Rücktritt in Hannover: Oberbürgermeister Schostok sitzt an seinem Schreibtisch - Hannoversche Allgemeine
OB-Wahl: SPD stellt Ex-Kämmerer Hansmann auf
Als Niedersachsens Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzender Stephan Weil vor knapp zwei Jahren von der Nachricht überrumpelt wurde, dass seine rot-grüne Koalition wegen des Seitenwechsels der grünen Abgeordneten Elke Twesten keine Mehrheit mehr im Landtag hat, reagierte er blitzschnell. Noch am selben Tag, alle anderen Parteien sortierten sich noch, kündigte Weil Neuwahlen an, begann aus dem Stand mit dem Wahlkampf – und gewann am Ende deutlich.

Eine Strategie, die der SPD in Niedersachsens Landeshauptstadt jetzt erneut aus der Patsche helfen soll. Zwar hält sich Weil selbst im Hintergrund, zwar brauchten Hannovers Sozialdemokraten zumindest drei Tage, um sich nach Rathausaffäre und Rücktritt des Oberbürgermeisters Stefan Schostok zurechtzurütteln. Aber das Prinzip ist das gleiche wie damals. Nicht lange fackeln, sondern gleich loslegen.

An diesem Freitag, weit vor CDU, Grünen, FDP, AfD und allen anderen Parteien haben die Sozialdemokraten ihren Kandidaten für die noch nicht einmal terminierte Neuwahl des Oberbürgermeisters von Hannover vorgestellt. Marc Hansmann, 48, früherer Stadtkämmerer der Landeshauptstadt, derzeit Vorstand beim kommunalen Energieversorger Enercity, soll dafür sorgen, dass die rote Hochburg Hannover weiter sozialdemokratisch geführt wird. Der Wahlkampf hat begonnen – und die hiesige SPD, eben noch in größter Bedrängnis, ist den anderen Parteien erst einmal einen Schritt voraus.

Welche Bewerber die anderen Parteien ins Rennen schicken, ist noch offen. Für die CDU wird immer wieder die Landtagsabgeordnete Mareike Wulf als Kandidatin genannt. Bei den Grünen kursiert der Name des Landtagsabgeordneten Belit Onay, bei der FDP der von Ex-Generalsekretär Patrick Döring. Für die Piraten will Adam Wolf antreten, auch AfD und “Die Partei” wollen Bewerber benennen.

Hansmann, den Weil selbst in seiner Zeit als Oberbürgermeister als Kämmerer in die Stadtführung geholt hatte, ist zwar ein Kandidat mit ordentlich Rathausstallgeruch; einer, der auf den ersten Blick durchaus zu jenem Hannover-Filz gehören könnte, auf dem die Untreueaffäre erst gedieh. Aber der promovierte Volkswirt hat in der Stadt einen guten Ruf weit über die Grenzen der SPD hinaus. Seine Nominierung ist ein Coup, der zumindest zwei Botschaften beinhaltet: Zum einen hat die SPD offensichtlich schon seit einiger Zeit mit einer Neuwahl gerechnet. Zum anderen sollte man sie, zumindest in Hannover, nicht zu früh abschreiben.

Hannovers Noch-OB Schostok ist wegen schwerer Untreue angeklagt: Er soll von illegalen Zulagen für seinen Ex-Büroleiter Frank Herbert gewusst, die Zahlungen aber nicht gestoppt haben. Am 16. Mai wird der Rat beschließen, Schostok in den vorzeitigen Ruhestand zu versetzen. Dann muss nur noch das Innenministerium zustimmen. Die Neuwahlen finden voraussichtlich im November statt.

Marc Hansmann selbst warb bei seiner Vorstellung so für sich: Sein Vorteil sei, dass er keine klassische Politikerkarriere hinter sich habe – genau das brauchen wir jetzt. Sein Förderer Stephan Weil lobte die nachgewiesene Kompetenz des Kandidaten, die Maßstäbe für die Personalvorschläge anderer Parteien setze. Hansmann verfüge über innere Unabhängigkeit und einen eigenen Kompass.

Von Ulrich Exner Korrespondent SPD nominiert Marc Hansmann für OB-Wahl 0 Anzeige Als Niedersachsens Ministerpräsident und SPD-Landesvorsitzender Stephan Weil vor knapp zwei Jahren von der Nachricht überrumpelt wurde, dass seine rot-grüne Koalition wegen des Seitenwechsels der grünen Abgeordneten Elke Twesten keine Mehrheit mehr im Landtag hat, reagierte er blitzschnell. Noch am selben Tag, alle anderen Parteien sortierten sich noch, kündigte Weil Neuwahlen an, begann aus dem Stand mit dem Wahlkampf – und gewann am Ende deutlich.

Kirci lobte Hansmann: Er ist fachkompetent und sehr sympathisch.” Bevor er vor die Kameras trat, stellte sich Hansmann in der SPD-Zentrale den Gremien (Stadtverband, Ratsfraktion, Ortsvereinsvorsitzende) vor: “Ich habe gerade mehr Applaus gekriegt als in zehn Jahren als Stadtkämmerer zusammen. Das ist mir noch etwas unangenehm.”

Eine Strategie, die der SPD in Niedersachsens Landeshauptstadt jetzt erneut aus der Patsche helfen soll. Zwar hält sich Weil selbst im Hintergrund, zwar brauchten Hannovers Sozialdemokraten zumindest drei Tage, um sich nach Rathausaffäre und Rücktritt des Oberbürgermeisters Stefan Schostok zurechtzurütteln. Aber das Prinzip ist das gleiche wie damals. Nicht lange fackeln, sondern gleich loslegen.

An diesem Freitag, weit vor CDU, Grünen, FDP, AfD und allen anderen Parteien haben die Sozialdemokraten ihren Kandidaten für die noch nicht einmal terminierte Neuwahl des Oberbürgermeisters von Hannover vorgestellt. Marc Hansmann, 48, früherer Stadtkämmerer der Landeshauptstadt, derzeit Vorstand beim kommunalen Energieversorger Enercity, soll dafür sorgen, dass die rote Hochburg Hannover weiter sozialdemokratisch geführt wird. Der Wahlkampf hat begonnen – und die hiesige SPD, eben noch in größter Bedrängnis, ist den anderen Parteien erst einmal einen Schritt voraus.

Hansmann, den Weil selbst in seiner Zeit als Oberbürgermeister als Kämmerer in die Stadtführung geholt hatte, ist zwar ein Kandidat mit ordentlich Rathausstallgeruch; einer, der auf den ersten Blick durchaus zu jenem Hannover-Filz gehören könnte, auf dem die Untreueaffäre erst gedieh. Aber der promovierte Volkswirt hat in der Stadt einen guten Ruf weit über die Grenzen der SPD hinaus. Seine Nominierung ist ein Coup, der zumindest zwei Botschaften beinhaltet: Zum einen hat die SPD offensichtlich schon seit einiger Zeit mit einer Neuwahl gerechnet. Zum anderen sollte man sie, zumindest in Hannover, nicht zu früh abschreiben.

Mehr Umsatz, Gewinn weitgehend stabil – die VW-Quartalsbilanz erweckt den Eindruck, im Konzern gehe es gemächlich voran. Doch nach der Entscheidung, stärker als Konkurrenten auf E-Mobilität zu setzen, muss Volkswagen einen dramatischen Wandel bewältigen, meint unser Kommentator.

Marc Hansmann selbst warb bei seiner Vorstellung so für sich: Sein Vorteil sei, dass er keine klassische Politikerkarriere hinter sich habe – genau das brauchen wir jetzt. Sein Förderer Stephan Weil lobte die nachgewiesene Kompetenz des Kandidaten, die Maßstäbe für die Personalvorschläge anderer Parteien setze. Hansmann verfüge über innere Unabhängigkeit und einen eigenen Kompass.

Hannover braucht ein neues Stadtoberhaupt. Die Oberbürgermeisterwahl verspricht spannend zu werden: Die SPD hat wichtige Fragen nicht geklärt – und Grüne und CDU wittern ihre Chance, meint unser Kommentator.

Der frühere Finanzdezernent der Stadt Hannover, Marc Hansmann, soll als Kandidat für die Nachfolge von Oberbürgermeister Stefan Schostok antreten. Das hat die SPD Hannover am Mittag bekannt gegeben. Hansmann war zehn Jahre lang Kämmerer der Stadt, bevor er vor zwei Jahren in den Vorstand des kommunalen Energieversorgers Enercity wechselte. Die SPD ist damit die erste Partei, die einen Kandidaten für die OB-Wahl benennt. CDU und Grüne haben sich noch nicht auf einen Kandidaten geeinigt. Bei der FDP könnte der frühere Generalsekretär der Bundespartei Patrick Döring OB-Kandidat werden.

Die SPD hat Ex-Kämmerer Marc Hansmann als Nachfolger von Hannovers OB Schostok ins Spiel gebracht. Für den NDR Landespolitik-Experten Thorsten Hapke eine überraschende Wahl.

Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci nannte Hansmann am Freitag einen hervorragenden Kandidaten. Er sei in Hannover bekannt und mit der Stadt eng verbunden. Hansmann selbst sagte, dass der Wahlkampf kein Spaziergang werde. Sein Vorteil sei, dass er keine klassische Politikerkarriere hinter sich habe. “Genau das brauchen wir jetzt.” Das Rathaus habe eine Führungskrise hinter sich. “Das will ich ändern. Ich bin ein politisch denkender Mensch, der leiten kann.” Als wichtigste Themen nannte er die Bekämpfung von Kinderarmut, Investitionen in Bildung und Wohnungsbau und Klimaschutz. Er selber, sagte er, habe noch nie ein Auto besessen.

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Die SPD schickt Marc Hansmann als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Hannover ins Rennen. Er will durch mehr Führungsstärke ein Gegenentwurf zu Stefan Schostok sein. Video (01:57 min)

Die Wahl eines neuen Oberbürgermeisters ist nötig, weil Amtsinhaber Schostok um seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand gebeten hat. Hintergrund ist die Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft gegen Schostok, sie wirft ihm Untreue in besonders schwerem Fall vor. Voraussichtlich am 16. Mai kommt der Rat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Drei Viertel aller Mitglieder müssen Schostoks Antrag zustimmen. Am Ende entscheidet die Kommunalaufsicht. Von da an hat die Stadt sechs Monate Zeit, um einen neuen Oberbürgermeister wählen zu lassen.

Hannovers Oberbürgermeister Schostok beantragt nach Untreue-Vorwürfen die Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand. Innerhalb von sechs Monaten muss nun eine OB-Neuwahl stattfinden. (02.04.2019) mehr

Nach langem Zaudern hat Hannovers Oberbürgermeister Schostok in einem Statement seinen Amtsverzicht erklärt. (30.04.2019) Vergangene Woche war gegen ihn Anklage wegen Untreue erhoben worden. mehr