Hanau geht davon aus, dass Goodyear dem Standort langfristig die Treue hält - Neue Reifenzeitung
Gewerkschaft kritisiert Jobabbau bei Goodyear
Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) trifft sich heute mit dem Geschäftsführer von Goodyear Dunlop in Hanau, John Ries, und Vertretern des Betriebsrat.

Hanau – Thema ist der von dem Unternehmen angekündigte Abbau von mehr als 600 Arbeitsplätzen bei gleichzeitigen Millioneninvestitionen in die Modernisierung des Hanauer Werkes.

Er fügt hinzu, dass die geplanten Maßnahmen die Leistungsfähigkeit und die Produktivität beider Werke stärken, die Wettbewerbsposition des Unternehmens auf dem Markt verbessern und das Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland bekräftigen würde. Die Transformation wird die Werke in die Lage versetzen, sich auf eine automatisierte Produktion von Pkw-Reifen ab Zollgröße 17 zu konzentrieren, wodurch etwa 2.5 Millionen zusätzliche Kapazitätseinheiten für diese Premiumprodukte geschaffen werden. Gleichzeitig werden die Kapazitäten für kleine, weniger profitable Reifengrößen in beiden Werken reduziert. Insgesamt wird die Gesamtkapazität der beiden Werke um rund 3 Millionen Einheiten sinken.

Im Vorfeld des Treffens erklärte Kaminsky, er vertraue auf die Zusage der Geschäftsleitung, den angekündigten Abbau der 610 Stellen über die nächsten drei Jahre sozialverträglich zu gestalten. Am Dienstag Nachmittag hatte das Unternehmen, wie berichtet, mitgeteilt, dass es insgesamt rund 106 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Werke in Fulda und Hanau investieren wird. Damit soll einerseits die Leistungsfähigkeit und Produktivität der Werke gesteigert und andererseits die Wettbewerbsposition gestärkt werden. Mit der Modernisierung entfallen künftig allerdings insgesamt 1 100 Arbeitsplätze, davon 610 in der Brüder-Grimm-Stadt.

Die Stadtspitze sei sich bewusst, so OB Kaminsky, dass Unternehmen in Deutschland auch Prozesse effizienter gestalten müssten, um langfristig wettbewerbsfähig produzieren zu können. „Deshalb freue ich mich bei allem Bedauern über den Verlust von rund 600 Arbeitsplätzen über eine Gesamtinvestition in Höhe von 73 Millionen Euro im Hanauer Werk, weil dies nicht nur ein Investment in die betriebliche Zukunft ist, sondern auch ein klares Bekenntnis zum Standort Hanau“, so der OB.

Kaminsky bekräftigte, dass er an der Bedeutung des Unternehmens für die Stadt nie einen Zweifel gelassen habe. „Zuletzt haben wir das an der Entwicklung von Pioneer belegt: Diese wurde immer unter die Maßgabe gesetzt, dass es Goodyear-Dunlop nicht beeinträchtigt. Insofern habe ich die Hoffnung, dass die Investitionen das Unternehmen auch auf den neuesten ökonomischen und ökologischen Standard bringen. Damit gehen nicht nur bessere Arbeitsplatzbedingungen einher, sondern führen auch zu einer Verbesserung der Luftqualität für die Nachbarn von Goodyear-Dunlop – zum Beispiel im Bereich Freigericht.“ (did)

20.03.19 – Goodyear Dunlop Tires Germany kündigt an, im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Unternehmens 106 Millionen Euro (122 Millionen Dollar) in die Modernisierung der Werke Hanau und Fulda zu investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Standorte in Deutschland zu stärken und die Produktion von Pkw-Premiumreifen ab Zollgröße 17 zu erhöhen. Gleichzeitig erklärt das Unternehmen am Dienstagnachmittag in einer Pressemitteilung, dass die Modernisierung zu einem Stellenabbau von rund 1.100 Jobs führen werde. Nach O|N-Informationen sind in Fulda knapp 500 Stellen betroffen.

Die Gewerkschaft IG BCE kritisiert den geplanten Abbau von 1100 Stellen bei Goodyear Dunlop in Hessen. Der Kahlschlag sei auf eine "Verkettung von Managementfehlern" bei dem Reifenhersteller zurückzuführen, sagte Osman Ulusoy, stellvertretender Landesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie. Die Manager in den USA und fürs Europageschäft in Brüssel hätten falsche Entscheidungen getroffen mit Blick auf den Automarkt.

Unterdessen plant das Unternehmen, 106 Millionen Euro zur Modernisierung der Werke in Hanau und Fulda zu investieren. Damit sollten Leistungsfähigkeit und Produktivität steigen. Die Standorte sollen sich auf eine automatisierte Produktion von Pkw-Reifen mit Größen ab 17 Zoll konzentrieren, wie Goodyear mitteilte. Von diesen Premiumprodukten würden künftig 2,5 Millionen Einheiten mehr hergestellt.

Goodyear Dunlop hatte am Dienstag angekündigt, 1100 Stellen zu streichen, 610 von derzeit 1400 in Hanau und 490 von 1520 in Fulda. Der Abbau soll im kommenden Jahr beginnen und im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein. "Wir sind schockiert und werden in Verhandlungen um jede Stelle kämpfen", sagte Ulusoy. 

Der in Hanau ansässige Reifenhersteller Goodyear Dunlop streicht 1.100 Arbeitsplätze. Das ist gut jeder sechste Job der Firma in Deutschland und fast jeder dritte in Hessen. Nach Firmenangaben trifft es 610 von derzeit 1.400 in Hanau und 490 von 1.520 in Fulda. Der Abbau soll im kommenden Jahr beginnen und im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein.

Auch Politiker zeigten sich betroffen. Der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, sagt, er sei schockiert. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei das ein rabenschwarzer Tag, sagt Stolz. Der Kreisausschuss stehe an der Seite der Frauen und Männer, die jetzt um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze kämpften und man werde sie unterstützen. Ähnlich äußert sich der Landrat des Kreises Fulda, Bernd Woide. Für die Region sei das sehr schmerzhaft. Auch der Kreis Fulda werde sich in die Gespräche mit einbinden, um die Interessen der Belegschaft zu unterstützen.

Zugleich würden die Kapazitäten für kleine, weniger profitable Reifengrößen in beiden Werken reduziert. Insgesamt werde die Gesamtkapazität der beiden Werke um rund drei Millionen Reifen pro Jahr sinken. Wie viele Stellen in Hanau und Fulda übrig bleiben, war am Dienstag nicht in Erfahrung zu bringen.

Goodyear Dunlop teilte mit, man wolle sich auf die Produktion von Premiumreifen konzentrieren – die Kapazitäten für weniger profitable Reifen würden reduziert. Zudem würden bestimmte Reifen in Zukunft auch automatisiert produziert. Durch die Effizienzsteigerung durch die neuen Maschinen und die Reduktion der Reifenproduktion führe zu dem Wegfall der Arbeitsplätze. Diese Entscheidung sei schwierig, aber notwendig, um die Werke zukunftsfähig zu machen, heißt es weiter.

Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Goodyear Dunlop Tires Germany, sagte: “Jeder Stellenabbau ist mit einer extrem schwierigen Entscheidung verbunden – aber eine, die wir treffen müssen, um beide Werke zukunftsfähig zu machen.” Man wolle den Personalabbau sozialverträglich gestalten.