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Außenminister: Heiko Maas kritisiert USA für mangelnde Abstimmung
Das nennt man wohl Ausrufezeichen! Der weiterhin ungeschlagene SV Werder Bremen fährt zum Auftakt des 5. Bundesliga-Spieltags im Topspiel gegen Hertha BSC ein verdientes 3:1 ein und setzt sich ganz oben im Erstliga-Tableau fest (elf Punkte).

Die Nachspielzeit ist bereits zur Hälfte abgelaufen, der Dreier für Werder dürfte sicher sein. Hier wird nichts mehr anbrennen.

Maas hatte vor diesem Hintergrund im August eine neue Transatlantik-Strategie skizziert. Danach soll Deutschland “ein Gegengewicht bilden, wo rote Linien überschritten werden”. Der Außenminister plädiert für eine selbstbewusstere Haltung der EU gegenüber den USA. “Wir Europäer dürfen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen und warten, was am nächsten Tag getweetet wird.” Das Ziel müsse sein, die transatlantische Partnerschaft auf die Gegebenheiten des Jahres 2018 einzustellen, sie neu zu justieren, aber sie vor allen Dingen zukunftsfest zu machen.

Rekik klammert zu heftig gegen Osako, was geahndet wird. Manch ein Bremer fordert nun für den bereits verwarnten Niederländer Gelb-Rot, doch die Ampelkarte lässt Referee Winkmann zu Recht stecken.

Kalou und Ibisevic tauchen nochmals im Werder-Strafraum auf, doch nachdem der bosnische Angreifer von Bargfrede abgeschossen wird und Torwart Pavlenka den Ball aufnimmt, ist auch diese Situation bereinigt.

“Es ist nicht so, dass Multilateralismus nicht funktionieren könnte”, stimmte die US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley, das Publikum auf Trumps Rede am Dienstag ein, dem ersten Tag der Generaldebatte. “Aber die nationale Souveränität hat Vorrang gegenüber all dem.” Deutschland dagegen hat es sich zur Aufgabe gemacht, während seiner Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat in den kommenden beiden Jahren gerade den Multilateralismus wieder zu stärken.

Auch Kruse erhält Applaus, der Kapitän hat dieses Spiel mit seinem 3:1 wohl entschieden. Joe Eggestein darf noch etwas Einsatzzeit sammeln.

Außenminister Heiko Maas hat den USA mangelnde Abstimmung mit Deutschland in internationalen Fragen vorgeworfen. “Wir erfahren von einigen Entscheidungen über Twitter”, sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. “Manchmal habe ich den Eindruck, auch der eine oder andere in den Vereinigten Staaten erfährt von Entscheidungen im Weißen Haus zuerst über Twitter. Das verändert die Zusammenarbeit.”

Kruse verliert den Ball am gegnerischen Strafraum an Selke, weiß sich im Anschluss nur mit einem Foul zu helfen.

“Viele denken, sie könnten Trump aussitzen, und nach ihm werde alles wieder so sein wie es war. Das halte ich für eine Fehleinschätzung”, sagte Maas. “Es gibt strukturelle Veränderungen in den transatlantischen Beziehungen, die werden auch nach Trump nicht verschwinden. Darauf müssen wir uns in Deutschland, aber vor allem in Europa strategisch einstellen.”

Die Zeit läuft ab – und sie läuft für den SV Werder Bremen, der sich derzeit sogar in der Berliner Hälfte festsetzt und die drei Punkte wohl sicher hat.

Kruse legt vor dem Strafraum quer für Osako – und der Japaner scheitert mit einem abgefälschten Abschluss.

Früher habe es in allen wesentlichen Fragen intensive Konsultationen mit den USA gegeben, sagte Maas. “Man hat sich eng abgestimmt auf allen Ebenen. Das gibt es jetzt immer weniger.” Die Bundesregierung wünsche sich wieder mehr Dialog und mehr Abstimmung.

Klaassen gibt einen zu weiten Ball nicht auf, holt sich die Kugel vor dem Seitenaus und erhält dafür tosenden Applaus.

US-Präsident Donald Trump hat seine Verbündeten schon häufig mit Twitter-Nachrichten überrascht. So ließ er zum Beispiel die Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Kanada im Frühjahr mit einer knappen Mitteilung über den Kurznachrichtendienst platzen.

Selke zeigt sich erstmals richtig gefährlich nach seiner Hereinnahme: Der Ex-Bremer wird von Dilrosun in Szene gesetzt, lässt links im Strafraum einen Gegenspieler stehen und schlenzt den Ball durchaus knapp rechts am Pfosten vorbei.

In der Woche darauf will Maas am Tag der Deutschen Einheit in Washington ein Deutschlandjahr in den USA mit mehr als 1.000 Veranstaltungen eröffnen. Es soll dazu dienen, die Verbindungen zu den USA jenseits der Regierungspolitik zu stärken.

Dilsorun zeigt den unbändigen Willen, kommt aber an vier Gegenspielern trotz seines Tempos und seiner Tricks nicht vorbei.

Zehn Minuten bleiben den Berlinern noch, doch es fehlt aktuell der Glaube an eine erfolgreiche Aufholjagd. Lustenberger & Co. tun sich äußerst schwer, überhaupt einige Stationen nach vorn zu kommen.

Kainz hat den Ball am Fuß, zieht von der linken Seite einen Schritt nach innen, um am Strafraum mit rechts abzuziehen – drüber.

Ein weiter Freistoß der Gäste findet Ibisevic links im Strafraum, der Stürmer und Hertha-Kapitän kommt aber den einen Schritt zu spät.

Duda hat heute einen relativ gebrauchten Tag erwischt, der Spielmacher wird ab sofort von Kalou vertreten.

Vieles fällt den Gästen in diesen Minuten nicht ein, Werder verwaltet das 3:1 indes absolut geschickt.

Der Torschütze des 1:0 wird ausgewechselt: Kainz kommt für Harnik ins Spiel – und der Österreicher erhält reichlich Applaus.

Das 1:3 tut den Hauptstädtern natürlich weh, denn fortan muss das Risiko noch weiter erhöht werden. Das eröffnet den Hausherren natürlich weitere Räume.

Bittere Geschichte derweil für Hertha BSC: In jedem der bisherigen fünf Bundesliga-Spiele haben die Berliner einen Elfmeter gegen sich bekommen. Das ist neuer Bundesliga-Rekord!

Bärenstarke Marke für Kruse: Der Werder-Kapitän hat in seiner Profilaufbahn bislang 19 Elfmeter geschossen – und alle versenkt!

Das 3:1 feiern die beiden Freunde Kruse und Harnik im Übrigen erneut mit einer Tanzeinlage: Wie beim 1:0 haken sie ihre Arme ein und schunkeln im Kreis.

Werder-Kapitän Kruse legt sich den Ball zurecht, läuft an und guckt sich Hertha-Torwart Kraft aus. Der Stürmer schießt die Kugel links unten ins Eck, der Berliner Ersatztorwart ist ins andere Eck unterwegs.

Der Gastgeber erzeugt mal wieder Druck im Angriff – und erarbeitet sich einen Elfmeter! Nach einer Flanke von der linken Seite ist Gebre Selassie gedanklich schneller als Gegenspieler Plattenhardt, kommt deswegen zuerst an den Ball und kassiert vom deutschen Nationalspieler einen Treffer an der Wade. Die folgende Entscheidung ist unstrittig: Referee Winkmann zeigt auf den Punkt.

Selke kommt nun für den wenig auffälligen Dardai ins Spiel – und muss sich als Ex-Bremer einige Pfiffe gefallen lassen.

Das Bild hat sich verändert: Bremen tut sich schwer im zweiten Durchgang – und Berlin ist das druckvollere Team inzwischen. Der Anschlusstreffer hat natürlich sein Übriges getan.

Sahin wird nach seinem ordentlichen Startelfdebüt für Werder mit Applaus bedacht. Der Türke wird fortan von Bargfrede vertreten, der die Defensive der Hausherren festigen soll.

Harnik und Rekik geraten beim Zweikampf aneinander – und nach einem vermeintlichen Ellenbogenschlag des Berliners sinkt der Österreicher zu Boden. Der Angreifer bleibt im Anschluss kurz liegen, kann aber weitermachen.

Der SVW schafft über Klaassen, Harnik, Sahin und Osako zumindest am gegnerischen Strafraum etwas Entlastung, einen Abschluss kriegen die Werderaner in diesen Momenten aber nicht zustande.

Plattenhardt legt sich den Ball für einen Freistoß aus etwa 30 Metern bereit, läuft an und feuert die Kugel harmlos weit rechts vorbei.

Auf einmal ist Hertha BSC also wieder im Spiel – und nun auch drauf und dran, Werder defensiv unter Druck zu setzen.

Nach einem feinen Steilpass von Ibisevic ist Dilrosun auf und davon: Der 20-jährige Neuzugang von Manchester City hängt mit seinem Tempo alle ab und feuert den Ball flach aus spitzem Winkel ins linke untere Eck. Sicherlich stark gemacht – allerdings muss sich auf Torwart Pavlenka einen Vorwurf gefallen lassen. Er hat dabei seine Torwartecke etwas geöffnet und wohl auf den Querpass spekuliert.

Osako behauptet den Ball stark im Zentrum und bedient Eggestein. Der Mittelfeldmann hat im Anschluss aber nur Blick für die Kugel und nicht für seine zahlreich mitmachenden Mitspieler. So springt nur ein abgeblockter Abschluss heraus.

Nach einem vielleicht minimalen Kontakt von Harnik an Plattenhardt fordern die Berliner Elfmeter, doch Schiedsrichter Winkmann lässt weiterspielen.

Falsche Entscheidung: Harnik will die Kugel in den Lauf von Eggestein durchstecken, das Zuspiel Richtung Osako wäre wohl die bessere Wahl gewesen.

Von Dardais Sohn Palko ist im Übrigen bislang wenig zu sehen, der 19-Jährige kommt noch nicht einmal auf 20 Ballkontakte.

Beste Chance für Berlin an diesem Abend: Ibisevic ist nach einem Steilpass durch, legt sich rechts im Strafraum den Ball gut zurecht und schließt aus der Drehung knackig ab. Die Kugel saust ins Außennetz.

Hertha-Konter über die rechte Seite, doch dieser wird schnell durch einen Pfiff unterbunden. Der Grund: Ibisevic steht im Abseits.

Es wird direkt wieder laut im Weser-Stadtion: Eggestein dringt rechts in den Strafraum ein, blickt auf und legt quer ins Zentrum. Dort kommt der lauernde Osako wenige Schritte vor dem Tor aber nicht an den Ball.

Nach einem Steilpassversuch von Eggestein steht Schiedsrichter Winkmann im Weg und unterbindet die Situation unfreiwillig.

Spielerisch geht es indes so weiter, dass die Berliner den Ball führen und einen ruhigen Spielaufbau angehen.

Bitter Nachricht für Hertha BSC: Torwart Jarstein bleibt in der Kabine, der 33-Jährige hat offenbar eine Prellung im Oberschenkel davongetragen und wird nun von Kraft vertreten.

Großer Applaus und Jubel brandet kurz nach dem Halbzeitpfiff auf. Der Grund liegt auf der Hand: Der SV Werder Bremen begeistert seine eigenen Fans mit einer tollen ersten Hälfte, in der die Kohfeldt-Elf deutlich mehr investiert hat und verdient mit 2:0 in Front liegt.

Die Bremer liegen sich nach diesem Treffer in den Armen, während die Berliner die Köpfe ein klein wenig hängen lassen.

Kein Grund für einen Videobeweis: Veljkovics Armeinsatz vor dem Tor legt Referee Winkmann als regelkonform ein – vertretbar.

Einen besseren Zeitpunkt für das 2:0 gibt es aus Bremer Sicht wohl kaum: Nach einer Sahin-Ecke von der linken Seite schraubt sich im Fünfmeterraum Veljkovic hoch, lässt Gegenspieler Stark auch mit dem leicht ausgefahrenen linken Arm keine Chance und nickt den Ball unhaltbar ins Tor.

Rekik geht nach einem Werder-Steilpass auf Eggestein im eigenen Strafraum volles Risiko, grätscht und trifft Ball wie Gegner. Ein Elfmeterpfiff bleibt somit zu Recht aus.

Dilrosun presst mit schnellen Schritt auf Moisander, doch der routinierte Abwehrmann bleibt cool und lässt den Berliner aussteigen.

Die Alte Dame dreht auf: Dilrosun tankt sich durchs Mittelfeld und an dem deutlich langsameren Sahin vorbei. Am Ende folgt ein Distanzschuss, der übers Gehäuse von Pavlenka zieht.

Pavlenka hat sich beim Duell mit Ibisevic leicht weh getan, der Schlussmann steht aber direkt wieder und kann weitermachen.

Großchance Berlin, die am Ende aber nicht zählt: Nach einer Plattenhardt-Flanke von der linken Seite schraubt sich der leicht im Abseits stehende Ibisevic hoch, erwischt die Kugel aber nicht. Doch der Bosnier kommt wenig später direkt nochmals zum Zug, stellt seinen Körper zwischen Ball und Keeper Pavlenka und feuert die Kugel aus spitzem Winkel aus der Drehung drüber. Doch es ertönt auch ein Pfiff.

Die Hausherren überlassen den Gästen ein wenig Raum und vor allem den Ball. Die Bremer nämlich ziehen sich aktuell ein klein wenig zurück.

Jetzt geht es über Duda, Dilrosun und Maier mal schnell im Hertha-Mittelfeld, doch in den Sechzehner stoßen die Berliner mit dieser Kombination nicht vor. Warum? Weil Klaassen sauber klärt.

Kruse könnte eine gute Chance für seine Farben eröffnen, wird nach der Ballannahme am gegnerischen Strafraum aber sofort zurückgepfiffen – Abseits. Die Entscheidung ist richtig.

Zurück zum Spiel, in dem weiterhin Bremen das Geschehen dominiert und viel mehr als der Gast unternimmt.

Es ist aus Berliner Sicht außerdem noch Vorsicht vor einer möglichen Einwechslung von Pizarro geboten: Der Bremer Stürmer schoss in der Bundesliga bislang 14 Tore gegen Hertha (nur gegen den HSV mehr), davon elf in Heimspielen. Gegen die Hauptstädter schnürte der Peruaner bislang fünf Doppelpacks in seiner Karriere.

Das heute im Übrigen mindestens ein Tor fallen würde, ist bereits im Vorfeld quasi klar gewesen: 0:0 endete diese Paarung in Bremen bislang nur einmal, am 19. September 1970.

Harnik lauert immer wieder im Angriff an der Abseitskante, der Österreicher will sich erneut ein Eins-gegen-eins mit Jarstein erarbeiten.

Während Hertha-Keeper Jarstein durchaus viel zu tun hat, durchlebt sein Gegenüber Pavlenka bislang noch einen recht ruhigen Abend.

Kruse flankt von der linken Seite nach innen, Jarstein schnappt sich den Ball aber, bevor es gefährlich werden kann.

Schon wieder arbeitet sich Bremen bis zum Strafraum vor, doch dort spielt Eggestein einen ungenauen Querpass, der nicht ankommt.

Starker Steilpass von Gebre Selassie in den Lauf von Harnik. Körperlich kann sich der Österreicher aber nicht im Laufduell mit dem bulligen Innenverteidiger Rekik machen. Der Niederländer kocht den Gegenspieler souverän ab.

Eggestein hat nach einigen Kurzpässen genug und schaufelt den Ball hoch wie weit in den Strafraum. Dort lauert zwar Kruse, doch der Stürmer kommt nicht heran – Torhüter Jarstein greift sich die Kugel.

Augustinsson und Lustenberger rumpeln etwas zusammen, der Berliner kann aber nach einem kurzen schmerzbedingten Aufschrei weitermachen.

Die Gäste aus der Hauptstadt werden aktiver, das steht fest. Doch noch haben die Grün-Weißen alles im Griff und führen selbstverständlich noch verdient. Die Kohfeldt-Elf macht einfach mehr und generiert viel öfter Gefahr.

Leichtsinniger Ballverlust im eigenen Spielaufbau von Kruse, was die Hertha in eine Ecke ummünzt. Gefährlich wird es bei diesem Eckstoß aber nicht, die Abwehr der Bremer steht.

Dilrosun ist derzeit der auffälligste Berliner, nun saust eine gefährliche Flanke des Offensivmannes ins Zentrum. Dort verpassen aber sämtliche Mitspieler.

Kruse über links, bedient Augustinsson – und dessen Flanke findet beinahe Gebre Selassie an der Strafraumkante.

Entlastung von Berlin: Zunächst wird ein Schuss von Ibisevic abgeblockt, ehe es Dilrosun aus der Distanz versucht – klar vorbei wie drüber.

Hoher Ball an den Strafraum zu Klaassen, der per Kopf in den Lauf von Harnik verlängert. Der Stürmer kocht im Strafraum Stark ab und schließt vor Torwart Jarstein und mit dem Rücken zum Tor erneut mit der Hacke ab – ohne Erfolg. Nach der Parade des Berliner Keepers kommt dann nochmals Klaassen heran, doch der Niederländer ist sichtlich überrascht und verzieht deutlich.

Erster Blick auf die LIVE!-Daten: 59 Prozent Ballbesitz für Werder, das fast 90 Prozent der Pässe anbringt und 70 Prozent Zweikämpfe gewinnt.

Die Norddeutschen lassen den Gästen keine Luft, sie sind stets eng an den Männern dran und schalten nach Balleroberung richtig schnell um.

Langer Ball in den Strafraum von Sahin, den Stark mit dem Kopf vor Harnik klärt. Allerdings viel zu kurz. So rauscht Klaassen heran, nimmt kurz an und feuert die Kugel knapp übers Tor.

Nun schaltet sich Augustinsson vorne links mit ein, doch dessen Zuspiel in die Mitte wird von Stark unterbunden und ins Seitenaus geklärt.

Die Alte Dame kann sich indes kaum über die Mittellinie arbeiten – und wenn, dann funkt die SVW-Hintermannschaft wie nun Sahin konsequent dazwischen.

Klaassen spielt den Ball steil an den Strafraum zu Harnik, der passieren lässt und sich um Gegenspieler Rekik windet. Allerdings kommt der Angreifer nicht vor Keeper Jarstein mehr heran. Trotzdem zeigt das: Werder ist und bleibt in diesen Minuten am Drücker!

Gebre Selassie hat richtig Lust – und lässt nun Dilrosun eiskalt stehen. Dieser lässt sich das nicht gefallen und foult klar. Die logische Folge: Gelb.

Klaassen holt sich immer wieder tief die Bälle ab, um im Anschluss die Angriffe der eigenen Mannschaft mit aufzubauen. Oft geht es dabei über die rechte Seite, wo Gebre Selassie und Harnik richtig viel Betrieb machen.

Die eingfleischten Werder-Fans dürften ihren Protest bald beenden, dann erklingen auch die Fan-Gesänge wieder…

Bremen ist vom Führungstreffer mächtig beflügelt – und dominiert in dieser Phase klar. Nun fischt sich immerhin mal Hertha-Torwart Jarstein den Ball und sorgt für einen kleinen Moment Ruhe.

Was für ein Tor! Nach einem Sahin-Kopfball rechts in den Strafraum fackelt Harnik nicht lange und donnert den Ball aus spitzem Winkel unhaltbar unter die Latte. Allerdings ertönt sofort ein Pfiff – und zwar zu Recht: Der Österreicher steht im Abseits!

Lazaro lässt sich mit einem Doppelpass ausspielen – und weiß sich im Duell mit Augustinsson nicht anders als mit einem taktischen Foul zu helfen. Dafür sieht er zu Recht Gelb.

Den Eckstoß kriegen die Werderaner aber geklärt – und nach einer weiteren Flanke fordert die Alte Dame nach einem Griff von Osako an Duda Elfmeter. Diesen gibt es aber nicht – und das geht in Ordnung.

Dilrosun zeigt sich erstmals in diesem Spiel, nimmt links auf dem Flügel Duda mit. Der Spielmacher zieht immerhin eine Ecke.

Wie reagiert Berlin nun auf dieses kuriose wie bittere Gegentor? Bislang unverändert: Die Dardai-Elf steht einigermaßen tief, lauert auf Fehler und will Konter aufziehen.

Jarstein und Unglücksrabe Lustenberger sehen sich nach dem Gegentor ungläubig an, während Harnik mit “Kumpel” Kruse sein Tor ausgiebig mit einer Tanzeinlage feiert.

Was für ein bitteres Gegentor für Hertha BSC! Nach einer Sahin-Freistoßflanke links in den Strafraum zu Moisander drückt dieser den Ball per Kopf ins Zentrum. Dort kommt Gebre Selassie leicht heran – und über den Oberschenkel von Lustenberger geht die Kugel zunächst an die Latte. Doch damit nicht genug: Im Anschluss greift der am Boden liegende Torwart Jarstein hin, doch Lustenberger schlägt seinem Keeper den Ball wieder von der Hand. So kann Harnik mit der Hacke aus kurzer Distanz abschließen.

Eggestein entwickelt erneut Zug zum Tor, wird dann aber taktsich von Maier ausgebremst. Der Berliner kommt aber ohne Gelbe Karte davon.

Referee Winkmann will offenbar viel laufen lassen, nun entscheidet er nach einem harten Luftzweikampf von Gebre Selassie mit Ibisevic auf weiterspielen.

Schlimmer Fehlpass von Duda im Aufbau in den Fuß von Harnik, der Österreicher und Kruse können daraus aber kein Kapital schlagen. Warum? Weil Rekik beherzt wie fair dazwischen funkt und den Fehler seines Vordermanns so wieder bereinigt.

Kruse und Osako wollen einen Angriff initiieren, nachdem ein vermeintliches Foul von Klaassen an Duda nicht geahndet worden ist. Hier funkt allerdings Maier unfair dazwischen – und regt sich danach kurz auf, warum denn dieses Einsteigen gepfiffen wird. Schiedsrichter Winkmann regelt das ruhig mit Worten.

Gebre Selassie spielt auf dem rechten Flügel Harnik steil an, doch der Österreicher kann nicht mehr genügend Druck hinter seine Flanke legen.

Eggestein, der zuletzt sowohl gegen Nürnberg als auch in Augsburg aus der Distanz getroffen hat, zieht einfach mal frech aus etwa 25 Metern ab – und scheitert an einer nicht allzu schwierigen Parade von Jarstein.

Starke Direktabnahme von Gebre Selassie, der den Ball in den Lauf des durchstartenden Eggesteins legt. Der Mittelfeldmann spielt im Anschluss scharf ins Zentrum, doch dort kommt kein Mitspieler ran.

Fan-Gesänge sind aufgrund des angekündigten 20-minütigen Protests nicht zu vernehmen, allerdings gibt es etwas Applaus von den Rängen.

Die Hausherren sind nun um Ballkontrolle bemüht, Veljkovic und Osako spielen sich die Kugel zweimal hin und her.

Kruse hebt den Ball in die Spitze, findet aber keinen Abnehmer – und schon rollt der Hertha-Konter über die rechte Seite und einen lauffreudigen Lazaro. Am Ende spielt Ibisevic Hacke – und Gebre Selassie kann in höchster Not vor dem eigenen Fünfmeterraum bereinigen.

Schiedsrichter Guido Winkmann hat die Partie eröffnet. Er wird im Übrigen vom vierter Offiziellen Benedikt Kempkes sowie von Video-Assistent Harm Osmers unterstützt.

Die Spieler stehen im Tunnel bereit, betreten gleich den Platz. Der Anstoß ist nur noch wenige Momente entfernt…

Die letzte Pleite für die Grün-Weißen war das 2:3 in Berlin am 16. Spieltag 2013/14. Gegen keine andere aktuelle Bundesliga-Mannschaft ist Werder so lange unbesiegt.

Zeit für etwas Statistik: Bremen ist seit neun Duellen mit der Hertha ungeschlagen (vier Siege, fünf Remis).

Kohfeldt weiter und bezogen auf das heutige Spiel: “Wir müssen damit rechnen, dass Hertha BSC mannorientiert agieren wird. Sie sind flexibler geworden. Wir haben das auf dem Zettel.”

Die Norddeutschen streben ganz ausdrücklich das internationale Geschäft an, doch das traut Trainer Kohfeldt auch den Berlinern zu: “Sie werden auch im weiteren Verlauf der Saison ziemlich weit oben stehen.” Die Gäste seien “deutlich weiter als vergangene Saison, auf jeden Fall sind sie variabler geworden”.

Bei Hertha rotiert Coach Pal Dardai ebenfalls – und zwar auf zwei Stellen: Rekik kehrt zurück, außerdem darf eben Palko Dardai beginnen. Sie ersetzen Kalou (Bank) und den verletzten Grujic (Bänder- und Kapselriss im Sprunggelenk).

Zeit für einen Blick auf die exakten Veränderungen in den Aufstellungen – angefangen bei Gastgeber Bremen. Trainer Florian Kohfeldt wechselt in seiner Startelf im Vergleich zum turbulenten 3:2 in Augsburg auf drei Positionen: Sahin kommt zu seinem Startelf-Debüt für seinen neuen Klub, außerdem starten Harnik und Osako. Dafür draußen sind Bargfrede, Kainz und Pizarro (jeweils auf der Bank).

Etwas am Rande, was aber die Atmosphäre heute Abend durchaus beeinflussen kann: Die deutschen Fanszenen wollen während dieser englischen Woche mit einem Stimmungsverzicht in den jeweils ersten 20 Minuten protestieren. Es handelt sich um einen bundesweiten Aktionsspieltag – und ist gerichtet gegen die “zunehmende Spieltagszerstückelung”.

Apropos Dardai: Der Coach schenkt seinem Sprössling heute sein Bundesliga-Startelfdebüt! Palko Dardai, der 19-jährige Sohn des Trainers, darf bei den Hauptstädtern ran. Gegen Nürnberg hatte ihm der Papa bereits drei Einsatzminuten gegönnt – und insgesamt kommt Palko Dardai erst auf drei Erstliga-Einsätze.

Doch auch Dardai dürfte wissen: In Bremen sind die Berliner tatsächlich seit 2006 ohne Sieg. “Ich schätze den Gegner und seinen Trainer”, so Berlins Trainer. “Und das Stadion ist etwas Besonderes. Die Zuschauer machen richtig mit bis zum Ende. Wir müssen 90 Minuten konzentriert bleiben und unsere Spielidee durchziehen.”

Als Marschroute vor dem heutigen Spiel kündigt Trainer Pal Dardai “volles Risiko” an und sagt: “Wir wollen frech sein und gewinnen. Wir wollen erfolgreich aus Bremen nach Hause kommen.”

Die Alte Dame indes begeisterte zuletzt zu Hause beim 4:2 gegen Gladbach mit etlichen tollen Spielzügen – und setzte sich auf Rang zwei der Tabelle fest.

In einer abwechslungsreichen Partie fuhr der SVW am vergangenen Wochenende auch mit etwas Glück ein 3:2 in Augsburg ein. Der FCA hatte insgesamt mehr vom Spiel, kassierte jedoch in beiden Hälften mitten in eigene Drangphasen hinein unnötige Gegentreffer – vor allem Torwart Giefer patzte dabei schwer.

Der bislang noch ungeschlagene SV Werder Bremen (acht Punkte aus vier Spielen) erwartet vor heimischer Kulisse im Weser-Stadtion die bislang noch ungeschlagene Berliner Hertha (zehn Zähler).

Die Bundesliga macht in diesen Tage kaum Pause und fährt mit einer englischen Woche auf. Los geht es am heutigen Dienstagabend bereits um 18.30 Uhr – und zwar mit einem richtigen Topspiel!

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