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Deutschland bekommt eine neue Digital-Messe
Nach dem Aus für die Cebit im vergangenen Herbst klafft ein Loch im Kalender der Deutschen Messe AG in Hannover. Am Montag hat das Unternehmen – nach der “5G CMM Expo” – ein weiteres Format vorgestellt, dass diese Lücke stopfen soll: “Twenty2x” heißt die neue Messe, deren Premiere für März 2020 geplant ist.

Im März 2020 feiert in Hannover die Digitalmesse “Twenty2x” Premiere. Die neue Messe soll drei Tage dauern – und sich vor allem an mittelständische Firmen richten.

Auch wenn man zunächst auf ein deutschsprachiges Publikum setzt – bei der Vorstellung der geplanten Ausstellungsthemen war davon nichts zu merken: Es soll um Business Management gehen, worunter die Veranstalter "Data Management, Big Data, AI, Business Software, Cloud, Server & Storage" verstehen. Ein zweites Hauptthema werden Security Solutions sein, genauer "IT-Security, Cyber Security, Legal Frameworks & GDPR, Blockchain, Threat Management". "New Tech" und "New Work" bilden weitere Schwerpunkte. Als "Fokusbranchen" sollen 2020 "Public Administration, Future Mobility, Financial Services" in besonderer Weise gewürdigt werden.

Inhaltlich geht es bei der “Twenty2x” zwar um den Einsatz von IT und Digital-Technik – und auch der Termin im März erinnert an die weltweit bekannte Messe für Informationstechnik: Ein Nachfolger der Cebit sei die neue Digitalmesse aber nicht, sagte Andreas Gruchow, Vorstandsmitglied der Messe AG. Ein Unterschied liege in der Zielgruppe, den die “Twenty2x” ansprechen will: Dazu zählen weder Großkonzerne noch Stars der High-Tech Szene, sondern kleine und mittelständische Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum mit bis zu 1.000 Angestellten.

Die Deutsche Messe AG hat am Montag in Hannover ihre Pläne für eine neue Digitalmesse vorgestellt. Die “Twenty2x” soll sich vorwiegend an mittelständische Firmen richten. Video (00:23 min)

Diese liefen Gefahr, bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle abgehängt zu werden, hieß es bei der Vorstellung der Messe. Mit der “Twenty2x” soll dem entgegen gewirkt werden: Auf konkrete Fragen des Mittelstandes, etwa was passiert, wenn wichtige Firmen-Daten in einer Cloud hochgeladen werden, soll es klare Antworten geben. Gruchow kündigte an, dass Geschäftsführer und IT-Verantwortliche beispielsweise Programme für Videokonferenzen auf der neuen Messe zu sehen bekommen sollen.

Lob an der Ausrichtung der “Twenty2x” kommt vom Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi). Die Digitalisierung des Mittelstandes werde vielfach unterschätzt, sagte BITMi-Präsident Oliver Grün. Dabei sei dies “die Schicksalsfrage der deutschen Wirtschaft”. Eine zentrale Digitalmesse, die den Mittelstand in den Fokus rückt, sei daher in Deutschland unerlässlich, so Grün.

Die Abgrenzung zur Cebit sollen für Besucher auch greifbar werden: In den beiden vorgesehenen Messehallen für die “Twenty2x” sowie dem Kongresszentrum sollen nur vergleichsweise kleine Stände aufgebaut werden, hieß es.

Neue Trends und Alltagstauglichkeit technischer Entwicklungen und wie steht es um die Datensicherheit? Moderator Jan Starkebaum schaut sich auf der Messe um. Video (39:00 min)

Drucken Kommentare lesen 8 Beiträge Dr. Andreas Gruchow von der Deutschen Messe AG erläutert das Konzept der neuen Messe TWENTY2X.

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Die Deutsche Messe organisiert vom kommenden Jahr an eine neue Digitalmesse auf dem Hannoverschen Messegelände. Unter dem Namen Twenty2x sollen vom 17. bis 19. März 2020 etwa 200 bis 300 Aussteller in zwei Hallen und im Congresscentrum des Messegeländes administrative IT für kleine und mittelständische Unternehmen zeigen. Partner der neuen Messe sind der Bundesverband IT-Mittelstand Bitmi, der Verband der Internetwirtschaft eco, der IT-Anwenderverband Voice und der Bundesverband Startups BVDS. Auf der Messe und in begleitenden Vorträgen sollen mittelständische Unternehmen erfahren, wie sie mit sensiblen Kundendaten umgehen sollten und sich vor Cyberattacken schützen können.

Diese Messe ist ein konkretes Vorhaben der neuen Abteilung Digitalmessen der Deutsche Messe AG. Sie wurde nach dem Aus für die ehemalige Computermesse Cebit eingerichtet und sucht nach neuen Themen aus dem Bereich Digitalisierung, die bisher noch nicht von Messen abgedeckt werden. Die Messegesellschaft möchte das Thema Digitalisierung weiter als Veranstalter besetzen, kann bisher aber nur einige kleine Ausstellungen in Asien und Australien vorweisen.

Die Messegesellschaft hatte schon in diesen Tagen zwei neue Veranstaltungen. Bei der Clean Transport ging es um Verkehrsmittelreinigung, die Micro Mobility widmete sich dem Thema Elektrokleinfahrzeuge vom E-Roller bis zu kleinen elektrischen Autos. Beide Veranstaltungen haben auf niedrigem Niveau so erfolgreich begonnen, dass es im kommenden Jahr Wiederholungen gibt.

Ein Schwerpunkt der neuen Messen soll das Thema 5G werden. Die Deutsche Messe will in Hannover das erste Messegelände der Welt einrichten, das vom kommenden Jahr an über ein lokales 5G-Netz verfügt. Das ist für die Aussteller aller Messen wichtig, vor allem auch der führenden Hannover Messe. Zudem plant die Deutsche Messe für diesen Oktober einen Kongress zum Thema und vom kommenden September an eine Messe unter dem Namen 5G CMM Expo. Das Akronym CMM steht für connected mobile mashines, also über Funk verbundene autonome Systeme.

Messechef Jochen Köckler zeigt sich überzeugt, dass das neue Thema 5G keiner Einzelbranche gehöre, sondern branchenübergreifend sei und daher eine eigene Messe rechtfertige. Auf der 5G CMM sollen nicht die Hersteller autonomer Systeme ausstellen, sondern sie sollen als Besucher kommen und alle Produkte für autonome Systeme finden vom Chip über den Sender und Empfänger bis hin zu Softwarelösungen. Es ist eine Messe geplant für alles, was sich autonom bewegt, ob auf der Straße oder in der Fabrikhalle.