Großer Test: Handy-Netz: Wo es in Hamburg fiese Netzlücken gibt
Test: Telekom, Vodafone, O2 – Dieser Anbieter hat das lahmste Netz
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Welcher der drei großen Provider hat das beste Netz? Diese Frage stellt die Fachzeitschrift “Chip” Jahr für Jahr. In einem ausführlichen Test prüft sie die Qualität der Netze. Dieses Jahr gibt es eine echte Überraschung.

Den ersten Platz kann sich wie in den Vorjahren die Deutsche Telekom mit der Gesamtbewertung 1,36 sichern, wobei das mobile Internet (1,39) und die Telefonie (1,30) überzeugten. Doch der Abstand zum Verfolger Vodafone ist geringer geworden. Der schärfste Konkurrent der Telekom erreichte erstmals mit der Gesamtnote 1,46 eine "sehr gute" Bewertung. "Chip" benotete bei Vodafone die Internet-Qualität mit 1,55 und die Telefonie mit 1,35.

Vodafone, Telekom, O2 im Test: So gut ist das Handynetz in Hamburg wirklich

Die Bundesnetzagentur plant die Versteigerung der Frequenzen für das Frühjahr 2019. Forschungsministerin Anja Karliczek hatte Hoffnungen auf den modernen Mobilfunkstandard vor allem in Ländlichen Regionen in dieser Woche ein Dämpfer verpasst.

Telefónica will die Lücken aber ab dem kommenden Jahr schließen. Da der Großteil der Kapazitäten nicht mehr für die Zusammenführung von O2- und E-Plus-Netz eingesetzt werden müsse, könne man sich 2019 komplett auf die Netzoptimierung und den LTE-Netzausbau konzentrieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies soll in der Fläche und entlang von Autobahnen und Zugstrecken geschehen.

5G-Netz: Das Mobilfunknetz der Zukunft wird im Frühjahr 2019 versteigert und schon jetzt wird Kritik laut. (Quelle: Reuters)

Dass O2 die Einzelwertungen 2,26 und 2,16 bekam, liegt laut "Chip" vor allem an Qualitätssteigerungen in den Städten. "Auf dem Land schwächelt das Netz aber nach wie vor", schreiben die Tester. So war der Anteil der fehlgeschlagenen Telefonate auf Verbindungsstraßen im O2-Netz mit 7,41 Prozent wesentlich höher als bei Telekom (0,33) und Vodafone (1,41).

Bei einem großen Handynetz-Test überzeugen die meisten Betreiber mit Verbesserungen. Stadt- und Landbewohner surfen allerdings immer noch unterschiedlich schnell. Und auch die Anbieter unterscheiden sich erheblich. Das Netz muss dringend ausgebaut werden. 

Ähnlich sieht es beim Zustand des LTE-Ausbaus, den "Chip" gesondert ausgewertet hat. Hier erreichte die Telekom mit einer Verfügbarkeit von 99,23 Prozent beim Websurfen auf dem Land eine nahezu lückenlose Abdeckung, Vodafone ist mit 97,96 Prozent nahe dran. Bei O2 sieht es hier mit einer Verfügbarkeit von 75,73 Prozent noch weit schlechter aus.

Nach wie vor gibt es große Unterschied zwischen Stadt und Land – insbesondere beim mobilen Surfen: Zu diesem Urteil kommt das Fachmagazin “Chip” bei seinem jährlichen Mobilfunk-Netztest (Ausgabe 1/19).

An der Spitze der Gesamtwertung behauptet sich nach wie vor die Deutsche Telekom (Note 1,36), dicht gefolgt von Vodafone, O2 holt auf (Note 1,46), das damit erstmals in diesem Test ein “Sehr gut” erreicht. Der Drittplatzierte O2/Telefónica (Note 2,22) wird erstmals seit der Zusammenlegung der Netze von O2 und E-Plus im Jahr 2013 insgesamt mit “Gut” bewertet. 

Die noch größere Überraschung gelang allerdings O2, das in den vergangenen Jahren immer abgeschlagen auf dem dritten Platz landete. An der Platzierung hat sich zwar nichts geändert, aber Anbieter Telefónica konnte sich bei der Bewertung um mehr als 17 Prozent verbessern und schaffte zum ersten Mal die Gesamtnote "gut" (2,22).

Obwohl die Experten binnen eines Jahres eine deutliche Verbesserung des O2-Mobilfunknetzes festgestellt haben, sehen sie trotzdem noch Nachholbedarf bei der Netzmodernisierung. O2 habe in den Städten fleißig Punkte gesammelt, auf dem Land schwächele das Netz aber nach wie vor. Außerdem dauere der Rufaufbau mit durchschnittlich 5,82 Sekunden grundsätzlich deutlich länger als in den Netzen der Konkurrenz. Bei der Telekom steht eine Verbindung im Mittel nach 3,94, bei Vodafone fast gleichschnell nach 3,98 Sekunden.

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Die Mobilfunksituation in Fernzügen hat sich im Vergleich zu den Vorjahrestests zwar ein wenig verbessert. Insgesamt sehen laut Zeitschrift bei diesem Szenario aber alle Netzbetreiber leistungsmäßig nicht gut aus und haben immer noch großen Nachholbedarf.

Für den Test wurden mehr als 390.000 Messwerte erhoben – mithilfe von Messfahrzeugen (10.540 zurückgelegte Kilometer) und Fußgängerteams mit Messrucksäcken, die durch Innenstädte liefen (113 Stunden) und Zug (3.110 Kilometer) fuhren. Die Internetleistung der Netze floss mit 60 Prozent in die Gesamtbewertung ein, die Telefonieleistung mit 40 Prozent.

Auch für neue Geschäftsfelder wie autonomes Fahren oder Telemedizin ist 5G wichtig. Nun berät der Beirat der Bonner Bundesnetzagentur über die Vergaberegeln für 5G-Frequenzen und damit über den baldigen Ausbau über ein wegweisendes Regelwerk.

Sie soll die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland sichern. Bisher ist Deutschland in Sachen schnelles Internet hinten dran, mit dem neuen Standard soll das anders werden – die Bundesrepublik solle zum “Leitmarkt” für 5G werden, heißt es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

5G betrifft viele Branchen: Autobauer setzen auf autonom fahrende Pkw und Lkw, die auch dank 5G-Datenübertragung genau Bescheid wissen über das Glatteis in der nächsten Kurve – schließlich bekommen sie die Info vom vorausfahrenden Fahrzeug. Die Industrie setzt auf Maschinen, die dank der Datenströme untereinander besser kommunizieren und Arbeitsabläufe verbessern, und Logistiker wissen genau um die Laderaumkapazitäten ihrer Lastwagen auf den Straßen.

Zumindest zur Startphase recht wenig. Zum einen gibt es noch keine 5G-fähigen Smartphones auf dem Markt. Zum anderen wären den Anforderungen der Verbraucher schon gut gedient, wenn das LTE-Netz (4G) besser ausgebaut wäre und es nicht bei der bestehenden Technik so viele Funklöcher gäbe.

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