Hamburger Klinikärzte gehen auf die Straße - NDR.de
Hamburger Krankenhaus-Ärzte streiken heute für mehr Geld
Warnstreik in weißen Kitteln: Hunderte Hamburger Klinikärzte sind am Mittwoch der Aufforderung der Gewerkschaft Marburger Bund gefolgt und haben die Arbeit niedergelegt. Ein Protestzug mit auffällig vielen jungen Medizinern zog am Mittag von St. Georg aus durch die Innenstadt in Richtung Gänsemarkt. Die Gewerkschaft hatte mehr als 3.000 angestellte Mediziner der sieben Asklepios-Kliniken sowie des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) und des Universitären Herzzentrums zu den Protestaktionen aufgerufen.

Mehrere Hundert Ärzte sind am Mittwoch in den Warnstreik getreten. Sie fordern mehr Geld und Klarheit über ihren Tarifvertrag. Jörn Straehler-Pohl über die Hintergründe.

Wegen des Warnstreiks waren für Mittwoch keine Eingriffe und Operationen geplant worden. “Wir haben mit allen betroffenen Kliniken eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen. In den Krankenhäusern wird eine Besetzung wie am Wochenende vorgehalten”, sagte Katharina von der Heyde, Geschäftsführerin des Marburger Bundes Hamburg. Zudem hätten zentrale Notaufnahmen selbstverständlich geöffnet. “Die Versorgung medizinischer Notfälle ist damit gesichert.”

Die Ärztegewerkschaft fordert bundesweit rückwirkend zum Jahresbeginn fünf Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgerseite, die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA), hatte zuletzt eine Erhöhung von 2,8 Prozent von Juli 2019 an sowie um 2,5 Prozent von Juli 2020 an angeboten.

Der Marburger Bund will die schriftliche Zusage der Arbeitgeber, dass er die Tarifverträge für die Krankenhaus-Ärzte aushandelt – und nicht die Gewerkschaft ver.di. Hintergrund für diese Forderung ist das Tarif-Einheitsgesetz, das konkurrierende Abschlüsse mit mehreren Gewerkschaften verhindern soll. Eigentlich betrifft der Tarifkonflikt die kommunalen Krankenhäuser in Deutschland. Weil das UKE und die privaten Asklepios-Kliniken Mitglied in dem kommunalen Arbeitgeber-Verband sind, kann deshalb auch in Hamburg gestreikt werden.

Der Warnstreik ist der erste Ärztestreik in Hamburg seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Arbeitgeber zeigen kein Verständnis für den Arbeitskampf – aus ihrer Sicht sind sie der Gewerkschaft schon weit entgegengekommen.

Das erste Mal seit mehr als zehn Jahren sind Klinikärzte in Hamburg in den Warnstreik getreten. Hunderte Mediziner von Asklepios und dem UKE beteiligten sich. Jörn Straehler-Pohl berichtet.

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