Hannover verabschiedet sich mit weiterer Niederlage - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Doppelschlag beschert Fortuna gelungenen Saisonabschluss
Der Absteiger muss auch am letzten Spieltag eine Pleite einstecken. Fortuna Düsseldorf zeigt derweil abermals, warum sie dieses Schicksal abwenden konnten und auch in der nächsten Saison erstklassig sind.

Hannover 96 hat sich mit einer 1:2 (0:0)-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf aus der Fußball-Bundesliga verabschiedet. Im möglicherweise letzten Spiel für 96-Abstiegscoach Thomas Doll sorgten Rouwen Hennings in der 56. Minute und Kenan Karaman (60.) für den neunten Saison-Heimsieg der Rheinländer, die sich auf den zehnten Tabellenplatz verbesserten. Der eingewechselte Nicolai Müller traf für Hannover zum 1:2 (78.).

Nach einer gar nicht mal schlechten, aber torlosen ersten Halbzeit hat 96 in der zweiten Hälfte den Rückfall in alte Muster. Nach einem Lattenkracher von Maina (55.) trifft Rouwen Hennings zum 1:0 für Düsseldorf. Hannover bricht auseinander, kassiert nur fünf Minuten später das 2:0 durch Ex-Hannoveraner Kenan Karaman.

Hannover beendet die deprimierende Spielzeit nach der 23. Niederlage auf Position 17. Der Sieg war eine späte Revanche der Düsseldorfer: Auf den Tag genau vor sechs Jahren war die Fortuna nach einem 0:3 in Hannover abgestiegen. Für das Doll-Team war schon seit einer Woche klar, dass es zum sechsten Mal nach 1974, 1976, 1986, 1989 und 2016 in die Zweitklassigkeit muss.

Für beide Mannschaften ging es um nichts mehr. Die Fortuna mit dem 65 Jahre alten Trainer-Routinier Friedhelm Funkel war nach einer erfolgreichen Rückrunde frühzeitig gerettet. Aus dieser Situation entwickelte sich vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion eine ansehnliche Partie, in der Hannover aus einer Dreier-Abwehrkette heraus gut kombinierte.

Der frisch eingewechselte Nicolai Müller (kam in der 70.) macht im Alleingang den Ehrentreffer (78.) – zum vorerst letzten Bundesliga-Tor von Hannover 96…

Chancen in den ersten 45 Minuten gab es nur wenige. Die beste Möglichkeit für die Gastgeber hatte Karaman, dessen Schuss 96-Ersatztorwart Samuel Sahin-Radlinger festhielt (24.). Stammkeeper Michael Esser schenkte dem 26-jährigen Österreicher am Samstag den Bundesliga-Einstand.

Sieben Minuten später forderten die Fortunen nach einer Attacke gegen Karaman Elfmeter, den Schiedsrichter Benjamin Cortus ihnen aber verwehrte. Auf der Gegenseite köpfte Hendrik Weydandt (35.) knapp daneben. Kurz vor der Pause wollte auch die Doll-Elf einen Strafstoß, als der ehemalige Düsseldorfer Genki Haraguchi nach einer Drehung zu Boden ging. Der Pfiff blieb wieder aus.

Nach seinem Comeback schwieg er. Erstmals spricht Noch-96-Stürmer Niclas Füllkrug (26) über die Pfiffe und warum er zu Werder wechselt.

Auch nach dem Wechsel spielten sich die Aktionen zunächst überwiegend im Mittelfeld ab, ehe es dann schließlich doch zur Sache ging. Hannovers Linton Maina (55.) traf nur die Querlatte. Im Gegenzug besorgte Hennings dann das 1:0. Mit dem zweiten Fortuna-Treffer durch Karaman war die Begegnung dann praktisch entschieden, obwohl Müller noch verkürzte.

Mit einem etwas glücklichen 2:1 siegte Fortuna Düsseldorf am Samstagnachmittag gegen Absteiger Hannover 96. Die Fortunen präsentierten sich in der ersten Hälfte äußerst passiv und unbekümmert, während Hannover sich mühte, seine wenigen Chancen aber liegen ließ. Nach der Pause schockte die Fortuna die Gäste mit einem Doppelschlag innerhalb von vier Minuten und konnte trotz des Anschlusstreffers die Führung über die Zeit bringen.

Hannover 96 verabschiedet sich mit einer 1:2-Pleite gegen Fortuna Düsseldorf und dem Ehrentreffer durch Müller aus der Bundesliga…

Düsseldorfs Coach Friedhelm Funkel tauschte im Vergleich zum 2:3 in Dortmund auf vier Positionen: Für Kownacki (muskuläre Probleme), Bodzek (Rotsperre), Fink und Suttner (beide auf der Bank) starteten Kaminski, Karaman, Raman und Hennings.

Hannover 96 hat sich mit Würde aus der Bundesliga verabschiedet. Beim vorerst letzten Auftritt in der Beletage des deutschen Fußballs überzeugte die Mannschaft von Trainer Thomas Doll am Sonnabend trotz eines 1:2 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf. Eine Woche nach dem 3:0-Erfolg gegen Freiburg, der den Abstieg bedeutet hatte, hielten die “Roten” beim Überraschungsteam aus dem Rheinland lange mit und hätten sogar einen Punkt holen können. Ein Düsseldorfer Doppelschlag in der zweiten Halbzeit sorgte aber für klare Verhältnisse. Der Anschluss war zu wenig für eine Wende. Bei NDR 2 ärgerte sich Doll, dass sich sein Team für die gute Leistung “nicht belohnt” hat. 96 beendet die Saison als Vorletzter auf Tabellenplatz 17. Sie zählen mit der Bilanz von 21 Punkten und 31:71 Toren zu den zehn schlechtesten Absteigern der Bundesligageschichte.

Hannovers Trainer Thomas Doll beließ es nach dem 3:0 gegen Freiburg bei zwei Änderungen: Im Tor begann Sahin-Radlinger für Esser, der seinen Platz für die sportlich unbedeutende Partie freiwillig räumte. Zudem ersetzte Walace den verletzten Bakalorz (Adduktorenzerrung).

Beide Teams begannen mit Dampf, doch Hannover übernahm schnell die Kontrolle über die Partie. Düsseldorf agierte defensiv eher unbekümmert und ließ die Niedersachsen gewähren, die jedoch bis auf zwei ungefährliche Fernschüsse von Bebou (7.) und Maina (9.) lange zu keinen wirklichen Chancen kamen. Die erste, richtig gute Gelegenheit ging dann aber auf das Konto der Gastgeber: Ex-96er Karaman wurde mit dem Rücken zum Tor im Strafraum angespielt, drehte sich gegen zwei Mann und schoss. Doch Sahin-Radlinger war schnell unten und hielt die Kugel sicher (24.).

Doll änderte seine Startelf zweimal: Für den vom Gegner Düsseldorf umworbenen Michael Esser gab Samuel Sahin-Radlinger sein Debüt im 96-Tor. Walace ersetzte den angeschlagenen Marvin Bakalorz im Mittelfeld. Hannover spielte von Beginn an unbekümmert nach vorn, da Linton Maina auf der linken Seite viel Platz hatte, um Offensivaktionen einzuleiten. Zwingendes ergab sich dennoch lange nicht. Die beste 96-Chance vergab Hendrik Weydandt, als er völlig unbedrängt eine Flanke von Maina links neben den Pfosten setzte (35.). Auf der anderen Seite parierte Sahin-Radlinger einen Schuss des Ex-96ers Kenan Karaman aus der Drehung (24.). Das Remis zur Pause war leistungsgerecht.

Hannover hatte das Spiel im Griff und wurde immer wieder über schnelle Gegenstöße gefährlich, vor allem Bebou und Maina machten viel Betrieb über die Außen. Eine Flanke von Maina fand auch den weitestgehend unbedrängten Weydandt am Fünfmeterraum, der den Ball jedoch knapp am Tor vorbeiköpfte (36.). Einen schönen Solo-Lauf von Raman beendete Sahin-Radlinger auf der anderen Seite souverän (39.). So ging es torlos in die Pause.

Tore: 1:0 Hennings (56.) 2:0 Karaman (61.) 2:1 N. Müller (78.) F. Düsseldorf: Rensing – Mat. Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann – Stöger (89. Morales), A. Hoffmann – Lukebakio (79. Barkok), Karaman (79. O. Fink), Raman – Hennings Hannover 96: Sahin-Radlinger – Sorg, Anton, Ostrzolek – Schwegler – Haraguchi, Maina (77. Albornoz) – Prib (70. Muslija), Walace (70. N. Müller) – Bebou, Weydandt Zuschauer: 50000 (ausverkauft) Weitere Daten zum Spiel

Die zweite Hälfte begann zunächst ähnlich wie Durchgang eins, auch wenn Düsseldorf etwas mehr investierte. Maina ließ die erste und beste Chance für Hannover liegen, als er sich über außen stark in den Strafraum spielte und aus sieben Metern die Latte traf (55.). Im direkten Gegenzug ging dann jedoch Düsseldorf in Führung: Raman wurde an der Außenlinie entlang geschickt und setzte sich gegen den unglücklich agierenden Ostrzolek durch, der zu Boden ging, allerdings keinen Freistoß bekam. Raman hatte Platz, ging noch ein paar Schritte und legte den Ball quer in den Strafraum, wo Hennings ganz alleine war und aus zehn Metern zum 1:0 traf (56.). Nur vier Minuten später erhöhte Düsseldorf auf 2:0 und stellte damit den gesamten Spielverlauf auf den Kopf. Lukebakio flankte in den Strafraum, Hennings verlängerte den Ball in Richtung Tor, wo der starke Sahin-Radlinger noch parieren konnte. Der Ball prallte jedoch genau zu Karaman, der nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Abermals nur kurze Zeit später lag der Ball schon wieder im Hannoveraner Tor – nur diesmal zählte der Treffer nicht. Karaman hatte eine Flanke von Raman an die Latte geköpft, stand dabei aber bereits im Abseits. Den Abpraller hatte Hoffmann dann im Tor versenkt (64.). Im Anschluss ließ Düsseldorf Hannover wieder machen – und fing sich prompt den Anschlusstreffer. Der eingewechselte Müller konterte praktisch alleine, ließ zwei Verteidiger stehen und schob aus zwölf Metern gegen den herauseilenden Rensing ein (78.). Hannover mühte sich daraufhin nochmal intensiv, zum Ausgleich zu kommen, musste die Spielzeit aber letztlich ganz ohne Auswärtssieg beenden.

Platz 10: Hannover 96 2018/2019 (21 Punkte / 31:71 Tore): Ein Mittelfeldplatz war das angepeilte Ziel, doch die Saison entwickelte sich für Hannover 96 immer mehr zum Desaster. Trainer André Breitenreiter und Sportchef Horst Heldt mussten gehen. Der Abstieg wurde schließlich am vorletzten Spieltag besiegelt – mit einem 3:0 gegen den SC Freiburg.

Durch die parallele Niederlage von Hertha BSC schaffte die Fortuna sogar noch den Sprung auf Rang zehn, während Hannover dank der Nürnberger Niederlage nicht als Tabellenletzter absteigt.

Platz 7: VfB Leipzig 1993/1994 (20 Punkte / 32:69 Tore): Der erste deutsche Meister steigt 1993 völlig überraschend in die Bundesliga auf. Dort ist der Club aber nur ein Punktelieferant. Für Aufsehen sorgt der VfB eigentlich nur einmal: In der Winterpause kommt Stürmerstar Darko Pancev von Inter Mailand nach Leipzig.

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