Gut 1,4 Millionen Hamburger waren am Sonntag aufgerufen, die sieben Bezirksversammlungen der Stadt neu zu bestimmen. Außerdem wurde das Europaparlament neu gewählt. Die Beteiligung bei den Bezirksversammlungswahlen lag um 16 Uhr bei 48,7 Prozent – und damit ebenfalls schon zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale deutlich höher als beim letzten Urnengang 2014, als laut amtlichen Endergebnis 40,9 Prozent abgestimmt hatten.

Die Hamburger haben neben der Europawahl auch ihre Stimmen für die Bezirksversammlungen abgegeben. Für die Wahlhelfer war diese Doppelwahl eine ganz besondere Herausforderung.

Höchste Wahlbeteiligung seit 30 Jahren bei Europawahl – hamburg.de

Die Bezirksversammlungswahlen gelten als Testlauf für die Bürgerschaftswahl 2020 im rot-grün regierten Stadtstaat Hamburg. Spannend dürfte es zum Beispiel im Bezirk Hamburg-Nord werden, wo die Rolling-Stones-Freikarten-Affäre dazu führen könnte, dass die SPD von Bürgermeister Peter Tschentscher Stimmen verliert.

Insgesamt bewarben sich in diesem Jahr 1.540 Kandidaten um knapp 360 Sitze in den sieben Bezirksversammlungen. Darunter sind vier Einzelkandidaten, die übrigen Kandidaten verteilen sich auf 13 Parteien und eine Wählervereinigung. “Hier geht es um die Politik direkt vor Ihrer Haustür”, sagte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit am Sonnabend. “Bebauungspläne, Sanierungsfragen, Verkehr und Stadtteilkultur. Nutzen Sie Ihre Chance und beteiligen Sie sich.”

In Hamburg wird Sonntag ab 8 Uhr gewählt. Für die Bezirksversammlung können alle rund 1,4 Wahlberechtigten in der Stadt insgesamt zehn Kreuze machen.

Bislang sind die Sozialdemokraten in allen sieben Bezirken stärkste Kraft, obwohl sie schon bei der Bezirkswahl 2014 massive Verluste von knapp zehn Prozentpunkten erlitten hatten und im Schnitt auf 35,2 Prozent gekommen waren.

NDR 90,3Ab 6 Uhr alles rund um die Bezirkswahl und Europawahl.Hamburg JournalSendungen zur Bezirkswahl um 9.30 Uhr, 18 Uhr und 19.30 Uhr Hamburg Journal

Als Test gelten die Wahlen in den sieben Hamburger Bezirken Altona, Bergedorf, Eimsbüttel, Hamburg-Mitte, Hamburg-Nord, Harburg und Wandsbek auch für die sich auf Bundes- und Landesebene im Umfragehoch befindlichen Grünen. Sie hatten schon bei den vergangenen Bezirkswahlen 2014 auf durchschnittlich 18,2 Prozent zugelegt.

Die CDU konnte zwar mit im Schnitt 24,8 Prozent über alle Bezirke nur wenig von den massiven Verlusten der SPD profitieren – blieb aber zweitstärkste Kraft. Während Linke (10,2) und AfD (4,5) derzeit in allen sieben Bezirksversammlungen vertreten sind, hofft die FDP (3,9) dieses Mal auch auf Sitze in Hamburg-Mitte und Bergedorf, wo sie 2014 an der Drei-Prozent-Hürde gescheitert war.

In der Windmühle “Johanna” in Hamburg-Wilhelmsburg befindet sich ein Wahllokal. Hamburg Journal Reporter Sebastian Eberle war bei dessen Öffnung dabei und blickt auf den Wahltag in Hamburg.

2014 lag die Wahlbeteiligung bei der Bezirkswahl bei lediglich 41 Prozent. In diesem Jahr sei ein Anstieg der Briefwahlanträge zu beobachten, sagte Landeswahlleiter Oliver Rudolf.

Die Auszählung der Stimmen für die Bezirkswahl beginnt am Montagmorgen nach der Wahl und kann ab Montagmittag live auf NDR.de/hamburg mitverfolgt werden. Die vorläufigen Endergebnisse werden am Montagabend erwartet.

Die Hamburger sind dazu aufgerufen, ihre Vertreter in den Bezirksversammlungen und im Europäischen Parlament zu wählen.

“Auf zur Wahl!”: Die Anzeigetafel an der U-Bahn-Haltestelle Kiwittsmoor erinnert am Morgen der Europa- und Bezirkswahl an die Stimmabgabe.

Wählen in malerischer Umgebung: In der Windmühle “Johanna” in Hamburg-Wilhelmsburg befindet sich ein Wahllokal.

Als die Wahllokale um 18 Uhr schließen, ist klar: : In Hamburg haben sich so viele Stimmberechtigte an der Europawahl beteiligt wie seit 30 Jahren nicht mehr.

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Hamburg (dpa/lno) – In Hamburg haben sich so viele Stimmberechtigte an der Europawahl beteiligt wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wie der Landeswahlleiter am Sonntag mitteilte, gaben bis 16.00 Uhr bereits 52,9 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Das waren 9,4 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl vor fünf Jahren insgesamt. Zuletzt hatte es 1989 mit 56,5 Prozent eine höhere Beteiligung gegeben.

Bei den zeitgleich abgehaltenen Bezirksversammlungswahlen beteiligten sich bis 16.00 Uhr 48,7 Prozent der Wahlberechtigten – und damit ebenfalls schon zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale deutlich mehr als beim letzten Urnengang 2014, als laut amtlichen Endergebnis 40,9 Prozent abgestimmt hatten.

Mehr als 1,4 Millionen Wahlberechtigte waren in diesem Jahr aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Bis 18.00 Uhr kann in knapp 1300 Wahllokalen der Stadt abgestimmt werden. Um die fast 360 Sitze in den sieben Bezirksversammlungen bewerben sich 1540 Kandidaten. Bei der Europawahl können sich die Wähler für eine von 40 Parteilisten entscheiden.

Viele Hamburger hatten sich im Vorfeld für die Briefwahl entschieden. Mehr als jeder fünfte Stimmberechtigte stellte einen entsprechenden Antrag. Das war ein Anstieg um über 40 Prozent im Vergleich zu den Europa- und Bezirksversammlungswahlen im Mai 2014.

Während erste Ergebnisse der Europawahl noch am Abend bekanntgegeben werden, beginnt die Auszählung der Bezirkswahlen erst am Montagmorgen. Neun Monate vor der Bürgerschaftswahl gilt der Urnengang auch als Test für die Kräfteverhältnisse in der rot-grün regierten Stadt.

Bislang stellt die SPD in allen Bezirksversammlungen die größte Fraktion. Über alle sieben Bezirke kam sie 2014 trotz deutlicher Verluste von knapp 10 Prozentpunkten auf 35,2 Prozent. Zweitstärkste Kraft wurde die CDU mit 24,8 Prozent vor den Grünen (18,2), den Linken (10,2), der AfD (4,5), der FDP (3,9) und den Piraten (2,7).

Bei der Europawahl kam die SPD in Hamburg auf 33,8, die CDU auf 24,6, die Grünen auf 17,2, Die Linke auf 8,6, die FDP auf 3,7 und die Piraten auf 2,2 Prozent der Stimmen.