Grüne auch bei Bezirkswahl an SPD vorbei - NDR.de
Europawahl in Hamburg: Grüne in Hamburg stärkste Partei, Klatsche für die SPD
Nach ihrem Erfolg bei der Europawahl in Hamburg sind die Grünen auch bei den Bezirkswahlen der große Gewinner. In vier der sieben Hamburger Bezirke sind sie jetzt stärkste Kraft, die SPD lag nur noch in dreien vorn. Hamburgweit kamen die Grünen auf 31,3 Prozent – ein Plus von 13,1 Punkten gegenüber den Wahlen 2014. Die SPD verlor 11,2 Punkte und landete bei 24,0 Prozent. Die CDU verschlechterte sich um 6,6 Punkte auf 18,2 Prozent. Die Linke verbesserte sich leicht auf 10,8, die FDP auf 6,6 und die AfD auf 6,4 Prozent.

In drei Bezirken kommen die Grünen klar über 30 Prozent und ziehen damit an der SPD vorbei. In Eimsbüttel holten die Grünen sogar 37,2 Prozent. Auch in Altona und in Hamburg-Nord sind sie jetzt stärkste Kraft. Knapper war der Vorsprung der Grünen vor der SPD in Hamburg-Mitte.

Im EU-Parlament vertreten wird Hamburg mit Sicherheit durch die FDP-Nachwuchspolitikerin Svenja Hahn, die über die Bundesliste einzieht. Der bisherige SPD-Abgeordnete Knut Fleckenstein hat wegen des schlechten SPD-Ergebnisses keine Chance, gleiches gilt wohl auch für den CDU-Landesvorsitzenden Roland Heintze, der auch kandidierte. Die Grünen in Hamburg hatten keinen eigenen Kandidaten aussichtsreich nominiert. Aber es wird noch einen weiteren EU-Parlamentarier geben: Wegen des starken Abschneidens von Die Partei zieht Nummer 2 der Kandidatenliste in das Parlament ein – und das ist der aus der ZDF-Satiresendung heute-show bekannte Kabarettist Nico Semsrott, der in Hamburg lebt. Seine Partei will sich dem Wahlprogramm zufolge unter anderem für eine Ossi-Quote in Führungspositionen oder Artenschutz für die SPD einsetzen. 61, 7 Prozent der Hamburger hatten an der Wahl teilgenommen, das sind 18,3 Prozentpunkte mehr als 2014.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich beide Parteien in Wandsbek, hier lag die SPD am Ende mit 0,4 Prozentpunkten vor den Grünen. Auch in Harburg war der Vorsprung der SPD vor den Grünen am Ende nur noch dünn, beide lagen aber deutlich vor der CDU. Anders sind die Verhältnisse in Bergedorf, wo die SPD knapp stärkste Kraft bleibt, dicht gefolgt von der CDU.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte zu den Ergebnissen: “Die Grünen haben mit dem Wahlerfolg jetzt auch eine Verantwortung. Es kommt jetzt darauf an, dass weiter Landes- und Bezirkspolitik Hand in Hand arbeiten bei den entscheidenden Themen – dafür sind wir gemeinsam verantwortlich.”

Europawahl Für junge Menschen ist das Bestehen der EU nicht verhandelbar Für die deutlich distanzierte SPD äußerte sich deren Landesvorsitzende Melanie Leonhard. Wir haben uns als SPD mehr erhofft. In den vergangenen Wochen haben wir auf allen Ebenen tatkräftig für unsere Vorstellungen von einem geeinten und sozialen Europa geworben. Wir haben uns klar gegen Rechtspopulismus und Nationalismus gestellt und für gemeinsame europäische Werte gekämpft, teilte sie ohne konkreten Bezug auf das Hamburg-Ergebnis mit. Sie fügte hinzu: Natürlich müssen wir das Ergebnis ordentlich analysieren, vor allem aber müssen wir noch engagierter dafür sorgen, dass wir mit unseren Antworten auf der Höhe der Zeit sind. Und ganz offensichtlich gelingt es uns bundesweit noch nicht, so ins gesellschaftliche Gespräch zu kommen, dass wir durchdringen und Vertrauen zurückerobern. Genau das ist aber die Kernaufgabe.

Die SPD ist bei den Bezirkswahlen abgestraft worden und hat ihr Wahlziel nicht erreicht. Die Grünen sind jetzt in vier von sieben Bezirken stärkste Kraft.

Für die deutlich distanzierte SPD äußerte sich deren Landesvorsitzende Melanie Leonhard. Wir haben uns als SPD mehr erhofft. In den vergangenen Wochen haben wir auf allen Ebenen tatkräftig für unsere Vorstellungen von einem geeinten und sozialen Europa geworben. Wir haben uns klar gegen Rechtspopulismus und Nationalismus gestellt und für gemeinsame europäische Werte gekämpft, teilte sie ohne konkreten Bezug auf das Hamburg-Ergebnis mit. Sie fügte hinzu: Natürlich müssen wir das Ergebnis ordentlich analysieren, vor allem aber müssen wir noch engagierter dafür sorgen, dass wir mit unseren Antworten auf der Höhe der Zeit sind. Und ganz offensichtlich gelingt es uns bundesweit noch nicht, so ins gesellschaftliche Gespräch zu kommen, dass wir durchdringen und Vertrauen zurückerobern. Genau das ist aber die Kernaufgabe.

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 1.540 Kandidaten um knapp 360 Sitze in den sieben Bezirksversammlungen zur Wahl gestellt. Darunter vier Einzelkandidaten, die übrigen Kandidaten verteilen sich auf 13 Parteien und eine Wählervereinigung. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,5 Prozent.

Die Grünen sind aus der Europawahl in Hamburg laut vorläufigem Endergebnis mit 31,2 Prozent Stimmenanteil als stärkste Kraft hervorgegangen. Die Landesvorsitzende Anna Gallina sprach am Sonntagabend von einem sensationellen Erfolg. Unser historisch bestes Ergebnis bei einer Europawahl ist gleichzeitig der Auftrag für die historisch größte Aufgabe: die Bewältigung der Klimakrise, sagte sie. Die Grünen wollten den Auftrag annehmen, denn es ist höchste Zeit zu handeln, in Europa und in Deutschland. Nun müsse auch die Bundesregierung ihre Blockade in Sachen Klimaschutz endlich überwinden, sagte Gallina. Das ist das klare Signal der vielen jungen Menschen, die heute gewählt haben und die jeden Freitag auf die Straße gehen.

In der Bezirksversammlung Altona gab es zuletzt wechselnde Mehrheiten. Nun haben die Grünen die SPD deutlich abgehängt – bleibt abzuwarten, wie sich auf die Koalition auswirken wird. mehr

In Schleswig-Holstein zeichnen sich nach ersten Teilergebnissen bei den Europawahlen ebenfalls große Verluste von CDU und SPD sowie sehr hohe Gewinne der Grünen ab. In 40 von 59 Gemeinden mit mehr als zehntausend Einwohnern erreichten die Grünen 28,8 Prozent und lagen damit vorn. Die CDU kam auf 25,2 Prozent, die SPD auf 18,0 Prozent, die AfD auf 8,1 Prozent, die FDP auf 6,0 Prozent und die Linke auf 3,8 Prozent. In Neumünster, einer der vier kreisfreien Städten im Norden, lagen die Grünen mit 27,1 Prozent ebenfalls vorn, gefolgt von CDU (24,4 Prozent), SPD (18,4), AfD (9,6) und FDP mit 5,3 Prozent. Erfahrungsgemäß schneiden die Grünen in größeren Städten und Gemeinden besser ab als in Dörfern.

Im Bezirk Harburg lag die SPD zuletzt ganz deutlich vorn. Jetzt mussten die Sozialdemokraten zwar Verluste hinnehmen, kommen aber mit einem blauen Auge davon. mehr

In Schleswig-Holstein zeichnen sich nach ersten Teilergebnissen bei den Europawahlen ebenfalls große Verluste von CDU und SPD sowie sehr hohe Gewinne der Grünen ab. In 40 von 59 Gemeinden mit mehr als zehntausend Einwohnern erreichten die Grünen 28,8 Prozent und lagen damit vorn. Die CDU kam auf 25,2 Prozent, die SPD auf 18,0 Prozent, die AfD auf 8,1 Prozent, die FDP auf 6,0 Prozent und die Linke auf 3,8 Prozent. In Neumünster, einer der vier kreisfreien Städten im Norden, lagen die Grünen mit 27,1 Prozent ebenfalls vorn, gefolgt von CDU (24,4 Prozent), SPD (18,4), AfD (9,6) und FDP mit 5,3 Prozent. Erfahrungsgemäß schneiden die Grünen in größeren Städten und Gemeinden besser ab als in Dörfern.

Klar und eindeutig an der Spitze liegen die Grünen im Bezirk Eimsbüttel und in Hamburg Nord. Das verschiebt die Machtverhältnisse in der bisherigen rot-grünen Koalition. mehr

Am Sonntag wurden in Hamburg nur die Zahlen für die Europawahl ausgezählt, die Stimmzettel für die Bezirkswahl folgen am Montag. Auch hier wird mit Spannung erwartet, ob die Grünen zumindest in einigen Bezirken und in der Gesamtstimmzahl vor der SPD liegen. Das hätte auch deutlichen Einfluss auf das kommende Halbjahr, in dem der Wahlkampf für die Bürgerschaftswahl im Februar 2020 beginnt. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte zuletzt wiederholt auf die psychologische Bedeutung dieses Doppel-Wahltags hingewiesen.

Im Bezirk Wandsbek lieferten sich die Sozialdemokraten bei den Bezirkswahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Grünen. Mit Abstand folgt die CDU auf dem dritten Platz. mehr

Im Bezirk Mitte gab es ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SPD und den Grünen. Die CDU landet noch hinter den Linken auf Platz 4 – und die Liberalen sind zurück. mehr

Bezirkswahl Steht Hamburg ein Beben bevor? Seine Senatskollegin, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Wissenschaftssenatorin und Grünen-Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl, Katharina Fegebank, wertete das Ergebnis jedenfalls als kraftvolles Signal für europäischen Zusammenhalt. Den Grünen sei es gelungen, klare Positionen mit Zuversicht zu vermitteln. Genau das hat offenbar überzeugt. Und das ist auch die Haltung, mit der wir 2020 in die Hamburger Bürgerschaftswahl gehen wollen.

Bei den Bezirkswahlen in Hamburg sind die Grünen die großen Gewinner. Im Bezirk Nord liegen sie haushoch über der weit abgeschlagenen SPD und werden die größte Fraktion stellen. mehr

Seine Senatskollegin, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Wissenschaftssenatorin und Grünen-Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl, Katharina Fegebank, wertete das Ergebnis jedenfalls als kraftvolles Signal für europäischen Zusammenhalt. Den Grünen sei es gelungen, klare Positionen mit Zuversicht zu vermitteln. Genau das hat offenbar überzeugt. Und das ist auch die Haltung, mit der wir 2020 in die Hamburger Bürgerschaftswahl gehen wollen.

In Bergedorf kann die SPD ihre Spitzenposition, wenn auch knapp, verteidigen. Die CDU schafft es hier auf Platz zwei – noch vor den aufstrebenden Grünen. Die FDP ist schafft es zurück in die Bezirksversammlung. mehr

Laut dem vorläufigen Endergebnis (Quelle: Statistisches Landesamt) von 22.58 Uhr am Sonntagabend erreichten die Grünen 31,2 Prozent der Stimmen, die SPD kamen auf 19,8 Prozent. Es folgten:  CDU 17,7 Prozent, Die Linke 7,0, AfD 6,5 und FDP mit 5,6 Prozent. Unter den weiteren Parteien erreicht die Satirevereinigung Die Partei 3,8 Prozent.

Lange Gesichter bei der Hamburger SPD nach den Bezirkswahlen. Während Bürgermeister Tschentscher einen “Rückschlag” beklagt, zeigt sich Grünen-Chefin Gallina überwältigt von den Ergebnissen. mehr

Laut dem vorläufigen Endergebnis (Quelle: Statistisches Landesamt) von 22.58 Uhr am Sonntagabend erreichten die Grünen 31,2 Prozent der Stimmen, die SPD kamen auf 19,8 Prozent. Es folgten:  CDU 17,7 Prozent, Die Linke 7,0, AfD 6,5 und FDP mit 5,6 Prozent. Unter den weiteren Parteien erreicht die Satirevereinigung Die Partei 3,8 Prozent.

In Hamburg sind die neuen Bezirksversammlungen gewählt worden. Die Wahlbeteiligung war deutlich höher als 2014. Alle Infos zu den Bezirksversammlungswahlen. mehr

Einige Zwischenfälle in Hamburg behinderten die Europa- und Bezirkswahlen. Rettungswagen muss zu Wahllokal auf St. Pauli ausrücken.