Großer Test: Wie gut ist das Handy-Netz in Hamburg wirklich?
Vodafone, Telekom, O2 im Test: So gut ist das Handynetz in Hamburg wirklich
wir freuen uns über Ihr Interesse an stern.de. Leider ist Ihr Browser zu alt, um unseren Website darzustellen. Bitte benutzen Sie eine neuere Verion des Internet Explorers oder alternative Browser wie Firefox oder Chrome. Vielen Dank!

Welcher der drei großen Provider hat das beste Netz? Diese Frage stellt die Fachzeitschrift “Chip” Jahr für Jahr. In einem ausführlichen Test prüft sie die Qualität der Netze. Dieses Jahr gibt es eine echte Überraschung.

In einem Test der deutschen Mobilfunknetze gewinnt erneut die Telekom. Doch der Branchenprimus ist nicht mehr unangefochtene Nummer 1 und O2 schneidet überraschend gut ab.

Es gibt Fortschritte bei allen drei Mobilfunknetzbetreibern, ja. Doch insbesondere beim mobilen Surfen gibt es nach wie vor auch einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land. Zu diesem Urteil kommt das Fachmagazin “Chip” bei seinem jährlichen Mobilfunk-Netztest (Ausgabe 1/19), der besonders im Kontext des politischen Streits um den kommenden Mobilfunkstandard 5G einen Blick wert ist.

Sehr viele Nutzer haben das Gefühl, dass ihr Mobilfunknetz alles andere als flächendeckend und der Empfang oft unterirdisch ist. Aber offenbar sind Telekom, Vodafone und O2 (Telefónica) wesentlich besser als ihr Ruf. Denn im jüngsten Netz-Test von "Chip" schnitt keiner der drei Mobilfunkanbieter schlechter als "gut" ab.

An der Spitze der Gesamtwertung behauptet sich wie im “Chip”-Test nach wie vor die Deutsche Telekom (Note 1,36), dicht gefolgt von Vodafone (Note 1,46), das damit erstmals in diesem Test ein “Sehr gut” erreicht. Der Drittplatzierte O2/Telefónica (Note 2,22) wird erstmals seit der Zusammenlegung der Netze von O2 und E-Plus im Jahr 2013 insgesamt mit “Gut” bewertet.

Den ersten Platz kann sich wie in den Vorjahren die Deutsche Telekom mit der Gesamtbewertung 1,36 sichern, wobei das mobile Internet (1,39) und die Telefonie (1,30) überzeugten. Doch der Abstand zum Verfolger Vodafone ist geringer geworden. Der schärfste Konkurrent der Telekom erreichte erstmals mit der Gesamtnote 1,46 eine "sehr gute" Bewertung. "Chip" benotete bei Vodafone die Internet-Qualität mit 1,55 und die Telefonie mit 1,35.

Für den Test wurden mehr als 390.000 Messwerte erhoben – mit Hilfe von Messfahrzeugen (10.540 zurückgelegte Kilometer) und Fußgänger-Teams mit Messrucksäcken, die durch Innenstädte liefen (113 Stunden) und Zug (3110 Kilometer) fuhren. Die Internet-Leistung der Netze floss mit 60 Prozent in die Gesamtbewertung ein, die Telefonie-Leistung mit 40 Prozent.

Die noch größere Überraschung gelang allerdings O2, das in den vergangenen Jahren immer abgeschlagen auf dem dritten Platz landete. An der Platzierung hat sich zwar nichts geändert, aber Anbieter Telefónica konnte sich bei der Bewertung um mehr als 17 Prozent verbessern und schaffte zum ersten Mal die Gesamtnote "gut" (2,22).

Die Mobilfunk-Situation in Fernzügen hat sich im Vergleich zu den Vorjahrestests zwar ein wenig verbessert. Insgesamt sehen der Zeitschrift zufolge bei diesem Szenario aber alle Netzbetreiber leistungsmäßig nicht gut aus und haben immer noch großen Nachholbedarf.

Dass O2 die Einzelwertungen 2,26 und 2,16 bekam, liegt laut "Chip" vor allem an Qualitätssteigerungen in den Städten. "Auf dem Land schwächelt das Netz aber nach wie vor", schreiben die Tester. So war der Anteil der fehlgeschlagenen Telefonate auf Verbindungsstraßen im O2-Netz mit 7,41 Prozent wesentlich höher als bei Telekom (0,33) und Vodafone (1,41).

Politik und Wirtschaft streiten derzeit über die Zukunft des Mobilfunks. Doch wie steht es gegenwärtig ums deutsche Handynetz? Der Netztest der Zeitschrift “Chip” liefert nicht nur erfreuliche Antworten.

Ähnlich sieht es beim Zustand des LTE-Ausbaus, den "Chip" gesondert ausgewertet hat. Hier erreichte die Telekom mit einer Verfügbarkeit von 99,23 Prozent beim Websurfen auf dem Land eine nahezu lückenlose Abdeckung, Vodafone ist mit 97,96 Prozent nahe dran. Bei O2 sieht es hier mit einer Verfügbarkeit von 75,73 Prozent noch weit schlechter aus.

Telefónica will die Lücken aber ab dem kommenden Jahr schließen. Da der Großteil der Kapazitäten nicht mehr für die Zusammenführung von O2- und E-Plus-Netz eingesetzt werden müsse, könne man sich 2019 komplett auf die Netzoptimierung und den LTE-Netzausbau konzentrieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies soll in der Fläche und entlang von Autobahnen und Zugstrecken geschehen.