit 117 600 Fahrzeugen knapp 26 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, wie Audi am Freitag in Ingolstadt mitteilte. Im bisherigen Jahresverlauf summieren sich die Auslieferungen damit auf 1,525 Millionen Fahrzeuge, damit steht Audi mit 0,9 Prozent im Rückstand im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Besonders hart traf es das Unternehmen im vergangenen Monat in Europa, wo Audi mit der schleppenden Zulassung seiner Fahrzeuge nach dem neuen WLTP-Standard kämpft und deshalb viele Modelle nicht lieferbar sind. Dort wurden im Oktober 32 150 Fahrzeuge von der Marke mit den vier Ringen verkauft, knapp 53 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Audi sieht inzwischen aber etwas Licht am Ende des Tunnels: Im vergangenen Monat habe sich die Zahl der Modelle mit WLTP-Genenehmigung nahezu verdoppelt. Das Unternehmen geht allerdings weiterhin davon aus, dass erst bis Jahresende das normale Angebot wieder erreicht wird.

In den USA bekam der deutsche Hersteller vor allem die Zurückhaltung der Kunden wegen des bevorstehenden Marktstarts mehrerer Modelle wie etwa A6 und Q8 zu spüren – dort gingen die Verkäufe um 17,3 Prozent zurück. In China hingegen trotzte Audi der dortigen aktuellen Marktschwäche mit einem Auslieferungsplus von 5,4 Prozent.