Nürnberg und Hannover droht vorzeitiger Abstieg - Heilbronner Stimme
Bundesliga: Nürnberg und Hannover weg? Der Spieltag der Entscheidung
München/Wolfsburg (dpa/lby) – Der FC Bayern will bei der auf den ersten Blick leichten Heimaufgabe gegen den Tabellenletzten Hannover 96 den nächsten Schritt zur Meisterschaft machen. "Wir müssen und wollen gewinnen", betonte Trainer Niko Kovac vor der drittletzten Liga-Prüfung am Samstag (15.30 Uhr). Die Münchner haben zwei Zähler Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund und das klar bessere Torverhältnis. Eine Vier-Punkte-Führung vergab der deutsche Fußball-Rekordmeister durch das 1:1 am Sonntag beim Tabellenvorletzten 1. FC Nürnberg. "Wir haben eine richtig schwere Aufgabe", mahnte Kovac vor der Partie gegen Hannover.

Für den 1. FC Nürnberg könnte indes schon am Samstagabend beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr) der Absturz in die 2. Bundesliga feststehen. Drei Spieltage vor dem Saisonende haben die Franken fünf Punkte Rückstand auf den VfB Stuttgart, der auf Relegationsplatz 16 liegt. Siegen die Schwaben bei Hertha BSC und gewinnt der Tabellenvorletzte aus Franken zugleich nicht, dann ist der "Club" erneut zweitklassig. "Alle im Verein glauben noch daran, dass wir dieses kleine Wunder schaffen können", meinte Trainer Boris Schommers.

Letzte Hoffnung Hertha BSC? Der Berliner Hauptstadt-Club hat in der Fußball-Bundesliga seit fast zwei Monaten kein Spiel mehr gewonnen. Aber mehr noch als die Hertha selbst sind an diesem Wochenende der 1. FC Nürnberg und Hannover 96 darauf angewiesen, dass sich daran endlich wieder etwas ändert. Denn sollten der Tabellen-17. und der Tabellen-18. ihre schweren Auswärtsspiele beim VfL Wolfsburg und beim FC Bayern München nicht gewinnen und die Hertha zeitgleich am Samstag um 15.30 Uhr gegen den VfB Stuttgart verlieren, dann stünden die beiden direkten Absteiger dieser Bundesliga-Saison bereits nach dem drittletzten Spieltag fest. Dann wären Nürnberg und Hannover auch rechnerisch nicht mehr zu retten.

Bei VfB-Sieg in Berlin – Nürnberg und Hannover droht vorzeitiger Abstieg

Das Meister-Rennen wird an diesem Spieltag noch nicht entschieden. Aber dem Rest der Liga steht schon ein erster Showdown bevor!

Nürnberg hat als Vorletzter fünf Punkte Rückstand auf Rang 16 und muss dazu noch bei einem Gegner antreten, für den es um einen Platz in der Champions League geht. Für Hannover ist sowohl der Rückstand größer (sechs Punkte) als auch der Gegner noch schwerer (FC Bayern), weshalb der gesperrte Kapitän Marvin Bakalorz dem Sportbuzzer geradezu trotzig sagte: "Sollen wir hinfahren und uns ergeben? Das werden wir nicht machen. Du musst dran glauben. An Nürnberg sieht man, dass man auch gegen die Bayern etwas holen kann. Wir müssen uns reinschmeißen und versuchen, das Beste dabei rauszuholen. Wir haben noch die Chance und wir werden daran arbeiten, diese zu nutzen."

► Mit einem Sieg in Leverkusen wäre Bayer (dann sechs Punkte Rückstand, Torverhältnis mindestens 17 Tore schlechter) raus.

► Bei einem Eintracht-Sieg könnte zudem entweder Gladbach oder Hoffenheim die Champions League verspielen. Verlieren im direkten Duell verboten!

► Gleiches gilt für Wolfsburg, das bei einem Eintracht-Sieg auch unbedingt einen Sieg braucht, um eine Mini-Chance zu erhalten.

► Frankfurt selbst hat mit einem Dreier zumindest die Europa League sicher. Auch ein Unentschieden reicht, wenn Wolfsburg (dann sechs Punkte Rückstand, Torverhältnis mindestens 18 Tore schlechter) gegen Nürnberg verliert.

Freiburg kassierte beim 1:2 in Leipzig die vierte Niederlage in Serie, Untergangsstimmung herrscht im Breisgau deswegen vor der Partie gegen Düsseldorf (15.30 Uhr) aber keineswegs. Angreifer Nils Petersen (Muskelfaserriss) hofft auf sein Comeback. Abrashi wird aber sicher fehlen, er sah seine 5. Gelbe Karte. Nicht zur Verfügung steht auch Okoroji. Der Linksverteidiger-Back-up ist der einzige Neuzugang im Lazarett, er erlitt einen Muskelfaserriss an der Rückseite des Oberschenkels. Die Reise zum vorletzten Auswärtsspiel nach Freiburg treten die Düsseldorfer mit guten Erinnerungen an. Im Hinspiel bedeutete das Treffen mit dem SC (2:0) den Wendepunkt in dieser Saison. Nun ist die längst gerettete Fortuna auf Rekordjagd: Fortuna feierte bereits vier Auswärtssiege in der laufenden Saison. Noch einer fehlt, um den vereinseigenen Saisonrekord einzustellen: 1972/73 und in den beiden darauf folgenden Jahren gelangen den Düsseldorfern jeweils fünf Erfolge in der Fremde. Und insgesamt kommen die Fortunen bisher bereits auf 12 Siege; so viele wie zuletzt in der Saison 1979/80, als es am Ende 13 gewonnene Spiele waren.

► Freiburg rettet sich mit einem Sieg oder einem Unentschieden (Torverhältnis aktuell 23 Tore besser als der 16. Stuttgart) gegen Düsseldorf.

► Schalke bleibt mit einem Sieg gegen Augsburg definitiv drin. Auch eine mindestens genauso gute Punktausbeute wie Stuttgart reicht (aktuell 21 Tore besser). Problem für Schalke: Augsburg braucht selbst den Sieg! Trainer Martin Schmidt (52): Auf Schalke geht es um den Klassenerhalt. Wir wollen ihn aus eigenem Antrieb schaffen. Hoffen hilft nicht!

Borussia Dortmund reist mit der schweren Bürde der 2:4-Niederlage im Derby gegen den FC Schalke 04 nach Bremen (18.30 Uhr). Hakte Trainer Lucien Favre direkt nach der Schmach, bei der auch noch Reus und Wolf Rot sahen und nun fehlen, den Meistertitel ab, ärgerte sich mancher Borusse nach dem 1:1 des FC Bayern in Nürnberg über die verpasste Tabellenführung. Weitere Ausrutscher sind für Schwarz-Gelb bei nun zwei Punkten Rückstand auf München aber verboten. Wunden lecken war zuletzt auch an der Weser angesagt, 1:4 kam Werder in Düsseldorf unter die Räder. Vier Punkte beträgt der Bremer Rückstand auf Platz sieben. “Nur” vier Punkte dank der Hoffenheimer Niederlage gegen Wolfsburg. Dafür musste Werder mit dem VfL einen weiteren Konkurrenten an sich vorbeiziehen lassen. Die Chancen auf Europa sind drei Spieltage vor Schluss auf ein Minimum zusammengeschrumpft, erst Recht angesichts des Restprogramms. Doch Trainer Florian Kohfeldt will vorm Endspurt noch einmal mit aller Macht mobil machen: “Es ist noch nicht vorbei.”

► Hannover geht runter, wenn sie nicht gewinnen und Stuttgart den Dreier holt. Verliert 96, reicht ein Stuttgart-Punkt für den Hannover-Abstieg.

Nachdem der FC Bayern beim Tabellenvorletzten Nürnberg (1:1) die große Chance vergab, sich deutlich vom BVB abzusetzen, bekommen es die Münchner nun vor eigenem Publikum am Samstag (15.30 Uhr) mit Schlusslicht Hannover zu tun. Dass sich die Niedersachsen noch nicht aufgegeben haben, zeigten sie beim 1:0-Erfolg gegen Mainz. Siegtorschütze Weydandt schickte auch gleich eine Kampfansage in den Süden: “Wir fahren dahin, um zu gewinnen.” Sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz weist 96 auf, das auf den gelbgesperrten Bakalorz verzichten muss. Die Münchner, bei denen Uli Hoeneß am 1. Mai 40-jähriges Funktionärsjubiläum feierte, sind also gewarnt und müssen eine Schippe drauflegen im Vergleich zum inkonsequenten und fehleranfälligen Auftritt beim Club. Trainer Niko Kovac kann personell bis auf Torwart Manuel Neuer voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen.

► Stuttgart selbst ist die große Unbekannte. Von Platz 13 bis 18 ist noch alles drin! Bei einer Pleite in Berlin wäre aber klar: Mehr als Rang 16 geht nicht mehr. Trainer Nico Willig (38): Es liegt an uns, dass wir diesen Relegations-Pokal gewinnen.

Verspielt Gladbach Europa? Nach dem ganz schwachen Auftritt von Stuttgart (0:1) muss bei Borussia schon wieder alles auf den Prüfstand. Vor allem braucht Cheftrainer Dieter Hecking endlich eine Lösung für eines der Kernprobleme: die Torausbeute seiner Mannschaft. Keine Mannschaft erzielte an den vergangenen elf Bundesligaspieltagen weniger Tore als die Fohlen, nämlich acht. Nur die beiden Kellerkinder aus Nürnberg und Hannover weisen eine ebenso mickrige Torquote auf. Zudem ist Gladbach seit sechs Heimspielen sieglos (zwei Remis, vier Niederlagen), nachdem man zuvor zwölf Heimspiele am Stück gewonnen hatte. Und nun kommt Hoffenheim, das nur einen Zähler hinter dem VfL liegt und nach dem 1:4 gegen Wolfsburg mit Wut im Bauch anreist. Es ist für beide Klubs ein Endspiel um die Champions League. Dem Verlierer droht sogar das Aus für die Europa League.

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