Warnstreik in Hamburg: 50 Flüge gestrichen - NDR.de
Warnstreik am Hamburger Flughafen – 40 Flüge fallen aus
Passagiere am Hamburger Flughafen müssen sich heute auf erhebliche Einschränkungen des Flugbetriebs einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste ab 12.30 Uhr dazu aufgefordert, die Arbeit niederzulegen. Allein der Warnstreikaufruf hat am Donnerstag bereits zu mehr als 50 Flugstreichungen geführt. “Wir rechnen mit weiteren Ausfällen”, sagte eine Flughafensprecherin am Vormittag. Wie viele Flüge das genau sein werden, ist bisher noch nicht absehbar. Nach Angaben des Flughafens sollten von Mittag bis Betriebsschluss 251 Flüge – 114 Abflüge und 137 Ankünfte – stattfinden. Fielen alle diese Verbindungen aus, wären davon fast 30.000 Passagiere betroffen, sagte die Sprecherin am Mittwochabend. Aktuelle Informationen zu Abflügen und Ankünften finden Sie im NDR Text.

Warnstreik am Hamburger Flughafen: Zahlreiche Flüge sind ausgefallen, dabei beginnt das Bodenpersonal seinen Streik erst um 12.30 Uhr. Hamburg Journal Reporter Heiko Sander ist vor Ort.

Allein der Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Verdi am Hamburger Flughafen hat am Donnerstag bereits zu mehr als 40 Flugstreichungen geführt. Wir rechnen mit weiteren Ausfällen, sagte eine Flughafensprecherin am Vormittag. Von 12.30 Uhr an, wenn die rund 1000 Beschäftigten der Gepäck- und Flugzeugabfertigung zur Arbeitsniederlegung aufgefordert sind, waren rund 250 Flüge mit 30 000 Passagieren vorgesehen.Grund für den Ausstand bis Betriebsschluss sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen, für die die Arbeitnehmervertreter den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen. Sie wollen in dem städtischen Unternehmen vor allem einen sofortigen Mindeststundenlohn von 12 Euro durchsetzen, der nach Auffassung der HAM Ground Handling GmbH in der von ihm angestrebten Tarif-Laufzeit erreicht werden würde.Im Gegensatz zur Auffassung von Verdi habe der Warnstreik sehr wohl hohe Auswirkungen, sagte die Flughafen-Sprecherin. Familien könnten vom Urlaubsort nicht zurückfliegen, darunter Porto (Portugal), Palma de Mallorca (Spanien) und Las Palmas (Spanien). Auch Geschäftsreisende nach Düsseldorf, Köln oder Stuttgart seien betroffen. In Hamburg sind derzeit noch Schulferien. Gestrichen wurden bislang 21 ankommende und 21 abgehende Flüge.

Erst am Dienstag hatten ver.di und die Arbeitgeber außerplanmäßig miteinander verhandelt, aber Stillschweigen über etwaige Ergebnisse vereinbart. Jetzt also die Warnstreik-Ankündigung für die Spätschicht des Bodenpersonals. Ver.di will damit nach fünf Verhandlungsrunden, die ohne Ergebnis beendet wurden, den Druck erhöhen – in den Hamburger Schulferien. “Den erneuten Streik in den Hamburger Schulferien halten wir für verantwortungslos und ungerecht, da er vor allem die jetzt reisenden Familien trifft”, sagte die Flughafen-Sprecherin. Sie riet allen Passagieren, heute mehr Zeit einzuplanen und möglichst nur mit Handgepäck zu reisen. Am 4. Februar hatte ein ganztägiger Warnstreik des Bodenpersonals den Hamburger Flughafen lahmgelegt.

Flughafen-Sprecherin Katja Bromm äußert sich zum Warnstreik am Hamburger Flughafen. Dort sind bereits zahlreiche Flüge ausgefallen.

Durch den Warnstreik ab heute Mittag wolle man die Auswirkungen auf Urlauber aber begrenzen, so die Gewerkschaft. Ver.di verhandelt für 1.000 Beschäftigte in der Gepäckabfertigung, der Flugzeugreinigung und im Bustransfer und fordert unter anderem den Mindestlohn von zwölf Euro, den Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) für städtische Angestellte angekündigt hat. Der Flughafen gehört zu 51 Prozent der Stadt. Notfalls müsse die Stadt auf einen Teil ihrer Gewinne am Flughafen verzichten, heißt es bei ver.di. Die Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste wollten am Nachmittag um 16 Uhr auf dem Hamburger Gänsemarkt vor der Finanzbehörde zusammenkommen, um zu verdeutlichen, dass eine Einigung im Tarifkonflikt mit dem städtischen Unternehmen “vor allem vom politischen Willen der Stadt Hamburg abhängt”.

Grund für den erneuten Ausstand bis Betriebsschluss sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen. Die Arbeitnehmervertreter wollen vor allem einen sofortigen Mindeststundenlohn von 12 Euro durchsetzen. In der von der HAM Ground Handling GmbH angestrebten Tarif-Laufzeit von 24 Monaten werde für die Anlerntätigkeit ein Einstiegsgehalt erreicht, das deutlich über 12 Euro liege, bekräftigte der HAM-Chef. "Wir sind bis an die Grenze dessen gegangen, was bei den Bodenverkehrsdiensten im derzeitigen Luftverkehrsmarkt wirtschaftlich leistbar ist."

Die Arbeitgeber beteuern dagegen, dass sie der Gewerkschaft schon sehr weit entgegengekommen seien. “Wir sind in den Verhandlungen deutlich auf ver.di zugegangen – auch die zwölf Euro sind im Angebot enthalten”, sagte Christian Noack, Geschäftsführer der HAM Ground Handling am Mittwochabend. Wenn man noch mehr zahlen müsse, dann rechne sich das Geschäft mit den Bodenverkehrsdiensten nicht mehr. Die Geschäftsführung von HAM Ground Handling droht damit, den gesamten Zweig zu verkaufen – wie es auch schon andere Flughäfen getan hätten.

Ein Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Verdi am Hamburger Flughafen hat am Donnerstag zu Dutzenden Flugstreichungen geführt. Bis zum frühen Nachmittag fielen 48 Flüge aus, jeweils zur Hälfte an- und abgehende Maschinen. Dadurch seien bereits Tausende Passagiere betroffen, sagt eine Flughafen-Sprecherin. Von 12.30 Uhr an, als die rund 1000 Beschäftigten der Gepäck- und Flugzeugabfertigung zur Arbeitsniederlegung aufgefordert waren, sollte es ursprünglich rund 250 Flüge mit 30.000 Passagieren geben.

Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen nach fünf ergebnislosen Tarifrunden und einem Sondergespräch am 20. März wieder verhandeln.

Der Warnstreik mitten in den Hamburger Ferien sei völlig verantwortungslos und sozial zutiefst ungerecht, sagte der Geschäftsführer der HAM Ground Handling, Christian Noack. "Verdi trifft damit vor allem die jetzt reisenden Familien." In der Tochterfirma des städtischen Flughafens sind die Bodenverkehrsdienste (BVD) gebündelt. Die BVD-Mitarbeiter hatten durch einen Ausstand bereits am 4. Februar den Flughafen für einen Tag lahmgelegt.

Durch den Streik am Hamburger Flughafen sollen mehr als 50 Flüge ausfallen. Die Gewerkschaft ver.di hatte das Bodenpersonal für den Mittag zu einem Warnstreik aufgerufen.

Die Arbeitnehmervertreter forderten zuletzt eine Tariferhöhung von acht bis zwölf Prozent, bei einer Laufzeit von 20 Monaten, sowie angemessenere Zeit- und Schichtzuschläge. Die Arbeitgeberseite hat nach eigenen Angaben eine Lohnerhöhung von sieben Prozent angeboten. In fünf Tarifrunden gab es keinen Durchbruch, die nächste ist für den 20. März angesetzt.

Am Hamburger Flughafen drohen vorerst keine Streiks, der Tarifstreit geht aber weiter. Ver.di fordert mehr Geld für das Bodenpersonal. Völlig zu Recht, meint Volker Frerichs in seinem Kommentar. (09.03.2019) mehr

Ver.di hat die Stadt Hamburg als den Mehrheitseigner des Flughafens dazu aufgerufen, sich in den Tarifkonflikt einzuschalten. Die Gewerkschaft schloss auch einen weiteren Warnstreik nicht aus. (06.03.2019) mehr

Flugreisende stehen am Airport Hamburg vor der Anzeigetafel, auf der mehrere gestrichene Flüge angezeigt werden.

Ver.di streikt ausgerechnet in Ferien. Fast 50 Flüge fallen aus. Viele Reisende müssen umbuchen. Urlauber sitzen auf Mallorca fest.