Funkel rät Hannover: Behaltet 96-Coach Doll - Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Doppelschlag beschert Fortuna gelungenen Saisonabschluss
Mit einem etwas glücklichen 2:1 siegte Fortuna Düsseldorf am Samstagnachmittag gegen Absteiger Hannover 96. Die Fortunen präsentierten sich in der ersten Hälfte äußerst passiv und unbekümmert, während Hannover sich mühte, seine wenigen Chancen aber liegen ließ. Nach der Pause schockte die Fortuna die Gäste mit einem Doppelschlag innerhalb von vier Minuten und konnte trotz des Anschlusstreffers die Führung über die Zeit bringen.

Düsseldorfs Coach Friedhelm Funkel tauschte im Vergleich zum 2:3 in Dortmund auf vier Positionen: Für Kownacki (muskuläre Probleme), Bodzek (Rotsperre), Fink und Suttner (beide auf der Bank) starteten Kaminski, Karaman, Raman und Hennings.

“Ich bin nicht dazu da, anderen Vereinen Ratschläge zu geben”, leitete er seine flammende Rede für Doll ein – und gab dann doch einen Ratschlag: “Dass Thomas ein guter Trainer ist, hat er in den vergangenen Jahren mehr als einmal unter Beweis gestellt”, urteilte Funkel. “Er hat eine ganz, ganz schwierige Situation in Hannover übernommen.” Mit wenig Punkten, verletzten Leistungsträgern wie Ihlas Bebou und Edgar Prib, auch innerhalb der Mannschaft hatte es rumort. “So einen Rückstand aufzuholen, ist wahnsinnig schwer”, betonte Funkel. “Gerade in den letzten Wochen haben sie gezeigt, dass sie sich stabilisiert habe. Eines ist mal sicher: Wenn man aufsteigen will, braucht man in der Regel einen erfahrenen Trainer. Und Thomas ist erfahren!” So viel Überzeugung pro Doll müssen jetzt nur noch Profiboss Martin Kind und der zu verpflichtende Sportchef haben.

Hannovers Trainer Thomas Doll beließ es nach dem 3:0 gegen Freiburg bei zwei Änderungen: Im Tor begann Sahin-Radlinger für Esser, der seinen Platz für die sportlich unbedeutende Partie freiwillig räumte. Zudem ersetzte Walace den verletzten Bakalorz (Adduktorenzerrung).

Thomas Doll hat in kurzer Zeit viel erlebt mit 96. Gegenwind, Erfolgserlebnisse, einen tränenreichen Abstieg. Eigentlich hat er noch Vertrag, der gilt auch für die 2. Liga. Trotzdem ist seine Zukunft ungewiss. Sehr gut möglich, dass Hannover 96 beim Neuanfang auch auf einen neuen Cheftrainer setzt. Gehts nach Düsseldorfs Kultcoach Friedhelm Funkel, bleibt Doll aber trotz Abstieg im Amt.

Beide Teams begannen mit Dampf, doch Hannover übernahm schnell die Kontrolle über die Partie. Düsseldorf agierte defensiv eher unbekümmert und ließ die Niedersachsen gewähren, die jedoch bis auf zwei ungefährliche Fernschüsse von Bebou (7.) und Maina (9.) lange zu keinen wirklichen Chancen kamen. Die erste, richtig gute Gelegenheit ging dann aber auf das Konto der Gastgeber: Ex-96er Karaman wurde mit dem Rücken zum Tor im Strafraum angespielt, drehte sich gegen zwei Mann und schoss. Doch Sahin-Radlinger war schnell unten und hielt die Kugel sicher (24.).

Hannover hatte das Spiel im Griff und wurde immer wieder über schnelle Gegenstöße gefährlich, vor allem Bebou und Maina machten viel Betrieb über die Außen. Eine Flanke von Maina fand auch den weitestgehend unbedrängten Weydandt am Fünfmeterraum, der den Ball jedoch knapp am Tor vorbeiköpfte (36.). Einen schönen Solo-Lauf von Raman beendete Sahin-Radlinger auf der anderen Seite souverän (39.). So ging es torlos in die Pause.

Die zweite Hälfte begann zunächst ähnlich wie Durchgang eins, auch wenn Düsseldorf etwas mehr investierte. Maina ließ die erste und beste Chance für Hannover liegen, als er sich über außen stark in den Strafraum spielte und aus sieben Metern die Latte traf (55.). Im direkten Gegenzug ging dann jedoch Düsseldorf in Führung: Raman wurde an der Außenlinie entlang geschickt und setzte sich gegen den unglücklich agierenden Ostrzolek durch, der zu Boden ging, allerdings keinen Freistoß bekam. Raman hatte Platz, ging noch ein paar Schritte und legte den Ball quer in den Strafraum, wo Hennings ganz alleine war und aus zehn Metern zum 1:0 traf (56.). Nur vier Minuten später erhöhte Düsseldorf auf 2:0 und stellte damit den gesamten Spielverlauf auf den Kopf. Lukebakio flankte in den Strafraum, Hennings verlängerte den Ball in Richtung Tor, wo der starke Sahin-Radlinger noch parieren konnte. Der Ball prallte jedoch genau zu Karaman, der nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Abermals nur kurze Zeit später lag der Ball schon wieder im Hannoveraner Tor – nur diesmal zählte der Treffer nicht. Karaman hatte eine Flanke von Raman an die Latte geköpft, stand dabei aber bereits im Abseits. Den Abpraller hatte Hoffmann dann im Tor versenkt (64.). Im Anschluss ließ Düsseldorf Hannover wieder machen – und fing sich prompt den Anschlusstreffer. Der eingewechselte Müller konterte praktisch alleine, ließ zwei Verteidiger stehen und schob aus zwölf Metern gegen den herauseilenden Rensing ein (78.). Hannover mühte sich daraufhin nochmal intensiv, zum Ausgleich zu kommen, musste die Spielzeit aber letztlich ganz ohne Auswärtssieg beenden.

Durch die parallele Niederlage von Hertha BSC schaffte die Fortuna sogar noch den Sprung auf Rang zehn, während Hannover dank der Nürnberger Niederlage nicht als Tabellenletzter absteigt.

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Nach einer gar nicht mal schlechten, aber torlosen ersten Halbzeit hat 96 in der zweiten Hälfte den Rückfall in alte Muster. Nach einem Lattenkracher von Maina (55.) trifft Rouwen Hennings zum 1:0 für Düsseldorf. Hannover bricht auseinander, kassiert nur fünf Minuten später das 2:0 durch Ex-Hannoveraner Kenan Karaman.

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Hannovers Bundesliga-Debütant Samuel Sahin-Radlinger (26) nach dem Spiel bei Sky: Für mich persönlich war es ein sehr schöner Tag. Es hat mich riesig gefreut, nach so langer Zeit mein Debüt zu geben. Aber für die Mannschaft ist es super schade, dass wir uns so aus der Liga verabschieden müssen.

Düsseldorfs Kaan Ayhan (24) bei Sky: Wir sind mit Demut und realistisch an die Sache herangegangen und sind für unsere Arbeit belohnt worden.

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