Altkanzler Schröder eröffnet \
Gerhard Schröder – Altkanzler beim China-Gipfel
Die Beziehungen zu China sollen gefestigt und ausgebaut werden: Das ist eines der Hauptziele des achten “Hamburg Summit – China meets Europe”, der bis Dienstag in der Hamburger Handelskammer stattfindet. Zum Start am Montag rief Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) vor mehreren Hundert Vertretern aus Politik und Wirtschaft die Staaten zu einer engeren Zusammenarbeit auf.

Zwei Tage lang sollen beim “Hamburg Summit” die Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Deutschland vertieft werden. Altkanzler Schröder eröffnete die Veranstaltung.

Kein Land der Welt könne allein die bevorstehenden Herausforderungen bewältigen, sagte Schröder. Er wies darauf hin, dass China mittlerweile der wichtigste Handelspartner Deutschlands sei – noch vor den USA. 900 chinesische Firmen seien in Deutschland ansässig. “Der internationale Austausch ist enorm wichtig für beide Seiten”, sagte der Altkanzler. Engere Zusammenarbeit statt Konfrontation sei die Antwort auf wachsende Unsicherheit. Schröder erinnerte an die Risiken durch Terrorismus, bedrohliche Staaten wie Nordkorea, bewaffnete Konflikte wie in Afrika, Flüchtlinge, Globalisierung und Digitalisierung. In dieser Situation sollten sich die Länder an die Grundregeln des globalen Handels halten.

Der Chef des chinesischen Industrieverbands, Li Yizhong, übte gleichzeitig scharfe Kritik an den hohen Zöllen, die die USA seit Anfang des Monats auf zahlreiche Importe erheben. Er forderte Europa auf, gemeinsam mit China neue Handelsregeln zu entwickeln – und warb für ausländische Investitionen in seinem Land.

Alle zwei Jahre in Hamburg, doch dieses Mal besonders wichtig: NDR Hamburg Journal Reporter Peter Kleffmann über die Bedeutung des achten “Hamburg Summit – China meets Europe”.

Der achte “Hamburg Summit” steht unter besonderen Vorzeichen: Die Handelsbeziehungen zwischen den USA, Europa und China sind belastet, nachdem die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump Strafzölle verhängt haben und insgesamt auf einen protektionistischen Kurs eingeschwenkt sind. Wird der Handelsstreit Nachteile für Unternehmen mit sich bringen, die weder amerikanisch noch chinesisch sind? Das ist nicht zuletzt für die Hafenstadt Hamburg von großer Bedeutung. Mit einem Handelsvolumen von mehr als 185 Milliarden Euro ist die Volksrepublik China 2017 zum zweiten Mal Deutschlands größter Handelspartner gewesen. Mehr als die Hälfte davon wurde über Hamburg umgesetzt. Im Hamburger Hafen kommt jeder dritte Container aus China oder ist auf dem Weg dorthin.

Noch immer werden die meisten Waren von China nach Hamburg per Schiff transportiert, doch die Eisenbahn gewinnt an Bedeutung. 27 chinesische Städte sind bereits mit Hamburg verbunden. Video (02:45 min)

Die Elbmetropole ist nach Information der Wirtschaftsförderungsgesellschaft “Hamburg Invest” mit mehr als 550 chinesischen Firmen der führende Standort in Deutschland. Bei den meisten Firmen handelt es sich um Handelsfirmen, die Hamburg als Umschlagplatz für ihre Waren nach Ost-, Süd- oder Nordeuropa nutzen. Auch aus den Bereichen Logistikdienstleister und Servicedienstleister sind einige Unternehmen in Hamburg ansässig. Bei den Branchen ist eine weite Fächerung erkennbar. Vor allem in den Bereichen Maritime Wirtschaft, Erneuerbare Energien, Medizintechnologie und Logistik kommen zunehmend Firmen an die Elbe.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte die Rolle des “Hamburg Summit” als wichtigstes Jahrestreffen zur Vertiefung der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen: “Hamburg ist das Tor zu China. Ein offener Dialog über freien Handel und Warenaustausch stärkt die Position Hamburgs als Drehscheibe der internationalen Warenströme.” Handelskammer-Präses Tobias Bergmann forderte in seiner Eröffnungsrede ein klares Bekenntnis gegen protektionistische Tendenzen im Welthandel: “Wir ermutigen China, sich gemeinsam mit der EU für einen regelbasierten Handel im WTO-Rahmen stark zu machen.”

Zum Abschluss der Konferenz am Dienstag werden beim Lunch EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und der chinesische Vizepremier Liu He sprechen.

Hamburg und China sind wirtschaftlich schon lange eng verbunden. Manche Betriebe der Hansestadt bilden ihre Lehrlinge sogar in Hongkong aus – wie die Spedition A. Hartrodt. Video (02:35 min)

Im deutsch-chinesischen Kindergarten in Hamburg-Eimsbüttel lernen die Kleinen neben Tischtennis auch Kalligrafie oder Tai-Chi. Viele Eltern nehmen dafür weite Wege auf sich. Video (02:17 min)

Mehr als 550 chinesische Firmen haben sich in Hamburg angesiedelt und immer mehr Besucher kommen aus China. Viele Geschäfte bieten daher bereits das Bezahlsystem Alipay an. Video (02:35 min)

China setzt wirtschaftlich und geopolitisch auf das Neue-Seidenstraße-Projekt. Damit stellt Peking die bisherige Weltordnung infrage und unterstreicht seine globalen Ambitionen. mehr

Schon ihr Name klingt nach Abenteuer: Bereits vor über 2.000 Jahren verkehrten die ersten Kamelkarawanen zwischen Asien und Europa auf den legendären Routen der Seidenstraße. Video (43:31 min)

Hamburg – Belastete Beziehungen zwischen China, Europa und den USA – trotzdem wurde für chinesische Gäste beim Hamburg Summit” in der Handelskammer Montag der rote Teppich ausgerollt.

Alt-Kanzler Gerhard Schröder (74) kam mit Ehefrau Soyeon Schröder-Kim (48), mahnte vor rund 500 Gästen, China sei Deutschlands wichtigster Handelspartner noch vor den USA.

Letzte Meile im Hochzeits-Marathon von Ex-Kanzler Gerhard Schröder und seiner Kim: eine Party mit 150 Gästen im Berliner Adlon.

Bürgermeister Peter Tschentscher (52, SPD) erinnerte daran, dass Hamburg das Tor zu China sei. Er forderte zu offenem Dialog über freien Handel auf. Der Gipfel endet Dienstag. jökö