Bezirkswahl: Hamburg wird grüner - NDR.de
Bezirkswahl Hamburg 2019: SPD geht auch in den Bezirken unter
Hamburgs Herz ist ziemlich grün: in einem Ring rund um die Innenstadt – von den Stadtteilen Ottensen (43,8%) über Altona Altstadt (39,5%), Eimsbüttel (49,2%), Hoheluft West (47,8%) bis in die Neustadt (40,2%) und St.Georg (39,6%) ist alles tief grün. Die höchsten Gewinne gab es bei der Bezirkswahl für die Grünen mit knapp 15 Prozentpunkten im Bezirk Hamburg-Nord.

Relativ rot sind noch einige Gebiete südlich der Elbe: von Finkenwerder über Wilhelmsburg (32,2%), Veddel (31,4%), Rothenburgsort (32,9%) bis Billstedt (33,2%). Insgesamt hat die SPD aber überall verloren – am meisten im Bezirk Hamburg- Nord.

In allen Bezirken können sich die Grünen über satte Zugewinne freuen, die SPD verliert überall deutlich. Alle Ergebnisse hier.

Für die CDU gibt es in der Innenstadt nicht viel zu holen, aber Hochburgen ganz im Westen – in Blankenese (31,7%) und weiter an der Elbe bis Othmarschen (28,3%), aber auch ganz im Norden. In Wellingsbüttel (34,2%) und in den Vier- und Marschlanden kommt die CDU teils auf über 30 Prozent.

Die Linke gewinnt in sechs Bezirken leicht dazu. Am stärksten ist der Zugewinn der Linken im Stadtteil St. Pauli, dort erreicht sie dieses Mal 32,9 Prozent der Stimmen. Die AfD ist wie schon bei der Bezirkswahl 2014 im Bezirk Harburg am stärksten, zum Beispiel in den Stadtteilen Neugraben (11,9%) und Hausbruch (12,6%) aber auch in Billstedt (13,1%). Die FDP ist nach dieser Wahl wieder in allen Bezirksversammlungen vertreten, die höchsten Zugewinne gibt es für die Liberalen in Hamburg Nord.

Hamburgweit kommen die Grünen auf 31,3 Prozent – das ist ein Plus von 13,1 Punkten gegenüber den Bezirkswahlen 2014. Die SPD verlor im Vergleich zu letzten Wahl 11,2 Punkte und landete bei 24,0 Prozent. Die CDU verschlechterte sich um 6,6 Punkte auf 18,2 Prozent. Die Linke verbesserte sich leicht auf 10,8, die FDP auf 6,6 und die AfD auf 6,4 Prozent.

Bei anstehenden Koalitionsgesprächen haben nun die Grünen nun auch mal das Heft in der Hand. In den Bezirken Hamburg-Nord und Altona könnten sie zudem dafür sorgen, dass vakante Stellen von Bezirksamtsleitern erstmals mit Grünen besetzt werden.

In der Bezirksversammlung Altona gab es zuletzt wechselnde Mehrheiten. Nun haben die Grünen die SPD deutlich abgehängt – bleibt abzuwarten, wie sich auf die Koalition auswirken wird. mehr

Im Bezirk Harburg lag die SPD zuletzt ganz deutlich vorn. Jetzt mussten die Sozialdemokraten zwar Verluste hinnehmen, kommen aber mit einem blauen Auge davon. mehr

Klar und eindeutig an der Spitze liegen die Grünen im Bezirk Eimsbüttel und in Hamburg Nord. Das verschiebt die Machtverhältnisse in der bisherigen rot-grünen Koalition. mehr

Im Bezirk Wandsbek lieferten sich die Sozialdemokraten bei den Bezirkswahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Grünen. Mit Abstand folgt die CDU auf dem dritten Platz. mehr

Im Bezirk Mitte gab es ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und den Grünen. Die CDU landet noch hinter den Linken auf Platz 4 – und die Liberalen sind zurück. mehr

Bei den Bezirkswahlen in Hamburg sind die Grünen die großen Gewinner. Im Bezirk Nord liegen sie haushoch über der weit abgeschlagenen SPD und werden die größte Fraktion stellen. mehr

In Bergedorf kann die SPD ihre Spitzenposition, wenn auch knapp, verteidigen. Die CDU schafft es hier auf Platz zwei – noch vor den aufstrebenden Grünen. Die FDP ist schafft es zurück in die Bezirksversammlung. mehr

Lange Gesichter bei der Hamburger SPD nach den Bezirkswahlen. Während Bürgermeister Tschentscher einen “Rückschlag” beklagt, zeigt sich Grünen-Chefin Gallina überwältigt von den Ergebnissen. mehr

In Hamburg sind die neuen Bezirksversammlungen gewählt worden. Die Wahlbeteiligung war deutlich höher als 2014. Alle Infos zu den Bezirksversammlungswahlen. mehr

Nach Europa läuft die Hamburger SPD auch bei den Bezirkswahlen voll gegen die Wand! In vier von sieben Bezirken haben die Grünen die Roten hinter sich gelassen – mit zum Teil dramatischen Abständen. Gerade mal die einstige Hochburg Bergedorf konnte die SPD halbwegs mit Anstand verteidigen. Bei Harburg und Wandsbek wars nur noch hauchdünn.

► Altona – gewonnen mit 14,7 Prozent vor der SPD. Dort können die Grünen ab Herbst den Bezirksamtsleiter stellen.

► Eimsbüttel – gewonnen mit 14,1 Prozent vor der SPD. Weil die CDU auf 16,3 Prozent kommt, hätte Grün die Auswahl, wer mitregieren darf.

► Nord – gewonnen mit 14,9 Prozent vor der SPD (die 13 % verloren hat). Egal ob mit den Roten oder der CDU, die Grünen bestimmen, wer neuer Bezirks-Chef wird.

► Sogar der Bezirk Mitte – gewonnen mit 2,3 Prozent vor der dort sonst so stolzen SPD. Festung geschleift, auch hier hat jetzt Grün das Sagen.

► In Wandsbek (hier fehlten nur 0,8 % auf die SPD) könnte es theoretisch für Grün/Schwarz reichen. Zusammen kommen die beiden auf 50 Prozent.

Für Bürgermeister Peter Tschentscher (53, SPD) und Landes-Chefin Melanie Leonhard (41) wars die erste Wahl, für die sie geradestehen mussten. Ein Desaster! Für beide!

Das räumte das Duo gestern Abend auch ein. Aber: Von Einsicht über das eigene Versagen keine Spur. Schuld sind immer andere: Europa, Brexit, Klima, Österreich…

Für die Bürgerschaftswahlen im nächsten Jahr sei man gut davor…, behauptete Tschentscher. Man habe ein Gespür für die Themen der Stadt und auf die werde man jetzt setzen. Wohl eher Pfeifen im Walde als echte Zuversicht.

Denn schon kursieren Gerüchte: Die Grünen könnten womöglich die Gunst der Stunde nutzen und die Koalition platzen lassen, um Neuwahlen herbeizuführen. Begründung: “Die müssen doch den Trend nutzen, solange es ihn gibt…”

Dagegen spricht: Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks (38) soll gestern Abend zu einem Geheimtreffen mit allen grünen Kreis-Chefs eingeladen haben. Dort wolle er die Botschaft vermitteln: Wenn möglich, bitte in allen Bezirken mit der SPD weiterarbeiten. Man wolle keine miese Stimmung!

Das werden Tschentscher und Leonhard gerne hören. Das gäbe ihnen Zeit, die Niederlage aus den Kleidern zu schütteln.

In vier von sieben Bezirken haben die Grünen die SPD hinter sich gelassen: In Altona, Eimsbüttel, Nord und sogar im Bezirk Mitte – bisher Festung der Sozialdemokraten. Die CDU fährt ihren größten Erfolg in Bergedorf ein. Die Linke ist besonders in Mitte stark, die FDP in Nord. Die AfD ist in Harburg am stärksten.