Springreiter Nisse Lüneburg zum dritten Mal Derby-Sieger - Hamburger Abendblatt
Nisse Lüneburgs dritter Streich im Spring-Derby
Nach 2012 und 2014 gewinnt Nisse Lüneburg bereits zum dritten Mal das Deutsche Springderby in Hamburg Klein-Flottbek. Im Stechen hat er die besten Nerven. Die große Favoritin indes schafft es wieder nicht.

Übung macht den Meister: Nisse Lüneburg hat das Deutsche Springderby in Hamburg Klein-Flottbek nach 2012 und 2014 bereits zum dritten Mal gewonnen – den traditionellen Wettbewerb über 17 Naturhindernisse, darunter Pulvermanns Grab und der Große Wall. Der 30 Jahre alte Nisse Lüneburg ist Sohn einer großen, pferdebegeisterten Arztfamilie in Holstein. Mit dem elfjährigen Cordillo ritt er natürlich auch einen Holsteiner. Der 44 Jahre alte Shane Breen, gegen den Lüneburg im Zweier-Stechen antreten musste, repräsentiert den bewährten irischen Jagdstil. Sein Brauner namens Can Ya Makan liebe die großen Plätze, sagte er. Es seien für ihn angenehme Ritte gewesen hier. Breen, der die zweite Qualifikation am Freitag gewonnen hatte, spielte in der Stech-Runde auf Sicherheit: Mit einer langsamen, fehlerfreien Runde setzte er seinen Gegner unter Druck. Doch der hielt mutig stand, erlaubte sich keinen Patzer und war 1,19 Sekunden schneller.

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Sandra Auffarth, die große Favoritin, hat es wieder nicht geschafft. Ein Fehler am Koppelgatter mit ihrer Stute La Vista kostete sie die Teilnahme am Stechen. Ohne besondere Probleme beschreibt das Programmheft den betreffenden Sprung, auf den die Höchstschwierigkeit Pulvermanns Grab folgte. Enorm schnell gewesen, und doch nur Dritte – nach ihrer Glanzleistung in der zweiten Qualifikation am Freitag litt das Publikum mit der ehemaligen Weltmeisterin in der Vielseitigkeit. Mit tänzerischer Leichtigkeit hatten die beiden da den Parcours durchquert und dem Rest der Welt eine Lehrstunde in feiner Reiterei erteilt. Schon im vergangenen Jahr war die 32 Jahre alte Reiterin aus Ganderkesee unglücklich Dritte geworden. Sie wird es weiter versuchen müssen.

Es wäre erst der fünfte Sieg einer Frau gewesen in der 90. Auflage und der erste seit 44 Jahren. 1975 gewann zuletzt die Britin Caroline Bradley mit New Yorker. Der letzte Sieg einer deutschen Amazone liegt sogar schon 77 Jahre zurück: Käthe Schmidt-Metzger mit Fenek bei ersten Springderby nach einer durch den Zweiten Weltkrieg bedingten zehnjährigen Pause.

FAZ Plus Artikel: Deutsches Springderby : Pulvermanns Grab – eine der letzten deutschen Gewissheiten

Nisse Lüneburg hat zum dritten Mal das Deutsche Spring-Derby in Hamburg-Klein gewonnen. Der Springreiter aus Hetlingen verwies am Sonntag im Sattel des elfjährigen Cordillo den Iren Shane Breen mit Can Ya Makan mit dem schnellsten fehlerfreien Ritt im Stechen auf den zweiten Platz. Beide hatten zuvor im Normalparcours die Null-Fehler-Ritte Nummer 158 und 159 in der langen Geschichte des Klassikers absolviert.

Großer Sport vor großer Kulisse: Nisse Lüneburg hat zum dritten Mal das Spring-Derby in Hamburg gewonnen. Die Veranstalter meldeten einen Rekordbesuch für die Derbywoche.

“Mit einem anderen Pferd das Derby auch noch einmal zu gewinnen, ist unglaublich und das hätte ich bis vor zwei Minuten auch noch nicht für möglich gehalten”, sagte Lüneburg, der 2012 und 2014 mit Calle Cool triumphiert hatte, dem ZDF. Nach einem spannenden Zweikampf im Stechen lag Lüneburg mit 53,52 Sekunden am Ende knapp vor Breen, der für den verkürzten Parcours 54,71 Sekunden benötigte. Der Ire hatte am Freitag die zweite Derby-Qualifikation vor Sandra Auffarth gewonnen.

1. Nisse Lüneburg (Hetlingen) – Cordillo 0/53,522. Shane Breen (Irland) – Can Ya Makan 0/54,71(beide im Stechen)3. Sandra Auffarth (Ganderkesee) – La Vista 4/2:37,674. Matthew Sampson (Großbritannien) – Old Joker 4/2:38,545. Benjamin Wulschner (Bütow) – Bangkok Girl 4/2:39,066. Nigel Coupe (Großbritannien) – Golvers Hill 4/2:49,767. Gilbert Tillmann (Grevenbroich) – Hadjib 4/2:56,068. Andre Thieme (Plau am See) – Contadur 8/2:43,739. James Whitaker (Großbritannien) – Glenavadra Brilliant 8/2:52,7310. Jan Peters (Brück) – Kokolores 8/3:01,21

Das Deutsche Spring-Derby in Hamburg – seit 1920 eine ganz besondere Herausforderung für Pferd und Reiter. Insgesamt 17 Hindernisse müssen auf 1.230 Metern überwunden werden. mehr

Die Mitfavoritin aus Ganderkesee belegte bei der 90. Derby-Auflage nach einem Abwurf im Normalparcours mit La Vista wie im Vorjahr Rang drei. Damit wartet das Traditionsturnier weiter auf den ersten Derbysieg einer Amazone seit 44 Jahren. “Ich bin superzufrieden und freue mich, dass es zu Platz drei gereicht hat. Ihr ging vielleicht ein ganz bisschen die Kraft weg im Parcours, aber sie hat einen super Job gemacht”, sagte die Vielseitigkeitsreiterin über ihre Stute.

Das Kult-Springen auf dem 1.230 Meter langen Kurs mit seinen 17 Naturhindernissen gilt als weltweit schwerste Prüfung. Die deutschen Reiter warteten seit vier Jahren auf einen Derby-Sieg in Hamburg. 2015 hatte Christian Glienewinkel das Blaue Band gewonnen.

Tradition und Kult: Das Deutsche Spring- und Dressur-Derby in Hamburg ist ein Höhepunkt der Reitsportsaison.

Seinerzeit siegte der Schleswig-Holsteiner mit Calle Cool – nun triumphiert er auch mit Cordillo. Im Stechen ist Lüneburg schneller als der Ire Shane Breen, der ebenfalls zweimal fehlerfrei bleibt.

Vielseitigkeitsreiterin Sandra Auffarth dagegen leistet sich im Normalparcours einen Abwurf und wird mit La Vista wie im Vorjahr Dritte.

Der Derby-Parcours gilt als der schwierigste der Welt und fordert Pferd und Reiter alles ab. Max-Hilmar Borchert …

… und Christina Thomas können ein Lied davon singen, nehmen aber am Sonntag ebenso wie ihre Pferde keinen Schaden.

Der Reiter aus Hagen am Teutoburger Wald triumphiert am Sonntag im Dreier-Finale mit Pferdewechsel überlegen vor der Britin Susan Pape und Anabel Balkenhol.

Deusser setzt sich mit Jasmien im Stechen knapp vor dem Ägypter durch und gewinnt damit am Sonnabend den zur Millionenserie Global Champions Tour zählenden Großen Preis von Hamburg.

Dritter wird Europameister Peder Fredricson mit All In vor Philipp Weishaupt mit Che Fantastica, der sich im Stechen zwei Abwürfe leistet. Lokalmatadorin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann (Bild) reitet mit Minimax als Fünfte knapp am Stechen vorbei, weil sie sich einen Zeitstrafpunkt einhandelt. Ärgerlich!

Verdienter Applaus: Christian Ahlmann verabschiedet sein ehemaliges Top-Pferd Codex One in den sportlichen Ruhestand.

Sandra Auffarth wird mit La Vista auch hier starke Dritte und untermauert ihre Ambitionen auf einen Sieg im Kampf um das Blaue Band am Sonntag.

Nur Shane Breen ist mit Can Ya Makan eine Winzigkeit von knapp zwei Sekunden schneller als die 32-Jährige.

Matthew Sampson, der im vergangenen Jahr als erster Brite seit John Whitaker 1989 im Derby triumphierte, bleibt mit Old Joker ebenfalls fehlerfrei und belegt wie schon in der ersten Qualifikation Rang drei.

Prinzessin nebst Prinz in Hamburg am Start: Die thailändische Prinzessin Sirivannavari Nariratana Rajakanya sitzt vor ihrer Dressurprüfung auf ihrem Pferd Prince Charming.

Der Name seines Erfolgspferdes ist für Peder Fredricson im Championat von Hamburg Programm: Mit All In ist der Schwede nicht zu schlagen.

Luciana Diniz (Portugal) ist mit Vertigo du Desert nur 22 Hundertstelsekunden langsamer: Platz zwei …

… vor dem dreimaligen Derby-Sieger Andre Thieme, der mit der erst neun Jahre alten Stute Crazy Girl Dritter wird.

Erster Tag in Klein Flottbek, erste Derby-Qualifikation: Benjamin Wulschner siegt mit Bangkok Girl, in der zweiten Qualifikation wird er später Neunter – gute Aussichten für das Finale am Sonntag.

Matthew Sampson unterstreicht seine Ambitionen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung im Sattel von Old Joker zum Auftakt mit Platz drei.

Nisse Lüneburg hat sich zum dritten Mal den Sieg im Deutschen Spring-Derby gesichert. Im Stechen ließ er den Iren Shane Breen hinter sich. Die Entscheidung in Hamburg-Klein Flottbek. Video (02:37 min)

Zum dritten Mal hat Nisse Lüneburg das Spring-Derby in Hamburg gewonnen. Der Reiter aus Schleswig-Holstein siegte mit Cordillo in Klein Flottbek. Video (02:53 min)

Der Kampf ums Blaue Band in Hamburg-Klein Flottbek: Teil eins des prestigeträchtigen Deutschen Spring-Derbys vom Sonntag. Video (99:39 min)