Hannover 96 - VFL Wolfsburg LIVE
VfL-Trainer Bruno Labbadia: Für mich ist es ein Derby
Zum Start des elften Bundesliga-Spieltags empfängt Hannover 96 am Freitagabend den VfL Wolfsburg. Die Kompaktinfos zur Ausgangslage, Statistik und Aufstellung.

Hannover 96 steht mit nur sechs Punkten auf Rang 16. Ein Sieg aus zehn Partien macht die Situation nicht einfach. Beim ambitionierten VfL Wolfsburg herrscht derzeit trotz Platz elf Ruhe, auch wenn die Tendenz zuletzt nach unten zeigte. Das DFB-Pokal-Duell vor gut anderthalb Wochen, entschieden die Wölfe für sich.

Hannover könnte zugute kommen, dass Wolfsburg seinerseits einige wichtige Akteure ersetzen muss. Admir Mehmedi, der beim 2:0-Sieg im Pokalduell gegen 96 vor einer guten Woche bester Mann auf dem Platz war, fehlt aufgrund einer Wadenverletzung. Die Einsätze von Stürmer Daniel Ginczek (Nackenprobleme) und Renato Steffen (Schulterverletzung) sind ebenfalls fraglich. Auch die Hoffnungen von Felix Klaus, ausgerechnet bei seinem Ex-Club erstmals für die “Wölfe” aufzulaufen, werden sich wahrscheinlich nicht erfüllen. “Er ist eher nicht dabei”, so Labbadia, der anders als die Konkurrenz aus Hannover das Aufeinandertreffen sehr wohl als Derby betrachtet. “Die beiden Städte liegen nah genug beieinander”, sagte der 52-Jährige: “Wenn man es gewinnt, gibt es nichts Schöneres.”

Von den letzten 21 Bundesligaspielen gewann 96 nur drei, 14 gingen verloren. Sechs Punkte nach zehn Spieltagen sind die schlechteste 96-Ausbeute seit 30 Jahren, damals stieg der Klub ab. Wolfsburg gewann nur eines der vergangenen acht Bundesligaspiele; von den letzten vier Partien gingen drei verloren. Rang elf ist die schlechteste Saisonplatzierung. In der letzten Saison gab es im Heimspiel eine 0:1-Niederlage gegen den VfL, in Wolfsburg endete die Partie 1:1. Den letzten Heimsieg für Hannover gegen Wolfsburg gab es am 10. August 2013 (2:0). Tore damals: Leon Andreasen und Szabolcs Huszti.

Eine ruhige und sorgenfreie Saison wollte 96 spielen, und obwohl erst zehn Partien absolviert sind, lässt sich schon jetzt feststellen: Dies wird nicht gelingen. Denn nicht nur die prekäre sportliche Lage zehrt an den Nerven. Vor allem der clubinterne Streit zwischen der Vereinsführung um Präsident Martin Kind und der Opposition wird immer mehr zur Zerreißprobe. Die Fanvereinigung “IG Pro Verein 1896” hat eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt, bei der sie die Macht von Kind beschneiden will. Als Entschuldigung für die bislang schwache Punktausbeute will Kind die Querelen außerhalb des Rasens aber nicht gelten lassen. “Die Mannschaft soll sich auf den Fußball konzentrieren. Das ist ihr Thema”, betonte der 74-Jährige.

Torjäger Niclas Füllkrug wird wegen anhaltender Knieprobleme weiter in München behandelt, mit dem Japaner Takuma Asano fehlt Hannover ein weiterer Stürmer. Die Verteidiger Felipe (Muskelfaserriss) und Oliver Sorg (private Probleme) fehlen ebenfalls. Auch hinter dem Einsatz von Pirmin Schwegler steht noch ein Fragezeichen.

96-Trainer André Breitenreiter hat indes vor dem Nordduell am Freitag mit Personalsorgen zu kämpfen. Sein bester Stürmer Niclas Füllkrug fällt mit einer Knieverletzung aus. Auch Pirmin Schwegler, Takuma Asano und Oliver Sorg werden wohl nicht auflaufen können. Dafür stehen Keeper Michael Esser und Ausnahme-Talent Linton Maina vor einem Comeback. Breitenreiter sieht den Schlüssel zum Erfolg vor allem im Defensivverhalten seiner Mannschaft: “Wir haben unter der Woche den Fokus auf die Vierer- und Fünferkette gelegt, weil wir einfach zu viele Gegentore bekommen”, betonte der Coach am Freitag.

Admir Mehmedi, im DFB-Pokal vor anderthalb Wochen noch Torschütze beim 2:0-Erfolg des VfL, wird fehlen. Auch Ignacio Camacho und Josuha Guilavogui sind noch nicht wieder einsatzbereit.

Auf ein Neues: Zehn Tage nach ihrem Pokal-Duell treffen Hannover 96 und der VfL Wolfsburg heute (20.30 Uhr/im NDR Livecenter) in der Bundesliga aufeinander. Geändert an der Ausgangslage hat sich kaum etwas. Die Gastgeber haben den deutlich größeren Druck. Sie müssen aufpassen, dass sich der Abstand zu den Nicht-Abstiegsrängen nicht Stück für Stück weiter vergrößert. Die “Wölfe” wollen unterdessen ihren Sicherheitsabstand auf die Abstiegszone ausbauen.

Wir haben jetzt eine Phase, in der uns Punkte fehlen. Aber das muss man gemeinsam durchstehen, um danach wieder Schritte nach vorn zu machen.

Er war im Sommer der erste Wolfsburger Neuzugang – gespielt hat Felix Klaus wegen einer Verletzung seitdem noch nicht. Das könnte sich schon am Freitag gegen seinen Ex-Club Hannover ändern. mehr

“Es ist immer angenehmer, wenn die Spieler mit einem Sieg in die Länderspielpause gehen, weil du diesen dann 14 Tage mitnimmst. Das macht schon viel aus.

Bundesligist Hannover 96 kann im Nordduell am Freitag mit dem VfL Wolfsburg wohl wieder auf Stammkeeper Esser und Mittelfeld-Talent Maina zurückgreifen. Beide sind zurück im Teamtraining. mehr

Hannover gegen Wolfsburg – da war doch was. Nach nur einem Bundesligaspieltag treffen sich die beiden niedersächsischen Bundesligisten wieder. Ende Oktober hatte der VfL im DFB-Pokal die Nase vorn, gewann das Derby 2:0. Dass es ein solches ist, stellte VfL-Trainer Bruno Labbadia am Donnerstag fest.

Für einen Einsatz des 27-Jährigen gegen Borussia Dortmund am vergangenen Samstag reichte es bereits nicht, nun schloss Cheftrainer Bruno Labbadia ebenfalls ein Mitwirken bei der morgigen Ligapartie aus, wenn es erneut gegen Hannover geht. “Admir Mehmedi, der konnte die komplette Woche nicht mittrainieren, sodass er auch für das Spiel ausfallen wird”, bestätigte der Coach auf der Spieltagspressekonferenz vor dem niedersächsischen Duell.

“Für mich ist es aufgrund der Entfernung ein Derby”, so der Coach der Wölfe, der nachschiebt: “So bin ich es im DFB-Pokal angegangen und habe es gerne gewonnen. Es muss aber jeder für sich entscheiden, wie er das Spiel sieht.” Vor allem aus dem Blickwinkel der Hannoveraner gilt eher das Duell mit der mittlerweile in die 3. Liga abgestürzten Eintracht aus Braunschweig als Derby.

Die hartnäckigen Wadenprobleme, die Admir Mehmedi schon seit Oktober immer wieder pausieren ließen, traten auch bei seinem Auftritt gegen Hannover 96 im DFB-Pokal in der vergangenen Woche wieder auf, als der Schweizer nach gut einer Stunde ausgewechselt werden musste.

Für Labbadia war der Pokalsieg eine Frage der “Stabilität”, seiner Mannschaft schärfte er für die Neuauflage ein, dass es “um Kleinigkeiten wie das Zweikampfverhalten” geht, denn trotz des Weiterkommens haben die zuletzt kriselnden Hannoveraner schon angedeutet, dass sie “gefährlich werden können”.

Da die Wolfsburger in der bisherigen Saison noch keine große Konstanz aufweisen – nach drei Pflichtspielsiegen zum Auftakt blieb der VfL sechsmal in Serie ohne Dreier, ehe die Freude über zwei Siege durch die Heimniederlage gegen Borussia Dortmund getrübt wurde -, hofft Labbadia auf einen positiven Abschluss, bevor die nächste Länderspielpause ansteht.

Personell hat Wolfsburg noch einige Fragezeichen vor dem Anpfiff am Freitagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Daniel Ginczek hat Nackenprobleme, Paul Verhaegh plagen muskuläre Schwierigkeiten – laut Labbadia müsse man bei beiden “abwarten”. Definitiv ausfallen wird Admir Mehmedi, dessen Wade zwickt und der Schweizer deshalb die gesamte Woche nicht trainieren konnte.

Wohl eher noch abwarten will Labbadia bei Felix Klaus. Der Offensivspieler träumt nach seiner Schambeinverletzung von “15 Minuten gegen 96”, doch er soll lieber langsam aufgebaut werden. “Felix Klaus hat knapp sieben Monate kein Spiel gemacht. Trotzdem kann man nie etwas ausschließen. Mein Credo ist allerdings, Spieler so aufzubauen, dass sie sofort mehrere Spiele am Stück machen könnten. Deswegen ist er eher nicht dabei.”

Ebenso weiter im Aufbau befindet sich Josuha Guilavogui. Der Mittelfeldspieler konnte nach seinem konservativ behandelten Kreuzbandriss wieder Teile des Trainings absolvieren.

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