Großer Test: Wie gut ist das Handy-Netz in Hamburg wirklich?
Vodafone, Telekom, O2 im Test: So gut ist das Handynetz in Hamburg wirklich
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Welcher der drei großen Provider hat das beste Netz? Diese Frage stellt die Fachzeitschrift “Chip” Jahr für Jahr. In einem ausführlichen Test prüft sie die Qualität der Netze. Dieses Jahr gibt es eine echte Überraschung.

Wir wollten von Chip wissen, ob die Routen und Test-SIM-Karten vorher bekannt sind. Wolfgang Pauler, Testchef von Chip, sagte Golem.de auf Anfrage: “Die Netzbetreiber in Deutschland und in der Schweiz kennen die Route vorher nicht. Wir haben einen Pool mit Kandidatenstädten, der circa die dreifache Menge der Städte enthält, die wir dann tatsächlich anfahren. Kurz vor Beginn der Messfahrt legen wir in der Redaktion aus diesem Pool die fünf Großstädte, die wir ausführlich vermessen, sowie die restlichen Städte fest, die angefahren werden, und fügen sieben Städte hinzu, die nicht im Pool sind.” Diese Auswahl sei den Netzbetreibern nicht bekannt. Anhand dieser Auswahl werde eine Route für die Fahrzeuge und die Rucksackteams, die im Zug unterwegs sind, festgelegt, die den Netzbetreibern nicht mitgeteilt werde.

In einem Test der deutschen Mobilfunknetze gewinnt erneut die Telekom. Doch der Branchenprimus ist nicht mehr unangefochtene Nummer 1 und O2 schneidet überraschend gut ab.

Netztest: Chip verteilt viel Lob trotz Funklöchern – Golem.de

Sehr viele Nutzer haben das Gefühl, dass ihr Mobilfunknetz alles andere als flächendeckend und der Empfang oft unterirdisch ist. Aber offenbar sind Telekom, Vodafone und O2 (Telefónica) wesentlich besser als ihr Ruf. Denn im jüngsten Netz-Test von "Chip" schnitt keiner der drei Mobilfunkanbieter schlechter als "gut" ab.

In den Netzen von Telekom und Vodafone stelle der Einsatz von VoLTE (Voice over LTE) mit EVS (Enhanced Voice System) den Normalfall dar. Der durchschnittliche Rufaufbau dauert im Chip-Netztest 3,94 Sekunden (Telekom) und 3,98 Sekunden bei Vodafone. Die VoLTE-Abdeckung liegt bei der Telefónica bei nur 82 Prozent, während Telekom und Vodafone einen Anteil von über 96 Prozent aufweisen. Auch dadurch dauert der Rufaufbau (5,82 Sekunden) länger.

Den ersten Platz kann sich wie in den Vorjahren die Deutsche Telekom mit der Gesamtbewertung 1,36 sichern, wobei das mobile Internet (1,39) und die Telefonie (1,30) überzeugten. Doch der Abstand zum Verfolger Vodafone ist geringer geworden. Der schärfste Konkurrent der Telekom erreichte erstmals mit der Gesamtnote 1,46 eine "sehr gute" Bewertung. "Chip" benotete bei Vodafone die Internet-Qualität mit 1,55 und die Telefonie mit 1,35.

Auf Landstraßen und Autobahnen scheiterten bei der Telefónica rund 8,4 Prozent der Dateitransfers. Nur in neun von zehn Fällen gelang der Upload eines Fotos zu Facebook. Vodafone und Telekom dagegen erzielen mit rund 99 Prozent nur leicht schlechtere Ergebnisse als bei den Messungen in den Städten. Bei der Netzqualität in Zügen könnten sich alle Anbieter noch verbessern.

Die noch größere Überraschung gelang allerdings O2, das in den vergangenen Jahren immer abgeschlagen auf dem dritten Platz landete. An der Platzierung hat sich zwar nichts geändert, aber Anbieter Telefónica konnte sich bei der Bewertung um mehr als 17 Prozent verbessern und schaffte zum ersten Mal die Gesamtnote "gut" (2,22).

Dass O2 die Einzelwertungen 2,26 und 2,16 bekam, liegt laut "Chip" vor allem an Qualitätssteigerungen in den Städten. "Auf dem Land schwächelt das Netz aber nach wie vor", schreiben die Tester. So war der Anteil der fehlgeschlagenen Telefonate auf Verbindungsstraßen im O2-Netz mit 7,41 Prozent wesentlich höher als bei Telekom (0,33) und Vodafone (1,41).

Der Chip-Netztest macht diesmal alle Netzbetreiber glücklich. Zwei Mal gibt es ein “sehr gut” und ein Mal die Note “gut”. Doch die Ergebnisse gelten nur entlang der Messstrecken.

Ähnlich sieht es beim Zustand des LTE-Ausbaus, den "Chip" gesondert ausgewertet hat. Hier erreichte die Telekom mit einer Verfügbarkeit von 99,23 Prozent beim Websurfen auf dem Land eine nahezu lückenlose Abdeckung, Vodafone ist mit 97,96 Prozent nahe dran. Bei O2 sieht es hier mit einer Verfügbarkeit von 75,73 Prozent noch weit schlechter aus.

Telefónica will die Lücken aber ab dem kommenden Jahr schließen. Da der Großteil der Kapazitäten nicht mehr für die Zusammenführung von O2- und E-Plus-Netz eingesetzt werden müsse, könne man sich 2019 komplett auf die Netzoptimierung und den LTE-Netzausbau konzentrieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies soll in der Fläche und entlang von Autobahnen und Zugstrecken geschehen.