Stadionverbot unwirksam - Fan gewinnt gegen DFB
Stadionverbot gegen Hannover-Fan: DFB verliert Gerichtsverfahren
Ein Hannover-Fan war am Rande eines Auswärtsspiels kontrolliert worden. Obwohl keine gefährlichen Gegenstände gefunden wurden, belegte ihn der DFB mit einem bundesweiten Stadionverbot – offenbar zu Unrecht.

Im Prozess um ein bundesweites Stadionverbot eines Anhängers des Bundesligisten Hannover 96 hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor dem Amtsgericht Frankfurt eine Niederlage erlitten. Dies teilte das Amtsgericht mit. Die Entscheidung, wonach das Stadionverbot unwirksam sei, war bereits am Freitag gefallen.

Der Fußballfan aus Hannover war während des Auswärtsspiels seiner Mannschaft in Braunschweig im November 2016 mit anderen Anhängern in Polizeigewahrsam genommen worden.

Obwohl er weder in der Vergangenheit aufgefallen war, noch gefährliche Gegenstände bei der Kontrolle seines Autos festgestellt wurden, empfahl die Polizei dem DFB, gegen den Kläger und 177 weitere Fans ein bundesweites Stadionverbot bis März 2019 auszusprechen.

Laut Urteil hätte sich der DFB nicht allein auf die Empfehlung der Polizei verlassen dürfen, sondern “eigene Tatsachengrundlagen” für ein Stadionverbot ermitteln müssen. Zwar stehe es dem DFB grundsätzlich frei, über den Zutritt von Dritten zu Stadien zu entscheiden. Der Ausschluss eines Einzelnen dürfe jedoch nicht ohne sachlichen Grund und nicht willkürlich erfolgen, heißt es in der Entscheidung.

Selbst wenn in einzelnen Fahrzeugen gefährliche Gegenstände gefunden worden seien, könnten diese nicht ohne weitere Erkenntnisse dem Kläger und 177 weiteren Personen zugerechnet werden, hieß es von Seiten des Gerichts.

Der DFB muss vor dem Frankfurter Amtsgericht eine Niederlage im Gerichtsverfahren gegen einen Hannover-Fan einstecken. Der Vorfall ereignete sich vor einem Derby.

Der Deutsche Fußball-Bund hat vor dem Amtsgericht Frankfurt ein Verfahren gegen einen Fan des Bundesligisten Hannover 96 verloren.

Gegen den Anhänger war ein Stadionverbot verhängt worden, welches nach Ansicht des Gerichts aber rechtswidrig sei, weil “keine hinreichende Tatsachengrundlage” bestanden habe, “welche die Besorgnis künftiger Störungen erwarten” lasse.

Im konkreten Fall war der Kläger zwei Tage vor dem Niedersachsenderby gegen Eintracht Braunschweig im November 2016 gemeinsam mit anderen Fans von der Polizei festgehalten und über Nacht in Gewahrsam genommen worden.

Bis zum Abend des Spieltags wurde ein Platzverweis für den Bereich der Stadt Braunschweig erteilt. Ein Ermittlungsverfahren wurde aber nicht eingeleitet, auch wurden bei dem Fan keine gefährlichen Gegenstände gefunden.

Auf Empfehlung der Zentralen Informationsstelle der Polizei verhängte der DFB im Dezember 2016 gegen die insgesamt 177 kontrollierten Personen ein Stadionverbot. “Das Amtsgericht entschied, dass der Kläger einen Anspruch auf Aufhebung des Stadionverbots hat, weil dieses einer sachlichen Grundlage entbehre”, teilte das Gericht mit.

Zwar bedürfe es nicht des Nachweises vorheriger Straftaten oder rechtswidrigen Handelns. Der DFB müsse in solchen Fällen aber eine eigene Tatsachengrundlage ermitteln und dürfe sich nicht auf subjektive Einschätzungen der Polizei verlassen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.