Die Grünen sind die großen Gewinner der Europawahl in Hamburg. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis sind sie klar die stärkste Kraft bei den Wählern der Hansestadt und kommen auf 31,2 Prozent – das ist ein sattes Plus von 14 Prozentpunkten gegenüber 2014. Die Landesvorsitzende Anna Gallina sprach von einem sensationellen Erfolg.

Die Grünen sind wohl auch in Hamburg bei den Europawahlen stärkste Kraft die Freude war groß. Die SPD hingegen verlor drastisch – hier herrschte Fassungslosigkeit.

Die SPD kommt demnach in der Hansestadt auf nur noch auf 19,8 Prozent der Stimmen, das sind 14 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren. Für die Hamburger CDU ging es ebenfalls nach unten: 17,7 Prozent bedeuteten Einbußen von 6,9 Prozentpunkten.

Mit 7,0 Prozent musste laut Hochrechnung auch die Linke leichte Verluste hinnehmen. Deutlich zulegen konnte hingegen die FDP, die demnach mit 5,6 Prozent ein Plus von 1,9 Punkten verbuchte. Die AfD konnte sich um 0,5 Punkte auf 6,5 Prozent verbessern. Die Satire-Partei Die Partei landete mit einem Plus von 2,9 Punkten bei 3,8 Prozent.

Die Hamburger EU-Kandidaten Knut Fleckenstein (SPD), Sergey Lagodinsky (Grüne), Roland Heintze (CDU), Florian Wilde (Linke) und Detlef Ehlebracht (AfD) im Rathaus-Gespräch. Video (04:20 min)

Erstmals seit Gründung des Europaparlaments werden damit weder die Hamburger SPD noch die CDU Vertreter nach Brüssel und Straßburg entsenden. Nur Kandidaten von FDP und der Satire-Partei “Die Partei” aus der Hansestadt konnten sich Mandate sichern. Sicher reichte es für die 29 Jahre alte FDP-Kandidatin Svenja Hahn. Die Hamburgerin stand auf Platz zwei der Bundesliste. “Es ist eine große Ehre, dabei sein zu dürfen”, sagte sie dem NDR Hamburg Journal.

Freuen durfte sich aus Hamburg demnach auch Nico Semsrott, der für die Satire-Partei “Die Partei” hinter Ex-“Titanic”-Chefredakteur Martin Sonneborn auf Listenplatz zwei ins Rennen gegangen war. Mit Platz 18 auf der Bundesliste hat der Hamburger SPD-Kandidat Knut Fleckenstein, der seit 2009 im Europaparlament sitzt, seinen Wiedereinzug verpasst. Bei der Union hat der Hamburger CDU-Spitzenkandidat Roland Heintze wie schon 2014 das Ticket nach Europa verpasst.

In Hamburg haben sich so viele Stimmberechtigte an der Europawahl beteiligt wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wie der Landeswahlleiter mitteilte, lag die Wahlbeteiligung bei 61,7 Prozent. Rund 1,3 Millionen Hamburger durften bei der Europawahl am Sonntag ihre Stimme abgeben – knapp 120.000 weniger als bei den ebenfalls stattfindenden Bezirksversammlungswahlen.

In Hamburg haben sich so viele an der Europawahl beteiligt wie seit 30 Jahren nicht mehr. Hunderttausende haben sich auf den Weg ins Wahllkokal gemacht – auch die Kandidaten selbst. Video (02:24 min)

Viele Hamburger hatten sich im Vorfeld für die Briefwahl entschieden. Mehr als jeder fünfte Stimmberechtigte stellte einen entsprechenden Antrag. Das war ein Anstieg um mehr als 40 Prozent im Vergleich zu den Europa- und Bezirksversammlungswahlen im Mai 2014. Wahlberechtigt bei der Europawahl sind auch im Ausland lebende Hamburger.

Auch bundesweit haben SPD und Union deutlich Stimmen verloren, während die Grünen deutlich gewannen. AfD und FDP legten zu.

Noch einen Tag länger müssen die Kandidaten in den Bezirken warten. Hier beginnt die Auszählung der Stimmen erst am Montagmorgen.

“Sensationell”: Die Hamburger Grünen feiern ihr gutes Abschneiden bei den Europawahlen in Hamburg. Bei den anderen Parteien herrscht eher gedrückte Stimmung. mehr

In Hamburg haben sich so viele Stimmberechtigte an der Europawahl beteiligt wie seit 30 Jahren nicht mehr. Bis 16 Uhr bereits fast 53 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Kristine Jansen berichtet. Audio (00:51 min)

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Hamburg (dpa/lno) – Erstmals seit Gründung des Europaparlaments werden wohl weder die Hamburger SPD noch die CDU Vertreter nach Brüssel und Straßburg entsenden. Laut ersten Hochrechnungen konnten sich bei der Europawahl am Sonntag nur Kandidaten von FDP und der Satire-Partei “Die Partei” aus der Hansestadt Mandate sichern. Deutlich stärkste Kraft in Hamburg wurden laut Hochrechnung des Statistikamts Nord die Grünen mit 30,0 Prozent.

Laut ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF stürzte die SPD bundesweit auf 15,5 Prozent ab. Mit Platz 18 auf der Bundesliste hatte der Hamburger Kandidat Knut Fleckenstein, der seit 2009 im Europaparlament sitzt, damit keine Chance auf einen Wiedereinzug. Mit Werten um 28 Prozent für die Union war davon auszugehen, dass auch der Hamburger CDU-Spitzenkandidat Roland Heintze wie schon 2014 das Ticket nach Europa verpassen würde.

Sicher reichen sollte es hingegen für die 29 Jahre alte FDP-Kandidatin Svenja Hahn. Die Hamburgerin stand auf Platz zwei der Bundesliste, ihre Partei kam laut den Hochrechnungen auf 5,6 Prozent. Freuen durfte sich aus Hamburg demnach auch Nico Semsrott, der für die Satire-Partei “Die Partei” hinter Ex-“Titanic”-Chefredakteur Martin Sonneborn auf Listenplatz zwei ins Rennen gegangen war.

Die Grünen erzielten nach einer ersten Hochrechnung des Statistikamts Nord in der Hansestadt ein Rekordergebnis von 30,0 Prozent – ein Plus von 12,8 Prozentpunkten. Dagegen musste die SPD – im Hamburger Senat der größere Koalitionspartner – wie auch im Bund große Verluste hinnehmen. Nach der Hochrechnung kamen die Sozialdemokraten nur noch auf 20,7 Prozent der Stimmen. Das wären 13,1 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2014.

Für die Hamburger CDU ging es ebenfalls nach unten: 17,9 Prozent laut Hochrechnung bedeuteten Einbußen von 6,7 Prozentpunkten. Mit 7,3 Prozent musste laut Hochrechnung auch die Linke leichte Verluste hinnehmen. Deutlich zulegen konnte hingegen die FDP, die demnach mit 5,7 Prozent ein Plus von zwei Punkte verbuchte. Die AfD konnte sich demnach um 0,7 Punkte auf 6,7 Prozent verbessern.

In der Hansestadt zeichnete sich auch eine Rekordwahlbeteiligung ab: Schon zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale hatten knapp 53 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben – so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr. Auch bei den zeitgleich abgehaltenen Bezirksversammlungswahlen gab es eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als 2014: Bis 16.00 Uhr machten 48,7 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Mehr als 1,4 Millionen Hamburger Wahlberechtigte waren in diesem Jahr aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Viele hatten sich im Vorfeld für die Briefwahl entschieden. Die Auszählung der Bezirkswahlen sollte erst am Montagmorgen beginnen. Neun Monate vor der Bürgerschaftswahl galt der Urnengang auch als Test für die Kräfteverhältnisse in der rot-grün regierten Stadt.