Wende gegen Wolfsburg? Hannover 96 braucht unbedingt Punkte
Breitenreiter macht die Schotten dicht – mit Schwegler?
Hannover 96 steht gegen den VfL Wolfsburg unter enormen Zugzwang. Bei sechs Punkten nach zehn Spieltagen helfen nur noch Siege. Doch mit welchem Personal kann das benötigte Erfolgserlebnis eingefahren werden? Stimmt ab, welche 96-Profis Ihr in die Startelf berufen würdet.

Zehn Tage nach der 0:2-Niederlage im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg trifft Hannover 96 am Freitagabend (20.30 Uhr) schon wieder unter Flutlicht auf die Wölfe. Nach der 1:3-Auswärtsschlappe beim FC Schalke 04 vergangene Woche hat sich die tabellarische Situation bei Hannover 96 weiter verschärft: Auf Platz 16 stehend beträgt der Rückstand zum 1.FC Nürnberg und Schalke 04 bereits vier Zähler und sowohl der VfB Stuttgart als auch Fortuna Düsseldorf können bei einem Sieg an diesem Wochenende an den “Roten” vorbeiziehen. Ein Sieg wird so langsam zur Pflicht für Trainer André Breitenreiter und seine Jungs.

Hannover könnte zugute kommen, dass Wolfsburg seinerseits einige wichtige Akteure ersetzen muss. Admir Mehmedi, der beim 2:0-Sieg im Pokalduell gegen 96 vor einer guten Woche bester Mann auf dem Platz war, fehlt aufgrund einer Wadenverletzung. Die Einsätze von Stürmer Daniel Ginczek (Nackenprobleme) und Renato Steffen (Schulterverletzung) sind ebenfalls fraglich. Auch die Hoffnungen von Felix Klaus, ausgerechnet bei seinem Ex-Club erstmals für die “Wölfe” aufzulaufen, werden sich wahrscheinlich nicht erfüllen. “Er ist eher nicht dabei”, so Labbadia, der anders als die Konkurrenz aus Hannover das Aufeinandertreffen sehr wohl als Derby betrachtet. “Die beiden Städte liegen nah genug beieinander”, sagte der 52-Jährige: “Wenn man es gewinnt, gibt es nichts Schöneres.”

Nun seid Ihr als Trainer von Hannover 96 gefragt: Wen würdet Ihr aufstellen, wenn Ihr in der Verantwortung stündet? Niclas Füllkrug wird aufgrund seiner Knieverletzung ausfallen, Sturmkollege Hendrik Weydandts Adduktoren zwickten unter Woche und auch hinter dem Einsatz von Mittelfeldstratege Pirmin Schwegler steht noch ein Fragezeichen. Würdet Ihr dennoch auf die angeschlagenen Spieler setzen? Macht mit und stimmt ab für Eure Startelf.

Eine ruhige und sorgenfreie Saison wollte 96 spielen, und obwohl erst zehn Partien absolviert sind, lässt sich schon jetzt feststellen: Dies wird nicht gelingen. Denn nicht nur die prekäre sportliche Lage zehrt an den Nerven. Vor allem der clubinterne Streit zwischen der Vereinsführung um Präsident Martin Kind und der Opposition wird immer mehr zur Zerreißprobe. Die Fanvereinigung “IG Pro Verein 1896” hat eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt, bei der sie die Macht von Kind beschneiden will. Als Entschuldigung für die bislang schwache Punktausbeute will Kind die Querelen außerhalb des Rasens aber nicht gelten lassen. “Die Mannschaft soll sich auf den Fußball konzentrieren. Das ist ihr Thema”, betonte der 74-Jährige.

Hannover 96 steckt in der Krise. Beim jüngsten 1:3 auf Schalke blieben die Schützlinge von Trainer André Breitenreiter zum neunten Mal an zehn Spieltagen sieglos. Zudem gabs das Aus im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg (0:2). Und eben dieses Niedersachsenduell steht nun anderthalb Wochen später erneut auf dem Programm. Den Coach aber plagen Personalsorgen.

Breitenreiter versprüht vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Wolfsburg Optimismus und holt auch die erwarteten 35.000 Zuschauer mit ins Boot. “Es ist toll, wie die Fans zur Mannschaft stehen. Wir genießen die Unterstützung von den Rängen. Vor allem auch in Phasen, wo nicht alles so leicht geht”, sagte der 96-Coach am Donnerstag. “Wir wollen gegen den VfL punkten, womöglich gewinnen, und mit Selbstvertrauen und guter Stimmung in die Länderspielpause gehen.”

Auf ein Neues: Zehn Tage nach ihrem Pokal-Duell treffen Hannover 96 und der VfL Wolfsburg heute (20.30 Uhr/im NDR Livecenter) in der Bundesliga aufeinander. Geändert an der Ausgangslage hat sich kaum etwas. Die Gastgeber haben den deutlich größeren Druck. Sie müssen aufpassen, dass sich der Abstand zu den Nicht-Abstiegsrängen nicht Stück für Stück weiter vergrößert. Die “Wölfe” wollen unterdessen ihren Sicherheitsabstand auf die Abstiegszone ausbauen.

Und Breitenreiter will den Abstand des Tabellen-16. zu den Nicht-Abstiegsplätzen möglichst verringern, auf gar keinen Fall größer als die derzeitigen vier Punkte werden lassen.

Er war im Sommer der erste Wolfsburger Neuzugang – gespielt hat Felix Klaus wegen einer Verletzung seitdem noch nicht. Das könnte sich schon am Freitag gegen seinen Ex-Club Hannover ändern. mehr

Dass zuletzt auch Kritik an ihm selbst laut wurde, perlt am 45-Jährigen ab. “Ich habe kein Problem damit, dass nach sechs Punkten aus zehn Spielen auch über den Trainer gesprochen wird”, so Breitenreiter. “Aber wir reflektieren unser Handeln auch täglich selbst. Und ich spüre das Vertrauen von Martin Kind und Horst Heldt”, sagt der Coach über den Klub-Boss und den Manager.

Bundesligist Hannover 96 kann im Nordduell am Freitag mit dem VfL Wolfsburg wohl wieder auf Stammkeeper Esser und Mittelfeld-Talent Maina zurückgreifen. Beide sind zurück im Teamtraining. mehr

Letzterer bestärkt Breitenreiter, bei seiner Philosophie zu bleiben, nun nicht in Aktionismus zu verfallen und von der Spielidee abzurücken. “Wir wollen gepflegten Fußball spielen, auch wenn das Ergebnis natürlich im Vordergrund steht”, so Heldt, “wir wollen agieren, nicht nur reagieren.”

Das Personal, das Breitenreiter dafür zur Verfügung steht, ist stark ausgedünnt. Angreifer Niclas Füllkrugs Knieprobleme haben sich verschlimmert, er weilt einige Tage in München zur Behandlung und fällt ebenso aus wie Takuma Asano (im Lauftraining) und Oliver Sorg, der wegen privater Angelegenheiten freigestellt ist. Hinter Pirmin Schwegler steht zumindest ein dickes Fragezeichen. “Bei Pirmin ist es noch nicht ganz klar, es sieht nicht gut aus – da warten wir das Abschlusstraining ab”, so Breitenreiter. “Es fehlt ihm noch an Stabilität im Sprunggelenk.” Felipe muss wegen eines Muskelfaserrisses passen. Hoffnung besteht bei Hendrik Weydandt. “Henne hat wegen Adduktorenproblemem weniger trainiert diese Woche. Ich hoffe, dass er zur Verfügung steht.”

Dennoch glaubt der Coach: “Wir werden eine Mannschaft auf den Platz bringen, von der wir vollends überzeugt sind.” Und mit der Breitenreiter hinten die Schotten dicht machen möchte. “Wir haben unter der Woche den Fokus sowohl auf eine Vierer- als auch eine Fünferkette gelegt, weil wir einfach zu viele Gegentore bekommen. Wir brauchen mehr Stabilität.” In der Tat: Hannover 96 blieb bis dato erst einmal ohne Gegentor, beim 0:0 am 2. Spieltag gegen Dortmund.

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