Umschlag steigt: Dem Hamburger Hafen gelingt die Trendwende - DIE WELT
Hamburger Hafen legt wieder zu
Nach Jahren der Stagnation ist es eine ungewöhnliche Zwischenbilanz: Bei allen wichtigen Indikatoren legte der Hamburger Hafen im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Der gesamte Seegüterumschlag in Deutschlands größtem Seehafen stieg um sechs Prozent, der Containerumschlag als Teilmenge dessen um 6,4 Prozent. Hamburg ist wieder da, sagte Axel Mattern, Vorstandsmitglied bei Hafen Hamburg Marketing, am Montag bei der Vorlage der Zahlen.

Wichtigster Grund für die Trendwende war bereits bekannt. 2018 hatten Deutschlands führende Reederei Hapag-Lloyd und deren Partner in der Schifffahrtsallianz The Alliance angekündigt, Anfang 2019 vier Liniendienste in der Transatlantikfahrt von Bremerhaven nach Hamburg zu verlagern. Allein dadurch stieg der Containerumschlag in Hamburg im ersten Quartal um 121.000 Einheiten (TEU) auf insgesamt 2,3 Millionen TEU. Die vier neuen Transatlantikdienste und ein wieder kräftigerer Massengutumschlag bringen den Hafen auf Wachstumskurs, sagte Mattern. Hamburg ist jetzt für die Verkehre mit den USA, Kanada und Mexiko zum Drehkreuz geworden.

Hapag-Lloyd will mit dem Wechsel nach Hamburg vor allem den HHLA-Containerterminal Altenwerder besser auslasten, an dem die Hamburger Reederei mit 25,1 Prozent beteiligt ist. Allerdings habe die Verlagerung der Überseelinien und sämtlicher Zubringerdienste nach Hamburg mehr Vorteile als nur diesen, sagte Thilo Trusch, der bei Hapag-Lloyd die Atlantikdienste verantwortet: Die Distanzen von Hamburg per Bahn, Lastwagen oder Binnenschiff nach Osteuropa, nach Dänemark oder auch in weite Teile Deutschlands sind aus Hamburg deutlich kürzer als aus Bremerhaven. Unsere Kunden sind uns gefolgt, und wir haben in den vergangenen fünf Monaten klar gesehen, dass Hamburg ein sehr guter Standort für unsere Transatlantikdienste ist.

Der Terminal Altenwerder war in jüngerer Zeit nicht mehr optimal ausgelastet, weil die immer größeren Schiffe, die speziell in den Asiendiensten eingesetzt werden, nicht mehr durch die Köhlbrandbrücke hindurchpassen. In den Atlantikverkehren wiederum setzen Hapag-Lloyd und seine Partner bei The Alliance deutlich kleinere Schiffe mit bis zu 5000 TEU Kapazität ein.

Sie verbinden Europa nicht nur mit der US-Ostküste und Kanada, sondern – durch den Panamakanal – auf durchgehenden Linien auch mit Mexiko und der Westküste der Vereinigten Staaten. Insgesamt bringt die Verlagerung der Linien jährlich rund 500.000 TEU zusätzlich nach Hamburg. Die USA steigen dadurch – hinter China – zum zweitgrößten Zielland des Hamburger Hafens auf. Insgesamt hat Hamburg derzeit zwölf Liniendienste nach Nordamerika.

Wichtige Impulse bekam der Hamburger Hafen im ersten Quartal auch in der Weiterverteilung der Seegüter. Der Umschlag auf Regionalschiffen, den sogenannten Feedern, vor allem in die Ostsee stieg um 3,8 Prozent. Der Containertransport per Bahn und Lastwagen ins Inland legte um acht Prozent zu.

Speziell Nordrhein-Westfalen könnte bei den Inlandsverkehren in den kommenden Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber werden. Anfang Mai sei mit neuer Ladung eine stillgelegte Bahnverbindung zwischen Hamburg und Köln-Niehl wieder aktiviert worden, sagte Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing: Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist dringend an engeren Transportverbindungen zum Hamburger Hafen interessiert. Gründe dafür sind die überlasteten Autobahnen in Westdeutschland, aber auch die Einschränkungen für die Binnenschifffahrt durch Niedrigwasser auf dem Rhein, die wir vergangenes Jahr gesehen haben.

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Wichtigster Grund für die Trendwende war bereits bekannt. 2018 hatten Deutschlands führende Reederei Hapag-Lloyd und deren Partner in der Schifffahrtsallianz The Alliance angekündigt, Anfang 2019 vier Liniendienste in der Transatlantikfahrt von Bremerhaven nach Hamburg zu verlagern. Allein dadurch stieg der Containerumschlag in Hamburg im ersten Quartal um 121.000 Einheiten (TEU) auf insgesamt 2,3 Millionen TEU. Die vier neuen Transatlantikdienste und ein wieder kräftigerer Massengutumschlag bringen den Hafen auf Wachstumskurs, sagte Mattern. Hamburg ist jetzt für die Verkehre mit den USA, Kanada und Mexiko zum Drehkreuz geworden.

Hapag-Lloyd will mit dem Wechsel nach Hamburg vor allem den HHLA-Containerterminal Altenwerder besser auslasten, an dem die Hamburger Reederei mit 25,1 Prozent beteiligt ist. Allerdings habe die Verlagerung der Überseelinien und sämtlicher Zubringerdienste nach Hamburg mehr Vorteile als nur diesen, sagte Thilo Trusch, der bei Hapag-Lloyd die Atlantikdienste verantwortet: Die Distanzen von Hamburg per Bahn, Lastwagen oder Binnenschiff nach Osteuropa, nach Dänemark oder auch in weite Teile Deutschlands sind aus Hamburg deutlich kürzer als aus Bremerhaven. Unsere Kunden sind uns gefolgt, und wir haben in den vergangenen fünf Monaten klar gesehen, dass Hamburg ein sehr guter Standort für unsere Transatlantikdienste ist.

Neue Erlebniswelt Spielerisch den Hafen erleben Anzeige Der Terminal Altenwerder war in jüngerer Zeit nicht mehr optimal ausgelastet, weil die immer größeren Schiffe, die speziell in den Asiendiensten eingesetzt werden, nicht mehr durch die Köhlbrandbrücke hindurchpassen. In den Atlantikverkehren wiederum setzen Hapag-Lloyd und seine Partner bei The Alliance deutlich kleinere Schiffe mit bis zu 5000 TEU Kapazität ein.

Sie verbinden Europa nicht nur mit der US-Ostküste und Kanada, sondern – durch den Panamakanal – auf durchgehenden Linien auch mit Mexiko und der Westküste der Vereinigten Staaten. Insgesamt bringt die Verlagerung der Linien jährlich rund 500.000 TEU zusätzlich nach Hamburg. Die USA steigen dadurch – hinter China – zum zweitgrößten Zielland des Hamburger Hafens auf. Insgesamt hat Hamburg derzeit zwölf Liniendienste nach Nordamerika.

Wichtige Impulse bekam der Hamburger Hafen im ersten Quartal auch in der Weiterverteilung der Seegüter. Der Umschlag auf Regionalschiffen, den sogenannten Feedern, vor allem in die Ostsee stieg um 3,8 Prozent. Der Containertransport per Bahn und Lastwagen ins Inland legte um acht Prozent zu.

Speziell Nordrhein-Westfalen könnte bei den Inlandsverkehren in den kommenden Jahren ein wichtiger Wachstumstreiber werden. Anfang Mai sei mit neuer Ladung eine stillgelegte Bahnverbindung zwischen Hamburg und Köln-Niehl wieder aktiviert worden, sagte Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing: Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen ist dringend an engeren Transportverbindungen zum Hamburger Hafen interessiert. Gründe dafür sind die überlasteten Autobahnen in Westdeutschland, aber auch die Einschränkungen für die Binnenschifffahrt durch Niedrigwasser auf dem Rhein, die wir vergangenes Jahr gesehen haben.

Der Umschlag im Hamburger Hafen ist seit Jahresbeginn stark gewachsen. In den ersten drei Monaten wurden 2,3 Millionen Standardcontainer umgeschlagen – 6,4 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. “Hamburg ist wieder da, Hamburg startet durch,” freute sich Axel Mattern, Vorstand bei Hafen Hamburg Marketing, bei der Verkündung der Zahlen am Montag.

Nach zwei Jahren mit sinkenden Umschlagszahlen zeigt der Trend nun wieder nach oben. Das liegt vor allem daran, dass die Reederei Hapag-Lloyd vier Liniendienste nach Nordamerika von Bremerhaven nach Hamburg verlegt hat. Die USA sind jetzt zweitwichtigster Handelspartner des Hamburger Hafens – hinter China. Starke Zuwächse gibt es auch in den baltischen Staaten und in Russland.

Der Umschlag im Hamburger Hafen ist seit Jahresbeginn stark gewachsen. In den ersten drei Monaten wurden 6,4 Prozent mehr Container umgeschlagen als im Vorjahr. Dietrich Lehmann berichtet.

Auch beim Stückgutumschlag, der um 5,4 Prozent auf 23,9 Millionen Tonnen zulegte, sowie beim Massengutumschlag mit 10,7 Millionen Tonnen (plus 7,5 Prozent) gab es Wachstum.

Hamburg macht unter dem Strich auch wieder etwas Boden gut im Vergleich zur Konkurrenz in Nordeuropa. Hier wächst Hamburgs Marktanteil um 0,7 Prozentpunkte. Der größte europäische Hafen Rotterdam legte zwar kräftiger zu, aber Antwerpen, die Nummer zwei, wuchs langsamer als Hamburg. Bis zum Jahresende rechnet Hafen Hamburg Marketing beim Containerumschlag mit einem Plus zwischen drei und vier Prozent.

“Gute Nachrichten aus dem Hafen sind gute Nachrichten für den Wirtschaftsstandort Hamburg”, teilte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) mit. Der Hafen sichere rund 156.000 Arbeitsplätze.

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