Hannover 96: Klub-Boss Martin Kind nach dem Beben: Ich bleibe! - BILD
Bittere Quittung für Kind
Die fünf Plätze im Aufsichtsrat von Hannover 96 wurden komplett mit Mitgliedern der Fan-Szene und Kind-Gegnern besetzt. Unter anderem mit Ex-Profi Carsten Linke (53).Heißt: Kind als Geschäftsführer der Profi-Firma KGaA und Mehrheitsgesellschafter (52,73 Prozent) ist nicht mehr Herr im gesamten Haus. Die Führung im Stammverein hat er jetzt gegen sich.

Die Fans haben die Macht bei 96 übernommen. Gespräche mit Martin Kind sind geplant. Angeblich stehen neue Investoren bereit.

Angesichts des drohenden Abstiegs von Hannover 96 und der dauerhaften Unruhe im Verein konnten die Kritiker von Kind zuletzt mehr Zuspruch gewinnen. Die in der Bundesliga vertretene Kapitalgesellschaft Hannover 96 hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Verlust von 18 Millionen Euro abgeschlossen. Sollte im Mai der zweite Abstieg innerhalb von drei Jahren besiegelt sein, würde ein Minus in ähnlicher Höhe drohen. “Ich finds zum Kotzen”, sagte Kind zu der sportlichen und wirtschaftlichen Misere. Die Mitglieder von Hannover 96 haben Vorstand und Aufsichtsrat schon zum zweiten Jahr in Folge die Entlastung verwehrt. Mehr Kritik und Misstrauen geht kaum noch.

Was passiert nach dem Wahl-Beben bei der Mitgliederversammlung?Fest steht: Kind steigt nicht aus! Der Hörgeräte-Unternehmer gestern Abend zu BILD: Nö, ich bleibe dabei.

Das klang gewohnt sachlich. Seit mehr als 20 Jahren dirigiert Kind den Verein. Er hat mit ihm glänzende Erfolge in der Fußball-Bundesliga gefeiert und ist in Teilen doch gescheitert. Denn bei der Versammlung am Samstagabend hat die Mehrheit von etwa 2100 anwesenden Mitgliedern durchgesetzt, dass man im System Kind künftig kritische Fragen beantworten muss. “Wir fordern ein demokratisches Verhalten ein”, kündigte Carsten Linke an. Der ehemalige Profi von Hannover 96 ist gemeinsam mit vier Kind-Kritikern in den Aufsichtsrat des Stammvereins eingezogen. Das kommt einem Machtwechsel gleich – und einer Klatsche für Kind.

Hannover 96: Nach der Wahl feiern die Fans wie bei einem Tor

Aber: Kind muss sich jetzt mit dem ihm feindlich gesonnenen Aufsichtsrat arrangieren. Der bestimmt in den nächsten Tagen den ehemaligen Fanbeauftragten Sebastian Kramer (42) zum neuen Klubchef – und Nachfolger von Kind, der als Boss des e.V. nicht mehr angetreten war.Kind: Das Votum ist demokratisch entstanden und ist zu respektieren. Dass ich aufhöre, stand ja schon länger fest. Schade nur, dass die anderen Kandidaten keine Chance hatten.

Der designierte e.V-Präsident Kramer hofft: Das ist der Start für ein neues 96 der Zukunft.Wahrscheinlich wollen die neuen Bosse erst einmal Kinds Ausnahmeantrag von der 50+1-Regelung stoppen. Kommen damit turbulente Zeiten auf 96 zu? Kind auf BILD-Nachfrage: Das kann ich Stand heute nicht einschätzen. Aber ich gehe mal davon aus, dass alle ein Interesse haben, weiter Bundesliga-Fußball in Hannover zu haben.

Kind hat weiterhin in allen maßgeblichen Gesellschaften rund um Hannover 96 das Sagen und kann den Kurs vorgeben. Aber es wird sich nicht verhindern lassen, dass die Belange der Vereinsmitglieder wieder stärker berücksichtigt werden müssen. Das erste Etappenziel des neuen Aufsichtsrats wird sein, den Antrag von Hannover 96 auf eine Ausnahme von der 50+1-Regel zurückzuziehen. Zudem soll Kind für mehr Transparenz sorgen und die Vergangenheit nachvollziehbarer machen.

Zu viel Macht hat sich bei Hannover 96 bei Martin Kind angehäuft. Im Erfolgsfall stört das kaum. Doch jetzt ist die Not groß. Die monatelange, vehemente Auseinandersetzung bringt einen klaren Verlierer hervor.

Beide Ergebnisse sagen sehr viel. Hannover 96 hat es doch geschafft, ein Testspiel beim Zweitligaklub Arminia Bielefeld mit 0:5 zu verlieren. Das spricht mitten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga Bände. Dazu kommt eine weitere 0:5-Niederlage, die den bisherigen Präsidenten Martin Kind hart trifft. Der fünfköpfige Aufsichtsrat jenes Sportvereins, den er seit mehr als zwei Dekaden fördert, ist nur noch mit seinen Gegnern besetzt. 0:5 nach Köpfen – ein solch drastischer Machtwechsel auf der Zielgeraden einer Saison, in der die sportliche Rettung theoretisch noch möglich wäre, kann keine gute Idee sein. Aber die Unzufriedenheit der Mitglieder ließ sich nicht mehr aufhalten.

Ein Wort fiel immer wieder, als der Nachfolger von Kind seine Gratulationen entgegennahm. Sebastian Kramer wird in Kürze vom neuen Aufsichtsrat zum Präsidenten gekürt. Der ehemalige Fan-Beauftragte hat nichts persönlich gegen Kind, sondern gegen das sogenannte Kind-System. Uns ist Transparenz ganz wichtig, sagte Kramer. Gemeint ist, dass unter der Regie von Kind ein extrem verwirrendes Firmengeflecht entstanden ist. Mit der Abhängigkeit von Kinds Entscheidungen und seinem finanziellen Engagement sind die Belange des eigentlichen Sportvereins und dessen Mitglieder immer mehr in den Hintergrund gerückt.

Der Streit bei Hannover 96 lässt sich auf viele Klubs im deutschen Profifußball übertragen. Es geht um die Frage, ob das Geld oder die Vereinsmitglieder das letzte Wort haben sollten. Unter der Regie von Kind ist es gelungen, einen Verein zu entwickeln, der über viele Jahre eine feste Größe in der Bundesliga war. Was nicht geklappt hat, war die Einigung auf einen gemeinsamen Weg. Es ist versäumt worden, die Mehrheit der Mitglieder von der Moderne zu überzeugen und für die nötige Transparenz zu sorgen. Zu viele elementare Entscheidungen bei Hannover 96 sind auf Kinds Alleingänge zurückzuführen. Zu viel Macht hat sich bei ihm angehäuft. Im Erfolgsfall stört es kaum, von einem einzelnen Entscheider und Gönner abhängig zu sein. Jetzt ist die Not groß. Und verantwortlich gemacht wird Kind.

Promovierter Statistiker So verdienen Sie mit Sportwetten systematisch Geld Als langjähriger Mäzen und Hauptgesellschafter hat Kind zwei Jahrzehnte lang extrem viel Geld in Hannover 96 investiert. Ob er sich und seine Millionen zurückzieht, bleibt offen. Wie die Opposition guten Fußball ermöglichen und die Zeche dafür bezahlen will, ist ebenso unklar. Stehen eigentlich neue Investoren bereit, falls Kind ganz geht und dann sein Geld zurückfordert? Wir haben schon Gespräche geführt. Ich bin sehr optimistisch. Aber im Moment möchte ich darüber nicht reden, sagte der Kind-Nachfolger Kramer.

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Der Applaus nach seiner Abschiedsrede war schnell vergessen. Auch ein derber Spruch zur aktuellen Not in der Fußball-Bundesliga zeigte keinerlei Wirkung. Ich finds zum Kotzen, sagte Kind, als er wie angekündigt von der Spitze des Sportvereins Hannover 96 abtrat. Allerdings bleibt er dort im Amt, wo es für den bezahlten Sport maßgeblich ist. Kind dirigiert weiter die Hannover 96 GmbH & Co. KGaA, die als Kapitalgesellschaft im deutschen Profifußball mitspielen darf. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2018 laut Kind einen Verlust von rund 18 Millionen Euro erwirtschaftet.