Union rettet spätes Remis in Hamburg
HSV – Union Berlin 2:2: Abdullahi gelingt der Lucky Punch in der Schlussminute
Mit einem Tor in letzter Minute rettet Union noch einen Punkt in Hamburg. Der HSV klettert mit dem 2:2 dennoch an die Tabellenspitze und die Berliner bleiben als einziges Team der 2. Bundesliga ungeschlagen.

Erster Schock für die HSV-Fans unter den 45 584 Zuschauern beim Blick auf die Aufstellung: Pierre-Michel Lasogga (26) schaffte es nicht, nach seiner Wadenverletzung im Abschlusstraining fit zu werden. Der Stürmer erzielte sechs der sieben Hamburger Heimtore und legte eines auf.

Pierre-Michel Lasogga (26) konnte bislang in jedem Wolf-Spiel treffen. Ob er auch gegen Union spielt, entscheidet sich erst nach einem Härtetest heute Vormittag im Volkspark.

▶︎ Berlins Hartel schickt Mees steil. Die Hoffenheim-Leihgabe zieht links in den Strafraum, versetzt mit etwas Glück van Drongelen und hämmert den Ball aus acht Metern mit rechts unten links rein – 0:1 (12.).

Die Gastgeber finden ohne ihren Top-Stürmer kein Mittel gegen die beste Zweitliga-Defensive (zuvor erst acht Gegentore) – die Fernschüsse von Santos (19.), Mangala (41.) und Hunt (45.) verfehlen das Tor.

Aus der Kabine kommt ein ganz anderer HSV, druckvoll, ideenreich, mit Tempo über die Außen – und mit Erfolg!

▶︎ Nach Santos-Hereingab von links, stochert Reichel den Ball genau vor die Füße von Hunt, der Torwart Gikiewicz aus acht Metern mit einen trockenen Linksschuss keine Chance lässt – 1:1 (58.).

▶︎ Statt den Ball ins Toraus zu befördern, schießt Trimmel im Strafraum einen Spieler an. Der Abpraller landet bei Jatta, der aus spitzem Winkel noch an Gikiewicz scheitert – aber der Nachschuss von Holtby schlägt unter der Latte ein – 2:1 (65.).

▶︎ Einen langen Ball von der Mittellinie verlängert Hübner per Kopf auf Abdullahi. Berlins Stürmer schüttelt Lacroix ab und tunnelt Torwart Pollersbeck – 2:2 (90.).

Nach vier Pflichtspiel-Siegen unter Neu-Trainer Hannes Wolf (37) zwar das erste Unentschieden, aber dennoch die Tabellenführung mit vier Punkten Vorsprung auf Union Berlin (Platz 3) – der HSV ist da, wo er sich selbst sieht, ganz oben!

Da ist der Ball drin: Unions Suleiman Abdullahi (Nr. 20) erzielte in der 90. Spielminute den Ausgleichstreffer gegen den HSV. (Quelle: Matthias Koch)

Der HSV ist zurück auf Platz eins der 2. Liga. Gegen Union Berlin zeigen die Hamburger eine begeisternde zweite Hälfte – an deren Ende sie jedoch einmal nicht aufpassen.

Tabellenführung behauptet, Sieg verschenkt: Der Hamburger SV ist von Union Berlins Serientätern unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Der Bundesliga-Absteiger kam gegen die weiterhin ungeschlagenen Hauptstädter im Zweitliga-Topspiel trotz Führung nicht über ein 2:2 (0:1) hinaus und kassierte den ersten Dämpfer unter Trainer Hannes Wolf. Dennoch liegt der HSV mit 28 Zählern einen Punkt vor dem 1. FC Köln an der Spitze.

Den späten Berliner Ausgleich erzielte Suleiman Abdullahi (90.) wenige Sekunden vor dem Abpfiff. Zuvor hatten HSV-Kapitän Aaron Hunt (58.) und Lewis Holtby (65.) die Partie zugunsten der Hausherren gedreht. Joshua Mees (12.) hatte Union, das auch im 14. Saisonspiel seinen Nimbus wahrte, im ersten Abschnitt in Führung gebracht.

Für die Hamburger, die kurzfristig auf ihren Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga (Wadenprobleme) verzichten mussten, endete am Montagabend eine stolze Serie: Nach zuletzt vier Pflichtspiel-Siegen unter Wolf gab es das erste Remis. Fünf Erfolge zum Einstand hat noch kein HSV-Trainer geschafft.

“Wir wussten, dass wir keine gute erste Halbzeit gespielt haben. Wir wollten es dann besser machen. Es ist bitter, dass wir fast mit dem Schlusspfiff den Ausgleich bekommen”, sagte Hunt bei Sky: “Eine Minute hat uns gefehlt. Das wirft uns aber nicht aus der Bahn. Wir sind Erster.”

Wolf sprühte nach der zweiwöchigen Länderspielpause vor Anpfiff vor Tatendrang. “Wir haben uns in eine gute Position gebracht. Es wird Zeit, dass es wieder losgeht. Das fühlte sich ja fast wie eine Winterpause an”, sagte der 37-Jährige vor der Partie. Von diesem neuen Hamburger Selbstbewusstsein war vor 45.584 Zuschauern zunächst allerdings kaum etwas zu sehen. Zwar spielten die Hausherren in der Anfangsphase munter nach vorne, doch die Berliner waren in puncto Zweikampfführung, Passspiel und Effizienz im ersten Abschnitt deutlich überlegen.

Symptomatisch: Als Mees den ersten gefährlichen Gäste-Angriff mit einem trockenen Rechtsschuss aus elf Metern zum 0:1 abschloss, sah die HSV-Hintermannschaft nicht gut aus. Und auch in der Folge ließ Union, das mit der stabilsten Defensive aller 36 deutschen Profiklubs (8 Gegentore) in die Hansestadt gereist war, vor dem eigenen Tor nichts anbrennen und hatte die Partie im Griff. Marcel Hartel (24.) hätte für das Team von Coach Urs Fischer sogar erhöhen können.

Auf der anderen Seite war ein Abschluss von Aaron Hunt kurz vor dem Pausenpfiff die einzige halbwegs gefährliche Hamburger Offensivaktion im ersten Abschnitt. Top-Torjäger Lasogga, der von den bisherigen sieben HSV-Saisontoren im heimischen Volkspark sechs selbst erzielte und eines vorbereitet hatte, wurde schmerzlich vermisst.

Und doch wurde der HSV in der zweiten Halbzeit deutlich besser, trat geordneter und vor allem zielstrebiger auf. Belohnung war der Ausgleich durch Hunt, der aus dem Gedränge aus fünf Metern traf. Nur sieben Minuten später staubte Holtby nach scharfer Hereingabe von Lasogga-Ersatz Bakery Jatta ab. Abdullahi belohnte dann kurz vor Schluss die Gäste.

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