Warnstreik in Hamburg: 50 Flüge gestrichen - NDR.de
Tausende Passagiere betroffen:Streik legt erneut Hamburger Flughafen lahm
Passagiere am Hamburger Flughafen müssen sich am Donnerstag weiter auf Einschränkungen des Flugbetriebs einstellen. Etwa 150 Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste sind nach Angaben der Gewerkschaft ver.di seit dem Mittag im Warnstreik. Es kommt zu Flugausfällen und Verzögerungen, das große Chaos blieb aber aus. Aktuelle Informationen zu Abflügen und Ankünften finden Sie im NDR Text.

Flughafen-Sprecherin Katja Bromm äußert sich zum Warnstreik am Hamburger Flughafen. Dort sind bereits zahlreiche Flüge ausgefallen.

Hamburg – Der Streik des Bodenpersonals hat den Flugplan am Hamburg Airport zum Ende der Winterferien kräftig durcheinandergewirbelt.Von 12.30 Uhr bis Mitternacht legten rund 150 Beschäftige die Arbeit nieder. Laut Flughafen fielen mehr als 50 Flüge aus, etliche waren verspätet. Rund 30.000 Passagiere waren betroffen. Flughafen-Sprecherin Katja Bromm: Der wiederholte ver.di-Streik mitten in den Hamburger Schulferien trifft besonders die Familien. Diesen ver.di-Streik halten wir für verantwortungslos und ungerecht.

Ver.di hatte die Beschäftigten des Bodenpersonals dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Dadurch kam es am Donnerstag zu mehr als 50 Flugstreichungen. Nach Angaben des Flughafens waren von Mittag bis Betriebsschluss 251 Flüge mit etwa 30.000 Passagieren geplant. Betroffen von den Flugstreichungen waren Ziele wie Porto in Portugal und die spanischen Flughäfen Palma de Mallorca und Las Palmas. Auch einige Flüge nach Düsseldorf, Köln oder Stuttgart wurden gestrichen. Die Airlines könnten auch entscheiden, mit Passagieren, aber ohne zu verladendes Gepäck, abzuheben, sagte eine Flughafen-Sprecherin.

ver.di hat die Bodenverkehrsdienste in Hamburg am 14.3.19 von 12:30-00 Uhr zum Streik aufgerufen. Betroffen sind u.a. die Gepäck- und Flugzeugabfertigung. Es ist mit Flugstreichungen und Verspätungen zu rechnen. Bitte plant genug Zeit ein und informiert euch bei eurer Airline. pic.twitter.com/D0RjHa0T26

Der Flughafen geht davon aus, dass sich der Flugplan am Freitag im Laufe des Tages normalisiert. Er empfiehlt Reisenden, sich vorab bei ihrer Airline über die Flugzeiten zu informieren.

Zum Bodenpersonal gehören u.a. die Gepäckabfertigung und Flugzeugreinigung. Rund 1000 Beschäftigte ringen um mehr Lohn: Die Gewerkschaft Verdi fordert zwölf Euro Stundenlohn für die niedrigste Lohngruppe. Am Mittwoch wird weiter verhandelt.Am Freitag soll der Flugverkehr wieder normal laufen.

Rund 150 Beschäftigte des Bodenpersonals am Hamburger Flughafen haben nach ver.di-Angaben am Donnerstag gestreikt. Es kam zu Flugausfällen und Verzögerungen, das Chaos blieb aus.

Ver.di will mit dem Warnstreik den Druck im laufenden Tarifkonflikt erhöhen. Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen nach fünf ergebnislosen Tarifrunden und einem Sondergespräch am 20. März wieder verhandeln. Die Tarife werden in Hamburg für fast tausend Beschäftigte in der Gepäckabfertigung, der Flugzeugreinigung und im Bustransfer vereinbart. Die Dienste sind in der HAM Ground Handling gebündelt.

Die Streikenden versammelten sich am Nachmittag am Gänsemarkt in der Hamburger Innenstadt. Dort wollte ver.di noch einmal Druck auf die Stadt Hamburg machen – den Mehrheitseigner des Hamburger Flughafens. Sie hätten damit klar gemacht, dass sie vom städtischen Flughafen und seinen Tochterfirmen und der Hamburger Politik erwarteten, “endlich eine Einigung im Tarifkonflikt voran zu treiben”, sagte eine ver.di-Sprecherin. Man bedauere sehr, dass Reisende betroffen seien, insbesondere in der Hamburger Ferienzeit. Aber es gebe von der Gegenseite kein Entgegenkommen.

Ver.di gibt an, “im Wesentlichen die Spätschicht aufgerufen” zu haben, um “die Auswirkungen für die Reisenden zu begrenzen”. Dieser Auffassung widerspricht die Flughafensprecherin. Familien könnten vom Urlaubsort nicht zurückfliegen, darunter aus Porto (Portugal), Palma de Mallorca (Spanien) und Las Palmas (Spanien). Auch Geschäftsreisende nach Düsseldorf, Köln oder Stuttgart seien betroffen.

Flughafensprecherin Katja Bromm weist das zurück. Man habe zuletzt sieben Prozent mehr Lohn angeboten. “Der Streik von ver.di ist vollkommen verantwortungslos, denn er wird wieder auf dem Rücken der unschuldigen Passagiere ausgetragen”, so Bromm. Sie riet Passagieren am Donnerstag möglichst nur mit Handgepäck zu reisen.

Erst am Dienstag hatten ver.di und die Arbeitgeber außerplanmäßig miteinander verhandelt, aber Stillschweigen über etwaige Ergebnisse vereinbart. Ver.di will mit dem Streik nach fünf Verhandlungsrunden, die ohne Ergebnis beendet wurden, den Druck erhöhen. Am 4. Februar hatte ein ganztägiger Warnstreik des Bodenpersonals den Hamburger Flughafen lahmgelegt.

Die Gewerkschaft Ver.di hat das Bodenpersonal aufgerufen, von 12.30 Uhr an bis Betriebsschluss um Mitternacht die Arbeit niederzulegen. Nach Angaben des Flughafens sind in diesem Zeitraum bislang 251 Flüge geplant, darunter 114 Abflüge und 137 Ankünfte. Fielen sie alle aus, wären davon fast 30.000 Passagiere betroffen, sagte eine Sprecherin.

Durch den Warnstreik ab Donnerstagmittag wollte man die Auswirkungen auf Urlauber aber begrenzen, so die Gewerkschaft. Ver.di verhandelt für 1.000 Beschäftigte in der Gepäckabfertigung, der Flugzeugreinigung und im Bustransfer und fordert unter anderem den Mindestlohn von zwölf Euro, den Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) für städtische Angestellte angekündigt hat. Der Flughafen gehört zu 51 Prozent der Stadt. Notfalls müsse die Stadt auf einen Teil ihrer Gewinne am Flughafen verzichten, heißt es bei ver.di.

Fluggäste am Airport Hamburg müssen sich an diesem Donnerstag auf erhebliche Einschränkungen im Flugbetrieb einstellen. Nach einem Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Ver.di hat der Airport bereits mehr als 40 Flüge gestrichen – 21 ankommende und 21 abgehende. “Wir rechnen mit weiteren Ausfällen”, sagte eine Flughafensprecherin am Vormittag.

Die Arbeitgeber beteuern dagegen, dass sie der Gewerkschaft schon sehr weit entgegengekommen seien. “Wir sind in den Verhandlungen deutlich auf ver.di zugegangen – auch die zwölf Euro sind im Angebot enthalten”, sagte Christian Noack, Geschäftsführer der HAM Ground Handling am Mittwochabend. Wenn man noch mehr zahlen müsse, dann rechne sich das Geschäft mit den Bodenverkehrsdiensten nicht mehr. Die Geschäftsführung von HAM Ground Handling droht damit, den gesamten Zweig zu verkaufen – wie es auch schon andere Flughäfen getan hätten.

Die Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste wollten am Nachmittag auf dem Hamburger Gänsemarkt vor der Finanzbehörde zusammenkommen, um zu verdeutlichen, dass eine Einigung im Tarifkonflikt mit dem städtischen Unternehmen “vor allem vom politischen Willen der Stadt Hamburg abhängt”. Sie ist Mehrheitseignerin des Flughafens.

Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen nach fünf ergebnislosen Tarifrunden und einem Sondergespräch am 20. März wieder verhandeln.

Update zum BVD-Streik:Streikbedingt haben die Airlines bereits 58 von 388 Flügen gestrichen (Stand: 6:40 Uhr), die heute für Hamburg geplant waren. Zudem wurde der Pendelverkehr des Holiday Shuttles zwischen dem Parkhaus P9 und den Terminals 1 und 2 derzeit eingestellt. pic.twitter.com/nF4H2cbTWc

Am Hamburger Flughafen drohen vorerst keine Streiks, der Tarifstreit geht aber weiter. Ver.di fordert mehr Geld für das Bodenpersonal. Völlig zu Recht, meint Volker Frerichs in seinem Kommentar. (09.03.2019) mehr

Die Arbeitnehmervertreter forderten zuletzt eine Tariferhöhung von acht bis zwölf Prozent bei einer Laufzeit von 20 Monaten, sowie angemessenere Zeit- und Schichtzuschläge. Die Arbeitgeberseite hat nach eigenen Angaben eine Lohnerhöhung von 7,0 Prozent angeboten, bei 24 Monaten Laufzeit.

Ver.di hat die Stadt Hamburg als den Mehrheitseigner des Flughafens dazu aufgerufen, sich in den Tarifkonflikt einzuschalten. Die Gewerkschaft schloss auch einen weiteren Warnstreik nicht aus. (06.03.2019) mehr

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen steht der Flughafen in Hamburg still. Die Angestellten der Bodenverkehrsdienste legen zur Mittagszeit die Arbeit nieder. Davon sind Tausende Passagiere betroffen. Der Zeitpunkt des Streiks empört den Arbeitgeber.

Ein Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Verdi am Hamburger Flughafen hat am Donnerstag zu Dutzenden Flugstreichungen geführt. Bis zum frühen Nachmittag fielen 48 Flüge aus, jeweils zur Hälfte an- und abgehende Maschinen. Dadurch seien bereits Tausende Passagiere betroffen, sagt eine Flughafen-Sprecherin. Von 12.30 Uhr an, als die rund 1000 Beschäftigten der Gepäck- und Flugzeugabfertigung zur Arbeitsniederlegung aufgefordert waren, sollte es ursprünglich rund 250 Flüge mit 30.000 Passagieren geben.

Der Warnstreik mitten in den Hamburger Ferien sei völlig verantwortungslos und sozial zutiefst ungerecht, sagte der Geschäftsführer der HAM Ground Handling, Christian Noack. "Verdi trifft damit vor allem die jetzt reisenden Familien." In der Tochterfirma des städtischen Flughafens sind die Bodenverkehrsdienste (BVD) gebündelt. Die BVD-Mitarbeiter hatten durch einen Ausstand bereits am 4. Februar den Flughafen für einen Tag lahmgelegt.

Grund für den erneuten Ausstand bis Betriebsschluss sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen. Die Arbeitnehmervertreter wollen vor allem einen sofortigen Mindeststundenlohn von 12 Euro durchsetzen. In der von der HAM Ground Handling GmbH angestrebten Tarif-Laufzeit von 24 Monaten werde für die Anlerntätigkeit ein Einstiegsgehalt erreicht, das deutlich über 12 Euro liege, bekräftigte der HAM-Chef. "Wir sind bis an die Grenze dessen gegangen, was bei den Bodenverkehrsdiensten im derzeitigen Luftverkehrsmarkt wirtschaftlich leistbar ist."

Die Arbeitnehmervertreter forderten zuletzt eine Tariferhöhung von acht bis zwölf Prozent, bei einer Laufzeit von 20 Monaten, sowie angemessenere Zeit- und Schichtzuschläge. Die Arbeitgeberseite hat nach eigenen Angaben eine Lohnerhöhung von sieben Prozent angeboten. In fünf Tarifrunden gab es keinen Durchbruch, die nächste ist für den 20. März angesetzt.