Hamburgs Bezirkswahl: Es wird ausgezählt - NDR.de
Europawahl 2019: Wahlbeteiligung in Hamburg so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr!
Nach dem Erfolg der Grünen bei der Europawahl in Hamburg steht in der Hansestadt heute die Auszählung der Stimmen für die sieben Bezirksversammlungen auf dem Programm. Im Moment liegen die Grünen in drei Bezirken vor ihrem Koalitionspartner SPD: und zwar in Altona, Eimsbüttel und in Nord. Sie finden die Ergebnisse auf unserer interaktiven Wahlkarte, die wir dann laufend aktualisieren. Die vorläufigen amtlichen Endergebnisse werden am Montagabend erwartet.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Sozialdemokraten und den Grünen sieht es derzeit in Harburg und Wandsbek aus. Nur in Mitte und in Bergedorf liegen die Sozialdemokraten bis jetzt deutlich vorn. In Bergedorf ist auch die CDU stark und steht hinter den Sozialdemokraten derzeit an zweiter Stelle.

Aber immerhin steht fest: Die Wahlbeteiligung ist massiv gestiegen, war so hoch wie seit 30 Jahren nicht: Und zwar für die Europawahl von 43,5 Prozent (2014) auf jetzt 52,9 Prozent. Bei der Bezirkswahl gings rauf von 40,9 Prozent auf 48,7 Prozent (Prognose Landeswahlamt, Stand 16 Uhr).

In Hamburg werden die Stimmen der Bezirkswahl ausgezählt. Nach und nach laufen die Zahlen aus den einzelnen Wahl-Lokalen ein – die neuesten Ergebnisse hat Susanne Röhse.

Nach dem vorläufigen Endergebnis stürzt die SPD erstmals bei einer bundesweiten Wahl unter 20 Prozent. Die Grünen legen mächtig zu.

In allen Bezirken wird noch ausgezählt, in einigen Stadtteilen, dort , wo es nur wenige Wähler gibt, liegen schon Ergebnisse vor. In Moorburg zum Beispiel liegen die Grünen mit 36,7 Prozent weit vorn, im Stadtteil Reitbrook führt die CDU mit 39,2 Prozent, auf der Veddel ist nach der SPD die Linke zweitstärkste Kraft mit 28,2 Prozent.

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Ein hamburgweites Ergebnis, also für alle sieben Bezirke zusammen, soll es am Nachmittag geben. Erst am Abend sind alle Stimmen ausgezählt, dann gibt es das vorläufige Endergebnis.

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 1.540 Kandidaten um knapp 360 Sitze in den sieben Bezirksversammlungen zur Wahl gestellt. Darunter vier Einzelkandidaten, die übrigen Kandidaten verteilen sich auf 13 Parteien und eine Wählervereinigung. Bislang waren die Sozialdemokraten in allen sieben Bezirken stärkste Kraft, obwohl sie schon bei der Bezirkswahl 2014 massive Verluste von knapp zehn Prozentpunkten erlitten hatten und im Schnitt auf 35,2 Prozent gekommen waren.

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Die Grünen hatten schon bei den vergangenen Bezirkswahlen 2014 auf durchschnittlich 18,2 Prozent zugelegt. Die CDU konnte zwar mit im Schnitt 24,8 Prozent über alle Bezirke nur wenig von den massiven Verlusten der SPD profitieren – blieb aber zweitstärkste Kraft. Während Linke und AfD derzeit in allen sieben Bezirksversammlungen vertreten sind, hofft die FDP dieses Mal auch auf Sitze in Mitte und Bergedorf, wo sie 2014 an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert war.

Im Bezirk Wandsbek, wo SPD-Mann Thomas Ritzenhoff das Bezirksamt leitet, wurden die SPD bei der Wahl 2014 mit 37,9 Prozent und 23 Sitzen stärkste Kraft, verlor jedoch vier Mandate. Die CDU verbesserte sich auf 29,3 Prozent und 17 Sitze. Die Grünen bekamen acht Sitze (13,2 Prozent), die Linke vier (7,2 Prozent) und die FDP kam lediglich auf zwei Sitze bei 3,9 Prozent. Die AfD gelangte mit 5,5 Prozent der Stimmen erstmals in die Bezirksversammlung Wandsbek. Am 26. Mai 2015 hat sich die AfD-Fraktion in Wandsbek aufgelöst. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 41,3 Prozent.

Im Bezirk Eimsbüttel bilden SPD und Grüne seit mehr als 15 Jahren eine stabile Koalition, die nicht durch große Streitereien aufgefallen ist. Bei der Wahl 2014 bekam die SPD 18 Sitze (33,3 Prozent), die Grünen 12 Sitze (23,1 Prozent), die CDU ebenfalls 12 Sitze (22,7 Prozent), die Linke 5 Sitze (9,8 Prozent) und die FDP 2 Sitze (4,5 Prozent). Die drei AfD-Abgeordneten bekamen 3,9 Prozent und damit 2 Sitze, bilden aber keine Fraktion mehr, sie sind ausgetreten und als Einzelabgeordnete vertreten. Allgemein ist der Umgang miteinander in der Bezirksversammlung verbindlicher als in manch anderem Bezirk. Kay Gätgens ist der Leiter des Bezirksamtes Eimsbüttel. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 45,5 Prozent.

Im Bezirk Harburg bekam die SPD 2014 mit 38,6 Prozent der Stimmen 19 Sitze, die CDU mit 26,6 Prozent 14. Grüne (13,5 Prozent) und Linke (8,9 Prozent) erhielten jeweils fünf Sitze und die FDP (4,4 Prozent) und die AfD (6 Prozent) jeweils drei. Nach einer fast siebenmonatigen Trauerzeit schlug die SPD die parteilose Verwaltungsexpertin Sophie Fredenhagen als neue Bezirksamtsleiterin vor. Als die CDU den Vorschlag ablehnte, verkündete Richter im August 2018 das Ende der Großen Koalition in Harburg. Fredenhagen wurde dennoch am 10. September 2018 zur Bezirksamtsleiterin ernannt. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 36,4 Prozent.

In der Altonaer Bezirksversammlung gab es in den vergangenen fünf Jahren wechselnde Mehrheiten. SPD und Grüne schlossen im Bezirk Altona – anders als in vielen Bezirken – kein festes Bündnis. Bei der Wahl 2014 bekam die SPD 16 Sitze (30,0 Prozent), die CDU 12 Sitze (23,3 Prozent), die Grünen ebenfalls 12 Sitze (22,1 Prozent), die Linke 7 Sitze (14,0 Prozent), die FDP 2 Sitze (4,4 Prozent) und die AfD übersprang mit 3,3 knapp die Drei-Prozent-Hürde und ist mit 2 Sitzen in der Bezirksversammlung vertreten. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 45,8 Prozent.

Im Bezirk Mitte regiert eine Koalition aus SPD und Grünen. Zusammen haben sie 29 der 51 Sitze in der Bezirksversammlung inne. Bei der Wahl 2014 bekam die SPD 19 Sitze (37,0 Prozent), die CDU 10 Sitze (18,5 Prozent), die Grünen ebenfalls 10 Sitze (18,1 Prozent), die Linke 7 Sitze (14,1 Prozent), die AfD 3 Sitze (5,1 Prozent) und die Piraten 2 Sitze (4,4 Prozent). Die FDP schaffte mit 2,3 Prozent der Stimmen den Sprung über die Drei-Prozent-Hürde im Bezirk Altona nicht. Seit März 2016 ist Falko Droßmann von der SPD der Bezirksamtsleiter und damit der inoffizielle Bezirksbürgermeister. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 31,1 Prozent.

Im Bezirk Bergedorf hat die SPD mit 19 Sitzen (39,3 Prozent) das Sagen. Mit deutlichem Abstand folgt die CDU mit 14 Sitzen (28,5 Prozent). Vertreten sind auch noch Grüne mit 6 Sitzen (12,3 Prozent), Linke mit 4 Sitzen (9,2 Prozent) und die AfD mit 2 Sitzen (4,5 Prozent). Die FDP scheiterte mit 2,2 Prozent an der Drei-Prozent-Hürde. Leiter des Bezirksamtes ist seit 2011 SPD-Mann Arne Dornquast. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 37,8 Prozent.

Spannend dürfte es im Bezirk Nord werden, wo die Rolling-Stones-Freikarten-Affäre dazu führen könnte, dass die SPD Stimmen verliert. Ex-Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) musste wegen der Affäre zurücktreten und seit Januar 2019 wird das Bezirksamt kommissarisch von Ralph Staack geleitet. Bereits bei der Wahl 2014 musste die SPD Verluste hinnehmen, blieb aber stärkste Fraktion mit 33,9 Prozent und 17 Sitzen. Die CDU konnte ihre zwölf Sitze mit 23,7 Prozent verteidigen. Die Grünen stellten mit 21,1 Prozent elf Sitze, die Linke mit 9,5 Prozent fünf, jeweils zwei Sitze haben die FDP (4,3 Prozent), die Piraten (3,5 Prozent) und die AfD (3,7 Prozent). Praktisch bilden SPD und Grüne eine Koalition, wobei es in Sachfragen häufig auch zu anderen Konstellationen kommt. Die Wahlbeteiligung lag 2014 bei 44,4 Prozent.

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