Promiauflauf zum Festspielstart | Hanau - op-online.de
Märchenfestspiele: Grimm-Musical begeistert in Hanau
Schon bevor sich im Amphitheater am Freitagabend der Vorhang zur Premiere des Musicals „Jacob und Wilhelm – Weltenwandler“ hob, wurde auf eine erfolgreiche 35. Spielzeit angestoßen.

Hanau – Unter anderem vor der Orangerie, wo die Frankfurter Agentur für Kommunikation, „Metropress,“ zum kleinen Umtrunk mit Häppchen geladen hatte.

Die Agentur „Metropress“ war es auch, die im vergangenen Jahr Marie-Luise Marjan, Mutter Beimer-Darstellerin aus der Lindenstraße, mit für die Funktion einer Botschafterin für die Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele gewinnen konnte. Und Marie-Luise Marjan war dieser neuen Aufgabe gerne gefolgt, brachte zur Festspielpremiere sogar einige Schauspielkollegen aus der Lindenstraße mit nach Hanau.

Marjan sei eine „fantastische Persönlichkeit,“ freute sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, die „mit ganzem Herzen und voller Enthusiasmus“ die Sache der Hanauer Festspiele weit über die Stadtgrenzen hinaus vertrete. Die Märchenbotschafterin stimmte dann auch auf einem Thron mit einer kleinen Lesung auf die bevorstehende Inszenierung ein. Ein noch ganz frischer Text, in der Leben und Werk der Brüder Grimm in märchenhafter Sprache skizziert wurden. Unter den Zuhörern vor der Orangerie unter anderem HR-Moderator Holger Weinert, Fußballlegende Dragoslav Stepanovic und Landessportbundpräsident Dr. Rolf Müller.

Noch länger war die Liste der Ehrengäste, die Oberbürgermeister Kaminsky im sehr gut gefüllten Amphitheater zu verlesen hatte. Vom Bund über das Land, den Kreis bis hin zur Stadt war die Politik vertreten, Bürgermeister vieler Nachbargemeinden waren nach Hanau gekommen, Sport und Kultur waren mit namhaften Gästen vertreten. Für den Oberbürgermeister war das, ebenso wie die rund 40.000 im Vorverkauf bereits georderten Karten bester Beweis dafür, dass die Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele unter ihrem Intendanten Frank-Lorenz Engel einen guten Ruf haben und Vertrauen auf gute Inszenierungen schon im Vorfeld wecken.

Hanau habe in den vergangenen Wochen ohnehin viel dafür getan, die Brüder Grimm in den öffentlichen Mittelpunkt zu rücken. Mit der Eröffnung des Mitmachmuseums Grimms Märchenreich, das bis jetzt schon rund 5000 Besucher angezogen habe, über das Märchenfest im Philippsruher Park mit rund 10.000 Besuchern bis hin zu den Grimm-Festspielen.

Kaminskys Dank galt neben den vielen Sponsoren insbesondere auch der Vorsitzenden des Fördervereins, Diana Lucas. Auf die Unterstützung des Fördervereins könnten die Festspiele seit vielen Jahren verlässlich setzen. Der langen Rede des OB folgten die Worte von Intendant Frank-Lorenz Engel in aller Kürze: „Ich erkläre die 35. Brüder-Grimm-Festspiele für eröffnet.“

Das Premierenfieber steigt. Heute steht die Generalprobe an, morgen wird es ernst für die zwölf Darsteller des Musicals „Jacob und Wilhelm – Weltenwandler“, mit dem die 35. Brüder-Grimm-Festspiele im Amphitheater bei Schloss Philippsruhe eröffnet werden.

In einer Woche, am 10. Mai, beginnen die 35. Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau. Fünf Inszenierungen mit insgesamt 100 Vorstellungen stehen bis 28. Juli auf dem Spielplan. Bei der Auftaktpressekonferenz konnte das Festival bereits jetzt einen neuen Rekord melden.

Die Uraufführung des Musicals "Jakob und Wilhelm – Weltenwandler" ist am Freitagabend bei der Eröffnung der Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau auf begeisterte Resonanz gestoßen.

Das Publikum feierte das Eröffnungsstück der 35. Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau am Freitagabend mit stehenden Ovationen, Jubel und lang andauerndem Applaus. Trotz fast winterlicher Temperaturen bei dem Open-Air-Festival riss die Geschichte um die Märchensammler unter der Regie von Jan Radermacher die teils in Decken gehüllten Zuschauer musikalisch wie von der Inszenierung her mit.

In dem Stück geraten die berühmten Brüder selbst während ihrer Arbeit über eine magische Spindel in eine bunte Märchenwelt. Dort sehen sie sich unter anderem der bösen Ur-Hexe Tredecima gegenüber, die sich so gar nicht in ein Buch sperren lassen will und ihrerseits einen Ausflug in die Menschenwelt wagt. Die Vollendung und Erinnerung der inzwischen weltberühmten Kinder- und Hausmärchen wird schließlich für alle Seiten zu einem Kampf um Leben und Tod.

Neben dem von einer Live-Band begleiteten Musical für Erwachsene und ältere Kinder sind bis zum 28. Juli noch andere Schauspiele im überdachten Amphitheater im Park von Schloss Philippsruhe zu sehen. Es stehen unter anderem “Schneewittchen” und “Die Bremer Stadtmusikanten” auf dem Programm. In der Reihe “Grimm Zeitgenossen” wird das Schiller-Drama “Maria Stuart” gezeigt, in der Reihe “Junge Talente” ist “Die Leiden des jungen Werther” zu sehen.

Die Festspiele zu Ehren der in Hanau geborenen Brüder Grimm werden seit 1985 veranstaltet. Die Vorführungen wurden im vergangenen Jahr laut Veranstalter von 81.400 Menschen besucht, das war im Vergleich zum Jahr 2017 ein Besucherplus von 7,5 Prozent.